Trotz hoher Einkommen: Deutsche sparen sich arm | AssCompact – News für Assekuranz und Finanzwirtschaft
AssCompact - Facebook AssCompact - LinkedIN AssCompact - Twitter AssCompact - Xing AssCompact - Youtube

Trotz hoher Einkommen: Deutsche sparen sich arm
18. Februar 2020

Trotz hoher Einkommen: Deutsche sparen sich arm

Deutsche Haushalte haben im internationalen Vergleich relativ hohe Einkommen. Beim Vermögen sieht es deutlich schlechter aus. Das liegt unter anderem daran, dass die Bundesbürger falsch sparen. So ist ihre durchschnittliche Rendite weniger als halb so hoch wie bei britischen Sparern.


Deutsche Haushalte haben im internationalen Vergleich relativ hohe Einkommen. Beim Vermögen sieht es deutlich schlechter aus. Das liegt unter anderem daran, dass die Bundesbürger falsch sparen. So ist ihre durchschnittliche Rendite weniger als halb so hoch wie bei britischen Sparern.

Trotz hoher Einkommen: Deutsche sparen sich arm

Trotz guten Einkommen gelingt es den Deutschen nicht, sich ein Vermögen aufzubauen. Das zeigt eine Analyse von Kryptoszene.de. In der Schweiz ist das durchschnittliche Vermögen demnach um 545% größer. Auch in anderen Ländern ist es deutlich höher als hierzulande. In Irland, Italien und Österreich besitzen die Bürger zum Beispiel mehr als doppelt so viel wie in Deutschland.

Deutsche sparen zu ängstlich

Die Auswertung zeigt, dass hierfür unter anderem die Risikoaversionen sowie die schlechte Auswahl bei Auslandsinvestitionen verantwortlich sind. Deutsche investieren verhältnismäßig selten in als riskant wahrgenommene Assets wie Aktien oder Kryptowährungen. Knapp jeder Zehnte hält Wertpapiere, allerdings erzielen diese bei Auslandsinvestitionen deutlich geringere Renditen, als Bürger anderer Staaten. Die durchschnittliche Rendite der Deutschen bei Auslandsinvestitionen beträgt 4,9%, die beste Performance wird mit 10,6% von US-Amerikanern erzielt. Nur die Finnen erzielen noch schlechtere Renditen als Anleger in der Bundesrepublik Deutschland.

Langfristig extreme Unterschiede

Berechnungen von Kryptoszene.de führen vor Augen, wie massiv die Auswirkungen bereits nach wenigen Jahrzehnten sind: Deutsche, die im Jahr 1975 10.000 US-Dollar investierten, könnten bei der durchschnittlich in der Bundesrepublik erzielten Rendite inzwischen auf ein stattliches Vermögen von rund 86.000 Dollar blicken. Bei einer Rendite von 10,2%, wie sie zum Beispiel die Briten aufweisen, wäre das Vermögen allerdings bereits auf 871.168 US-Dollar angewachsen. Noch größer wäre die Kluft im Falle der durchschnittlichen Rendite der US-Amerikaner: aus 10.000 Dollar wäre ein Vermögen in Höhe von 931.066 Dollar entstanden.

Teurer Hang zum Sparbuch

„Viele Faktoren führen dazu, dass die deutschen Vermögen einem internationalen Vergleich nicht standhalten können“, kommentiert Kryptoszene-Analyst Raphael Lulay. „Insgesamt wird deutlich, dass es in Deutschland einen Hang zum Sparbuch gibt, und dass die Bevölkerung aus Angst vor Verlusten das erwirtschaftete Einkommen schlichtweg nicht anlegt. Zudem wird die Entwicklung durch die Skepsis gegenüber neuen Assets und einer geringen Quote an Eigentumsbesitzern verschärft.“ (mh)

Bild: © alphaspirit - stock.adobe.com




Ähnliche News

Der Verband deutscher Kreditplattformen begrüßt, dass die Bundesregierungen der Wirtschaft mit einem milliardenschweren Hilfspaket unter die Arme greifen will – und ruft zur gemeinsamen Bewältigung der Corona-Pandemie auf. Die Verbandsmitglieder bieten dabei ihre Unterstützung an. weiterlesen
Konsumkredite sind einer der Gewinner der Niedrigzinsphase. Einige Plattformen werben mittlerweile sogar mit negativen Zinsen. Kunden zahlen bei diesen Angeboten weniger zurück, als sie ausgezahlt bekommen. Umsonst sind sie dennoch nicht – und erst recht kein Ersatz für eine durchdachte Finanz- und Vorsorgeplanung. weiterlesen
Die Federal Reserve Bank hat am Wochenende überraschend und deutlich auf die Coronakrise reagiert. Die US-Notenbank hat den Leitzins um einen ganzen Prozentpunkt auf teilweise 0% gesenkt. weiterlesen


AssCompact Abonnement

Sie wollen das AssComapct Magazin und/oder den AssCompact Newsletter abonnieren? Klicken Sie hier

Sie sind bereits Leser des AssCompact Magazins und möchten Ihre Daten ändern? Klicken Sie hier

Empfohlener Artikel

Die Finanz- und Versicherungsbranche ist bei Nachwuchskräften alles andere als beliebt. Von 14 Branchen landet sie im aktuellen „Young Professionals Barometer“ von Trendence auf dem vorletzten Platz. Welche Versicherer in der Liste der Wunscharbeitgeber ganz vorne liegen, zeigt AssCompact in einer Bildergalerie.