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5. Februar 2026
„Man darf die Nachfolge nicht unterschätzen“

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„Man darf die Nachfolge nicht unterschätzen“

„Man darf die Nachfolge nicht unterschätzen“

Nach vielen erfolgreichen Jahren haben Anton und Renate Dschida ihre MIDEMA-Gruppe an die Aventus Gruppe übergeben. Im Interview berichten sie, warum es mehrere Anläufe brauchte und warum das Loslassen am Ende leichter fiel als gedacht.

Interview mit Anton und Renate Dschida, ehemalige Inhaber der MIDEMA Versicherungsservice GmbH, mit Unterstützung von Andreas Grimm, Geschäftsführer beim Resultate Institut.
Herr Dschida, wofür steht die MIDEMA-Gruppe – und was sind ihre zentralen Leistungen?

Anton Dschida Wir sind Makler und Assekuradeur. Beide Unternehmen sind auf gewerbliche Risiken spezialisiert, insbesondere auf das Bau- und Baunebengewerbe. Der Assekuradeur vertreibt seine Produkte über freie Makler. Diese Partner greifen auf unsere speziellen Deckungskonzepte zurück und nutzen sie in ihren eigenen Kundenbeständen.

Wir arbeiten seit vielen Jahren mit unseren Produktgebern zusammen und genießen dort ein hohes Vertrauen – das zeigt sich auch in den Zeichnungsvollmachten, die wir haben. Dieses Vertrauen haben wir uns über viele Jahre erarbeitet. Es ist die Grundlage dafür, dass unsere Partner und Kunden wissen: Wenn MIDEMA draufsteht, ist Verlässlichkeit drin.

Wann kam bei Ihnen der Gedanke, sich mit Ihrer eigenen Nachfolge zu beschäftigen?

AD Der Gedanke war schon lange da. Ursprünglich war eine interne Lösung vorgesehen, die aus verschiedenen Gründen nicht zustande kam.

Danach wollte ich einen angestellten Manager aufbauen. Das hat allerdings nicht funktioniert. Da waren die Vorstellungen von Verantwortung, Führung und Einsatz einfach zu unterschiedlich. Wir haben dann die Reißleine gezogen. Danach war mir klar: Das Unternehmen ist zu groß und zu komplex, um so etwas allein ohne Unterstützung stemmen zu wollen.

Frau Dschida, wie haben Sie die Entwicklungen kommen sehen?

Renate Dschida Ich habe gemerkt, dass meinen Mann manche Dinge stärker und länger beschäftigt haben als früher. Wenn man das sieht, weiß man: Es ist Zeit, etwas zu verändern. Ich habe ihn ermutigt, das Thema Nachfolge ernsthaft anzugehen – nicht, um zwingend aufzuhören, sondern um ihn zu entlasten und für die Firma eine langfristige Lösung zu finden.

Was war Ihnen besonders wichtig, als Sie beschlossen haben, die Nachfolge aktiv anzugehen?

AD Ich wollte etwas hinterlassen, was Bestand hat. An der MIDEMA hängt Herzblut. Kein Schnellschuss, sondern eine Lösung, die das Unternehmen trägt. Und natürlich sollte der Standort in Minden erhalten bleiben. Das sind wir auch unseren langjährigen Mitarbeitern schuldig gewesen! Außerdem freut uns, dass das Unternehmen unsere Immobilie weiter nutzt.

Auffällig war, wie unterschiedlich Interessenten auftreten. Manche bringen große Namen mit, aber erstaunlich wenig Verständnis für die Branche oder für unser Geschäftsmodell. Viele wollen einfache Antworten auf komplexe Dinge. Aber wer sich wirklich abheben will, muss sich auch mit der Sache in der nötigen Tiefe beschäftigen.

Wie sind Sie dann konkret vorgegangen?

AD Ich habe mir professionelle Unterstützung geholt. Das Resultate Institut hat uns durch den gesamten Prozess geführt. Ohne so jemanden verliert man schnell den Überblick, gerade wenn man emotional beteiligt ist oder mit unerwartetem Verhalten von Interessenten konfrontiert wird.

RD Wichtig war auch Diskretion. Es durfte nichts nach außen dringen – wir wollten niemanden beunruhigen oder verunsichern. Wir mussten zahlreiche Unterlagen vorbereiten, prüfen und aktuell halten. Unsere Steuerberaterin hatte damit die meiste Arbeit. Am Ende kam einiges an Daten zusammen.

 
Ein Interview von und mit
Andreas W. Grimm
Renate Dschida
Anton Dschida