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Assekuranz bAV allgemein

„Aventus erreicht mit Top-10-Vorsorgespezialist CPP neuen Meilenstein“

Mit der Beteiligung der Aventus Maklergruppe an Corporate Pension Partner CPP („CPP“) hat sich einer der letzten großen unabhängigen Vorsorgespezialisten einer familiengeführten Maklergruppe angeschlossen. Was diese Verbindung für eigenständige Makler und für die Zukunft der Mittelstandsberatung bedeutet, erläutern Aventus und CPP im AssCompact Interview.

Interview mit Simon Nörtersheuser, Geschäftsführer und Gründer der Aventus Maklergruppe, Oliver Schön, Gründer der Corporate Pension Partner CPP GmbH, und Björn-Hendrik Robens, Beiratsvorsitzender und Gesellschafter der Aventus Maklergruppe.
Herr Nörtersheuser, welche strategische Rolle spielt die Beteiligung an CPP für die weitere Entwicklung der Aventus Maklergruppe – insbesondere im Mittelstandsmarkt?

Simon Nörtersheuser Die Beteiligung an CPP ist für uns ein konsequenter strategischer Schritt. Unser Anspruch ist es, ein führender Versicherungsmakler für den deutschen Mittelstand zu sein und zwar ganzheitlich. Mittelständische Unternehmen erwarten heute nicht mehr nur Absicherung einzelner Risiken, sondern eine strategische Begleitung über alle relevanten Versicherungs- und Vorsorgethemen hinweg.

Die betriebliche Vorsorge ist dabei eines der anspruchsvollsten Felder. Mit CPP integrieren wir eines der leistungsfähigsten Vorsorgehäuser Deutschlands in unsere Gruppe. Damit schaffen wir innerhalb von Aventus ein eigenständiges, bedeutendes Kompetenzzentrum, das unseren Partnermaklern Zugang zu exzellenter Vorsorgeberatung ermöglicht – ohne eigene Spezialabteilungen aufbauen zu müssen.

Herr Schön, warum kristallisiert sich die betriebliche Vorsorge aus Ihrer Sicht zunehmend als strategische Säule für Versicherungsmakler heraus?

Oliver Schön Betriebliche Vorsorge ist längst kein Zusatzprodukt mehr. Sie ist ein zentrales Instrument für Arbeitgeber, um Mitarbeitende zu gewinnen, zu binden und wirtschaftlich sinnvoll zu vergüten. Gleichzeitig nehmen regulatorische Anforderungen, Haftungsthemen und Verwaltungsaufwand kontinuierlich zu.

Für Versicherungsmakler bedeutet das: Wer den Mittelstand ernsthaft begleiten will, muss Vorsorge professionell beherrschen. Das lässt sich heute nicht mehr „nebenbei“ erledigen.

Und welche Wachstums- und Ertragspotenziale ergeben sich daraus konkret?

OS Betriebliche Vorsorge schafft langfristige Beziehungen. Anders als Einzelverträge ist sie wesentlich komplexer, dauerhaft im Unternehmen verankert und erfordert laufende Begleitung. Das bewirkt außergewöhnlich hohe Kundenbindung – oft auf Geschäftsführungs- oder Inhaberebene.

Hinzu kommt, dass Vorsorgethemen regelmäßig weiteres Geschäft generieren: Geschäftsführerabsicherung, Nachfolge oder Vermögensstrukturierung. Für Makler ist Vorsorge daher ein Türöffner für eine umfassendere Rolle beim Kunden.

Herr Nörtersheuser, welche Lücke im bisherigen Leistungsportfolio der Aventus Gruppe wird durch CPP konkret geschlossen?

SN Viele Makler können einfache Vorsorge anbieten, nur wenige können diese auch in höherer Komplexität dauerhaft qualitativ hochwertig administrieren. CPP schließt genau diese Lücke. CPP verbindet strategische Beratung mit digitaler Verwaltung sowie der laufenden Betreuung von Arbeitgebern und Mitarbeitenden.

Für unsere Partnermakler bedeutet das: Sie bleiben zentraler Ansprechpartner ihrer Kunden und können gleichzeitig Vorsorgelösungen auf einem Niveau anbieten, das eigenständig kaum darstellbar wäre. Dadurch wird echte 360-Grad-Beratung möglich.

Herr Robens, ist der Einstieg bei CPP eher als Kompetenzaufbau zu sehen oder als Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit im Konsolidierungsumfeld?

Björn-Hendrik Robens Wir wollen führend bei der Beratung des deutschen Mittelstands sein und die fachlich führenden Köpfe der Branche unter unserem Dach vereinen.

Wir glauben, dass unser Familienkapital das stabile Fundament für die strategische Beratung von mittelständischen Unternehmen und für die langfristige Partnerschaft mit unseren Produktpartnern ist.

Mit Oliver Schön haben wir eine der führenden Persönlichkeiten und Taktgeber der Branche für uns gewinnen können. Mit seiner CPP stärken wir sowohl unsere fachliche Tiefe als auch die Wettbewerbsfähigkeit unserer Aventus Maklergruppe insgesamt.

Herr Schön, CPP gilt als einer der letzten großen unabhängigen Vorsorgespezialisten. Was war ausschlaggebend für den Anschluss an die Aventus Maklergruppe?

