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Erwerbsunfähigkeit: So sehen die Bedingungswerke aus
09. Dezember 2019

Erwerbsunfähigkeit: So sehen die Bedingungswerke aus

Neben der BU bietet auch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine gute Möglichkeit, die Arbeitskraft abzusichern. Aber wie sieht es konkret mit den Bedingungswerken und den Leistungen der am Markt befindlichen Produkte aus? Das Analysehaus MORGEN & MORGEN hat erstmals in einem aktuellen Rating 29 EU-Tarife von 18 Versicherern untersucht. Nur ein Tarif erhält die Höchstbewertung.


Neben der BU bietet auch die Erwerbsunfähigkeitsversicherung eine gute Möglichkeit, die Arbeitskraft abzusichern. Aber wie sieht es konkret mit den Bedingungswerken und den Leistungen der am Markt befindlichen Produkte aus? Das Analysehaus MORGEN & MORGEN hat erstmals in einem aktuellen Rating 29 EU-Tarife von 18 Versicherern untersucht. Nur ein Tarif erhält die Höchstbewertung.


Erwerbsunfähigkeit: So sehen die Bedingungswerke aus

Erstmals hat das Analysehaus MORGEN & MORGEN (M&M) die Bedingungswerke der Erwerbsunfähigkeitsversicherer unter die Lupe genommen. Konkret analysiert wurden 29 Tarife von 18 Versicherern. Neben der Berufsunfähigkeitsversicherung sei die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) die einzige Möglichkeit, die Arbeitskraft abzusichern, da sie eine gesundheitliche Beeinträchtigung mit der Möglichkeit verknüpfe, ein Erwerbseinkommen zu erzielen, kommentiert Andreas Ludwig, Bereichsleiter Produkt & Analyse bei MORGEN & MORGEN, die Entscheidung für das neue Rating. Andere Absicherungsprodukte bildeten diese Verknüpfung nicht ab, sondern definierten konkrete gesundheitliche Ereignisse. Es bestehe also eine Lücke in der Einkommensabsicherung, die der abstrakte Leistungsauslöser in der Erwerbsunfähigkeitsversicherung absichere.

Kundenfreundlichkeit und Eindeutigkeit der Bedingungswerke im Fokus

Das aktuelle Rating beinhaltet ausschließlich die Bedingungsanalyse auf Basis der einzelnen Tarife. Die Bewertung erfolgt anhand von einem („sehr schwach“) bis zu fünf („ausgezeichnet“) Sternen. Die Bewertungsgrundlage bilden 24 Leistungsfragen. Die ratingrelevanten Fragen beurteilen Sachverhalte und Produkteigenschaften, die M&M als wesentlich für die (Bedingungs-)Qualität eines Produkts ansieht. Besonders viel Wert wurde dabei auf Kundenfreundlichkeit und auf die Eindeutigkeit der Aussagen im Bedingungswerk gelegt.

24 Leistungsfragen mit unterschiedlicher Gewichtung

Die 24 Leistungsfragen hat M&M entsprechend ihrer Bedeutung als „sehr wichtig“ (maximal fünf erreichbare Punkte; das Rating enthält sieben solche Fragen), „wichtig“ (maximal drei erreichbare Punkte; acht Fragen) und „weniger wichtig“ (maximal ein erreichbarer Punkt; neun Fragen) abgestuft. Die Leistungsfragen können dabei „voll erfüllt“ (100% der Punkte), „eingeschränkt erfüllt“ (50% der Punkte) oder „nicht erfüllt“ (0% der Punkte) sein. Zusätzlich haben die Analysten von M&M jedoch auch Mindeststandards definiert, die voll oder zumindest eingeschränkt erfüllt sein müssen, um die jeweilige Bewertungsklasse zu erreichen. Andernfalls wird der Tarif abgewertet. Um die Höchstbewertung zu erhalten, muss ein Tarif im M&M-Rating beispielsweise vier Leistungsfragen voll erfüllen, nämlich: Wird bei einer bereits sechs Monate andauernden ununterbrochenen EU rückwirkend von Beginn an geleistet? Leistet der Versicherer eine EU-Rente in Anlehnung an die gesetzliche Definition bei voller und teilweiser Erwerbsminderung? Verzichtet der Versicherer auf unübliche Einschränkungen bzw. Klauseln, die nicht zu den ratingrelevanten Sachverhalten gehören? Verzichtet der Versicherer auf sein Recht auf Beitragserhöhung oder Kündigung bei unverschuldeter Obliegenheitsverletzung des Versicherungsnehmers nach § 19 VVG?

MetallRente Swiss Life LV bietet einzigen „ausgezeichneten“ Tarif

Am Ende ergibt sich eine maximal erreichbare Anzahl von 68 Punkten. Bereits ab dem Erreichen von 64 Punkten hat M&M die Höchstbewertung „ausgezeichnet“ verliehen. Ein „sehr gut“ gibt es im aktuellen Rating ab 59 Punkten, „durchschnittlich“ ist ein Tarif ab 54 Punkten, ab 49 Punkten wurde noch das Prädikat „schwach“ vergeben. Wurden diese 49 Punkte nicht erreicht, gilt ein Tarif im M&M-Rating als „sehr schwach“. Drei Tarife im aktuellen EU-Rating schaffen die 49-Punkte-Hürde nicht. Und nur ein Tarif erhält eine Fünf-Sterne-Bewertung, da er als einziger bei einer Restleistungsfähigkeit von drei bis sechs Stunden greifen würde – analog zur Erwerbsunfähigkeitsversicherung im Rahmen der gesetzlichen Rentenversicherung. Es handelt sich um den Tarif „MetallRente.EMI Plus Komfort“ (MetallRente Swiss Life LV). Der Anbieter ist zusätzlich noch mit drei weiteren Tarifen im Rating vertreten, von denen einer mit „sehr gut“ bewertet wird. Sehr gut sind außerdem auch ein oder mehrere Tarife von AXA, Continentale, DBV, Dialog, EUROPA, HDI, IDUNA Leben, VOLKSWOHL BUND und Zurich.

Das komplette M&M Rating Erwerbsunfähigkeit und die Erläuterung finden sich hier.

Bild: © Gajus – stock.adobe.com




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