Versicherungsmakler – so unterschiedlich sie in Geschäftsmodellen, Umsatzgrößen und Marktpositionierung auch sein mögen – sind Unternehmer, Versicherungsmaklerinnen sind Unternehmerinnen. Unternehmertum zeigt sich etwa darin, wer die entscheidenden Weichen für das eigene Geschäft stellt: Wer das Geschäftsmodell entwickelt, Zielgruppen definiert, über Investitionen und Digitalisierung entscheidet und letztlich die wirtschaftlichen Folgen dieser Entscheidungen trägt.
Unabhängigkeit bedeutet Unternehmertum und Entscheidungsfreiheit
Wie stark dieser Gedanke mit dem Verständnis von Unabhängigkeit verbunden ist, zeigt die aktuelle Befragung im Rahmen der AssCompact TRENDS III/2026. 85% der befragten Versicherungsmakler verbinden Unabhängigkeit mit unternehmerischer Entscheidungsfreiheit. Damit steht für sie weniger der rechtliche Status als die tatsächlich vorhandene Gestaltungsmöglichkeit im Mittelpunkt.
Daran ändern auch die jüngsten Gerichtsentscheidungen, etwa des Oberlandesgerichts Dresden, sowie die Debatten mit Verbraucherschützern und in der Politik wenig – auch wenn diese Themen den Markt und die Verbände intensiv beschäftigen. Und selbstverständlich hat die rechtliche und berufsständische Dimension von Unabhängigkeit hohe Relevanz. Im unternehmerischen Selbstverständnis der Makler steht jedoch vor allem die Freiheit im Vordergrund, eigene Entscheidungen zu treffen, das eigene Geschäft zu gestalten und dafür Verantwortung zu übernehmen.
Unabhängig von Versicherern
Eine solche unternehmerische Entscheidungsfreiheit hat für Makler auch eine ganz konkrete Seite: die Unabhängigkeit von Versicherern. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil des Maklerbildes und zeigt sich insbesondere darin, Produkte frei auswählen und die Beratung am Bedarf des Kunden ausrichten zu können: 75% der Befragten verbinden Unabhängigkeit direkt mit der Unabhängigkeit von Versicherern. Anders fällt die Einschätzung bei Maklerpools und Softwareanbietern aus. Die Zusammenarbeit mit ihnen wird deutlich weniger als Gefahr für die eigene Unabhängigkeit wahrgenommen. Vielmehr können Pools und Dienstleister aus Sicht vieler Makler unternehmerische Freiräume schaffen – etwa durch Produktzugang, technische Lösungen oder administrative Unterstützung.
Regulierung als Bedrohung der unternehmerischen Freiheit
Eingegrenzt in ihrem Unternehmertum fühlen sich Maklerunternehmen allerdings vor allem durch eine andere Entwicklung – und damit stehen sie in der deutschen Wirtschaft nicht allein. Regulatorische Vorgaben und zunehmende Anforderungen bedrohen aus ihrer Sicht die freie Entwicklung des eigenen Geschäftsmodells und werden damit auch zu einer Frage der unternehmerischen Unabhängigkeit. In der genannten Studie stimmen fast 70% der Befragten dieser Einschätzung zu.
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