OS Die entscheidende Frage für mich war: Wer ist der richtige Partner für unsere Kunden und meine Mitarbeiter? Es ging mir also um nichts weniger als den langfristigen Heimathafen und Wachstumspartner für unser Haus.

Von der ersten Stunde unserer Gespräche mit Björn-Hendrik Robens und Simon Nörtersheuser hatte ich das Gefühl, mit langfristigen, echten Partnern zu sprechen. Da ich weiterhin wesentlich beteiligt bin, war es für mich entscheidend, über gemeinsame Qualitätsvorstellungen, die Bedürfnisse unserer Kunden zu sprechen und gemeinsame Pläne für die Zukunft zu entwickeln.

Mit Aventus haben wir einen Partner gefunden, der sowohl Vorsorge als strategisches Feld sieht als auch über ein großes Netz von starken regionalen und unternehmerisch denkenden Maklerhäusern verfügt, mit denen wir gemeinsam viel erreichen können.

Herr Schön, wo sehen Sie die aktuellen Herausforderungen für Unternehmen im Hinblick auf die betriebliche Vorsorge? Was kann CPP in diesem Zusammenhang bieten?

OS Die aktuelle gesellschaftliche und politische Diskussion über Demografie, Gesundheit und Rente zeigt uns deutlich, dass es hier viel Verunsicherung und daraus resultierenden Handlungsbedarf gibt. Arbeitgeber und deren Mitarbeitende brauchen Partner an ihrer Seite, die professionelle Konzepte erstellen und so die Komplexität dieser Themen auflösen.

Die verschiedensten Beratungsleistungen, die wir bei CPP anbieten können, bieten für jeden einen Mehrwert. Wir konzeptionieren mit dem Management unserer Kunden branchenangepasste und bedarfsgerechte Lösungen, unterstützen den Bereich HR /Payroll, um hier eine bAV-freie Zone zu schaffen und sorgen mit unserem Consultant-Team für passgenaue digitale Beratungen der Mitarbeitenden unserer Kunden, die keine Fragen offenlassen.

Welche Rolle wird die betriebliche Vorsorge künftig innerhalb der Aventus Gruppe spielen?

SN Betriebliche Vorsorge wird ein tief verankertes Kompetenzfeld innerhalb der Gruppe. Unser Ziel ist klar: Jeder Aventus-Makler soll seinen Mittelstandskunden Zugang zu exzellenter Vorsorgeberatung bieten können.

Damit schaffen wir ein Leistungsniveau, das am Markt deutlich differenziert und für Wettbewerber zunehmend schwer erreichbar wird.

Wie war die Reaktion in Ihrem Haus auf die Partnerschaft mit Aventus?

OS Meine Mitarbeiter sind der erweiterte Teil meiner Familie. Ich bin sehr stolz auf das, was wir in den letzten Jahren gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern erreicht haben. Deshalb war es entscheidend für mich, wer zu uns und unserer Kultur passt.

Die Eigentümer von Aventus sind ebenfalls Unternehmer wie ich und keine Konsolidierer. Bei Aventus stehen ebenfalls die Mitarbeiter und Kunden im Mittelpunkt. Hier entsteht ein besonderes Unternehmen. Das haben auch meine Mitarbeiter gespürt und freuen sich daher sehr auf die Partnerschaft.

Herr Robens, CPP bleibt unternehmerisch eigenständig und Herr Schön bleibt an Bord. Welche Vorteile bietet dieses Modell?

BHR Zunächst zeigt die Partnerschaft mit Oliver Schön und seinem Team, dass unser Konzept, mit Familienkapital einen deutschlandweit führenden Makler für den deutschen Mittelstand aufzubauen, funktioniert und Top-Unternehmer anspricht. Oliver Schön bleibt zudem nicht nur an Bord, sondern ist auch weiterhin wesentlicher Gesellschafter.

Unternehmerische Partnerschaft und Eigenständigkeit sichern Verantwortung und Qualität. Die Entscheidungen werden weiterhin von den Menschen getroffen, die den Vorsorgemarkt seit Jahren prägen. Die Entscheidung von Oliver Schön zeigt Vertrauen in uns, unsere Philosophie und unsere gemeinsame Stärke.

Zum Abschluss: Welche Anforderungen stellen sich künftig an Makler, die den Mittelstand ganzheitlich begleiten wollen?

BHR Das Umfeld für unternehmerische Kunden der Makler ist viel herausfordernder geworden. Meine Partner, die Familie Goldbeck, und ich sind selbst Unternehmer und wir kennen die Perspektive unserer Kunden gut. Unsere Kunden müssen heute schneller auf Veränderungen und Risiken reagieren und benötigen für diese komplexen Fragestellungen einen Partner, der mit Kompetenz und Langfristigkeit berät.

Wir bieten mit der Aventus Gruppe beides: tiefgreifende Lösungskompetenz und Langfristigkeit mit unserem zu 100% in Familienhand befindlichen Unternehmen. Damit haben wir die ideale Basis, um gemeinsam mit anspruchsvollen Maklerunternehmen und unternehmerischen Maklern ein besonderes Unternehmen aufzubauen, bei dem der Kunde und das Team großgeschrieben werden.

Lesen Sie auch: „Man darf die Nachfolge nicht unterschätzen“
 
Ein Interview mit
Oliver Schön
Simon Nörtersheuser
Björn-Hendrik Robens

Schadet die Reform der privaten Altersvorsorge der bAV?

Der Bundesrat hat am 08.05.2026 die private Altersvorsorgereform endgültig beschlossen. Das sieht nicht jeder positiv. Auf der Jahrestagung der aba Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung in Berlin wird befürchtet, dass die Reform der bAV sogar schaden könnte.

Bei der privaten Altersvorsorge in Deutschland weht ab Januar 2027 ein frischer Wind, denn das Altersvorsorgedepot ist beschlossene Sache. Darin gibt es nun die Möglichkeit, auch ohne Garantien und ohne Versicherungsmantel am Kapitalmarkt zu investieren. Und es herrscht außerdem Entscheidungsfreiheit, ob man einen Auszahlplan bis zum 85. Lebensjahr oder eine Leibrente beziehen möchte.

Dass die Reform in der Versicherungsbranche kontrovers diskutiert wird, ist nichts Neues, Kostendeckel und Zillmer-Verbot sind hier die primären Stichworte. Aber auch aus Sicht der betrieblichen Altersversorgung scheint es Bedenken zu geben. So gibt es einige Statements von Beate Petry, der Vorstandsvorsitzenden der aba Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e. V., in denen Petry auf der aba-Jahrestagung 2026 in Berlin den Konflikt zwischen der bAV und der neu konzipierten pAV aufzeigt.

Kritik an pAV-Reform

Die Reform der privaten Altersvorsorge bewertet Petry deutlich kritisch, so verkündet die aba in einer Pressemitteilung zur Veranstaltung. Der starke Fokus auf ETF-Sparen und die Abkehr vom Leitbild der lebenslangen Leistung setzten aus ihrer Sicht falsche Anreize und verschieben Risiken in die Auszahlungsphase: „Das Gesetz fördert keine nachhaltige Altersvorsorge, sondern eher die Vermögensbildung – eine Art Konsumfinanzierung auf Zeit“, so Petry. Zudem warnt sie vor Fehlsteuerungen im Gesamtsystem. Wenn Förderung und politische Kommunikation den Eindruck erwecken, kurzfristiger Vermögensaufbau sei Altersvorsorge, drohe das Vertrauen in kollektive, langfristig angelegte bAV-Lösungen zu leiden. „Die Neugestaltung der Rahmenbedingungen für die Förderung der privaten Altersvorsorge wird die betriebliche Altersversorgung nachhaltig beschädigen“, so ihr Fazit.

Für die kommenden Reformschritte fordert Petry einen säulenübergreifenden Blick mit einer klaren Stoßrichtung hin zu mehr kapitalgedeckter Vorsorge, praxistauglich und kollektiv ausgestaltet. „Die betriebliche Altersversorgung muss Vorfahrt bekommen vor der Vermögensbildung mit befristeten Auszahlungsplänen“, fordert Petry. (mki)

Lesen Sie auch: Altersvorsorgedepot beschlossen: Wo stehen die Produktgeber?
 

Betriebliche Versorgung im Mittelstand: bKV wird wichtiger

Im Wettbewerb um Fachkräfte bleibt die betriebliche Vorsorge von hoher Relevanz, hält die ALH Gruppe in einer von forsa durchgeführten Studie fest. Die bAV bleibt Standard mit deutlich Luft nach oben, während die bKV an Bedeutung gewinnt. Viele KMU nutzen die Möglichkeiten allerdings noch nicht voll aus.

Die betriebliche Vorsorge bleibt ein zentraler Baustein im Wettbewerb um Fachkräfte, wird jedoch von vielen mittelständischen Unternehmen noch nicht voll ausgeschöpft. Das zeigt die aktuelle, repräsentative Studie der ALH Gruppe in Zusammenarbeit mit forsa. Die Untersuchung knüpft an die Erhebung aus dem Jahr 2024 an und erweitert den Fokus erstmals um die betriebliche Krankenversicherung (bKV).

Stabile Trends

Die Ergebnisse zeigen im Zeitvergleich eine „bemerkenswerte Kontinuität“, so die ALH. Die Bedeutung klassischer Benefits zur Mitarbeitergewinnung und -bindung bleibt weitgehend stabil. Zusätzliche Vergütungen führen weiterhin das Ranking an, während die betriebliche Altersversorgung (bAV) im oberen Mittelfeld rangiert. Rund 72% der befragten Unternehmen halten sie für wichtig. Gleichzeitig zeigt sich eine Lücke zwischen Bedeutung und Umsetzung einzelner Benefits, insbesondere bei neueren Angeboten wie der bKV.

bAV: Etabliert, aber mit ungenutztem Potenzial

Die bAV ist im deutschen Mittelstand fest verankert. Ihr Nutzen wird vor allem in einer höheren Arbeitgeberattraktivität sowie einer stärkeren Mitarbeiterbindung gesehen, so die ALH. Gleichzeitig bleibt ihr strategisches Potenzial vielfach ungenutzt: In rund 40% der befragten Unternehmen nutzen weniger als ein Viertel der Beschäftigten die Entgeltumwandlung, und über die Hälfte der Arbeitgeber beschränkt sich beim Zuschuss auf den gesetzlichen Mindestanteil von 15%.

