Nutzungsänderung: Vom Eigenheim zur Vermietung
Wird ein bislang selbst genutztes Haus vermietet oder als Ferienimmobilie genutzt, kann sich das Risiko verändern. Ferienhäuser stehen phasenweise leer und Schäden könnten lange unentdeckt bleiben. Makler sollten Nutzungsänderungen bei den Kunden aktiv abfragen, Themen wie Mietausfall, besondere Obliegenheiten oder erweiterte Haftungsrisiken für vermietende Eigentümer im Blick haben und den Versicherungsschutz entsprechend anpassen.
Vererbte Immobilien und Leerstand: Erhöhtes Risiko
Bei vererbten Immobilien muss oft erst einmal geklärt werden, was damit geschieht. Bis dahin ist die Immobilie unter Umständen unbewohnt. Leerstand stellt einen klaren Risikofaktor dar: Leitungswasserschäden bleiben unentdeckt, Vandalismus oder Einbruchschäden nehmen zu. Viele Versicherungsbedingungen sehen Anzeigepflichten und besondere Obliegenheiten vor. Makler sollten Eigentümer auf regelmäßige Begehungen, Entleerung wasserführender Leitungen und sonstige Sicherungsmaßnahmen hinweisen.
Wohngebäude individuell und nachhaltig absichern
Eine moderne Wohngebäudeversicherung wie die Protect+ der GEV begleitet Modernisierungen, Nutzungsänderungen und besondere Lebensphasen und kalkuliert sie adäquat mit ein. Pauschale Einstufungen nach Baujahr reichen dabei schon längst nicht mehr aus. Entscheidend sind Zustand, technische Ausstattung und tatsächliche Nutzung – kurz: die „inneren Werte“ des Gebäudes. Doch auch die geobasierten Daten spielen eine immer größere Rolle.
Als Spezialversicherer für Immobilien möchte die GEV in Zukunft noch präziser und individueller tarifieren. Perspektivisch könnte dafür jede einzelne Immobilie anhand der Adresse und geobasierter Merkmale genau analysiert werden: Dazu zählen beispielsweise eine Starkregenzonierung, die über klassische Elementarzonen hinausgeht. Immobilien, die älter als 50 Jahre sind, bewerten die Fachkräfte der GEV zusätzlich anhand von Fotos, um den tatsächlichen Zustand realistisch einzuschätzen.
So wird in Zukunft die Prämienberechnung immer passgenauer auf die jeweilige Immobilie zugeschnitten. Flexible Selbstbeteiligungen und differenzierte Prämienmodelle helfen dabei, höhere Risiken finanziell abzufedern und den Wohngebäudeschutz auch unter anspruchsvollen Marktbedingungen bezahlbar zu halten.
Entscheidend bleibt der ganzheitliche Blick: Wer individuelle Risikodifferenzierung, Schadenprävention und passgenauen Versicherungsschutz miteinander verzahnt, schafft nachhaltige Stabilität – für Makler, Eigentümer und Versicherer gleichermaßen.
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Jens van der Wardt
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