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BaFin und Bundesbank starten neuen Stresstest
02. April 2019

BaFin und Bundesbank starten neuen Stresstest

Die Deutsche Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin haben einen neuen Stresstest für die deutsche Bankenlandschaft gestartet. Er nimmt vor allem die Ertragslage kleiner und mittelgroßer Banken unter die Lupe. Zudem werden Immobilienfinanzierungen gesondert unter die Lupe genommen.


Die Deutsche Bundesbank und die Finanzaufsicht BaFin haben einen neuen Stresstest für die deutsche Bankenlandschaft gestartet. Er nimmt vor allem die Ertragslage kleiner und mittelgroßer Banken unter die Lupe. Zudem werden Immobilienfinanzierungen gesondert unter die Lupe genommen.


BaFin und Bundesbank starten neuen Stresstest

Deutsche Bundesbank und BaFin starten heute ihren vierten Test zur Einschätzung der Ertragslage und Widerstandsfähigkeit kleiner und mittelgroßer Banken. Die vorherigen aufsichtlichen Abfragen – auch bekannt als Niedrigzinsumfragen – hätten gezeigt, dass langanhaltende Phasen niedriger Zinsen, starke wirtschaftliche Abschwünge oder eine abrupte Zinswende diese Kreditinstitute nachhaltig herausfordern. Regelmäßige Prüfungen sind deshalb nach Einschätzung von BaFin und Bundesbank auch weiterhin unerlässlich.

1.400 Banken und Sparkassen im Test

Die aufgedeckten Risiken und Verwundbarkeiten sollen zur Ermittlung der aufsichtlichen Eigenmittelzielkennziffer herangezogen werden. Am LSI-Stresstest 2019 nehmen rund 1.400 Banken und Sparkassen teil, die unter unmittelbarer nationaler Aufsicht in Deutschland stehen. Die Institute müssen alle Daten bis Ende Mai 2019 liefern. Die Ergebnisse werden dann im Herbst 2019 veröffentlicht. Parallel zur Erhebung bei den LSIs wird ein Stresstest bei allen deutschen Bausparkassen durchgeführt, der das Geschäftsmodell dieser Spezialinstitute berücksichtigt.

Zwei Bausteine

Der LSI-Stresstest besteht aus zwei Bausteinen. Im Umfrageteil werden die Plan- und Prognosedaten der Kreditinstitute abgefragt sowie deren Reaktion auf fünf von BaFin und Bundesbank vorgegebene Zinsszenarien für den Zeitraum von 2019 bis 2023. Die aufsichtlichen Szenarien umfassen sowohl ein andauerndes Niedrigzinsumfeld als auch positive und negative Zinsschocks. Im zweiten Teil, dem eigentlichen Stresstest, simulieren die Institute ihre Ertragslage und Widerstandsfähigkeit für die Jahre 2019 bis 2021, jeweils in einem Basis- und einem Stressszenario. Letzteres sieht eine massive Wirtschaftseintrübung vor, in deren Verlauf unter anderem Zinsänderungs-, Kredit- und Marktpreisrisiken auftreten.

Das ist 2019 neu

Neu im Stresstest 2019 ist, dass eine Modellierung der Gewinn- und Verlustrechnung der Banken erfolgt, die sich an dem aufsichtlich vorgegebenen Krisenszenario orientiert. So können Institute im dreijährigen Stresshorizont zwar Einkommen vor allem aus dem Zins- und Provisionsgeschäft generieren, müssen aber gleichzeitig auch erhebliche Einbrüche der Ergebnisbeiträge im Stressszenario hinnehmen. Im Ergebnis wird der Verzehr an harter Kernkapitalquote als Differenz von Ausgangskapitalquote und der niedrigsten Kapitalquote im Stresshorizont bestimmt.

Immobilienfinanzierungen unter der Lupe

Zeitgleich zum Stresstest befragt die deutsche Aufsicht ausgewählte Institute zu Risiken aus Immobilienfinanzierungen sowie zur Entwicklung der Kreditvergabestandards im Unternehmenskreditgeschäft. Die Erhebung ist aus aufsichtlicher Sicht notwendig, um die in diesen Bereichen mangelhafte Datenlage kurzfristig zu verbessern. Für die Erhebungen zu Immobilienfinanzierungen und Kreditvergabestandards ist eine Einreichung bis Mitte Juli 2019 vorgesehen. (mh)




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