BU: Bei einem Drittel der Unternehmen etabliert

Ein Drittel der Unternehmen bietet im Rahmen der bAV bereits die Möglichkeit, eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung abzuschließen. Damit besteht ein erhebliches Potenzial, die betriebliche Versorgung um einen wichtigen biometrischen Schutz zu erweitern. Insbesondere die Kombination aus Altersvorsorge und Absicherung der Arbeitskraft kann die Attraktivität der bAV weiter steigern und den Nutzen für Mitarbeitende deutlich erhöhen.

bKV: Wachsender Benefit mit großem Interesse

Erstmals untersucht die Studie auch die arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung. Aktuell bietet sie gut ein Viertel der Unternehmen an. Gleichzeitig halten bereits 40% diesen Benefit für wichtig. Hallesche-Vorständin Wiltrud Pekarek: „Die betriebliche Krankenversicherung befindet sich klar in einer Wachstumsphase. Das Interesse der Unternehmen ist deutlich größer als die aktuelle Verbreitung. Hier sehen wir in den kommenden Jahren erhebliches Ausbaupotenzial.“

Während 60% der befragten Unternehmen keine rein arbeitgeberfinanzierte bAV anbieten, zeigt sich bei der bKV ein anderes Bild: Trotz ihrer noch geringen Verbreitung ist der Anteil arbeitgeberfinanzierter Angebote unter den befragten Unternehmen bereits vergleichsweise hoch. Das deutet laut ALH darauf hin, dass Unternehmen neue Benefits wie die bKV stärker als vollständig finanzierte Zusatzleistung positionieren, während die bAV häufig noch im Rahmen der Entgeltumwandlung umgesetzt wird.

bAV und bKV im Vergleich: Vorsorge gewinnt insgesamt an Bedeutung

Die große Mehrheit der Unternehmen geht davon aus, dass betriebliche Vorsorgelösungen künftig weiter an Bedeutung gewinnen werden. 90% erwarten insgesamt eine steigende Relevanz. Bei der konkreten Präferenz sehen viele Unternehmen weiterhin die bAV vorn. Gleichzeitig zeichnet sich ab, dass beide Systeme künftig stärker parallel genutzt werden könnten.

Fazit: Mehr strategische Nutzung notwendig

Die Studie macht deutlich: Während die bAV im Mittelstand etabliert ist und die bKV zunehmend an Bedeutung gewinnt, schöpfen viele Unternehmen die Möglichkeiten betrieblicher Versorgung noch nicht vollständig aus, heißt es von der ALH. Insbesondere eine stärkere Arbeitgeberfinanzierung und eine strategische Einbindung in das Benefit-Portfolio könnten die Wirkung auf Mitarbeitergewinnung und -bindung deutlich erhöhen.

Betriebliche Vorsorge als Teil der Lösung

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gewinnen betriebliche Versorgungssysteme weiter an Bedeutung. Christoph Bohn, Vorstandsvorsitzender der ALH Gruppe, betonte zuletzt beim Bilanz-Pressegespräch, dass umlagefinanzierte Sozialsysteme zunehmend an ihre Grenzen stoßen.

Betriebliche Lösungen könnten hier schnell und mit großer Reichweite zur Entlastung beitragen. Voraussetzung dafür seien leistungsfähige Serviceangebote der Versicherer, etwa digitale Firmenkundenportale, die eine einfache und effiziente Verwaltung ermöglichen.

Zugleich richtet Bohn einen Appell an die Politik: „Mit bAV und bKV haben wir gut funktionierende Lösungen zur Stärkung des Vorsorgeniveaus der Bürger. Mit den erforderlichen politischen Impulsen ließe sich die Verbreitung deutlich erhöhen.“ (mki)

 

Die Bayerische feilt an ihrer bAV

Die Bayerische stellt ihre bAV neu auf – mit neuen Absicherungsoptionen, wählbaren Garantien und einer größeren Fondsauswahl. Zudem lassen sich die Beiträge über die Laufzeit flexibel anpassen. Des Weiteren bietet die Bayerische eine BU-Beitragsbefreiung ohne Gesundheitsprüfung.

Bei der Weiterentwicklung ihrer betrieblichen Altersversorgung (bAV) setzt die Bayerische auf Nachhaltigkeit sowie auf Flexibilität, um modernen Erwerbsbiografien Rechnungen zu tragen. Neben neuen Absicherungsoptionen, wählbaren Garantien und einer größeren Auswahl nachhaltiger Fonds hat der Versicherer die bAV dahingehend angepasst, dass sie über die gesamte Laufzeit flexibel bleibt – von dynamisch wachsenden Beiträgen über Lösungen für Einkommenspausen bis hin zu einer verlängerbaren Ansparphase. Ziel ist laut der Versicherungsgruppe die Bayerische eine bAV, die sich über Jahrzehnte hinweg an verschiedene Lebenssituationen anpasst.

Kern der neuen bAV-Generation bleiben die Produktwelten „bAV Blue Invest“ mit nachhaltiger Ausrichtung, „bAV Hallo Zukunft“ als wertpapierorientierte Lösung sowie die „KlassikRente bAV“ mit Anlage im Sicherungsvermögen. Alle Varianten sind weiterhin als Direktversicherung und als Rückdeckungsversicherung für Unterstützungskassen verfügbar – jeweils gezillmert und ungezillmert.

