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Wohnimmobilien gewinnen in offenen Immobilienfonds an Gewicht
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Wohnimmobilien gewinnen in offenen Immobilienfonds an Gewicht

Wohnimmobilien gelten als einer der Krisengewinner des Jahres. Das zeigen auch aktuelle Zahlen von INTREAL und dem BVI. Demnach hat sich der Anteil von Wohnimmobilien in offenen Immobilienfonds innerhalb eines Jahr nahezu verdoppelt.

Offene Immobilien-Publikumsfonds setzen zunehmend auf Wohnimmobilien. Ihr Anteil in den Fondsportfolios ist in den vergangenen Jahren moderat angestiegen. Zum 30.06.2020 lag er gemessen an der Nettosollmiete bei 2,1%. Ein Jahr zuvor waren es 1,1%, vor zwei Jahren bei 1,0%. Damit hat sich der Anteil innerhalb eines Jahres zwar verdoppelt. Noch bleiben sie aber eine Nische innerhalb der offenen Immobilienfonds. Laut den Zahlen des deutschen Fondsverbands BVI dominieren nach wie vor die Nutzungsarten „Büro/Praxis“ mit einem Anteil von 54% sowie „Handel/Gastronomie“ mit einem Anteil von 25%.

Erst seit 2008 relevant

„Bis zur Finanzkrise 2008 gab es praktisch keine Wohnungen in offenen Immobilien-Publikumsfonds. Seitdem wurden einige wenige auf Wohnimmobilien spezialisierte Produkte aufgelegt“, erläutert Michael Schneider, Geschäftsführer der INTREAL. Zu nennen seien diesbezüglich vor allem der FOKUS WOHNEN DEUTSCHLAND von INDUSTRIA WOHNEN, der UniImmo Wohnen ZBI von Union Investment und der WERTGRUND WohnSelect D von WERTGRUND.

Anteil dürfte deutlich steigen

Auch andere, jüngere Fonds haben laut INTREAL vergleichsweise große Wohnanteile, wie beispielsweise der grundbesitz Fokus Deutschland mit einem Wohnanteil von rund 27% oder der Swiss Life REF (DE) European Real Estate Living and Working mit einem Wohnanteil von 16%. Michael Schneider erwartet, dass der der Wohnanteil in den Fonds künftig deutlich ansteigen wird. „Die Spezialfonds, die den Publikumsfonds in der Regel bei vielen Entwicklungen voraus sind, zeigen wohin die Reise geht: Hier ist der Trend zu mehr Wohnen sehr viel klarer ausgeprägt“, so Schneider. Lag der Wohnanteil 2014 noch bei 6%, waren es 2019 schon 35% – und das während das Nettofondsvermögen aller Spezialfonds Ende sich zur gleichen Zeit mehr als verdoppelt hat.

Corona-Krise als Trendbeschleuniger

Die Corona-Krise dürften die Veränderung des Investitionsverhaltens bei Publikumsfonds beschleunigen. „Wohnimmobilien haben in der Krise erneut ihre Konjunkturunabhängigkeit und Krisenresilienz unter Beweis gestellt. Das ist genau das, was Privatanleger, die Zielgruppe der Publikumsfonds, suchen. Gleichzeitig sind andere Nutzungsarten, in die die Fonds traditionell auch investieren – vor allem Hotel und Non-Food-Einzelhandel – nicht mehr so gefragt“, analysiert Schneider.

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