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16. August 2026
Warum du nicht wie ein Jungmakler des Jahres starten musst
Warum du nicht wie ein Jungmakler des Jahres starten musst

Warum du nicht wie ein Jungmakler des Jahres starten musst

Cornelia Frankenberg ist seit 2012 als Maklerin unterwegs und außerdem seit Jahren eine feste Größe in der Jungmakler-Community. In ihrer Kolumne „Frag Conny“ beleuchtet sie regelmäßig verschiedenste Fragen mit ihrem analytischen, aber empathischen Blick auf die Themen der Branche.

Ein Artikel von Cornelia Frankenberg, Gründerin und Geschäftsführerin von ILMFINANZ und Social-Media-Meisterin

Der Jungmakler Award ist DAS Event für Berufseinsteiger in unserer Branche. Die Gewinner wiederum sind die „Superstars“ unserer Branche. Sie eint eine spitze Zielgruppe, eine klare Positionierung und eine sehr deutliche Strategie. Ich finde das beeindruckend. Und einschüchternd.

In den letzten Monaten habe ich mit einigen jungen Maklerinnen und Maklern gesprochen. Viele fühlen sich noch nicht bereit für den Jungmakler Award. Diesen Gedanken kann ich gut nachvollziehen und frage mich: Muss man wirklich genauso aufgestellt sein wie ein Jungmakler des Jahres, um erfolgreich zu werden? Meine These: Nein.

Von Rückschlägen und wichtigem Feedback

Ich kam 2012 in die Branche und machte mich – angetrieben von meinem Partner – selbstständig. Meine Kunden gewann ich über Familie und Freunde, ich kaufte Leads und machte Werbung für Moped-Kennzeichen. Hauptsache Bestand aufbauen und überleben.

Ich hatte keine Zielgruppe, keine Spezialisierung, kein Konzept. Einige Monate liefen sogar so schlecht, dass ich Unterstützung beim Jobcenter beantragen musste. 2015 sah ich Werbung für den Jungmakler Award und dachte mir: „Warum nicht? Ich habe nichts zu verlieren.“ Zum ersten Mal musste ich mir Fragen stellen, die ich bis dahin nie bewusst beantwortet hatte: Was ist meine Zielgruppe? Wie gewinne ich planbar Neukunden? Wie sehen meine Prozesse aus? Ich wurde zum Regionalcasting (so hieß es damals noch) eingeladen, schaffte es jedoch nicht ins Bundescasting. Stattdessen erhielt ich ein Feedback von Steffen Ritter, das rückblickend das wichtigste meiner Karriere war: „Ihre Präsentation war ganz nett, doch wir hatten den Eindruck, dass Sie nicht selbst die Entscheiderin in Ihrem Unternehmen sind.“

Das saß. Und es stimmte. Ich hatte mich sehr von meinem Partner lenken lassen. Also begann ich, endlich meine eigenen unternehmerischen Entscheidungen zu treffen. Die beste Entscheidung meiner Karriere.

Zielgruppe und Fokus

Doch auch an meiner Spezialisierung musste ich arbeiten. Meine Zielgruppe war zu unspezifisch und die Leadqualität war schwach. Nur mein Fokus auf BU und Altersvorsorge war klar. Also feilte ich an meinem Konzept. Aus Akademikern wurden Ingenieure, Mathematiker und IT-Spezis.

2017 stellte ich mich ein letztes Mal der Jury. Wieder reichte es nicht für das Bundescasting, doch ich bekam Lob für meine Entwicklung.

Digitalisierung als Schlüssel

2018 war dann ein Jahr großer Veränderungen. Die Entwicklung, die mit dem Feedback beim Jungmakler Award begonnen hatte, fand ihren vorläufigen Höhepunkt: Ich trennte mich von meinem Partner – privat wie geschäftlich – und stellte mein gesamtes Leben auf den Prüfstand.

Schritt für Schritt richtete ich mich neu aus: Online-Kunden­gewinnung, Online-Beratung, digitale Prozesse und eine geschärfte Zielgruppe. Kosten runter, Gewinn rauf. Zehn Jahre nach meiner Gründung hatte ich schließlich das Gefühl, beim Jungmakler Award deutlich bessere Chancen zu haben. Nur habe ich da die Zulassungsvoraussetzungen längst nicht mehr erfüllt …

Und genau das ist okay. Denn die Zeit, die ich gebraucht habe, hat mich vielleicht nicht zur Jungmaklerin des Jahres gemacht, aber zu einer besseren Unternehmerin.

Mein Rat an junge Makler
  • Geh deinen Weg in deinem Tempo. Umwege und Fehler gehören dazu.
  • Nimm trotzdem am Jungmakler Award teil. Es ist eine großartige Möglichkeit, das eigene Geschäftsmodell zu reflektieren und Feedback zu erhalten.
  • Entwickle dich kontinuierlich weiter. Die beste Positionierung entsteht oft nicht am Reißbrett, sondern in der Praxis.
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Ein Artikel von
Cornelia Frankenberg