Flexible Beitragsgestaltung über die Laufzeit

Zu den Neuerungen der bAV-Generation 2026 zählt die Möglichkeit einer flexiblen Anpassung der Beiträge – prozentual oder automatisch entlang der Beitragsbemessungsgrenze. Zuzahlungen und Fondsumschichtungen sind jederzeit möglich. Für Phasen mit geringerem Einkommen stehen geregelte Optionen wie Beitragspausen, Beitragsfreistellung oder Stundungen zur Verfügung.

Optionale BU-Beitragsbefreiung ohne Gesundheitsprüfung

Erstmals bietet die Bayerische in „bAV Blue Invest“ und „bAV Hallo Zukunft“ eine optionale Beitragsbefreiung bei Berufsunfähigkeit ohne Gesundheitsprüfung an. Nach einer Wartezeit von drei Jahren, die bei Unfall entfällt, wird die Altersvorsorge auch bei längerer Berufsunfähigkeit fortgeführt. Eine vereinbarte Dynamik bleibt dabei erhalten.

Größere Fondsauswahl

Die „bAV Blue Invest“ bietet nun eine ausgeweitete Auswahl an Fonds. Neben nachhaltigen Sachwerte-Fonds stehen künftig auch nachhaltige (also nach Artikel 8 oder Artikel 9 der Offenlegungsverordnung klassifiziert) Publikumsfonds sowie ein gemanagtes nachhaltiges Portfolio zur Verfügung.

Weitere Anpassungen

Anstelle eines festen Garantieniveaus gibt es bei der neuen Produktgeneration Beitragsgarantien zwischen 50 und 80%. Neu eingeführt hat die Bayerische zudem ein Ablaufmanagement, das Marktrisiken kurz vor Rentenbeginn noch effektiver reduziert. Der erreichte Vertragswert wird schrittweise abgesichert: zu Beginn mit 80%, dann erhöht sich der Sicherungsanteil jährlich um fünf Prozentpunkte. Ziel sei laut dem Versicherer, Renditechancen zu nutzen und gleichzeitig das Risiko ungünstiger Marktzeitpunkte zu begrenzen.

Auch künftig setzt die Bayerische auf eine differenzierte Hochrechnung. Der Sicherungsanteil wird mit der aktuell deklarierten Verzinsung dargestellt, der Fondsanteil mit einer unterstellten Wertentwicklung. Sicheres und chancenorientiertes Kapital werden damit klar getrennt ausgewiesen. Als neue Option bietet der Versicherer eine gemeinsame Hochrechnung, bei der beide Anteile einheitlich modelliert werden für zusätzliche Vergleichbarkeit.

Mehr Flexibilität in der Leistungsphase

Auch in der Leistungsphase bietet die neue bAV-Generation mehr Flexibilität. Neu geregelt und gebündelt sind Optionen wie lebenslange Rente, Kapitalauszahlung sowie eine Teilkapitalisierung von bis zu 30%. Zudem gibt es Möglichkeiten für Zuzahlungen, Fondswechsel und Lösungen bei Zahlungsschwierigkeiten wie Beitragspausen oder Stundungen. (tik)

News zu weiteren neuen Produkten und Anpassungen finden Sie in unserer Rubrik Assekuranz.
 

Altersarmut? Galadinner!

Die bAV muss von der Vermittlerschaft aus einer neuen Perspektive gedacht werden, meint Cordula Vis-Paulus: von den „Rändern“ der Gesellschaft, denen die Altersarmut droht. Genau diese Gruppe sollte auch am „Galadinner“ der Altersvorsorge teilhaben und nicht nur von außen zuschauen.

Ein Kommentar von Versicherungsmaklerin und bAV-Expertin Cordula Vis-Paulus

Der 50-Euro-Vertrag ist das Aspirin der Altersvorsorge. Prickelt kurz, der Schmerz ist weg. Doch eine resiliente Gesellschaft braucht weniger Aspirin und mehr Holistik: neue Fragen, wirksamere Antworten. Also: Wie wird die bAV für Randgruppen zum heim­lichen Systemretter?

Rente, brennender Zukunftsnerv – die Junge Union hat es uns allen gezeigt. Den Kanzler haben sie unter Hochdruck an die Renten­reform getrieben. Was daraus wird? Zweifel sind erlaubt. Braucht es in der Altersvorsorgeberatung ein radikales Umdenken? Weg vom wohligen Durchschnitt hin zu den Rändern, an denen Armut, Überforderung und strukturelle Ungleichheit sichtbar werden?

Weg vom Durchschnitt hin zu den Rändern

Nicht der Durchschnittsverdienst entscheidet über die Stabilität des Systems, sondern diejenigen, die trotz jahrzehntelanger Arbeit auf eine Rente unterhalb der Armutsgrenze zusteuern. Wer unter etwa 3.500 Euro brutto verdient, bewegt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit in Richtung Altersarmut – auch bei langer Erwerbsbiografie. Besonders betroffen sind Teilzeitkräfte, Geringverdienende, Beschäftigte in kleinen Betrieben und schwachen Regionen, Menschen mit Sprachbarrieren und ohne starke Interessenvertretung. Sie alle sind die „Ränder“, die im Beratungsalltag zu oft unsichtbar bleiben – und später die Staatskasse mit Grundsicherung, Wohngeld und Co. sowie höheren Gesundheits- und Pflegeausgaben massiv belasten.

