Interview mit Simon Nörtersheuser, Geschäftsführer und Gründer der Aventus Maklergruppe, Oliver Schön, Gründer der Corporate Pension Partner CPP GmbH, und Björn-Hendrik Robens, Beiratsvorsitzender und Gesellschafter der Aventus Maklergruppe.
Herr Nörtersheuser, welche strategische Rolle spielt die Beteiligung an CPP für die weitere Entwicklung der Aventus Maklergruppe – insbesondere im Mittelstandsmarkt?
Simon Nörtersheuser Die Beteiligung an CPP ist für uns ein konsequenter strategischer Schritt. Unser Anspruch ist es, ein führender Versicherungsmakler für den deutschen Mittelstand zu sein und zwar ganzheitlich. Mittelständische Unternehmen erwarten heute nicht mehr nur Absicherung einzelner Risiken, sondern eine strategische Begleitung über alle relevanten Versicherungs- und Vorsorgethemen hinweg.
Die betriebliche Vorsorge ist dabei eines der anspruchsvollsten Felder. Mit CPP integrieren wir eines der leistungsfähigsten Vorsorgehäuser Deutschlands in unsere Gruppe. Damit schaffen wir innerhalb von Aventus ein eigenständiges, bedeutendes Kompetenzzentrum, das unseren Partnermaklern Zugang zu exzellenter Vorsorgeberatung ermöglicht – ohne eigene Spezialabteilungen aufbauen zu müssen.
Herr Schön, warum kristallisiert sich die betriebliche Vorsorge aus Ihrer Sicht zunehmend als strategische Säule für Versicherungsmakler heraus?
Oliver Schön Betriebliche Vorsorge ist längst kein Zusatzprodukt mehr. Sie ist ein zentrales Instrument für Arbeitgeber, um Mitarbeitende zu gewinnen, zu binden und wirtschaftlich sinnvoll zu vergüten. Gleichzeitig nehmen regulatorische Anforderungen, Haftungsthemen und Verwaltungsaufwand kontinuierlich zu.
Für Versicherungsmakler bedeutet das: Wer den Mittelstand ernsthaft begleiten will, muss Vorsorge professionell beherrschen. Das lässt sich heute nicht mehr „nebenbei“ erledigen.
Und welche Wachstums- und Ertragspotenziale ergeben sich daraus konkret?
OS Betriebliche Vorsorge schafft langfristige Beziehungen. Anders als Einzelverträge ist sie wesentlich komplexer, dauerhaft im Unternehmen verankert und erfordert laufende Begleitung. Das bewirkt außergewöhnlich hohe Kundenbindung – oft auf Geschäftsführungs- oder Inhaberebene.
Hinzu kommt, dass Vorsorgethemen regelmäßig weiteres Geschäft generieren: Geschäftsführerabsicherung, Nachfolge oder Vermögensstrukturierung. Für Makler ist Vorsorge daher ein Türöffner für eine umfassendere Rolle beim Kunden.
Herr Nörtersheuser, welche Lücke im bisherigen Leistungsportfolio der Aventus Gruppe wird durch CPP konkret geschlossen?
SN Viele Makler können einfache Vorsorge anbieten, nur wenige können diese auch in höherer Komplexität dauerhaft qualitativ hochwertig administrieren. CPP schließt genau diese Lücke. CPP verbindet strategische Beratung mit digitaler Verwaltung sowie der laufenden Betreuung von Arbeitgebern und Mitarbeitenden.
Für unsere Partnermakler bedeutet das: Sie bleiben zentraler Ansprechpartner ihrer Kunden und können gleichzeitig Vorsorgelösungen auf einem Niveau anbieten, das eigenständig kaum darstellbar wäre. Dadurch wird echte 360-Grad-Beratung möglich.
Herr Robens, ist der Einstieg bei CPP eher als Kompetenzaufbau zu sehen oder als Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Konsolidierungsumfeld?
Björn-Hendrik Robens Wir wollen führend bei der Beratung des deutschen Mittelstands sein und die fachlich führenden Köpfe der Branche unter unserem Dach vereinen.
Wir glauben, dass unser Familienkapital das stabile Fundament für die strategische Beratung von mittelständischen Unternehmen und für die langfristige Partnerschaft mit unseren Produktpartnern ist.
Mit Oliver Schön haben wir eine der führenden Persönlichkeiten und Taktgeber der Branche für uns gewinnen können. Mit seiner CPP stärken wir sowohl unsere fachliche Tiefe als auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Aventus Maklergruppe insgesamt.
Herr Schön, CPP gilt als einer der letzten großen unabhängigen Vorsorgespezialisten. Was war ausschlaggebend für den Anschluss an die Aventus Maklergruppe?
OS Die entscheidende Frage für mich war: Wer ist der richtige Partner für unsere Kunden und meine Mitarbeiter? Es ging mir also um nichts weniger als den langfristigen Heimathafen und Wachstumspartner für unser Haus.
