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2. November 2026
„Baufinanzierung muss heute individueller geprüft werden“

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„Baufinanzierung muss heute individueller geprüft werden“

„Baufinanzierung muss heute individueller geprüft werden“

Was bedeutet das derzeitige Marktumfeld für die Beratung rund um Immobilienfinanzierung?

Die Beratung wird wichtiger, nicht weniger wichtig. Verbraucher:innen können sich heute sehr gut vorinformieren; die Beratung hat den Auftrag, die Informationen individuell einzuordnen und langfristig tragfähige Szenarien zu entwickeln, je nach Lebenssituation. Letztlich bleiben jeder Kunde und jedes Objekt einzigartig.

Mit Ihrer Plattform treiben Sie seit Jahren die Digitalisierung im Bereich der Baufinanzierung voran. Wie weit ist die Branche heute tatsächlich von einem durchgängigen digitalen Finanzierungsprozess entfernt?

Wir sind näher an einem durchgängigen digitalen Prozess, als häufig behauptet wird. Allerdings laufen bislang oft nur einzelne Prozessbausteine automatisiert. Danach entstehen Medienbrüche, etwa bei Unterlagen, Rückfragen oder Auszahlung. Die entscheidende Aufgabe ist, alle Phasen belastbar miteinander zu verbinden. Ein digitaler Teilprozess ist noch kein digitales Nutzererlebnis. Informationen müssen medienbruchfrei durch den gesamten Prozess geführt und die jeweils nächsten Schritte vorbereitet werden.

Welche Rolle spielt die Geschwindigkeit einer Finanzierungszusage heute im Immobiliengeschäft – und wo ist Geschwindigkeit weniger wichtig als Verlässlichkeit und Planungssicherheit?

In Ballungsräumen ist Geschwindigkeit wichtig, weil viele Interessent:innen um wenige Immobilien konkurrieren. Allerdings geht es nicht darum, jede Baufinanzierung innerhalb von 30 Minuten abzuschließen. Entscheidend ist, dass die Prozessschritte zuverlässig ineinandergreifen – von der Beratung über die Unterlagenprüfung bis zur Auszahlung. Eine schnelle Kreditentscheidung hilft wenig, wenn danach Unterlagen fehlen, die Auszahlung stockt oder herauskommt, dass die Finanzierungsangaben nicht zu den Dokumenten passen.

Wir raten Verbraucher:innen deshalb: erst beraten lassen, dann die Immobilie suchen. Wer mit einer Finanzierungszusage in der Tasche zur Besichtigung kommt und sein Traumhaus findet, ist vom Zuschlag meist nicht weit entfernt. Ein Gewinn für alle im Prozess, von Makler:in bis Bank.

Sie setzen auf Plattformökonomie und sprechen von Plattformen als künftigem „Betriebssystem“ des Marktes. Was heißt das konkret?

Plattformen werden zum Hygienefaktor, denn ohne KI wird es nicht mehr gehen, oder im Vergleich eben nur sehr langsam. Unsere Branche braucht Systeme, die agentisch arbeiten, also Daten eigenständig verarbeiten und weitergeben, und dabei regulatorisch und datenschutzrechtlich sicher sind. Das schafft Effizienz und Wachstum für Vertriebe und Produktgeber, Verbrauchende profitieren von Transparenz und Verlässlichkeit.

Sie haben künstliche Intelligenz gerade angesprochen. Wo schafft die neue Technologie bereits messbaren Mehrwert und wo sehen Sie die größten Potenziale?

Für Verbraucher schafft KI schon heute einen großen Mehrwert: Sie können sich unabhängig von Terminen informieren und Zinsszenarien verstehen. Für Beratende liegt der Nutzen in Aufgaben wie Unterlagensortierung, Terminierung und der Vorbereitung von Finanzierungsvorschlägen. Je nach Nutzung sind Zeitersparnisse von etwa 5 bis 30% möglich, je nachdem, wie viel Arbeit ich den Agenten überlassen möchte. Im Bereich der Standardprozesse liegt meines Erachtens das größte Potenzial.