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15. April 2026
Immobilienfinanzierer: Stimmung weiter gedämpft
Stimmung bei Immobilienfinanzierern weiter gedämpft

Immobilienfinanzierer: Stimmung weiter gedämpft

Laut BF.Quartalsbarometer bleibt die Stimmung unter den gewerblichen Immobilienfinanzierern auch im ersten Quartal 2026 getrübt. Fast 27% der Befragten haben zuletzt eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen am Markt wahrgenommen, 68% eine stabile Entwicklung.

Die Stimmung unter den gewerblichen Immobilienfinanzierern bleibt in den ersten drei Monaten des Jahres 2026 wie auch schon im vierten Quartal 2025 gedämpft. Dies zeigt das neue BF.Quartalsbarometer, das in Kooperation mit dem Handelsblatt Research Institute neu konzipiert wurde. Die Befragung fand im März 2026 statt und stand damit bereits unter dem Einfluss des Iran-Konflikts.

Der neu kalibrierte Barometerwert steht aktuell bei -9,74 Punkten. Somit lässt sich eine insgesamt eingeschränkte Finanzierungsbereitschaft ablesen. Fast 27% der Befragten haben in den vergangenen drei Monaten eine Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen am Markt wahrgenommen. 68% haben hingegen eine stabilen Entwicklung beobachtet. Lediglich 5% sehen eine Verbesserung.

„Die Ergebnisse müssen auch vor dem Hintergrund des Iran-Konfliktes gesehen werden. Die Märkte haben bislang erstaunlich gelassen reagiert, doch diese Gelassenheit ist zunehmend fragil. Meiner Meinung nach ist ein Szenario aus stagnierendem Wachstum und gleichzeitig höherer Inflation wahrscheinlicher geworden. Für die Immobilienfinanzierung ist derzeit weniger das absolute Zinsniveau das Problem als ein Zinsumfeld, das jederzeit erneut instabil werden kann“, erklärt Prof. Dr. Steffen Sebastian, Inhaber des Lehrstuhls für Immobilienfinanzierung an der IREBS und wissenschaftlicher Berater des BF.Quartalsbarometers.

Stagnierendes Neugeschäft

Was das Neugeschäft im Bereich der gewerblichen Immobilienfinanzierung angeht, berichten knapp 73% der Befragten von einer Stagnation. Gut 27% haben ein wachsendes Geschäftsvolumen registriert. Ähnlich verhält es sich bei der Einschätzung der Wettbewerbssituation: Rund drei Viertel der Befragten nehmen gegenüber dem Vorquartal keine Veränderung wahr. Von dem verbleibenden Viertel ist bei den meisten von einem zunehmenden Wettbewerb die Rede. „Auch wir beobachten seit mehreren Monaten, dass Finanzierer wieder etwas stärker miteinander konkurrieren. Für den Markt ist das ein positives Zeichen, denn es signalisiert eine höhere Finanzierungsbereitschaft und dämpft die Margen“, erläutert Francesco Fedele, CEO der BF.direkt AG.

Alternative Finanzierungsinstrumente: Private Equity gefragt

Die Nachfrage nach alternativen Finanzierungsinstrumenten gegenüber herkömmlichen Bankdarlehen hat nach Angaben von 41,2% der Befragten gegenüber dem vierten Quartal 2025 zugelegt. Am größten ist die Nachfrage dabei im Bereich Real Estate Private Equity, etwa in Form von Eigenkapital, das von Joint-Venture-Partnern bereitgestellt wird. 

Zur Methodik 

Das BF.Quartalsbarometer wird im Auftrag der BF.direkt AG, Spezialist für die Finanzierung von Real Assets, durch das Handelsblatt Research Institute erarbeitet. Der Index bildet die Stimmung und das Geschäftsklima der Immobilienfinanzierer in Deutschland ab. Zur Ermittlung des BF.Quartalsbarometers werden vierteljährlich Experten befragt, die alle unmittelbar mit der Kreditvergabe an Immobilienunternehmen betraut sind. Das Panel besteht aus Vertretern unterschiedlicher Banken und alternativer Finanzierer. (tik)

Weitere Meldungen rund um das Thema Baufinanzierung und den Immobilienmarkt finden Sie in unserer Rubrik „Immobilien“.