AssCompact suche
Home
Assekuranz
6. April 2026
„Unser Fokus auf Apotheken und Heilberufe stärkt Qualität“
„Unser Fokus auf Apotheken und Heilberufe stärkt Qualität“

„Unser Fokus auf Apotheken und Heilberufe stärkt Qualität“

PharmAssec feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Der auf Apotheken und Heilberufe spezialisierte Assekuradeur hat sich zum etablierten Spezialanbieter entwickelt. Beate Bachthaler spricht über prägende Meilensteine und den wachsenden Anforderungen an spezialisierte Makler.

Interview mit Beate Bachthaler, Geschäftsführerin der PharmAssec GmbH
Der Assekuradeur PharmAssec feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Was waren die entscheidenden Meilensteine und wie hat sich das Unternehmen in dieser Zeit weiterentwickelt?

Von Beginn an stand eine klare Idee im Mittelpunkt: ein haftungsarmes, transparentes All-Risk-Konzept speziell für Apotheken zu entwickeln – konsequent aus Maklersicht gedacht. Ein zentraler Meilenstein war deshalb die Abkehr von klassischen Summenermittlungen. Wir kalkulieren bis heute ausschließlich nach der Anzahl der Mitarbeiter und hinterlegen eine pauschale, sehr hoch angesetzte Versicherungssumme. Das reduziert Beratungsfehlerquellen erheblich. Ein weiterer prägender Schritt war unsere konsequente Weiterentwicklung der Bedingungen – immer auf Basis realer Schadenfälle. Wir haben aus der Praxis gelernt und unseren Versicherungsschutz laufend angepasst, etwa durch Einschluss von Retaxationen; das sind nachträgliche Kürzungen oder Rückforderungen der Krankenkasse gegenüber der Apotheke, wenn ein Rezept oder die Abrechnung nicht den geltenden Vorschriften entspricht oder – hochaktuell – Rezeptfälschungen.

Technologisch waren wir früh Vorreiter: Bereits vor über 20 Jahren hatten wir ein eigenes Intranet/Maklerportal. Heute arbeiten wir mit einer individuell programmierten, hochleistungsfähigen IT, die schnelle Policierung und Schadenbearbeitung ermöglicht.

Assekuradeure genießen aktuell ein Momentum im Maklermarkt. Was sind aus Ihrer Sicht die Gründe dafür?

Die Risiken werden komplexer, spitzer und dynamischer. Standardprodukte stoßen hier schnell an Grenzen. Assekuradeure können sehr fokussiert entwickeln, schnell reagieren und Bedingungen flexibel anpassen.

Makler suchen heute nach Lösungen, die fachlich tief gehen und gleichzeitig Beratungssicherheit bieten. Genau hier liegt die Stärke spezialisierter Assekuradeure: Sie verbinden Underwriting-Kompetenz, Branchen-Know-how und Produktgestaltung in einer Hand.

Die Fokussierung auf Apotheken und Heilberufe war von Beginn an ein zentrales Element. Was waren die Beweggründe, diese Nische von Anfang an so konsequent zu besetzen?

Spezialisierung schafft Qualität. Apotheken sind hochregulierte, wirtschaftlich komplexe Betriebe mit sehr spezifischen Risiken und eigenen Abläufen, die sich mit anderen Gewerbebetrieben nicht vergleichen lassen. Wer hier wirklich guten Versicherungsschutz bieten will, muss die Branche im Detail verstehen.

Unser Ansatz war nie, möglichst viele Zielgruppen zu bedienen, sondern eine sehr klar definierte Zielgruppe exzellent abzusichern – mit einem Konzept, das für Makler haftungssicher und für Kunden umfassend ist.

PharmAssec legt besonderen Wert auf persönlichen Service. Wie haben Sie diesen Service im Laufe der Jahre konkret weiterentwickelt und welche Rolle spielt die Digitalisierung dabei?

Persönlicher Service bedeutet für uns: Top-Erreichbarkeit, qualifizierte Ansprechpartner und individuelle Lösungen. Wir sind täglich neun Stunden persönlich erreichbar – ohne KI-Chatbots, keine telefonischen Sprachdialogsysteme oder anonyme Service-Hotlines.

Im Schadenfall arbeiten wir bewusst nicht mit standardisierten Fragebögen, sondern stellen gezielte, individuelle Fragen. Das beschleunigt Prozesse und reduziert Reibungsverluste.

Digitalisierung verstehen wir als Effizienztreiber im Hintergrund. Unsere eigens entwickelte IT ermöglicht schnelle Policierung, klare Prozesse und zügige Schadenbearbeitung.

