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MiFID II: Kostentransparenz sorgt für Frust statt Lust
19. November 2019

MiFID II: Kostentransparenz sorgt für Frust statt Lust

Kunden sollen transparent über Kosten von Finanzanlagen informiert werden. Dafür wurde im Rahmen von MiFID II eine Ex-ante- und Ex-Post-Kostentransparenz eingeführt. In der Praxis kommt das bei den Kunden aber gar nicht gut an.


Kunden sollen transparent über Kosten von Finanzanlagen informiert werden. Dafür wurde im Rahmen von MiFID II eine Ex-ante- und Ex-Post-Kostentransparenz eingeführt. In der Praxis kommt das bei den Kunden aber gar nicht gut an.


MiFID II: Kostentransparenz sorgt für Frust statt Lust

Die aktuelle ebase Vermittler-Fokus-Umfrage hat sich unter anderem mit der Ex-ante- und Ex-post-Kostentransparenz von MiFID II auseinandergesetzt. Die Vertriebspartner der Bank registrieren demnach nur selten explizit positive Kundenresonanz auf die neue Transparenz. Dabei sollte sie eigentlich genau ihnen zugutekommen. „Es war eines der wesentlichen Anliegen der Regulierung, die Transparenz im Sinne der Kunden zu verbessern“, erläutert Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von ebase.

In der Praxis eher kontraproduktiv

In der Realität löst die Ex-ante und Ex-Post-Kostentransparenz bisher vor allem Frust aus – oder sie wird erst gar nicht wahrgenommen. Die Hälfte der befragten Vertriebspartner ist der Ansicht, dass die Kunden die zusätzlichen Kosteninformationen kaum beachten. Mehr als ein Drittel der Finanzprofis meint, dass die zusätzlichen Informationen die Kunden sogar eher verwirren. Nur 15% der befragten Vermittler stufen die bisherigen Erfahrungen positiv ein und geben an, dass die Kunden besser informiert sind.

Enttäuschende Entwicklung

Im Sinne der Kunden ist die Regelung somit bisher zumindest nicht. „Wenn man sich zudem die enormen Kosten der Umstellung für die gesamte Branche vor Augen führt, ist es durchaus enttäuschend, dass rund 85% der Vermittler der Meinung sind, dass die Kunden die Informationen eigentlich kaum beachten oder diese sogar verwirren“, mahnt Geyer. Der Experte kritisiert zudem, dass sich noch kein klarer Marktstandard für die Kosteninformationen etabliert hat. „Man sollte sich in der Tat die Frage stellen, ob der Informationsumfang für einen durchschnittlichen Kunden eventuell schon nicht mehr unbedingt leicht verständlich ist. Transparenz ist immer zu begrüßen, aber das Format muss von den Kunden angenommen werden und auch einen praktischen Nutzen stiften.“

Realismus statt Aktionismus gefragt

Geyer hofft, dass sich die nachgelagerten Prüfinstanzen wie Wirtschaftsprüfer und BaFin bei der Beurteilung der praktischen Umsetzung der Anforderung durch die Finanzinstitute an dem Ursprungsgedanken des Anlegerschutzes orientieren. „Denn es wäre sehr schade, wenn die Umsetzung der Direktive bei den Anlegern und bei allen anderen Beteiligten lediglich als reiner Aktionismus des Gesetzgebers mit begrenztem praktischen Nutzen wahrgenommen würde“, so Geyer. (mh)

Bild: © pathdoc – stock.adobe.com



Kommentare

von Bruno Steiner am 20.11.2019 um 09:15 Uhr
"der Regulierung, die Transparenz im Sinne der Kunden zu verbessern“" - und keine Sau versteht sie (di Information), weil für Laien intransparent geschwege denn nachvollziehbar. Wovon wurden welche Kosten bezahlt; was ist im Anteilswert schon verrechnet? Was muss ich als Sparer / Anleger zusätzlich bezahlen? Die Bürokraten die solchen Unsinn verzapfen, sollten erst mal ihre eigenen Hausaufgaben machen, bevor sie andere zu solchem, kostenträchtigen und überflüssigen Unsinn zwingen!


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