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20. Januar 2026
Wohninvestmentmarkt: Euphorie wieder verflogen?

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Wohninvestmentmarkt: Euphorie wieder verflogen?

Wohninvestmentmarkt: Euphorie wieder verflogen?

Mieten steigen weiter dynamisch an

Für 2026 erwarten wir eine weitere Stabilisierung des deutschen Wohnimmobilienmarktes. Die Preisdynamik am Mietmarkt wird weiterhin hoch sein, da eine hohe Nachfrage auf ein begrenztes Angebot trifft. Politische Neubau-Stimulierungen wie der von der neuen Bundesregierung eingeführte Bauturbo mit vereinfachten Bauregelungen dürften erst mittelfristig positive Wirkung entfalten. Die zehnjährigen Baufinanzierungszinsen sind im Dezember 2025 auf den höchsten Wert seit zwei Jahren – 3,8% – geklettert. Einige Marktexperten gehen von weiter steigenden Bauzinsen in 2026 aus. Diese Entwicklung dürfte sich weiter dämpfend auf die Neubautätigkeit auswirken, die sich ohnehin auf einem niedrigen Niveau befindet.

Nachhaltigkeit hat keine hohe Priorität

Für Verunsicherung sorgt auch das Thema Nachhaltigkeit: Obwohl die EU mit dem europäischen Gebäudeenergieeffizienz-Richtlinie (EPBD-Novelle) vorschreibt, bis Ende Mai 2026 das Gesetz für die energetische Sanierung des Bestands und die Durchsetzung von Nullemissionsgebäuden als Standard auf nationaler Ebene umzusetzen, herrscht in Deutschland bei der neuen Regierung diesbezüglich noch eine Abwehrhaltung. Das in Deutschland als Heizungsgesetz bekannte Gesetz hat sich zum Zankapfel zwischen den Parteien entwickelt. Dennoch sollte hier zügig eine Einigung erzielt werden. Denn das, was Investoren, Wohnimmobilienbesitzer, Kommunen oder Bauplaner am wenigsten gebrauchen können, ist Unklarheit und geringe Planbarkeit.

Erholung geht langsam voran

Innerhalb des Wohnimmobiliensegments dürften vor allem qualitativ hochwertige Core-Objekte in zentralen Lagen weiterhin am meisten gefragt sein. Diese erfüllen die Sicherheitsorientierung der Investoren am besten. Laut BNP Paribas Real Estate hat im dritten Quartal 2025 das Transaktionsvolumen an den Top-7-Standorten mit 2,4 Mrd. Euro überproportional zugenommen. Jedoch signalisieren die Zunahme großvolumiger bundesweiter Bestandsportfolios und Investments in Value Add-Wohnimmobilien im dritten Quartal eine breitere Markterholung und einen höheren Risikoappetit. Wir gehen davon aus, dass wir im Jahr 2026 am deutschen Wohnimmobilienmarkt die Talsohle zwar durchschritten haben, aber die Erholung weiter verhalten ausfallen wird. Wir befinden uns nicht mehr im Winter, aber der Frühling ist noch zaghaft und anfällig für Frost.

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