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28. April 2026
Traum vom Eigenheim? Jeder Dritte hat kein Interesse
Traum vom Eigenheim? Jeder Dritte hat kein Interesse

Traum vom Eigenheim? Jeder Dritte hat kein Interesse

In keinem europäischen Land gibt es so viele Immobilienmuffel wie hierzulande. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von Remax. Demnach sind rund 30% der Bundesbürger nicht an Wohneigentum interessiert. Zudem ist die Ansparphase in Deutschland laut Studie europaweit am höchsten.

Deutschland bleibt weiterhin eine Nation von Mietern. In keinem anderen Land in Europa leben weniger Menschen in den eigenen vier Wänden als hierzulande. Das geht aus Europa-Wohnimmobilien-Trendreport des Immobilienmaklernetzwerks Remax hervor, für den europaweit mehr als 21.000 Menschen befragt wurden. Laut der Umfrage ist der Anteil von Mietern in Deutschland mit 63% wie in keinem anderen europäischen Land. Zwar ist auch der Mieteranteil in der Schweiz auf Rang 2 der Rangliste mit 62% fast genauso hoch, doch dann folgen Österreich und Finnland mit großen Abstand auf Rang 3. Im europäischen Durchschnitt beträgt der Anteil der Mieter 29%. Die höchsten Eigentumsquoten finden sich in Süd- und Osteuropa, allen voran Rumänien mit 83%.

Wohneigentum – nein danke?

Laut Umfrage hat hierzulande fast jeder Dritte (31%) kein Interesse an eigene vier Wänden. Mit diesem Wert landet Deutschland auf dem Spitzenplatz im europäischen Vergleich. Der europaweite Durchschnitt liegt bei lediglich 15%.

Die Gründe für das fehlende Interesse an selbstgenutztem Wohneigentum sind laut Remax vielfältig: Der Umfrage zufolge sind 57% der Befragten mit der aktuellen Situation zum Beispiel als Mieter zufrieden. 30% wiederum wollen die Verpflichtungen, die ein Eigenheim mit sich bringen, nicht eingehen. Fast ein Fünftel der Immobilienmuffel (18%) bevorzugt die Flexibilität des Mietens.

Traditionell niedrige Eigentümerquote in Deutschland

Laut der aktuellen Umfrage sagen 32% der Befragten, in einer selbstgenutzten eigenen Immobilie zu leben, die ihnen entweder bereits gehört oder die sie gerade abbezahlen. „Der konstant niedrige Anteil der Eigentümer in Deutschland ist ein Warnsignal. Vor allem im Hinblick auf die Altersvorsorge ist eine Immobilie ein wesentlicher Faktor, da sie mietfreies Wohnen im Ruhestand ermöglicht und damit die monatlichen Fixkosten drastisch senkt oder zusätzliche Einnahmen aus einer Vermietung bringt“, erklärt Loredana Scirè, Pressesprecherin von Remax Germany. Die sinkende Eigentumsquote in Deutschland sei ein Hinweis darauf, dass staatliche Förderprogramme offensichtlich ins Leere laufen, zumal die Förderung im Verhältnis zu den hohen Bau- und Erwerbskosten gering sei. „Eine Senkung der Kaufnebenkosten würde hier mehr helfen“, betont Scirè.

Für viele Menschen sei die Finanzierung weiterhin die größte Hürde für den Erwerb einer selbstgenutzten Immobilie. Um mehr Menschen in Eigentum zu bringen, wäre auch eine Senkung des notwendigen Eigenkapitalanteils hilfreich, so Scirè. Immobilienmakler seien gefragt, die auch auch bei der Finanzierung beratend unterstützen können.

Lange Ansparphase

Wegen der vergleichsweise hohen Kaufnebenkosten sparen Kaufinteressenten hierzulande im Schnitt rund zehn Jahre für eine Anzahlung für ihre erste Immobilie. Damit ist Deutschland europaweites Schlusslicht. Die durchschnittliche Ansparphase in Europa liegt bei etwas über sieben Jahren. Am kürzesten ist sie mit lediglich vier Jahren in Finnland. (tik)

Lesen Sie auch ein Interview mit Loredana Scirè: