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8. Oktober 2026
Maklerpools: Entscheidend bleibt der Wettbewerb
Maklerpools: Entscheidend bleibt der Wettbewerb

Maklerpools: Entscheidend bleibt der Wettbewerb

Im Poolmarkt schreitet die Konsolidierung voran, die großen Anbieter wachsen kräftig. Das muss für Makler nicht automatisch eine schlechte Nachricht sein. Entscheidend ist vielmehr etwas anderes. Ein Kommentar.

Ein Kommentar von Dr. Alexander Ströhl, Chefredakteur beim Fachmagazin AssCompact

Wer sich die aktuellen Geschäftszahlen der großen Maklerpools und -verbünde ansieht, kommt an einer Erkenntnis kaum vorbei: Die Großen werden größer. Und vermutlich werden es künftig noch weniger große Anbieter sein, die einen erheblichen Teil des Marktes auf sich vereinen.

Muss einem das als Makler Sorgen machen? Ich finde: nicht zwangsläufig.

Natürlich kann man mit Skepsis darauf schauen, wenn Marktanteile überdurchschnittlich wachsen, Unternehmen übernommen werden und finanzstarke Investoren eine immer größere Rolle spielen. Gerade im Maklermarkt, in dem Unabhängigkeit einen hohen Stellenwert genießt, schrillen bei Begriffen wie Konsolidierung und Private Equity schnell die Alarmglocken. Doch Größe ist zunächst einmal weder gut noch schlecht.

Größe kann auch Vorteile bringen

Die aktuellen Zahlen zeigen nämlich nicht nur, dass die großen Anbieter wachsen. Sie zeigen auch, dass sie wirtschaftlich profitabler werden. Fonds Finanz etwa hat sein operatives Ergebnis 2025 um rund zwei Drittel gesteigert. Als wesentliche Treiber werden Prozessautomatisierung und Skaleneffekte genannt. Auch bei blau direkt ist die Profitabilität deutlich gestiegen. Gleichzeitig wird kräftig investiert, übernommen und an neuen Strukturen gearbeitet.

Für angeschlossene Makler kann das durchaus Vorteile bringen. Denn: Technologie kostet Geld. Die Entwicklung guter Software kostet Geld. Regulatorik, Datenmanagement, Automatisierung und inzwischen natürlich auch KI-Anwendungen kosten ebenfalls Geld. Große Anbieter können solche Investitionen stemmen. Wenn dadurch Prozesse einfacher, schneller und günstiger werden, spricht aus Maklersicht wenig dagegen.

Und noch etwas spricht gegen allzu große Sorgen vor einer zunehmenden Konzentration: Der Markt bietet weiterhin unterschiedliche Modelle. Neben investorengetragenen Unternehmen wächst beispielsweise auch die VEMA kräftig. Mehr als 5.000 Maklerpartner zählte der Verbund Ende 2025. Gerade Makler, die Wert auf unternehmerische Eigenständigkeit legen, finden dort offenbar ein für sie passendes Modell. Das zeigt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg.

Entscheidend bleibt der Wettbewerb

Problematisch würde die Entwicklung aus meiner Sicht erst dann, wenn aus Größe Marktmacht wird, die echte Wahlmöglichkeiten einschränkt. Wenn Makler faktisch kaum noch wechseln können. Wenn wenige Anbieter Bedingungen diktieren können. Oder wenn Vielfalt nur noch auf dem Papier besteht.

So weit sind wir aber nicht. Im Gegenteil: Der Wettbewerb unter den großen Pools und Verbünden ist intensiv. Wer Makler gewinnen und vor allem dauerhaft halten will, muss ihnen etwas bieten. Gute Technik allein reicht dabei ebenso wenig wie hohe Courtagen oder eine lange Liste zusätzlicher Services. Am Ende zählt, ob das Gesamtpaket den Maklerbetrieb tatsächlich besser macht. Wie gut also müssen Maklerpools- und verbünde werden, damit Makler ihnen treu bleiben?

Ich sehe deshalb die zunehmende Größe der führenden Anbieter Fonds Finanz, blau direkt, VEMA und JDC zunächst einmal gelassen. Konsolidierung ist kein Wert an sich – weder im positiven noch im negativen Sinne. Sie wird erst dann zum Problem, wenn Wettbewerb verloren geht. Und sie ist eine Chance, wenn Effizienz dort ankommen, wo sie ankommen sollte: beim Makler.