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Zielke Research wehrt sich gegen GDV-Kritik an Solvenzstudie
14. Juli 2020

Zielke Research wehrt sich gegen GDV-Kritik an Solvenzstudie

Die BdV-Studie zu den Solvenzquoten der Lebensversicherer schlägt Wellen. Kunden und Vertrieb betroffener Gesellschaften zeigen sich verunsichert. Gesellschaften scheinen deshalb bereit, auch Klage einzureichen. Zielke Research Consult hat die Studie für den BdV erstellt und wehrt sich.


Die BdV-Studie zu den Solvenzquoten der Lebensversicherer schlägt Wellen. Kunden und Vertrieb betroffener Gesellschaften zeigen sich verunsichert. Gesellschaften scheinen deshalb bereit, auch Klage einzureichen. Zielke Research Consult hat die Studie für den BdV erstellt und wehrt sich.


Zielke Research wehrt sich gegen GDV-Kritik an Solvenzstudie

Eine BdV-Studie zu den Solvenzquoten der Lebensversicherer sorgt für Unruhe im Markt. In der Studie schnitten einige Versicherer schlecht ab, da sie nach der Studienmethodik die 100% reine Solvenzquote nicht erreichen (AssCompact berichtete). Der GDV konterte. Die Solvenzlage deutscher Lebensversicherer sei nachweislich besser als in der Analyse dargestellt. Die Solvenzquoten lägen weit über dem von der Aufsicht geforderten Niveau. Kernaussagen und Methodik der Studie seien falsch. (AssCompact berichtete). Zielke Research Consult GmbH, die die SFCR-Analyse 2019 im Auftrag des Bund der Versicherten im vierten Jahr in Folge erarbeitet hat, weist nun den Vorwurf handwerklicher Fehler bei der Analyse auf das Entschiedendste zurück.

In einer Mitteilung erklärt Dr. Carsten Zielke Methodik und Ergebnisse. Er verweist auf die reine Solvenzquote, die mehr Klarheit verschaffe als die Quote mit den – zugelassenen – Übergangsmaßnahmen und Solvenzerleichterungen. Zudem sei in diesem Jahr die Methodik verschärft worden: Ergänzende Eigenmittel wurden abgezogen. Dabei zeigten 16 Versicherer eine reine Solvenzquote von unter 100. Drei von diesen hätten sogenanntes „ergänzendes Eigenkapital“ in Anspruch genommen, so Zielke. Dazu gehören zum Beispiel nicht eingezahltes Grundkapital und Versprechen, Nachrangdarlehen gewährt zu bekommen. Bisher hat Zielke Research Consult dieses ergänzende Eigenkapital voll anerkannt. Die zunehmende Beliebtheit bei gleichzeitiger angespannten Zinssituation aber auch der Umstand, dass es keine Gegenpositionen weder in den Solvenz- noch in den HGB-Bilanzen der Garantiegeber gibt, hat den Analysten veranlasst, in diesem Jahr „derartiges weiches Kapital nicht mehr zu berücksichtigen“.

Kennzahl mit Aussagekraft

Ausdrücklich geht Zielke auch auf die Kritik des GDV ein, dass die verwendete Kennzahl EPIFP/Eigenmittel („Erwarteter Gewinn der geschriebenen Prämien“) nur wenig Aussagekraft habe. Diese GDV-Kritik würde nach Zielkes Ansicht die gesamte Modellierung im sogenannten Standardmodell unter Solvency II infrage stellen, da inzwischen ein Großteil der Solvenz aus heutigen Annahmen für das zukünftige Geschäft bestehe. Die Kennzahl sei keine Grundlage für eine Entscheidung für oder gegen den Abschluss oder Stornierung bei einem Lebensversicherer, dennoch spiegele sie die langfristige Gewinnerwartungssituation zu einem bestimmten Zeitpunkt (31.12. des Geschäftsjahrs) dar. Wichtig sei es vor allem, dass diese Zahlen alle transparent von den Gesellschaften dargelegt werden sollten.

Investition in Aktien

Als eine Maßnahme zur Verbesserung auf Kapitalanlageseite schlägt Zielke vor, mehr in Aktien zu investieren. EIOPA, die europäische Versicherungsaufsicht, habe auf Druck der europäischen Regierungen vor einem Jahr die Möglichkeit geschaffen mittels der Nutzung von Long Term Equity Investments (LTE) die Eigenmittelbelastung von 39% auf 22% zu vermindern. Dazu müssten Versicherer sich verpflichten, Aktien langfristig zu halten. In Deutschland muss die LTEI-Kategorie aber noch umgesetzt werden. Laut Zielke bedürfe es hierzu den politischen Willen zum Wohle der Altersvorsorge.

Zur Stellungnahme der Zielke Research Consult geht es hier. (bh)

Bild: © Animaflora PicsStock – stock.adobe.com




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