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19. August 2026
Family-Office-Qualität im Maklerhaus: Architektur statt Einzelprodukt

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Family-Office-Qualität im Maklerhaus: Architektur statt Einzelprodukt

Family-Office-Qualität im Maklerhaus: Architektur statt Einzelprodukt

Knapp 10 Bio. Euro liegen auf deutschen Konten – allein 2025 verloren Sparer dort rund 33 Mrd. Euro durch Inflation. Gleichzeitig erwartet die kaufkräftige Zielgruppe zwischen 40 und 65 mehr als ein klassisches Versicherungsportfolio. Für Maklerhäuser kann so eine strategische Wachstumschance entstehen.

Ein Beitrag von Martin Berg, Gründer und Geschäftsführer der Berg Finance GmbH

Die Risikoaversion der deutschen Sparer ist statistisch belegt. Eine forsa-Erhebung der Gothaer beziffert den Anteil der Anleger, für die Sicherheit das wichtigste Anlageziel ist, auf 50%. Das Sparbuch bleibt mit 46% die meistgenutzte Geldanlage – vor Immobilien (37%) und Fonds (31%). Was diese Statistik kostet, beziffert die Sparkassenorganisation präzise: Bis zum Weltspartag 2025 verloren deutsche Sparer auf Sicht-, Termin- und Spareinlagen rund 33 Mrd. Euro durch inflationsbedingten Kaufkraftverlust – Tendenz Jahresende über 40 Mrd.

Die Berg Finance GmbH hat dieses „10-Billionen-Euro-Paradoxon“ – hohe Cash-Bestände trotz schleichender Geldentwertung – bereits in einem Beitrag der Süddeutschen Zeitung beleuchtet. Das Phänomen ist jedoch nicht nur ökonomisch, sondern psychologisch zu verstehen. Sicherheit ist für viele Bestandskunden eine emotionale Illusion. Wer 100.000 Euro auf dem Sparbuch liegen hat, fühlt sich sicher – und verliert binnen zehn Jahren real ein kleines Mittelklasseauto.

Strukturell verschiebt sich der Markt dennoch. Das Anlegerbarometer von Union Investment dokumentiert über 25 Jahre einen klaren Wandel: Sahen 2001 noch 18% der Befragten Investmentfonds als beste Form der Altersvorsorge, sind es heute 46%. Der Sparbuchbesitz fiel im selben Zeitraum von 86 auf 60%, der Aktienbesitz erreichte mit 35% ein Allzeithoch. Diese Modernisierung erreicht die kaufkräftige Mitte 40plus jedoch deutlich verzögert – und genau hier entsteht der Beratungsbedarf, den Versicherungsprodukte allein nicht decken können.

Vom Einzelprodukt zur Investment-Architektur

Für Maklerhäuser hat dieser Strukturwandel eine konkrete Konsequenz: Eine einzelne Anlagelösung greift bei wohlhabenden Mandanten regelmäßig zu kurz – sei es, weil bereits ein Bankdepot vorhanden ist, die Risikoneigung keine reine Aktienlösung verträgt oder die Lebenssituation mehrere parallele Bausteine verlangt.

Die Antwort darauf: eine „Investment-Architektur“. Ein systematisierter Aufbau aus möglichst gering korrelierenden Bausteinen, die zusammen ein resilientes Gesamtportfolio ergeben. ETFs, die Stars der aktiv gemanagten Fonds, Sachwertbeteiligungen, Edelmetalle, Anlageimmobilien und steuerlich optimierte Versicherungsmäntel sind keine konkurrierenden Produkte, sondern komplementäre Module. Es ist jene Methodik, die große Vermögensverwalter und Family Offices seit Jahrzehnten anwenden – nun systematisch übertragen auf den gehobenen Privatkunden. Der Makler der Zukunft ist Architekt, nicht Verkäufer. Er stellt zuerst die Frage, wie ein Vermögen aufgebaut sein muss – und erst danach, welches Produkt zum Mandanten passt –, und das ist der entscheidende Faktor.

Die Spezialisierung folgt einem Prinzip, das in der Medizin längst Standard ist: dem Facharztprinzip. Der Versicherungsmakler übernimmt die Rolle des Hausarztes; für komplexe Spezialthemen kommen Fachärzte hinzu. Investmentberatung auf Family-Office-Niveau ist eine solche Spezialdisziplin, die ein eigenes Kompetenzcenter rechtfertigt.

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Ein Artikel von
Martin Berg