Die unterschätzte Gruppe der Teilzeit-Mütter

Die teilzeitberufstätige Mutter steht sinnbildlich für diese stille Mehrheit. Sie macht nur rund 20% der beschriebenen Gruppe aus, ist aber ein Brennglas für strukturelle Schieflagen: jahrzehntelange Teilzeit, geringere Löhne, begrenzte Aufstiegschancen – und am Ende eine Rente, von der allein man kaum existieren kann. Viele von ihnen werden später nicht nur auf ergänzende staatliche Leistungen angewiesen sein, sondern auch überproportional Gesundheits- und Pflegekosten verursachen, weil ein Leben lang finanzielle Unsicherheit Spuren hinterlässt. Wer wissen will, wer von „Altersarmut plus Stütze“ leben muss, darf sich nicht an Durchschnittswerten orientieren, sondern muss genau auf diese Ränder schauen.

Warum klassische Privatvorsorge hier versagt

Maklerinnen und Makler brauchen zahlungskräftige Kundschaft, um wirtschaftlich arbeiten zu können – das ist legitim. Doch genau die beschriebenen Gruppen gehören meist nicht dazu: niedrige Einkommen, kaum Spielraum im Budget, geringe Finanzbildung, wenig Zugang zu Anlage- und Investmentthemen. Privat finden sie selten den Weg in tragfähige Vermögensbildung, selbst wenn der Wille vorhanden wäre. Klassische Privatvorsorge sortiert damit ausgerechnet diejenigen aus, bei denen der Vorsorgebedarf am höchsten ist – mit fatalen Folgen für Betroffene und für den Staatshaushalt.

Die bAV als Galadinner – nicht als Fast Food

Betriebliche Altersvorsorge – die vielleicht einzige Vorsorgeform, die für die Gesellschaft wirklich den Unterschied machen kann?! Weil sie alle Beschäftigten erreichen könnte. Die „Menükarte“ der „bAV und Benefits“ muss einen ganzheitlichen Blick auf das Leben der Menschen ermöglichen:

  • Sie muss Teilzeiteinkommen und knappe Budgets berücksichtigen und gleichzeitig den massiv erhöhten Vorsorgebedarf durch Teilzeit abfedern.
  • Sie muss Sprach- und kognitive Hürden ernst nehmen, verständliche Angebote machen und Orientierung geben.
  • Sie muss zeigen, dass unterschiedliche Lebenslagen – Mütter, Väter, Migrantinnen und Migranten, Fachkräfte in körperlich anstrengenden Jobs, High Performer – bewusst mitgedacht wurden.

Menükarte: Der „Gruß aus der Küche“ holt alle ab – wie wäre es mit einem arbeitgeberfinanzierten Grundbaustein à la § 100 EStG? Bei den nächsten Gängen jubeln die Geschmacksknospen: knackige Rentenbausteine nachhaltig auf ETF-Essenz, ein Crunch an Invaliditätsschutz, zarte Pflegekomponenten, frische Gesundheitsakzente und ein sattes Plus an finanzieller Resilienz. Betriebliche Altersvorsorge ist wie ein Galadinner: alles drin, was das Leben stark macht – und gleichzeitig so angerichtet, dass man gar nicht anders kann, als begeistert Platz zu nehmen.

Alle sind eingeladen: Mütter, Manager, Leader, Akademiker, Abfall­entsorger, Dachdecker, Autoschrauber, Zimmer­leute. So sollte es sein. Faktisch aber ist es in Deutschland anders: Fast die Hälfte der Menschen hat weder eine bAV noch ein alterna­tives Ruhestandsdepot – sie stehen buchstäblich vor der Tür und schauen auf ein Fest, zu dem sie nie eine Einladung bekommen haben. Und die andere Hälfte zahlt oft viel zu wenig für ihr „Gala­dinner“: Wer für den halben Preis – etwa mit Bei­trägen von 130 Euro bei Männern und 98 Euro bei Frauen – antritt, bekommt am Ende eher Fast Food als eine ausge­wogene, tragfähige Altersversorgung.

 

Altersarmut? Galadinner!

 

Alle mitdenken!

Eine verantwortungsvolle „bAV- und Benefits-Menükarte“ betrachtet den Menschen als Ganzes – in seinem familiären, gesundheitlichen, beruflichen und kulturellen Umfeld. Angebote müssen als sinnstiftend, erleichternd, zuversichtlich, gesundheitsbewahrend und -fördernd erlebbar sein. Es geht nicht nur um Produkte, sondern um psychologische Sicherheit: „Hier werde ich auch als Mensch gesehen: Alles zusammen gibt mir das die Sicherheit, die ich mir und meiner Familie wünsche.“ Genau das macht den Unterschied für Frauen, für Teilzeitkräfte, für Care-­Verantwortliche und für all jene, die sonst durch das Raster fallen. Noch was: Wir brauchen mehr Beraterinnen als Rolemodels über alle drei Schichten: von der Vorspeise bis New York Super Fudge Chunk.

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bavonline und J2M arbeiten zusammen

Die bavonline gmbh und J2M GmbH haben eine Kooperation bekannt gegeben. Die bavonline gmbh kann damit ihr Leistungsangebot im Bereich der Leadgenerierung erweitern und in Zukunft auch professionelle Telefonterminierungen anbieten.

