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Warum sich Versicherungsbetrug nicht rentiert
24. Juli 2018

Warum sich Versicherungsbetrug nicht rentiert

Laut einer Umfrage sagen 5% der Deutschen, schon einmal ihre Versicherung betrogen zu haben. Besonders häufig wird bei Elektrogeräten geschwindelt. Kommt ein neues Smartphone-Modell heraus, gehen plötzlich besonders viele Handys kaputt. Dabei lohnt sich Versicherungsbetrug finanziell überhaupt nicht.


Laut einer Umfrage sagen 5% der Deutschen, schon einmal ihre Versicherung betrogen zu haben. Besonders häufig wird bei Elektrogeräten geschwindelt. Kommt ein neues Smartphone-Modell heraus, gehen plötzlich besonders viele Handys kaputt. Dabei lohnt sich Versicherungsbetrug finanziell überhaupt nicht.


Warum sich Versicherungsbetrug nicht rentiert

Gerade vor großen Sportereignissen wie einer Weltmeisterschaft passieren die kuriosesten Dinge in deutschen Wohnzimmern: TV-Geräte fallen von der Wand oder kippen beim Umstellen plötzlich aus der Hand. Versicherungssachbearbeiter und Sachverständige sind schon gewappnet, wenn bei beliebten Smartphones ein Nachfolgemodell auf den Markt kommt, denn dann lassen auf einmal besonders viele Menschen das Handy eines Freundes fallen. Solche Missgeschicke passieren wirklich, doch manchmal ist es schlicht (versuchter) Versicherungsbetrug, wie die Gothaer Versicherung unterstreicht. Einer Umfrage von Statista und YouGov zufolge sagen 5% der befragten Deutschen von sich, schon einmal Versicherungsbetrug begangen zu haben. Besonders häufig schwindeln Versicherte bei Unterhaltungs- und Haushaltselektronik und melden angebliche Schäden der Privathaftpflicht- oder der Hausratversicherung. Dabei sei den meisten Tätern nicht klar, dass sie eine hohe Strafe riskieren, finanziell aber gar keinen Vorteil haben würden, so die Gothaer.

Versicherungsbetrug lohnt sich nicht

Als typische Wunschvorstellung führt die Gothaer folgendes Beispiel an: Ein Freund schrottet das alte Smartphone – und schnell gibt es von der Versicherung Geld für das neue Modell. Doch das klappe so oder so nicht. Denn was eine private Haftpflichtversicherung zahlt, hängt von den gesetzlichen Vorschriften ab, die auch gelten, wenn man nicht versichert ist. Der Schadenersatz soll einen Geschädigten so stellen, als sei der Schaden nicht passiert. Die Versicherung prüft zuerst einmal, ob eine Reparatur möglich ist. Doch gerade bei Elektrogeräten ist die Reparatur meist teurer als das, was das Gerät zum Zeitpunkt des Schadens wert war, also als der Zeitwert. Ist dies der Fall, liegt ein wirtschaftlicher Totalschaden vor, der zur Folge hat, dass der Versicherer eben nur jenen Zeitwert erstattet.

Daran orientiert sich der Zeitwert

Um den Zeitwert eines Smartphones zu ermitteln, sehen Schadensachbearbeiter beispielsweise bei Ebay nach, für welchen Preis ein gleich altes Smartphone gehandelt wird. Der Versicherungsbetrüger erhält von der Haftpflichtversicherung für sein kaputtes Smartphone also nicht mehr, als er ohnehin beim Verkauf seines gebrauchten Gerätes bekommen würde, macht die Gothaer deutlich. Hat man es mit einem sparsamen Schadensachbearbeiter zu tun, der den Zeitwert an der unteren Spanne ansetzt, bringt der getürkte Schaden unter Umständen sogar weniger als ein Verkauf bei Ebay oder über den Kleinanzeigenmarkt.

Hausrat deckt nur bestimmte Risiken

Die Hausratversicherung zahlt zwar den Neupreis von beschädigten Dignen, deckt aber üblicherweise nur die Risiken Feuer, Einbruchdiebstahl, Leitungswasser und Vandalismus. Macht der Freund des Hauses das TV-Gerät kaputt, ist dies daher nicht versichert. Die Wohnung zu fluten für ein neues Smartphone-Modell wird auch von betrügerisch veranlagten Menschen als unverhältnismäßig betrachtet. Hinzu kommt, dass die Hausratversicherung anders als die Haftpflichtversicherung wegen grober Fahrlässigkeit Leistungen ganz oder teilweise verweigern kann. Selbst wenn der Betrug nicht auffliegt, geht der Anspruchsteller voraussichtlich leer aus, hat aber einen defekten Fernseher oder ein zerstörtes Smartphone.

Wenn der Betrug auffliegt

Entdeckt der Versicherer den Betrugsversuch, kündigt er den Vertrag. Einen neuen Vertrag bei einer anderen Gesellschaft zu bekommen, ist für Versicherte dann praktisch unmöglich, so die Gothaer. Geht der Fall an die Staatsanwaltschaft, droht eine Anklage und Verurteilung wegen Betruges. Auf Betrug steht eine Höchststrafe von regelmäßig fünf Jahren Haft, in schweren Fällen können bis zu zehn Jahre verhängt werden. (tk)



Kommentare

von Erwin Daffner am 25.07.2018 um 13:15 Uhr
In wie vielen Fällen hat die Gothaer in 2017 Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erhoben und in wie vielen Fällen wurde jemand auch verurteilt?

Warum bekommt ein von der Gothaer gekündigte Versicherungsnehmer anderweitig keinen Versicherungsvertrag mehr? Wird der gekündigte Versicherungsnehmer irgendwo gespeichert? Was ist die Rechtsgrundlage dafür?
Gilt für Versicherungsnehmer die Unschuldsvermutung nicht?


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