Aktuell hat sich die Stimmung in der deutschen Immobilienwirtschaft spürbar eingetrübt. Dies zeigt der aktuelle ZIA-IW-Immobilienstimmungsindex (ISI) für das erste Quartal 2026. „Das wackelige Fundament der immobilienwirtschaftlichen Erholung wird durch geopolitische Krisen und steigende Energiepreise erneut gebremst. Weitere Vorschläge zur Verschärfung von Mietpreisregulierungen kommen zur Unzeit“, erklärt Iris Schöberl, Präsidentin des Spitzenverbands der Immobilienwirtschaft Zentrale Immobilien Ausschuss e.V. (ZIA). Der Immobilienstimmungsindex wird seit 2020 vom Institut der deutschen Wirtschaft IW in Kooperation mit dem ZIA erstellt.
Erwartungen sinken
Die Bewertung der aktuellen Geschäftslage erhöht sich leicht um 1,7 Punkte auf 14,5. Die Erwartungen hingegen verringern sich deutlicher um 3,7 Punkte auf 16,4. Das Gesamtklima verschlechtert sich um 1,0 Punkte gegenüber dem vierten Quartal 2025 und liegt nun fast zehn Punkte unter dem Wert des Sommers 2025.
Nur im Bürosegment hellt sich die Stimmung auf
Laut ZIA bleibt der Büromarkt robust, von den aktuellen geopolitischen und wirtschaftlichen Herausforderungen sind aber vor allem Wohnimmobilien und Projektentwicklung stark betroffen. Die Immobilienwirtschaft zeigt sich vorsichtig und zurückhaltend in ihren Erwartungen für die kommenden Quartale. Im Detail hellt sich im Bürosegment die Stimmung als einzigem Bereich spürbar auf: Sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen verbessern sich, getragen von einem stabilen Dienstleistungssektor und der Rückkehr zu mehr Präsenztagen im Büro bei vielen Unternehmen. Bei Wohnimmobilien zeigt sich ein gemischtes Bild, denn die Lage entwickelt sich nur leicht besser, während die Erwartungen deutlich einbrechen. Belastend wirken hier vor allem schärfere Eingriffe in den Mietmarkt und steigende Energiekosten. In der Projektentwicklung bleibt die Situation besonders schwierig, da sich sowohl die aktuelle Lage als auch die Erwartungen stark verschlechtern und hohe Insolvenzen sowie schwache Nachfrage die Erholung trotz günstigerer Rahmenbedingungen bremsen.
ZIA warnt
„Die Ergebnisse zeigen: Wenn die Politik nicht entschlossen mit strukturellen Reformen dagegenhält, droht sich die Lage auf dem Wohnungsmarkt dramatisch zu verschärfen – und das in einer in den Metropolregionen bereits extrem angespannten Situation“, mahnt Schöberl. (tik)
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