Wie Makler souverän auf ChatGPT-Beratung reagieren können
Ein zentraler Ansatz besteht darin, die Vorarbeit des Kunden positiv aufzugreifen. Statt in eine Rechtfertigung zu gehen, kann der Makler die KI-Beratung als Ausgangspunkt nutzen – beispielsweise:
„Gut, dass Sie sich vorbereitet haben. Lassen Sie uns gemeinsam anschauen, was die KI vorgeschlagen hat und wie das zu Ihrer Situation passt.“ Die Antwort des Maklers kann auch fachlicher ausfallen: „Ich finde es toll, dass Sie sich mit ChatGPT vorbereitet haben. Haben Sie gewusst, dass KI-Antworten auf Wahrscheinlichkeiten und nicht auf Fakten beruhen? Aber kein Problem. Wir ordnen das KI-Ergebnis einmal gemeinsam ein.“
Die neue Rolle des Maklers nach dem KI-Beratungsgespräch
Durch künstliche Intelligenz verändert sich nicht nur das Informationsverhalten der Kunden, sondern auch die Rolle des Maklers. Der Makler wird stärker zum Einordner, Übersetzer und Entscheidungsbegleiter. Der Kunde, der sich vorab mit ChatGPT beschäftigt hat und dennoch den Weg zum Makler sucht, trifft damit bereits eine klare Entscheidung.
Er nutzt KI zur Orientierung, setzt aber weiterhin auf den Makler, wenn es um Vertrauen, Verantwortung und die finale Entscheidung geht. Das bedeutet: KI ersetzt den Makler nicht. Sie filtert vielmehr vor.
Der Kunde kommt informierter ins Gespräch und stellt genau deshalb höhere Anforderungen an Einordnung und Sicherheit. Für Makler entsteht daraus eine große Chance. Denn wer in diesem Moment Orientierung gibt, baut nicht nur Vertrauen auf, sondern positioniert sich als unverzichtbarer Ansprechpartner in einer Welt mit künstlicher Intelligenz.
KI übernimmt keine Haftung
Empfehlungen aus ChatGPT sind unverbindlich. Sie ersetzen keine rechtssichere Beratung. Und ChatGPT und Co. übernehmen keine Haftung für Empfehlungen, die nicht zum Kunden passen.
Genau hier liegt ein klarer Vorteil für Makler. Makler übernehmen Verantwortung für die Empfehlung und begleiten den Kunden auch nach der Entscheidung.
Fazit
Der Satz „ChatGPT hat mir etwas anderes empfohlen“ ist kein Problem. Er ist ein Signal: Ein Signal dafür, dass sich das Informationsverhalten verändert hat. Und ein Signal dafür, dass die Rolle des Maklers wichtiger wird, nicht weniger. Makler, die lernen, KI-Aussagen einzuordnen, statt sie abzulehnen, positionieren sich genau dort, wo sie gebraucht werden: zwischen Information und Entscheidung. Denn der Kunde sucht am Ende Sicherheit.
Lesen Sie auch:
Interessieren Sie sich für weitere Hintergrundartikel aus der Branche? Dann abonnieren Sie das monatliche Fachmagazin AssCompact – kostenfrei für Versicherungs- und Finanzmakler.
Seite 1 Wenn der Kunde sagt: „ChatGPT hat mir etwas anderes empfohlen“
Seite 2 Wie Makler souverän auf ChatGPT-Beratung reagieren können
- Anmelden, um Kommentare verfassen zu können