Ein Beitrag von Klaus-Jürgen Baum, ASSURACON GmbH, und Dr.-Ing. Dietmar Kottmann, Oliver Wyman
Beschleunigte Konsolidierung und zunehmende Technologierelevanz sind nach Auffassung der Studienautoren Klaus-Jürgen Baum, Mitinhaber der ASSURACON GmbH, und Dr. Dietmar Kottmann, Partner bei Oliver Wyman für den Versicherungsbereich, die zentralen Entwicklungslinien für die Maklerbranche. Die Maklerbranche wird ihr Gesicht in den nächsten zehn Jahren grundlegend verändern: Weniger Makler, mehr Technologie – das erwarten die Makler selbst genau wie auch die Autoren.
Die Einschätzung der Autoren beruht auf den ersten Ergebnissen der umfangreichen Online-Befragung, die AssCompact in Zusammenarbeit mit BDVM, BVK, Fonds Finanz, GA Group, Markel und VEMA im Zeitraum von 12/2025 bis 04/2026 durchgeführt hat. Über 1.000 Makler haben an der Studie teilgenommen und eine einzigartige Informationsbasis für die Entwicklung von belastbaren Zukunftsszenarien für die Maklerbranche geliefert.
Kernthese 1: Das Konsolidierungstempo wird zunehmen
Die Studie identifiziert fünf Haupttreiber der Veränderungen im Maklermarkt: die demografische Entwicklung bei den Inhabern, den Einfluss externer Investoren, den zunehmenden Digitalisierungsdruck, die Auswirkungen von Versichererstrategien und die steigende Regulierungsdichte.
Wegen des Zusammenspiels dieser Faktoren gehen die Befragungsteilnehmer davon aus, dass die Anzahl der aktiven Makler bis 2035 um 25% bis 35% sinken wird. Die Autoren erwarten sogar eine noch stärkere Reduzierung der Maklerzahl.
Die demografische Entwicklung ist unumkehrbar
Die Altersstruktur der Teilnehmer spricht eine eindeutige Sprache: 70% sind über 50 Jahre, 56% über 55 Jahre. Die Mehrzahl will in den kommenden rund zehn Jahren in den Ruhestand gehen: 75% der über 55-Jährigen und 56% der über 51-Jährigen planen ihren Ruhestand bis ca. 2035. Ein Viertel der Befragten gab an, noch keine Pläne zu haben, die „Aussteiger-Quote“ dürfte demnach eher höher ausfallen.
Nur eine klare Minderheit (19%) glaubt vor diesem Hintergrund, dass der Zustrom von „Neumaklern“ – etwa aus Vertrieben, AOen oder durch Ausgründungen – die zu erwartenden Abgänge bei den Aktiven kompensieren kann.
Externe und interne Nachfolgelösungen liegen fast gleichauf
Bei den favorisierten Nachfolgeregelungen liegen interne Optionen – etwa die Firmenübernahme durch Familienmitglieder oder Mitarbeiter – und externe Regelungen annähernd gleichauf: Knapp die Hälfte der Befragten kann sich den Verkauf oder die Verrentung des eigenen Geschäfts vorstellen. Da es bei internen Wunschlösungen nicht selten zu Umsetzungsproblemen kommt, könnte der Anteil externer Unternehmensnachfolgen eher höher ausfallen. Bevorzugt wird dabei der Verkauf an einen unabhängigen Maklerkollegen in der Region genannt.
Als entscheidende Rahmenbedingungen bei der externen Unternehmensnachfolge nannten die Teilnehmer „Gute Hände für die Kunden“ sowie die Höhe und Gestaltung des Kaufpreises – gefolgt von der Übernahme der Mitarbeiter.
In Anbetracht der starken Betonung des Kaufpreises dürfte sich in der Realität die Präferenz für den Verkauf an Maklerkollegen relativieren, vermuten die Studienautoren: Denn erfahrungsgemäß bewerten Maklerkollegen die angebotenen Betriebe niedriger und sind meist nicht bereit und/oder in der Lage, die aktuell hohen Kaufpreise zu bezahlen. Im Vergleich zu den zahlreichen Maklerkonsolidierern mit Private-Equity-Hintergrund haben sie geringere Synergiepotenziale und können auch nicht die „Exit-Fantasie“ der professionellen Firmenaufkäufer einpreisen.
Seite 1 Maklermarkt 2030+: Beschleunigte Konsolidierung und höhere Technologierelevanz
Seite 2 Finanzinvestoren treiben die Veränderung der Marktstruktur
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Klaus-Jürgen Baum
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