Arcadis reduziert Konflikte bei Bauvorhaben | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Whats App AssCompact - Whats App

Arcadis reduziert Konflikte bei Bauvorhaben
12. April 2019

Arcadis reduziert Konflikte bei Bauvorhaben

Bei Bauvorhaben gibt es reichlich Konfliktpotenzial. Arcadis will dieses reduzieren. Planungs- und Beratungsunternehmens nutzt eine Integrative Projektabwicklung (IPA), die die Zusammenarbeit der Partner eines Immobilienprojekts durch veränderte Rahmenbedingungen fördert.


Bei Bauvorhaben gibt es reichlich Konfliktpotenzial. Arcadis will dieses reduzieren. Planungs- und Beratungsunternehmens nutzt eine Integrative Projektabwicklung (IPA), die die Zusammenarbeit der Partner eines Immobilienprojekts durch veränderte Rahmenbedingungen fördert.

Arcadis reduziert Konflikte bei Bauvorhaben

Rund 26 Mio. Euro haben die vom Arcadis Contract Solutions Team im Jahr 2017 in Kontinentaleuropa betreuten Streitigkeiten zwischen Vertragspartnern bei Bauprojekten im Durchschnitt gekostet. Die benötigte Zeit, um solche Konflikte zu lösen, stieg im Vergleich zum Vorjahr um vier auf durchschnittlich 18 Monate an. Das sind Ergebnisse aus dem „Global Construction Disputes Report 2018“ des global führenden Planungs- und Beratungsunternehmens Arcadis.

Kulturwandel notwendig

Den Arcadis-Experten zufolge bedarf es eines Kulturwandels, damit Zeit- und Kostenvorgaben künftig seltener überschritten werden. Das Unternehmen hat mit der sogenannten Integrativen Projektabwicklung (IPA) ein Modell mitentwickelt, durch das alle an einem Bauvorhaben beteiligten Akteure besser an einem Strang ziehen. Es basiert darauf, eine Struktur zu schaffen, in der individueller mit kollektivem Erfolg verknüpft ist, während die Risiken geteilt sind.

Virtuelle Projektgesellschaft

Das Modell sieht vor, dass alle Baupartner in einer virtuellen Projektgesellschaft mit gemeinsamer Planungs- und Ausführungsverantwortung verbunden sind. Voraussetzung für den Erfolg ist, dass der Bauherr die Projektziele sauber definiert und die Partner sich klar dazu bekennen. Darüber hinaus sind ein erfolgsorientiertes Vergütungsmodell sowie ein professionelles Konfliktmanagement wichtig für das Gelingen von IPA.

Viele strukturelle Konflikte

Viele Konflikte bei umfangreichen Bauvorhaben sind struktureller Natur. Das Problem besteht darin, dass einzelne Vertragspartner die Verantwortung und das Risiko lediglich für ihre jeweiligen Projekte tragen und versuchen, innerhalb dieses Verantwortungsbereichs ihre Ziele zu erreichen. Im eigenen Interesse werden Aufwand und Kosten minimiert und sogar Fehler anderer Projektteilnehmer ausgenutzt. Diese Struktur führt häufig zu Konflikten. In Kontinentaleuropa war im Jahr 2017 laut der Arcadis-Studie der häufigste Streitgrund, dass ein Vertragspartner seine Verpflichtungen nicht verstehen beziehungsweise einhalten konnte. Oft lässt sich die Kontroverse nur gerichtlich lösen. Das kostet alle Beteiligten Geld und belastet die weitere Zusammenarbeit.

Verlorene Zeit durch Gerichtsverfahren

„Die Baubranche kann sich die immensen Ausgaben, die Vertragsstreitigkeiten und gestörte Projektabläufe verursachen, angesichts der aktuellen Herausforderungen nicht länger leisten“, sagt Marcus Herrmann, CEO von Arcadis Europe Central. „Die Tatkraft sollte in den Austausch von maroder Infrastruktur, die Digitalisierung und eine ressourcenschonendere Arbeitsweise fließen – nicht in Gerichtsverfahren. Die Branche muss deshalb künftig kooperativer werden.“

Projekterfolg durch kooperative Vertragsmodelle

Ein Blick in andere Branchen zeigt laut Arcadis, dass Wettbewerb immer öfter durch themenspezifische Allianzen ergänzt wird. Vor Kurzem gaben zum Beispiel BMW und Daimler bekannt, fünf Gemeinschaftsunternehmen für neue Mobilitätsangebote zu gründen. Banken wiederum arbeiten zunehmend mit konkurrierenden Unternehmen aus dem FinTech-Sektor zusammen. Diese Trends seien ein Beleg dafür, dass auch für Baufirmen Zusammenarbeit mit Wettbewerbern möglich und nötig ist. Speziell in der Baubranche müsse ein Kulturwandel hin zu kooperativen Vertragsmodellen stattfinden. (mh)




Ähnliche News

Berlin Hyp hat über 200 Immobilienexperten aus dem In- und Ausland nach ihren Einschätzungen zur deutschen Immobilienbranche befragt. Die Experten sehen den deutschen Immobilienmarkt im europäischen Vergleich nach wie vor als attraktiv an. Allerdings trübt sich die Lage auch hier ein. Zudem zeigt die Expertenumfrage die wichtigsten Faktoren für die zukünftige Entwicklung auf. weiterlesen
Allen Preissteigerungen zum Trotz bleiben deutsche Luxusimmobilien ein begehrtes Gut. 2018 erzielten sie laut einer aktuellen Marktanalyse Preise von bis zu 17,2 Mio. Euro. Vor allem ruhige und exklusive Lagen überzeugen die Käufer von Immobilien aus dem Premiumsegment. weiterlesen
Was die Medianpreise und Maximalpreise pro Quadratmeter für Eigentumswohnungen angeht, präsentiert sich der Immobilienmarkt im Norden und Osten laut einer Analyse von Dr. Klein uneinheitlich. Doch die Indexwerte, die die tatsächliche Preisentwicklung anzeigen, erreichen im 2. Quartal überall neue Rekordmarken. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.