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17. März 2026
KPI statt Bauchgefühl: Warum Fachkräftesicherung messbar sein muss

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KPI statt Bauchgefühl: Warum Fachkräftesicherung messbar sein muss

KPI statt Bauchgefühl: Warum Fachkräftesicherung messbar sein muss

Gut ausgebildetes Personal kommt und bleibt nicht, weil es einen Obstkorb gibt. Den entscheidenden Unterschied machen die Betriebe, die ihre Belegschaft kennen, richtig einsetzen, ihr Struktur und Perspektiven bieten. Welche Kennzahlen bzw. Key Performance Indicators (KPI) machen das sichtbar?

Ein Artikel von Toygar Cinar, Experte im Bereich HR bei RHEINWEST HR Solutions

Der Fachkräftemangel im Maklerbetrieb wird gerne externalisiert. Der Markt sei leer. Die junge Generation anspruchsvoll. Die Regulierung erdrückend. Die Demografie gnaden­los. All das ist nicht falsch.

Aber es sind bequeme Ausreden. Diese Erklärungen entlasten zwar das eigene Unternehmen, lösen aber nie die Ursachen. Sie verschieben Verantwortung nach außen dorthin, wo man nichts verändern kann. Viele Maklerbetriebe verlieren Fachkräfte nicht an den Markt, sondern gegen die eigene Organisation.

Die Illusion vom leeren Markt

Der Markt ist angespannt, ja. Aber er ist nicht leer. Fachkräfte wechseln. Sie entscheiden sich bewusst für oder gegen ein Unternehmen. Sie tun das nicht primär wegen eines Benefits, eines Obstkorbs oder eines weiteren Home-Office-Tages. Sie entscheiden sich, weil sie spüren, ob ein Unternehmen steuerbar, entwicklungsfähig und zukunftsfähig ist. Fachkräftemangel ist deshalb in vielen Fällen kein Marktproblem. Er ist ein Steuerungs­problem.

Warum gute Absichten keine Fachkräfte halten

Viele Maklerbetriebe investieren ehrlich und gut gemeint in Fachkräfte­sicherung. Neue Benefits, flexible Arbeitszeiten, zusätzliche Urlaubstage und Gesundheitsangebote finden sich bei fast allen Marktteilnehmern. Das Problem liegt nicht in den Maßnahmen. Es liegt in der Reihenfolge. Denn Maßnahmen werden häufig eingeführt, bevor klar ist,

  • wo Fachkräfte tatsächlich überlastet sind,
  • welche Rollen kritisch unter­besetzt sind,
  • wo Wissen konzentriert und nicht abgesichert ist,
  • welche Mitarbeitenden bereits innerlich gekündigt haben.

Benefits ohne Diagnose sind kein Zeichen von Wertschätzung. Sie sind ein Zeichen fehlender Führung.

Fachkräftesicherung ist keine Kulturfrage, sie ist eine Managementdisziplin

Fachkräftesicherung wird oft als weiches Thema diskutiert. Als Kulturprojekt. Als HR-Initiative. Als kommunikative Aufgabe. In Wahrheit ist sie eine unternehmerische Kernfrage. Denn Fachkräfte entscheiden über:

  • Ertrag und Wachstum
  • Bestandsqualität und Kundenbindung
  • Nachfolgefähigkeit
  • Unternehmenswert

Wer Fachkräfte nicht steuert, steuert sein Unternehmen nicht.

Status quo statt Wunschbild

Die entscheidende Frage lautet nicht: Was könnten wir unseren Mitarbeitenden noch anbieten? Sie lautet: Was hält unser Unternehmen heute aus?

Ich gebe zu, dass diese Frage sehr unangenehm ist. Deshalb wird sie auch so selten gestellt. Vier Analyse­felder sind dabei entscheidend.

1. Verfügbarkeit: Die stille Abhängigkeit

In vielen Maklerbetrieben sind Schlüsselrollen einfach besetzt. Alle hoffen, dass es so bleibt. Aber Hoffnung ist keine Strategie.

  • Wie viele Kunden hängen an einer einzelnen Person?
  • Wie alt sind die Leistungsträger in kritischen Funktionen?
  • Wie lange dauert es realistisch, Ersatz zu finden und einzu­arbeiten?

Einfach besetzte Schlüsselrollen sind kein Normalzustand. Sie sind ein unternehmerisches Risiko.

2. Bindung: Fluktuation ist nicht gleich Fluktuation

Fluktuation wird häufig pauschal betrachtet. Das ist gefährlich. Denn nicht jede Kündigung ist gleich problematisch. Der Verlust eines Leistungsträgers ist wirtschaftlich und kulturell etwas völlig anderes als der Abgang einer leicht ersetzbaren Rolle. Entscheidend ist:

  • Wer geht?
  • Wann geht die Person?
  • Aus welchen Gründen?

Kündigungen nach zwei bis drei Jahren sind selten Zufall. Sie sind fast immer strukturell bedingt.

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Ein Artikel von
Toygar Cinar