Bei Versicherungsthemen orientieren sich junge Erwachsene wieder stärker an ihren Eltern. Dies geht aus einer aktuellen Zielgruppenuntersuchung des Kundenmonitors Assekuranz von Sirius Campus hervor. Demnach nehmen Eltern heute deutlich häufiger Einfluss auf die Finanz- und Versicherungsentscheidungen ihrer erwachsenen Kinder als noch vor sechs Jahren. Diesen Trend bestätigen sowohl die jungen Erwachsenen als auch ihre Eltern. Außerdem kommen Eltern häufig auch für einen erheblichen Teil der Versicherungsbeiträge ihrer erwachsenen Kinder auf. Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld zählen damit nach wie vor zu den wichtigsten Einflussfaktoren bei Versicherungsentscheidungen junger Menschen.
Versicherungs-Starterpakete stoßen auf großes Interesse
Für Versicherer sehen die Experten von Sirius Campus dabei interessante Ansatzpunkte. Speziell auf junge Erwachsene zugeschnittene Versicherungs-Starterpakete sind weiterhin gefragt und haben im Vergleich zu den Untersuchungen 2020 und 2022 sogar noch an Attraktivität zugelegt. Insbesondere Premium-Pakete inklusive Berufsunfähigkeits-, private Unfall- und Cyberrisk-Versicherung wird von den jungen Leuten deutlich häufiger bevorzugt als zuletzt. Zugleich verändert sich mit steigendem Alter der Versicherungsbedarf: Kommt es bei den Jüngeren (18 bis 25 Jahre) zunächst auf klassische Einstiegsversicherungen an wie private Haftpflicht, Kfz oder auch vergleichsweise häufig ein Auslandsreisekrankenschutz, gewinnt später insbesondere die Berufsunfähigkeits-, aber auch die Zahnzusatzversicherung an Relevanz.
Absicherung der Kinder hat Vorrang, viele Familien aber verunsichert
Wie die Umfrage weiter zeigt, befassen sich auch Familien intensiv mit ihrer Absicherung. Für sie steht die Absicherung der Kinder an vorderster Stelle. Sie hat sogar noch höhere Priorität als die Absicherung der Hauptverdiener. Zugleich fühlt sich knapp die Hälfte der Familien bei der richtigen Absicherung verunsichert. Dies gilt insbesondere für junge Familien mit Kindern unter acht Jahren. Entsprechend groß ist zum einen der Wunsch nach Beratung, zum anderen aber auch nach umfassenden Lösungen.
Versicherungspakete stoßen bei Familien auf Interesse
Deshalb genießen unter Familien Absicherungspakete, die die zentralen Versicherungen des Familienalltags bündeln, eine hohe Akzeptanz: 45% würden ein solches Familienversicherungspaket „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“ abschließen. Sollte hierfür ein Anbieterwechsel nötig sein, so würde das aber etwa ein Drittel der zuvor Abschlussbereiten abschrecken – vor allem Familien mit kleinen Kindern. Es bliebe aber noch eine Abschlussbereitschaft von 29%, unter Familien mit Kindern zwischen 8 und 14 Jahren sogar von 40% übrig.
Familien offen für Zusatzleistungen
Neben klassischen Versicherungslösungen stoßen auch Zusatzleistungen auf großes Interesse. Besonders interessant ist für Familien laut Sirius Campus die Möglichkeit, volljährige Kinder nach Abschluss von Schule oder Berufsausbildung weiterhin mitzuversichern, sofern sie noch im Elternhaus leben. Ebenfalls eine hohe Zustimmung finden Erweiterungen der privaten Unfallversicherung sowie Rentenversicherungen mit flexiblen Beitragszeiten. Interesse an solchen Zusatzleistungen haben insbesondere Familien mit Kindern zwischen 8 und 17 Jahren. Dies hat sich gegenüber 2022 tendenziell gesteigert.
Kundenansprache: Junge Leute und ihre Eltern gemeinsam im Blick haben
„Die Ergebnisse zeigen, dass Versicherungsentscheidungen häufig nicht isoliert getroffen werden, sondern im familiären Umfeld entstehen“, erklärt Christoph Müller, Geschäftsführer und Gründer der Sirius Campus GmbH. „Für Versicherer lohnt es sich deshalb, junge Erwachsene und ihre Eltern nicht getrennt zu betrachten, sondern beide Generationen in der Kundenansprache mitzudenken“. (tik)
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