Neben Apotheken liegt der Fokus mittlerweile auch auf Haus- und Zahnärzten. Was war der ausschlaggebende Grund dafür?

Wir haben festgestellt, dass viele Risikostrukturen vergleichbar sind: hohe regulatorische Anforderungen, sensible Daten, wirtschaftlicher Druck und steigende Haftungsrisiken. Mit DentAssec und VitAssec übertragen wir unsere bewährte Produktphilosophie – All-Risk, pauschale hohe Summen, haftungsarme Konzeption – auf weitere Heilberufe.

Der Wechsel des Risikoträgers war ein bedeutender Schritt für PharmAssec. Was waren die Beweggründe?

Ein All-Risk-Konzept kann nur langfristig funktionieren, wenn der Risikoträger die Philosophie voll mitträgt. Unser Anspruch ist Transparenz, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit.

Mit der Württembergischen haben wir einen Partner gefunden, der diese Werte teilt und strategisch langfristig denkt.

Was macht für Sie den Erfolg in den langjährigen Beziehungen zu Ihren Kunden und den Partnerschaften mit Maklern und Pools aus?

Vertrauen entsteht durch Berechenbarkeit. Unsere Makler wissen, wofür wir stehen – und dass wir unsere Konzepte nicht kurzfristig verändern. Wir kennen den Apothekenmarkt, bspw. lesen wir tagtäglich die Apothekerpresse und sind hervorragend mit Branchenkennern vernetzt.

In all den Jahren wurden Bedingungen nie verschlechtert, sondern laufend verbessert. Eine Verbesserung gilt immer sofort für den ganzen Bestand – für die Makler entfällt das Vergleichen von Umstellungsangeboten, sie können sich auf laufend aktuelle Bedingungen verlassen.

Ich erinnere an die hohe Dynamik der Tätigkeiten von Apotheken während der Corona-Zeit. Hier haben wir teilweise wöchentlich unsere Bedingungen angepasst und sehr von den kurzen Dienstwegen und der lösungsorientierten Herangehensweise der Württembergischen profitiert.

Welche neuen Risiken sehen Sie bei der Absicherung von Apotheken und Heilberufen?

Die Risiken sind vielfältiger geworden: Retaxationen, Rezeptfälschungen, Cyberrisiken, Lieferengpässe, steigende regulatorische Anforderungen.

Insbesondere organisierte Rezeptfälschungen, aber auch steigende Einbruchzahlen bei Apotheken mit Medizinalcannabis stellen aktuell eine erhebliche wirtschaftliche Bedrohung für Apotheken dar.

Die Geschwindigkeit der Veränderungen hat deutlich zugenommen – das erfordert spezialisierte Konzepte und kurze Reaktionszeiten. Das können wir leisten.

Wie beurteilen Sie die Anforderungen an spezialisierte Makler in der Gesundheitsbranche?

Die Beratung wird anspruchsvoller. Makler müssen regulatorische Entwicklungen, wirtschaftliche Rahmenbedingungen und branchenspezifische Risiken verstehen.

Gleichzeitig wächst die Haftungsverantwortung. Deshalb ist entscheidend, mit klar strukturierten, transparenten Konzepten zu arbeiten, die Beratungsfehlerquellen minimieren.

Sie blicken auf 25 Jahre Unternehmertum zurück: Welche Erfahrungen und Lernkurven haben Sie auf diesem Weg gemacht, und welche Tipps würden Sie jungen Vermittlern heute mit auf den Weg geben?

Die wichtigste Lernkurve war: Schadenfälle sind Lehrmeister. Wir haben nie versucht, Probleme zu relativieren, sondern sie genutzt, um unsere Bedingungen zu verbessern. Wir konnten vor allem immer schon schnell reagieren, hier sind wir den großen Einheiten am Markt voraus. Zweitens: Kontinuität schlägt kurzfristige Opportunität. Nachhaltiger Erfolg entsteht, wenn alle Beteiligten profitieren – auch der Versicherer.

Mein Rat an junge Vermittler lautet: Spezialisieren Sie sich, arbeiten Sie tief statt breit, und setzen Sie auf langfristige Partnerschaften. Für die Kunden da zu sein, Erreichbarkeit garantieren, das ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Lesen Sie auch: Vertriebserfolg ist kein Zufall

Interessieren Sie sich für weitere Hintergrundartikel aus der Branche? Dann abonnieren Sie das monatliche Fachmagazin AssCompact – kostenfrei für Versicherungs- und Finanzmakler.