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Zwangsversteigerungen von Immobilien: Die Trendwende droht
26. August 2020

Zwangsversteigerungen von Immobilien: Die Trendwende droht

Nach Angaben der Immobilien Investment Akademie (IIA) wird die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland infolge der Corona-Krise zunehmen. Den Experten zufolge stellen sie zudem weiterhin einen interessanten Bereich für Kapitalanleger und Investoren dar.


Nach Angaben der Immobilien Investment Akademie (IIA) wird die Zahl der Zwangsversteigerungen in Deutschland infolge der Corona-Krise zunehmen. Den Experten zufolge stellen sie zudem weiterhin einen interessanten Bereich für Kapitalanleger und Investoren dar.


Zwangsversteigerungen von Immobilien: Die Trendwende droht

Die Corona-Krise macht auch Immobilieneigentümern zu schaffen. Das dürfte sich unter anderem an der Zahl der Zwangsversteigerungen bemerkbar machen. „Nachdem wir in den letzten Jahren eine deutliche Abnahme von Zwangsversteigerungen gesehen haben, zieht der Markt jetzt wieder an. Die Corona-Zeit fordert ihren Tribut“, sagt Jörg Winterlich aus der Geschäftsleitung der IIA.

Drei Teilmärkte

Der Akademie zufolge lässt sich der der Markt für Zwangsversteigerungsverfahren in folgende Drittel aufteilen: Eigentumswohnungen, Wohn- und Geschäftshäuser sowie Gewerbeeinheiten und Ein- und Zweifamilienhäuser. Winterlich: „Die Letzteren fokussieren sich zwar in erster Linie auf den klassischen Eigennutzermarkt, sie sind jedoch auch für Profi-Anleger interessant, die zum Beispiel schwierige Objekte zuerst revitalisieren und sie dann wieder dem normalen Markt zuführen möchten.“

Irrationales Verhalten von Privateigentümern

Der klassische Fall einer Zwangsversteigerung sei der Privateigentümer. „Während es für den normalen Menschen absurd erscheint, ein Unternehmen zu kaufen, das nachhaltig Geld verbrennt, scheint dies beim Thema Immobilie schon fast die Normalität, denn der Anleger rechnet vor allen Dingen mit Vorteilen wie Steuerersparnis oder Entwertung des geschuldeten Kredits“, gibt Michael Wiesendorf, Mitglied der IIA-Geschäftsleitung, diesbezüglich zu bedenken. „Das Ergebnis einer Preissteigerung wird natürlich sehr langfristig über 30 und mehr Jahre fast immer eintreten, entscheidend ist hier jedoch die Frage, ob und wie man die Zeit bis dahin übersteht und ob man es sich leisten kann, seine Immobilie gegebenenfalls finanztechnisch über lange Zeit zu füttern.“

Zuspitzung ab Oktober zu erwarten

Zudem wird es laut der IIA einen deutlichen Peak von Unternehmensinsolvenzen geben, an denen sehr häufig Immobilien hängen, wie beispielsweise Unternehmensimmobilien oder die eigengenutzte Immobilie des Firmeninhabers, die häufig als Sicherheit für Unternehmenskredite haftet. „Es ist sogar zu erwarten, dass hier ab Oktober viele Insolvenzanträge gleichzeitig bzw. in kurzer Zeit aufgrund der Aussetzung zur Insolvenzantragspflicht bis Ende September kommen könnten. An den Unternehmen hängen außerdem Arbeitsplätze, die ebenfalls oft überteuerte Eigenheime der Arbeitnehmer finanzieren. Die Frage ist deshalb, was dort – wenn auch mit Verzögerung – passieren wird, wenn diese Arbeitsplätze nicht mehr da sind“, so Wiesendorf.

Interessant für Investoren und Anleger

„Zwangsversteigerungen waren und sind auch jetzt interessant für Investoren und Anleger. Dennoch ist Wissen und Know-how über die Zwangsversteigerung, das Verfahren und den Ablauf des Zwangsversteigerungstermins der Schlüssel zum wirtschaftlichen Erfolg. Hinter den Kulissen steigen die Zahlen von ´notleidenden´ Immobilienkrediten bereits stetig an“, so Wiesendorf abschließend. Die IIA selbst veranstaltet nicht zuletzt deshalb vom 16. bis 19.09. ein Intensivtraining zu Zwangsversteigerungen. (mh)

Bild: © Stockwerk-Fotodesign – stock.adobe.com




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