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5. Juni 2026
Ruhestandsplanung: Große Unsicherheit bei Menschen über 50
Ruhestandsplanung: Große Unsicherheit bei Menschen über 50

Ruhestandsplanung: Große Unsicherheit bei Menschen über 50

Viele Menschen ab 50 schwanken zwischen Zuversicht und Zweifel: Der Ruhestand rückt näher, doch die finanzielle Planung bleibt oft lückenhaft. Eine aktuelle Umfrage zeigt, wie groß die Unsicherheit ist, und wie selten konkrete Strategien oder Beratung genutzt werden.

Die Generation 50plus blickt dem Ruhestand mit gemischten Gefühlen entgegen. Viele verbinden den Lebensabschnitt nach dem Berufsleben zwar mit mehr Freiheit, Reisen und neuen Möglichkeiten. Gleichzeitig wächst bei nicht wenigen die Sorge, ob das Geld im Alter tatsächlich reichen wird. Während die einen bereits akribisch Excel-Tabellen pflegen, spätere Einnahmen und Ausgaben berechnen und Szenarien durchspielen, schieben andere das Thema vor sich her oder verlassen sich auf grobe Schätzungen.

Finanzielle Sorgen dämpfen bei vielen die Vorfreude auf Ruhestand

Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland über 50 Jahre (53%) sieht dem Ruhestand laut einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag von Standard Life sehr oder eher optimistisch entgegen. Gleichzeitig bewertet beinahe jeder Dritte die eigene finanzielle Absicherung im Ruhestand als gefährdet. Das zeigt: Die Vorfreude auf den neuen Lebensabschnitt ist vorhanden, wird aber bei vielen von handfesten finanziellen Sorgen gebremst.

Für die Befragung hatte YouGov im März 2026 insgesamt 844 Menschen ab 50 Jahren in Deutschland befragt. 15% der Teilnehmer bewerteten ihre finanzielle Absicherung für das Rentenalter mit „mangelhaft“, 13% sogar mit „ungenügend“. Nur 27% gaben ihrer Vorsorge die Note „gut“ oder „sehr gut“.

Auffallend ist, dass sich die Gruppe der 50– bis 60-Jährigen, von denen viele noch im Arbeitsleben sind, am meisten sorgt: Nur jeder Dritte blickt hier optimistisch auf den Ruhestand, zugleich sehen 40% ihre finanzielle Absicherung im Alter als gefährdet an. Der Ruhestand scheint für viele nicht mehr fern, aber auch noch nicht konkret greifbar. Das Einkommen fließt noch, doch die Zeit danach wirft zunehmend Fragen auf: Reicht das Geld? Wird in der Rentenphase mehr oder weniger Geld benötigt? Die Befragung zeigt, dass auch hier die Einschätzungen auseinander gehen. Sorgen machen sich die Befragten etwa um hohe Gesundheits- und Pflegeausgaben im Alter.

Mehrheit geht ohne Beratung in den Ruhestand

Dieses Spannungsfeld zwischen wachsender Unsicherheit und fehlender konkreter Planung zeigt sich auch an anderer Stelle: Zwei Drittel der Befragten sind zwar der Meinung, ihren Ruhestand grundsätzlich selbst organisieren zu können, doch 19% planen den Ruhestand gar nicht. Nur 10% suchen überhaupt aktiv Beratung. Entsprechend fehlt bei vielen auch ein konkreter Überblick über Einnahmen und Ausgaben im Alter: 64% haben keinen Plan erstellt, wie ihre Finanzen im Ruhestand aussehen werden

Christian Nuschele, Head of Distribution Standard Life Deutschland und Österreich, zieht daraus einen klaren Schluss: „Auch die zweite Auflage unserer Umfrage zeigt eine große Unsicherheit bezüglich der Absicherung im Alter. Gerade die 50– bis 60– Jährigen machen sich offensichtlich große Sorgen um die finanzielle Ausgestaltung ihres Ruhestandes.“ Seine Empfehlung lautet daher: Entscheidungen nicht weiter aufschieben und unabhängigen Rat bei einem Experten für Ruhestandsplanung einholen. (bh)