Interview mit Fabienne und Enrico Kunz von CK Vorsorge komplett
Hi, Enrico, hi, Fabienne! Enrico, du führst jetzt schon seit ein paar Jahren CK Vorsorge komplett – 2024 warst du damit schon beim JMA im Finale. Was hat sich seitdem getan?
E Es hat sich seit dem Finale 2024 bei uns wirklich einiges getan. Wir durften ein großes Wachstum erleben und ich stehe seither vor der Herausforderung, diesem weiterhin gerecht zu werden. Einerseits ist das natürlich ein absolutes Luxusproblem, andererseits ist es ungewohnt, den Wünschen unserer Kunden nicht immer gerecht werden zu können und manchmal nicht zu wissen, wo man zuerst anpacken soll.
Unsere Philosophie war und ist der Familienbetrieb. Deshalb war es immer unser Wunsch, unser Unternehmen gemeinsam als Familie weiterzuentwickeln. Umso dankbarer bin ich, dass meine Schwester ihre Leidenschaft für die Versicherungsbranche entdeckt hat und wir diesen Weg nun gemeinsam gehen können.
Seit August 2025 war meine Schwester mit einer 50%-Stelle bei uns tätig. Im September 2026 ist sie nun vollständig in unseren Familienbetrieb eingestiegen. Ich freue mich sehr über diese wertvolle Verstärkung und darauf, gemeinsam die Zukunft unseres Unternehmens zu gestalten.
Fabienne, du bist jetzt Vollzeit mit am Start. Wie läuft es bisher und was sind deine Aufgaben?
F Für mich ist aktuell noch alles Neuland. Jeder Tag ist eine neue Erfahrung mit spannenden Einblicken, gerade das macht die Aufgabe aber so spannend.
Ich schaue sehr viel bei unserer langjährigen Mitarbeiterin, die auch meine Patentante ist, über die Schulter und arbeite mit ihr aktuell als Team zusammen. Außerdem ist es für mich eine große Unterstützung, bei dem einen oder anderen Fall von der langjährigen Erfahrung unserer Eltern profitieren zu können. Jeden Tag versuche ich das Maximale mitzunehmen, um besonders schnell meinen Bruder in möglichst vielen Bereichen unterstützen zu können und immer mehr Verantwortung übernehmen zu können.
War für dich von Anfang an klar, dass du im Familienunternehmen mitmischen willst?
F Nach meinem Abitur bin ich anschließend mit meinem dualen Bachelorstudium gestartet und habe dies im September 2024 abgeschlossen. Dass ich irgendwann in das Familienunternehmen mit einsteige, war auf jeden Fall geplant. Ich plante ursprünglich, dass ich vorher noch etwas länger außerhalb Berufserfahrung sammle. Dass es dann doch früher dazu kam, war eher spontan. Im Nachhinein würde ich aber sagen: Es war genau die richtige Entscheidung. Ich freue mich total, dass ich schon jetzt mit an Bord bin und gemeinsam mit meiner Familie unser Unternehmen weiterentwickeln kann.
Enrico: Chef der eigenen Schwester – total easy oder manchmal auch ein bisschen komisch? ;)
E Es ist auf jeden Fall eine Umstellung. Wir haben schnell gemerkt, dass unsere Geschwisterbeziehung dadurch manchmal etwas zu kurz kommt. Früher haben wir morgens auf dem Weg zur Arbeit telefoniert, jeder ist in eine andere Richtung gefahren und hatte ganz unterschiedliche Erlebnisse zu erzählen.
Jetzt haben wir gemeinsame Kunden und Fälle, über die wir uns ständig geschäftlich austauschen. Dadurch bleiben private Gespräche etwas auf der Strecke. Das Lustige ist: Jetzt telefonieren wir auf dem Heimweg und sprechen dann über private Themen, obwohl wir uns eigentlich den ganzen Tag gesehen haben. :)
Ich habe mich selbst übrigens nie in der klassischen Chefrolle gesehen. Das war schon 2019 so, als ich ins Unternehmen eingestiegen bin. Damals war es zum Beispiel ungewohnt, dass meine Patentante plötzlich auch meine Mitarbeiterin war und nicht mehr nur meine Patentante. Da vermischen sich verschiedene Rollen und Ebenen – und das kann manchmal schon etwas „tricky“ sein.
