Ein Gastbeitrag von Nikolaus Thomale, Gründer und Geschäftsführer von MYNE Homes
Der Traum ist schnell beschrieben: eine Villa mit Blick aufs Mittelmeer, ein Chalet in den Alpen, ein Haus am See. Orte, an denen andere Urlaub machen und die zugleich als wertstabile Immobilien gelten. Für viele Anleger klingt das nach der idealen Verbindung aus Kapitalanlage und persönlichem Rückzugsort.
In der Realität zeigt sich jedoch ein anderes Bild. Klassische Ferienimmobilien sind heute häufig mit hohen Einstiegspreisen, erheblicher Kapitalbindung und laufendem Verwaltungsaufwand verbunden. Quadratmeterpreise von über 20.000 Euro in gefragten Lagen sind keine Ausnahme mehr. Hinzu kommen Instandhaltung, Organisation, Vermietung und die Unsicherheit, wie sich Nachfrage und Regulierung künftig entwickeln.
Was auf dem Papier attraktiv wirkt, erweist sich in der Praxis oft als ineffizient. Genau an diesem Punkt beginnt die Diskussion über neue Eigentumsmodelle.
Das strukturelle Problem klassischer Zweitwohnsitze
Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland kann sich grundsätzlich vorstellen, eine Ferienimmobilie zu besitzen. Doch nur ein sehr kleiner Teil setzt diesen Wunsch tatsächlich um. Der Grund liegt weniger am fehlenden Interesse als an der Struktur des Marktes.
Hohe Kaufpreise, langfristige Finanzierungsmodelle und eine starke Konzentration des Kapitals auf einen einzelnen Standort machen klassische Zweitwohnsitze aus Investorensicht schwer steuerbar. Gleichzeitig stehen viele Ferienhäuser 80 bis 90% des Jahres leer, während Fixkosten weiterlaufen.
Regulatorische Eingriffe verschärfen diese Situation zusätzlich. In zahlreichen Regionen, von deutschen Küstenorten bis hin zu europäischen Metropolen, wird die Vermietung zunehmend eingeschränkt. Wertentwicklung, Nutzung und Liquidität hängen damit stark von lokalen Rahmenbedingungen ab. Flexibilität ist kaum gegeben. Aus ökonomischer Perspektive zählen klassische Zweitwohnsitze daher zu den ineffizientesten Formen von Immobilienbesitz.
Co-Ownership als zeitgemäße Antwort
Vor diesem Hintergrund haben sich in den vergangenen Jahren Co-Ownership-Modelle etabliert. Sie übertragen eine bewährte Struktur aus dem institutionellen Immobilienbereich auf private Anleger.
Das Prinzip ist einfach: Mehrere Eigentümer teilen sich das Eigentum an einer hochwertigen Ferienimmobilie. Jeder erwirbt einen realen, rechtlich klar geregelten Anteil. Verbunden mit einem vertraglich definierten, jährlich wiederkehrenden Nutzungsrecht. Der Kapitaleinsatz reduziert sich deutlich, häufig auf einen Bruchteil dessen, was für den Alleinerwerb nötig wäre.
Gleichzeitig übernehmen professionelle Anbieter die vollständige Verwaltung: von der Auswahl geeigneter Lagen über die rechtssichere Strukturierung bis hin zu Instandhaltung und Organisation. Eigentum wird damit von operativen Aufgaben entkoppelt.
Kapital effizienter einsetzen, Risiken besser steuern
Ein wesentlicher Vorteil moderner Co-Ownership-Modelle liegt in der Kapitaleffizienz. Anstatt das gesamte Budget in ein einzelnes Objekt zu investieren, können Anleger ihr Kapital über mehrere Standorte und Märkte hinweg verteilen.
Gefragt sind dabei Lagen mit stabiler Infrastruktur und ganzjähriger Nutzbarkeit: Küstenregionen mit guter Anbindung, alpine Destinationen mit Sommer- und Wintersaison, ausgewählte Seenlandschaften oder etablierte Urlaubsregionen in Südeuropa. Entscheidend ist nicht kurzfristige Nachfrage, sondern langfristige Qualität.
Durch diese Diversifikation sinkt das Risiko, während Flexibilität und Nutzungsmöglichkeiten steigen. Leerstände werden reduziert, Betriebskosten fair verteilt und Wertentwicklungen breiter abgesichert.
Ferienimmobilien 2026: vom Besitz zur Ownership-Intelligenz
Der Markt für Ferienimmobilien befindet sich im Wandel. Für Anleger geht es zunehmend weniger darum, ein Objekt vollständig zu besitzen – sondern darum, Eigentum sinnvoll zu nutzen: effizient, flexibel und ohne unnötige Kapitalbindung. Co-Ownership ist kein kurzfristiger Trend, sondern die logische Antwort auf veränderte Lebens- und Investmentstrategien. Es verbindet echtes Immobilieneigentum mit moderner Nutzung und professioneller Struktur.
2026 werden sich jene Modelle durchsetzen, die nicht nur Zugang zu attraktiven Immobilien bieten, sondern Eigentum neu definieren: als intelligentes Zusammenspiel aus Substanz, Nutzung und Freiheit.
Klassische Ferienimmobilien sind kein schlechtes Investment – sie sind nur strukturell ineffizient. Co-Ownership löst dieses Problem, indem es Kapitalbindung, Leerstand und Aufwand reduziert, ohne auf Eigentum oder Qualität zu verzichten.
Tipps für den Einstieg in Ferienimmobilien via Co-Ownership
- Lage, Lage, Lage: Wie entwickeln sich Wirtschaftskraft und Nachfrage über das Jahr verteilt? Wie modern ist die Infrastruktur?
- Anbieter checken: Haben Anbieter konkrete Erfahrungen mit Ferienimmobilien gemacht und wenn ja, wie wurden diese unabhängig bewertet?
- Finanzierung absichern: Reicht mein Anteil, um die Finanzierung zu stemmen?
- Regulierung untersuchen: Stehen politische Entscheidungen an, die das Investorenleben schwer machen können?
- Rendite kalkulieren: Emotionen weg, harte Zahlen her. Passt beides, kann ins Doing gegangen werden.
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