Die bavonline gmbh hat eine Partnerschaft mit der J2M GmbH bekannt gegeben. Damit erweitert das Unternehmen sein Leistungsangebot im Bereich der Leadgenerierung. Die bavonline gmbh bietet die Software-Tools bav|guard für die betriebliche Altersversorgung (bAV) und die betriebliche Krankenversicherung (bKV) sowie twoforty für die digitale Leadakquise an. Mit der neuen Partnerschaft wird es künftig auch professionelle Telefonterminierungen geben.

Versicherungsvermittler und Finanzdienstleister erhalten damit zu attraktiven Konditionen qualifizierte Telefontermine, heißt es von bavonline. Die telefonische Ansprache umfasst Themen rund um die Digitalisierung der bAV, der bKV sowie ergänzend Sachversicherungslösungen. Mit der Erweiterung des Angebots möchte bavonline die Vertriebsunterstützung für Vermittler im Gewerbekundensegment stärken. (lg)

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Die Stuttgarter: Per Protoschill folgt auf Dr. Henriette Meissner

Wechsel an der Spitze der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH: Dr. Henriette Meissner gibt den Staffelstab an Per Protoschill weiter. Die bAV-Expertin geht nach über 20 Jahren bei der Stuttgarter in den Ruhestand. Protoschill übernimmt nun die operative Gesamtverantwortung in der Geschäftsführung der GmbH.

Dr. Henriette Meissner verabschiedet sich nach mehr als zwei Jahrzehnten Engagement für Die Stuttgarter und die betriebliche Altersversorgung (bAV) in den Ruhestand. Sie verlässt das Unternehmen zum 31.12.2025, nachdem sie seit dem Jahr 2005 Teil der Stuttgarter war. Zudem war sie bis zuletzt als Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH und Generalbevollmächtigte für die bAV der Stuttgarter Lebensversicherung a.G. tätig.

Ihr Nachfolger wird Per Protoschill, der bereits seit April 2024 gemeinsam mit Meissner die Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH leitete. Ab dem 01.01.2026 übernimmt Protoschill nun die operative Gesamtverantwortung in der Geschäftsführung der GmbH.

Meissner gilt als bAV-Expertin, die die Position der Stuttgarter als Anbieter von Vorsorgelösungen maßgeblich mitgeprägt hat. Unter anderem war sie laut Unternehmen eine zentrale Figur in der Weiterentwicklung moderner Vorsorgekonzepte sowie in der Verbesserung der Beratungsunterstützung und der professionellen Qualifizierung von Vermittlerinnen und Vermittlern. „Henriette Meissner hat Die Stuttgarter fachlich wie menschlich bereichert und entscheidend dazu beigetragen, dass wir heute als anerkannter bAV-Spezialist gelten“, so Dr. Guido Bader, Vorstandsvorsitzender der Stuttgarter. „Mit ihrer Fachlichkeit, Beharrlichkeit und Orientierung an praktischer Umsetzbarkeit hat Frau Meissner maßgebliche Standards bei uns und in der Branche gesetzt.“

Auch in der Branche ist Meissner bekannt: Als Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung (aba) und Leiterin der Fachvereinigung Unterstützungskassen brachte sie viele Jahre entscheidende Praxisimpulse in politische und regulatorische Weiterentwicklungen ein, wie es vom Versicherer heißt. Zudem rief sie den Stuttgarter bAV-Preis ins Leben, der seit dem Jahr 2012 Abschlussarbeiten im Rahmen des Studiengangs Betriebswirt/-in bAV der Hochschule Koblenz prämiert. Sie war überdies als Dozentin im Studiengang bAV-Betriebswirt und Leiterin des Fachkreises bAV bei der Deutschen Maklerakademie (DMA) sowie als Mitherausgeberin des Kompass bAV und Vorsorge aktiv. „Mir war es immer wichtig, dass gute Lösungen in der bAV nicht nur auf dem Papier funktionieren, sondern die Menschen wirklich erreichen. Daran mitzuwirken und Wissen zu teilen, hat mich stets motiviert“, sagt Meissner. (lg)

Lesen Sie auch: Zum aktuellen Stand und zur Zukunft der bAV
News über weitere personelle Veränderungen in der Finanz- und Versicherungsbranche lesen Sie in der Rubrik „Personen“.

Bild: © Stuttgarter

 

Die Versicherer mit der größten bAV-Expertise

MORGEN & MORGEN hat zum ersten Mal die Expertise der Lebensversicherer im Bereich betriebliche Altersvorsorge unter die Lupe genommen. Das neue Rating bewertet die fachliche, technische und prozessuale Stärke der Anbieter. Achtmal haben die Experten die Höchstnote vergeben.

Das Analysehaus MORGEN & MORGEN hat erstmals untersucht, welche Lebensversicherer wie kompetent im Bereich betriebliche Altersvorsorge (bAV) sind. Die bAV gewinnt angesichts demografischer Veränderungen, Fachkräftemangel und wachsender regulatorischer Anforderungen immer weiter an Bedeutung. Mit der Verabschiedung des Zweiten Betriebsrentenstärkungsgesetzes durch den Bundestag Anfang Dezember erhofft sich die Bundesregierung, mehr Menschen für die bAV zu gewinnen – sollte der Bundesrat zustimmen, könnte das Gesetz bereits zum Jahreswechsel in Kraft treten. Zudem bringt das neue Jahr weitere wichtige Änderungen in der bAV.

