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2. März 2026
Die sieben größten Fehler bei Automationen im Maklerbetrieb
Die sieben größten Fehler bei Automationen im Maklerbetrieb

Die sieben größten Fehler bei Automationen im Maklerbetrieb

Steffen Ritter ist Geschäftsführer des Instituts Ritter. Außerdem ist er Autor, Trainer, Redner und Mitinitiator des Jungmakler Awards. Für AssCompact gibt er Maklern in seiner monatlich erscheinenden Kolumne praktische Tipps, um besondere und alltägliche Herausforderungen zu meistern.

Einer der wichtigsten Entwicklungstreiber von Maklern ist heute das Automatisieren von Abläufen. Immer häufiger ist dieses Thema Teil unserer Beratungen und Trainings. In der heutigen Kolumne einmal die größten Fehler auf dem Weg, hier wirksam voranzukommen.

1. Tools einsetzen, bevor der Prozess klar ist

Der häufigste Fehler passiert ganz am Anfang. Es werden Terminbuchung, CRM oder Automationen eingeführt, ohne dass der zugrunde liegende Ablauf sauber definiert ist. Wie kommt ein Interessent ins System? Wann wird er kontaktiert? Was passiert nach der Beratung, nach dem Abschluss, im Service?

Ohne diese Klarheit automatisiert man keinen Prozess – man automatisiert Unsicherheit. Erst wenn der Ablauf steht, entfaltet Technik ihren Nutzen.

2. Automation auf Akquise reduzieren

Viele Makler automatisieren nur den vorderen Teil ihres Geschäfts: Lead, Termin, Nachfassaktion. Beratung, Service und Bestand bleiben manuell. Unternehmerisch ist das ein teurer Fehler.

Gerade in Service-, Bestands- und Wiedervorlageprozessen liegt ein großer Hebel. Regelmäßige Anlässe, klare Abläufe, verlässliche Kommunikation werden sichergestellt. Wer hier automatisiert, entwickelt die eigenen Kunden und schafft echte Entlastung – nicht nur kurzfristige Terminfülle.

3. Mit einem einzigen Tool alles abbilden wollen

Ein besonders verbreiteter Irrtum: Ein Tool soll bitte CRM, Terminierung, Kampagnen, Service, Dokumentation und Kommunikation gleichzeitig lösen. In der Praxis führt das zu Kompromissen, Frust und ungenutzten Funktionen.

Erfolgreiche Betriebe setzen bewusst auf Spezial-Tools, die jeweils einen klaren Mehrwert liefern – und verbinden diese über saubere Schnittstellen. Nicht ein Alleskönner entscheidet, sondern eine gut integrierte Systemlandschaft, die Prozesse zuverlässig trägt.

4. Die Kundensicht nicht mitdenken

Intern mag ein Ablauf logisch erscheinen – für Kunden wirkt er oft zerstückelt. Mehrere Kanäle, doppelte Fragen, unklare Zuständigkeiten. Je klarer, einfacher und verlässlicher das eigene Vorgehen ist, umso besser.

5. Mitarbeiter nicht einbinden

Automation scheitert selten an Technik – sie scheitert an fehlender Akzeptanz. Wenn Abläufe „verordnet“ werden, entstehen Umgehungslösungen statt Entlastung.

Unternehmerisch sinnvoll ist, Mitarbeiter früh einzubeziehen, Prozesse gemeinsam zu entwickeln und klarzumachen: Automation nimmt Arbeit ab, sie nimmt niemandem den Wert.

6. Alles automatisieren wollen

Nicht jeder Schritt gehört automatisiert. Beratung, individuelle Entscheidungen und Beziehung bleiben Kern der Vermittlerarbeit. Automation soll Freiraum schaffen, nicht Kundennähe ersetzen.

7. Ohne klares Zielbild automatisieren

Viele Betriebe automatisieren punktuell, ohne zu wissen, wie der Maklerbetrieb in zwei oder drei Jahren aussehen soll. Welche Rolle habe ich selbst? Was macht mein Team? Welche Prozesse laufen standardisiert im Hintergrund?

Ohne Zielbild bleibt Automation Stückwerk. Mit Zielbild wird sie zum strategischen Werkzeug und schafft Wachstum, das ohne Automation unvorstellbar ist. Nicht mehr arbeiten. Sondern besser.

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