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29. September 2026
Wohnwetterkarte: Bedarf geht zurück, doch Mangel bleibt
Wohnwetterkarte: Bedarf geht zurück, doch Mangel bleibt

Wohnwetterkarte: Bedarf geht zurück, doch Mangel bleibt

Der Projektentwickler BPD und das Analysehaus bulwiengesa haben die neue „Wohnwetterkarte“ präsentiert. Die aktuelle Studie untersucht die Wohnungsmärkte in rund 11.000 Städten und Gemeinden und zeigt, wo der Bedarf an Wohnraum und die Bautätigkeit auseinanderdriften.

Zum mittlerweile achten Mal haben der Projekt- und Gebietsentwickler BPD (Bouwfonds Immobilienentwicklung) und das Analyseunternehmen bulwiengesa ihre gemeinsame Wohnwetterkarte zur Situation des Wohnungsmarktes in Deutschland vorgelegt. Die Auswertung für rund 11.000 Städte und Gemeinden hierzulande zeigt, dass der Bedarf an Wohnraum rechnerisch gegenüber den Vorjahren zurückgeht. Zugleich herrscht aber nach wie vor Wohnungsknappheit in vielen Regionen Deutschlands. Laut Studie ist der Rückgang der Bedarfe zu gering, um den über die Jahre entstandenen Wohnraummangel auszugleichen. Zusätzlich würden niedrige Fertigstellungszahlen die Lage verschärfen.

Mit der Wohnwetterkarte werden Wohntrends und deren Veränderungen anhand einer Farbskala ähnlich einer Wetterkarte visualisiert. Je heißer eine Gemeinde, desto größer ist der Wohnraumbedarf bei zu geringer Bautätigkeit. Bei der heißesten Kommune Deutschlands, in der Angebot und Bedarf an Wohnraum am weitesten auseinanderliegen, handelt es sich um Erdweg im Landkreis Dachau.

Sinkender Bedarf aufgrund des demografischen Wandels

Die Wohnwetterkarte 2026 weist einen rechnerischen Wohnungsbedarf von rund 288.000 Wohnungen pro Jahr aus. Als ausschlaggebend für den Rückgang nennen die Experten vor allem die demografische Entwicklung mit sinkenden Geburtenzahlen und geringeren Zuwanderungsprognosen. Doch zugleich wurden im Jahr 2025 bundesweit lediglich rund 203.000 Wohnungen fertiggestellt. Die Kluft zwischen benötigtem und realisiertem Wohnungsbau bleibt also groß und der Rückgang des Bedarfs bringt keine Entspannung auf den Wohnungsmärkten mit sich.

Wohnwetterkarte: Bedarf geht zurück, doch Mangel bleibt

Regionale Unterschiede

Anhand der neuen Wohnwetterkarte lassen sich auch die zunehmenden regionalen Unterschiede ablesen. So konzentriert sich die Nachfrage stärker auf die Metropolregionen und die großen Verkehrsachsen, wohingegen viele ländliche Regionen abkühlen. Demnach ist unter anderem im Schwarzwald, im Raum Ansbach, im Odenwald, in Teilen Ostwestfalens sowie im Sauerland, der Eifel oder dem Bayerischen Wald erstmals wieder eine kühlere Entwicklung als in den Vorjahren zu beobachten. Dafür sorgen insbesondere Bevölkerungsrückgänge.

Rückgang des Bedarfs bedeutet keine Entwarnung

Der rechnerisch sinkende Wohnungsbedarf dürfe laut BPD und bulwiengesa nicht als Signal für einen nachlassenden Handlungsbedarf verstanden werden. In den angespannten Wohnungsmärkten würden weiterhin Wohnungen fehlen, während steigende Baukosten, hohe Zinsen, lange Genehmigungszeiten und eine geringe Neubautätigkeit die Situation zusätzlich verschärfen würden.

„Bezahlbarer Wohnraum ist weit mehr als ein soziales Gut. Er schafft Lebensqualität, stärkt die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen und ist eine zentrale Voraussetzung für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands“, erklärt Alexander Heinzmann, CEO von BPD in Deutschland.

„Der sinkende rechnerische Wohnungsbedarf darf nicht als Entwarnung verstanden werden. Im Gegenteil: Die Kombination aus demografisch rückläufigem Bedarf und einer weiterhin zu geringen Neubautätigkeit löst in den Ballungsräumen kein Wohnungsproblem und verschärft die Schrumpfung des ländlichen Raums“, ergänzt Dr. Christian von Malottki, Leiter Research bei BPD. (tik)

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