Beratung im Bereich bAV ist komplex

Die bAV gilt als eines der komplexesten Beratungsfelder in der Versicherungswirtschaft. Vor diesem Hintergrund haben die Analysten das erste bAV-Expertise-Rating veröffentlicht, welches die fachliche, technische und prozessuale Stärke der Versicherer systematisch bewerten soll. „Die bAV erfordert weit mehr als gute Tarife“, erklärt Thorsten Saal, Bereichsleiter Rating und Mathematik bei MORGEN & MORGEN. „Arbeitgeber brauchen verlässliche Partner, die fachlich stark aufgestellt sind und sie sicher durch komplexe rechtliche, steuerliche und prozessuale Themen führen.“

Rating bewertet bAV-Leistungsfähigkeit in fünf Bereichen

Das Rating bewertet die Leistungsfähigkeit der Anbieter im bAV-Geschäft anhand von den fünf zentralen Komponenten Bestand, Produkte, Allgemein, Beratung und Vertrieb sowie Verwaltung. Die Teilnahme am Rating ist für die Versicherer freiwillig. Um teilzunehmen, müssen sie einen detaillierten und umfangreichen Fragebogen beantworten, der eine Abstimmung über mehrere Fachbereiche hinweg benötigt und eine hohe zeitliche Anforderung an die Teilnehmer stellt, erklärt MORGEN & MORGEN.

Für das Erstrating haben 13 Versicherer alle Anforderungen für die Teilnahme erfüllt. Die fehlende Teilnahme weiterer Anbieter sei in erster Linie auf den erforderlichen Ressourceneinsatz zurückführen und erlaube keine Rückschlüsse auf deren bAV-Expertise.

Diese Versicherer erhalten im Erstrating die Höchstnote

Der erste Jahrgang zeigt ein durchgehend hohes Bewertungsniveau. Das ließe sich vor allem darauf zurückführen, dass gerade Versicherer mit einem starken bAV-Fokus bereit waren, sich der Analyse zu unterziehen. So können 8 der 13 Teilnehmer die Höchstbewertung von fünf Sternen erhalten. Das sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Allianz
  • Alte Leipziger
  • BL die Bayerische
  • ERGO Vorsorge
  • Stuttgarter
  • Swiss Life
  • Württembergische
  • WWK

Die restlichen fünf Teilnehmer erreichen die zweitbeste Bewertung von vier Sternen:

  • Canada Life
  • Continentale
  • Gothaer
  • LVM
  • VOLKSWOHL BUND

Die Ergebnisse und die Ratingdokumentation sind auf der Website von MORGEN & MORGEN verfügbar. (js)

 

 

Die bAV-Anbieter mit dem besten Maklerservice

Service ist im Zusammenspiel von Versicherern und Vermittlern von großer Bedeutung. Die Studie „AssCompact AWARD – Maklerservice 2025“ beleuchtet in verschiedenen Sparten die Favoriten der Vermittler in Sachen Maklerservice – darunter auch die bAV-Anbieter, die in diesem Bereich punkten.

 
von
 

PSVaG setzt Beitragssatz für 2025 auf 1,2 Promille fest

Steigende Insolvenzen und ein höheres Schadenvolumen sorgen dafür, dass der PSVaG den Beitragssatz für 2025 deutlich anhebt. Dank verschiedener entlastender Faktoren konnte der Anstieg aber unterhalb des Durchschnittswertes abgefedert werden.

Der Pensions-Sicherungs-Verein VVaG (PSVaG) in Köln hat in der vergangenen Woche den Beitragssatz für das Jahr 2025 auf 1,2 Promille festgelegt. Im Vorjahr lag er noch bei 0,4 Promille.

Die Schutzeinrichtung für die betriebliche Altersversorgung, der rund 105.400 Unternehmen angehören, begründet den Anstieg mit der seit 2022 kontinuierlich steigenden Zahl an Unternehmensinsolvenzen. Neben der Zunahme der Insolvenzen ist auch das Schadenvolumen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen.

Bereits im Juli hatte der PSVaG einen Beitragssatz für 2025 unterhalb des Zehnjahresdurchschnitts von 1,9 Promille in Aussicht gestellt. Dank entlastender Effekte aus dem insgesamt freundlichen Kapitalmarktumfeld sowie der Auflösung der Rückstellung für Beitragsrückerstattung aus dem Vorjahr konnte nun ein Satz von 1,2 Promille festgesetzt werden. Durch den Beitragssatz von 1,2 Promille und die gemeldete Beitragsbemessungsgrundlage von 402 Mrd. Euro ergibt sich für dieses Jahr ein Beitragsvolumen der Mitgliedsunternehmen von rund 482 Mio. Euro. Im Vorjahr lag es noch bei 157 Mio. Euro.

Wie der PSVaG zudem mitteilt, ist für Zusagen über Pensionskassen in diesem Jahr letztmalig ein zusätzlicher Beitrag zu entrichten. Dieser dient der Dotierung des Ausgleichsfonds und beträgt 1,5 Promille der jeweiligen Beitragsbemessungsgrundlage für Pensionskassenzusagen. (bh)