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Fitch senkt den Daumen für deutsche Lebensversicherer
06. Dezember 2019

Fitch senkt den Daumen für deutsche Lebensversicherer

Die Ratingagentur Fitch hat ihre Einschätzungen zur Lage der deutschen Lebensversicherer aktualisiert – und dabei den Ausblick für die Branche insgesamt von stabil auf negativ gesenkt. Bei einigen Unternehmen verbesserte Fitch das Rating im Vergleich zum Vorjahr allerdings auch.


Die Ratingagentur Fitch hat ihre Einschätzungen zur Lage der deutschen Lebensversicherer aktualisiert – und dabei den Ausblick für die Branche insgesamt von stabil auf negativ gesenkt. Bei einigen Unternehmen verbesserte Fitch das Rating im Vergleich zum Vorjahr allerdings auch.

Fitch senkt den Daumen für deutsche Lebensversicherer

Fitch Ratings hat den Ausblick für die deutsche Lebensversicherungsindustrie von „stabil“ auf „negativ“ gesenkt. Der Schritt ist die Folge fortschreitend sinkender Marktzinsen und ihres Dominoeffekts auf Investmentmargen und -kapital. Die Lebensversicherer passen ihr Geschäft laut Fitch zunehmend an, indem sie auf weniger zinsabhängige Produkte setzen. Das könne den Effekt der sinkenden Renditen in der Kapitalanlage aber nur abschwächen. Kunden müssten zudem noch immer stärker mit den neuen Produkten vertraut werden.

Auswirkungen der ZZR-Reform

Der Gesetzgeber habe auf das veränderte Umfeld im Jahr 2018 mit einer Reform der Zinszusatzreserve (ZZR) reagiert. Diese gibt den Lebensversicherern laut Fitch mehr Freiheit bei der Asset-Allokation. Dennoch blieben die Vorgaben für die Lebensversicherungsindustrie 2019 und 2020 beträchtlich und herausfordernd. Insgesamt geht Fitch davon aus, die durchschnittlichen effektiven Garantien deutscher Lebensversicherungen Ende 2019 bei 1,8% liegen werden. Die durchschnittliche laufende Rendite auf der Investmentseite dürfte bei 2,7% liegen und damit stärker sinken als die Garantien. Die Investmentmarge schrumpft damit zwar, ist aber weiterhin positiv.

Rating-Ausblick

Insgesamt seien die aktuellen Herausforderungen handhabbar. Den Ausblick in Bezug auf die Finanzratings der deutschen Lebensversicherer hält Fitch daher stabil. Die Unternehmen würden ihre Geschäftsmodelle zunehmend diversifizieren, signifikante Erträge aus Quellen erwirtschaften, die nicht zinsabhängig sind, und über starke Kapitalpositionen verfügen.

Fitch senkt den Daumen für deutsche Lebensversicherer
Mehrheit weiter auf „High Investment Grade“

Die Mehrheit der deutschen Lebensversicherer wird folgerichtig weiterhin mit „High Investment Grade“ eingestuft (siehe Grafik). Einige erhalten sogar ein „AA“-Rating. Diese Unternehmen profitieren laut Fitch davon, Teil internationaler Versicherungs- oder Allfinanzgruppen zu sein. Bei 92% der gerateten Lebensversicherer ist der Ausblick zudem stabil. AachenMuenchener Lebensversicherung AG, Cosmos Lebensversicherungs-AG, Dialog Lebensversicherungs-AG, Generali Deutschland Pensionskasse AG haben ihr Rating im Vergleich zu Ende 2018 zudem sogar leicht von „A–“ auf „A“ verbessert. Nur einen Lebenversicherer stuft Fitch dagegen unterhalb von „A“ ein. (mh)

Bild: © contrastwerkstatt – stock.adobe.com




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