Mir ist ein moderner Führungsstil sehr wichtig. Ich bin Teil der Geschäftsführung, aber ich bin kein Fan von Anweisungen von oben. Ich finde es viel wertvoller, Entscheidungen im Tagesgeschäft gemeinsam zu treffen. Jeder bringt andere Erfahrungen und Sichtweisen mit, und genau das macht uns als Team stärker.
Hand aufs Herz: Gab es auch schon mal Streit?
E Natürlich gibt es auch bei uns mal Meinungsverschiedenheiten oder einen Tag, an dem einer von uns einfach nicht so gut drauf ist, das gehört schließlich dazu. Wir haben, denke ich, eine gute Kommunikationsebene. Wir sind beide überhaupt nicht nachtragend. So bleibt nichts lange zwischen uns stehen und wir finden immer gemeinsam einen Weg.
Auch in anderen Situationen ist es besonders und wir merken gegenseitig meistens sofort, wenn den anderen etwas beschäftigt. Oft reicht schon ein Blick und wir wissen, dass etwas nicht stimmt. Genau das macht unsere Zusammenarbeit als Geschwister aus: Wir können ehrlich miteinander sein, ohne dass etwas lange zwischen uns stehen bleibt.
Fabienne, was ist dein langfristiger Plan? Co-Spitze mit Enrico?
F Ich werde in naher Zukunft auch ein Teil der Geschäftsführung sein. Mein Bruder und ich werden unser Familienunternehmen dann gemeinsam und auf Augenhöhe führen. Da unser Unternehmen kräftig gewachsen ist, sehen wir beide eine Doppelspitze als genau den richtigen Ansatz für die Zukunft.
Viele denken ja auch an den Unternehmensverkauf. Für euch als Familienunternehmen war das nie eine Option?
F Wir haben dieses Jahr 40-jähriges Jubiläum unserer Firma. Das war für uns von Anfang an nie eine Option.
Mein Bruder hatte nach seinem Schulabschluss bereits den Plan, das Familienunternehmen irgendwann mal zu übernehmen. Im Juli 2019 erfolgte dann sein Einstieg. Mit der Zeit hat sich immer mehr abgezeichnet, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen werden. Umso mehr freue ich mich, dass es nun tatsächlich so gekommen ist und wir die nächste Generation unseres Familienbetriebs gemeinsam gestalten dürfen.
Fabienne, was steht konkret als nächster größerer Schritt für dich an – sowohl in Sachen Ausbildung als auch im Unternehmen selbst?
F Mein nächster Schritt wird sein, im Herbst die Qualifikation nach § 34d GewO abzuschließen. Im Unternehmen selbst möchte ich mich schnellstmöglich in alle Abläufe und die Fachgebiete einarbeiten und Schritt für Schritt Verantwortlichkeiten übernehmen. Mir ist wichtig, die bestehenden Werte und die persönliche Kundenbetreuung fortzuführen und gleichzeitig neue Ideen und Impulse einzubringen.
Wie wollt ihr gemeinsam CK Vorsorge voranbringen?
E Für uns ist es besonders wichtig, die über viele Jahre aufgebauten Kundenbeziehungen unserer Eltern weiterzuführen. Das ist etwas sehr Schönes, weil viele unserer Kundinnen und Kunden uns schon seit Jahren kennen und ein großes Vertrauensverhältnis besteht. Man spürt dabei schon einen gewissen „Sohn-/Tochter-Bonus“, weil die Kunden wissen, woher wir kommen und welches Werteverständnis wir mitbringen.
F Die nächste Generation unserer Kunden wurde bereits vor über 15 Jahren meist durch Schülerberufsunfähigkeit gewonnen. So ist der Kontakt nicht verloren gegangen und wir konnten langfristige Kundenbeziehungen über Generationen hinweg aufbauen. Das hat außerdem den großen Vorteil, dass der Altersdurchschnitt unseres Kundenbestands mit etwa 30 Jahren vergleichsweise jung ist. Das schafft eine sehr gute Ausgangsbasis für unsere Zukunft.
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