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22. Januar 2026
Trump, Grönland, Zölle – und was ist an der Börse los?
Trump, Grönland, Zölle – und was ist an der Börse los?

Trump, Grönland, Zölle – und was ist an der Börse los?

US-Präsident Donald Trumps Aussagen zu Grönland und möglichen Zöllen lassen die Börsen nicht kalt. Was ist der aktuelle Stand und wohin geht es noch? Oder noch wichtiger: Sollte man dem überhaupt große Beachtung schenken?

Donald Trump, seines Zeichens US-Präsident, sorgt an den Märkten für Furore. Man könnte auch sagen: „Und täglich grüßt das Murmeltier“, auch wenn Trump in seinen Reden weniger murmelt als cholerisch schwadroniert.

Und dennoch: Die Auswirkungen von Aussagen des mächtigsten politischen Mannes der Welt lassen sich auch an der Börse nicht verleugnen. Seit einigen Wochen nun äußert Trump sich recht habgierig beim Thema Grönland – wenn er es nicht gerade mit Island verwechselt. Welche Auswirkungen haben diese Bemerkungen auf die Märkte und wie sehr sollte man darauf eigentlich Wert legen?

Märkte reagieren auf Grönland-Konflikt

Im Großen und Ganzen reagierten die Märkte in den letzten Wochen zunächst nicht so empfindlich auf Trumps Anstalten, Grönland aufzukaufen – erinnert etwas an das vergangene Jahr, als durch sämtliche geopolitische Konflikte die Börse gar nicht so stark aufgeschüttelt wurde. Zumindest nicht längerfristig. Doch dann kam das böse Wort mit Z ins Spiel: „Zölle“. Zum 01.02.2026 plante der US-Präsident, Handelszölle für mehrere europäische Staaten, u. a. auch Deutschland, einzuführen. 10% war die Marke, die im Raum stand.

Und dann folgte eben die Unsicherheit am Kapitalmarkt – wie auch schon im April letzten Jahres. Der S&P 500 musste zurückstecken, weil man einen richtigen Handelskonflikt fürchtete. Und auch der Dax wackelte etwas, war er vor etwa 1,5 Wochen noch auf einem neuen Allzeithoch von über 25.500 Punkten unterwegs. Nach der Ankündigung der Zölle fiel er um rund 1.000 Punkte nach unten.

Aber nicht alle Dinge, die Trump von sich gibt, werden so heiß gegessen, wie sie gekocht werden (zum Glück). Denn auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos leitete der US-Präsident die Wende ein. Nach einem sehr produktiven Gespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte soll es nun nämlich einen Grönland-Deal geben, mit dem sich Trump sehr zufrieden zeigt, so jedenfalls ein Post auf seiner Social-Media-Plattform „Truth Social“. Dementsprechend zog Trump auch bei den Handelszöllen für die EU-Staaten den Stecker. Und siehe da: Die Märkte erholten sich im Laufe des Donnerstags gehörig. Der Dax rückte zum Donnerstagnachmittag wieder nach oben auf 24.800 und auch der EuroStoxx50 gewann nach jüngsten Verlusten wieder rund 1,6%.

Was bedeutet das für Anleger?

Zusammengefasst: Die Welt befindet sich geopolitisch in einer sehr spitzen Lage, bei der auch der Anleger nicht viel Macht hat, sondern eigentlich nur warten muss, was denn passieren wird. Bei all der Hysterie, die sich zwangsläufig in den Newsfeed schleicht, sollte man allerdings zum Thema Aktienindizes auch Folgendes beachten: Wenn es heißt, dass der Dax aufgrund von politisch hervorgerufener Marktunsicherheit gesunken ist, dann klingt das im ersten Moment sehr negativ. Schaut man sich jedoch den Kursverlauf an, so lag der Dax unmittelbar vor der Ankündigung, dass die Zölle zum 01.02.2026 nicht kommen werden, immer noch etwas höher als der Wert, den er vor Weihnachten hatte (24.340 am 23.12.2025).

Als Anleger sollte man also vor allem eines: Ruhe bewahren und die „Großen“ machen lassen.