Von der ersten Stunde unserer Gespräche mit Björn-Hendrik Robens und Simon Nörtersheuser hatte ich das Gefühl, mit langfristigen, echten Partnern zu sprechen. Da ich weiterhin wesentlich beteiligt bin, war es für mich entscheidend, über gemeinsame Qualitätsvorstellungen, die Bedürfnisse unserer Kunden zu sprechen und gemeinsame Pläne für die Zukunft zu entwickeln.
Mit Aventus haben wir einen Partner gefunden, der sowohl Vorsorge als strategisches Feld sieht als auch über ein großes Netz von starken regionalen und unternehmerisch denkenden Maklerhäusern verfügt, mit denen wir gemeinsam viel erreichen können.
Herr Schön, wo sehen Sie die aktuellen Herausforderungen für Unternehmen im Hinblick auf die betriebliche Vorsorge? Was kann CPP in diesem Zusammenhang bieten?
OS Die aktuelle gesellschaftliche und politische Diskussion über Demografie, Gesundheit und Rente zeigt uns deutlich, dass es hier viel Verunsicherung und daraus resultierenden Handlungsbedarf gibt. Arbeitgeber und deren Mitarbeitende brauchen Partner an ihrer Seite, die professionelle Konzepte erstellen und so die Komplexität dieser Themen auflösen.
Die verschiedensten Beratungsleistungen, die wir bei CPP anbieten können, bieten für jeden einen Mehrwert. Wir konzeptionieren mit dem Management unserer Kunden branchenangepasste und bedarfsgerechte Lösungen, unterstützen den Bereich HR /Payroll, um hier eine bAV-freie Zone zu schaffen und sorgen mit unserem Consultant-Team für passgenaue digitale Beratungen der Mitarbeitenden unserer Kunden, die keine Fragen offenlassen.
Welche Rolle wird die betriebliche Vorsorge künftig innerhalb der Aventus Gruppe spielen?
SN Betriebliche Vorsorge wird ein tief verankertes Kompetenzfeld innerhalb der Gruppe. Unser Ziel ist klar: Jeder Aventus-Makler soll seinen Mittelstandskunden Zugang zu exzellenter Vorsorgeberatung bieten können.
Damit schaffen wir ein Leistungsniveau, das am Markt deutlich differenziert und für Wettbewerber zunehmend schwer erreichbar wird.
Wie war die Reaktion in Ihrem Haus auf die Partnerschaft mit Aventus?
OS Meine Mitarbeiter sind der erweiterte Teil meiner Familie. Ich bin sehr stolz auf das, was wir in den letzten Jahren gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern erreicht haben. Deshalb war es entscheidend für mich, wer zu uns und unserer Kultur passt.
Die Eigentümer von Aventus sind ebenfalls Unternehmer wie ich und keine Konsolidierer. Bei Aventus stehen ebenfalls die Mitarbeiter und Kunden im Mittelpunkt. Hier entsteht ein besonderes Unternehmen. Das haben auch meine Mitarbeiter gespürt und freuen sich daher sehr auf die Partnerschaft.
Herr Robens, CPP bleibt unternehmerisch eigenständig und Herr Schön bleibt an Bord. Welche Vorteile bietet dieses Modell?
BHR Zunächst zeigt die Partnerschaft mit Oliver Schön und seinem Team, dass unser Konzept, mit Familienkapital einen deutschlandweit führenden Makler für den deutschen Mittelstand aufzubauen, funktioniert und Top-Unternehmer anspricht. Oliver Schön bleibt zudem nicht nur an Bord, sondern ist auch weiterhin wesentlicher Gesellschafter.
Unternehmerische Partnerschaft und Eigenständigkeit sichern Verantwortung und Qualität. Die Entscheidungen werden weiterhin von den Menschen getroffen, die den Vorsorgemarkt seit Jahren prägen. Die Entscheidung von Oliver Schön zeigt Vertrauen in uns, unsere Philosophie und unsere gemeinsame Stärke.
Zum Abschluss: Welche Anforderungen stellen sich künftig an Makler, die den Mittelstand ganzheitlich begleiten wollen?
BHR Das Umfeld für unternehmerische Kunden der Makler ist viel herausfordernder geworden. Meine Partner, die Familie Goldbeck, und ich sind selbst Unternehmer und wir kennen die Perspektive unserer Kunden gut. Unsere Kunden müssen heute schneller auf Veränderungen und Risiken reagieren und benötigen für diese komplexen Fragestellungen einen Partner, der mit Kompetenz und Langfristigkeit berät.
Wir bieten mit der Aventus Gruppe beides: tiefgreifende Lösungskompetenz und Langfristigkeit mit unserem zu 100% in Familienhand befindlichen Unternehmen. Damit haben wir die ideale Basis, um gemeinsam mit anspruchsvollen Maklerunternehmen und unternehmerischen Maklern ein besonderes Unternehmen aufzubauen, bei dem der Kunde und das Team großgeschrieben werden.
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