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Assekuranz bAV allgemein

bAV-Beratung mit Weitsicht: keine reine Produktplatzierung

Die Gesellschafter-Geschäftsführung ist eine interessante Zielgruppe für die Maklerschaft. Vermittler können sich dort als kompetente Berater positionieren. Hoch im Kurs steht die bAV. Doch das Produkt ist am Ende nur ein Teil der Gesamtlösung, weiß die Württembergische.

Ein Artikel von Dr. Björn Achter, Leiter Firmenkunden Leben bei Württembergische Lebensversicherung AG

In der bAV stellt besonders die Gesellschafter-Geschäftsführung (GGF) eine interessante Zielgruppe für die Maklerschaft dar. Dennoch ist der Kreis der Gesellschafter-Geschäftsführerinnen und -Geschäftsführer eine in der jüngsten Vergangenheit eher weniger beachtete Kundengruppe. Die Reformen und Gesetze der jüngeren Vergangenheit, z. B. das Betriebsrentenstärkungsgesetz, fokussierten sich auf die Bedürfnisse der Belegschaften. Umso wichtiger ist es, dass Vermittlerinnen und Vermittler sich ganz gezielt der GGF-Versorgung zuwenden.

Für Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer stehen stets das eigene Unternehmen und dessen Erfolg im Mittelpunkt und so gerät die persönliche Absicherung oftmals in den Hintergrund. Doch das birgt Risiken: Einkommen oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze wird für die gesetzliche Rentenversicherung nicht berücksichtigt, sofern überhaupt eine Sozialversicherungspflicht vorliegt. Auch bei jahrelanger Beitragszahlung kann es passieren, dass im Leistungsfall kein Anspruch auf Erwerbsminderungsrente besteht. Versorgungslücken müssen daher selbst mit einer Absicherung geschlossen werden. Diese Situation sollten Vermittlerinnen und Vermittler als Chance sehen, sich als kompetente Berater zu positionieren und die Kunden mit bedarfsgerechten und maßgeschneiderten Lösungen zu überzeugen. Doch was ist das geeignete Versorgungskonzept für diese Zielgruppe?

Die GGF-Versorgung gewinnt bei der bAV rasant an Bedeutung

Entscheiderinnen und Entscheider gehen bei ihrem Berufsalltag routiniert mit der Abwägung von Chancen und Risiken um und suchen daher auch für ihre Altersversorgung nach interessanten Lösungen. Die bilanzoptimierte Direktzusage (boDZ) der Württembergischen Lebensversicherung vereint die Vorteile einer fondsgebundenen Rückdeckungsversicherung mit der Planungssicherheit einer beitragsorientierten Leistungszusage. Durch die besondere Ausgestaltung ist diese Form der Direktzusage jederzeit kongruent ausfinanziert und zudem voll flexibel. Unabhängig davon, ob die Kundinnen und Kunden eine laufende Beitragszahlung bevorzugen oder die Altersversorgung in variabler Höhe besparen möchten, bietet die Württembergische Lebensversicherung für jede Zielgruppe ein Versicherungskonzept.

Ein gutes bAV-Konzept: Türöffner in der Akquise

Die bAV steht nicht nur bei der Unternehmensleitung, sondern auch bei den Mitarbeitenden hoch im Kurs. Wenn Vermittlerinnen und Vermittler ganzheitliche Lösungskonzepte bereithalten, statt auf reinen Produktverkauf zu setzen, können sie sich in Unternehmen positionieren und diese gesamthaft gewinnen.

Neben einem vollumfänglichen Versorgungswerk für die Belegschaft, bestehend z. B. aus einer Paketlösung mit betrieblicher Altersversorgung, einer betrieblichen Krankenversicherung und einer betrieblichen Berufsunfähigkeitsversicherung, ergeben sich Anknüpfungspunkte für das private Belegschaftsgeschäft. Ein Vorteil für alle Beteiligten: Durch den Abschluss von Rahmenverträgen erhalten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter neben einem Versicherungsschutz auch attraktive Konditionen gegenüber einer eigenständigen Absicherung in diesen Bereichen. Gleichzeitig stärkt das Unternehmen seine Arbeitgeberattraktivität und macht die Benefits des Betriebs sichtbar. Darüber hinaus wird die Belegschaft zum Multiplikator für die Vermittlerinnen und Vermittler und eröffnet so eine Vielzahl an neuen Vertriebskontakten.

Produkt nur Teil der Gesamtlösung

Die Württembergische steht als traditionsreicher Personenversicherer für Vertrauen, Beständigkeit und Sicherheit. Das Thema Vorsorge besitzt hierbei großen Stellenwert. Die bAV-Roadmap des Württembergische-Maklervertriebs bietet diesbezüglich Unterstützung im gesamten Vertriebsprozess der bAV. Ziel der Roadmap ist es, das Geschäftsmodell der Vertriebspartner zu verstehen und gemeinsam eine geeignete Strategie festzulegen. Ein passendes Konzept für Vertriebspartner und Firmenkunden ist der wichtigste Baustein der bAV. Das Produkt ist am Ende nur ein Teil der Gesamtlösung.

Hierbei werden alle relevanten Punkte betrachtet: Vorbereitung und Akquise, die Erfassung und Konzeption des Versorgungswerks mit Risk-Check auf arbeitsrechtlichen Grundlagen bis hin zur internen und externen Kommunikationsstrategie sowie dem regelmäßigen Betreuungsservice. Schlanke, digitale Prozesse ohne Papierflut werden durch Xempus-Anwendungen unterstützt. Sowohl die Beratung als auch die Verwaltung der bAV können online erfolgen.

AssCompact Forum betriebliche Versorgung 2023

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des AssCompact Wissen Forums betriebliche Versorgung, das am 20.06.2023 in Neuss stattfindet. Die Württembergische ist dort mit einem Messestand vertreten. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie unter asscompact.de/forum-betriebliche-versorgung.

Bild: © bnenin – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Dr. Björn Achter

bAV: Baustein zur Zukunftssicherung von Betrieben

Einmal gewonnene Mitarbeiter zu halten, ist mit viel Aufwand verbunden. Durch hohe Fluktuation verliert das Unternehmen Know-how, es entstehen Zusatzkosten. Viele werfen daher den Blick über den Tellerrand, um Möglichkeiten zu finden, Mitarbeitern Mehrwert zu bieten, z. B. die Betriebsrente, weiß die WWK.

Ein Artikel von Thomas Merkl, Referent bAV Vertrieb, und Jan-Marius Kaiser, Gruppenleiter bAV-Kompetenz Center bei der WWK Lebensversicherung a. G.

Was bisher bereits eine große Herausforderung für einzelne Branchen wie beispielsweise in der Logistik, Pflege, Informatik oder Erziehung war, hat sich mittlerweile auf viele Branchen ausgeweitet. Der Fachkräftemangel wird immer mehr zum generellen Arbeitnehmermangel. Dabei gilt für alle Unternehmen übergreifend: Jeder fehlende Mitarbeiter bedeutet im Endresultat auch weniger Umsatz und damit auch entgangene Gewinnchancen.

Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung im Fokus

Durch den Mangel an Fachkräften rücken die Themen Mitarbeitergewinnung und Mitarbeiterbindung für Unternehmen deutlich stärker in den Fokus als bisher.

Die Suche nach neuem Personal gestaltet sich vielfach allerdings schwierig und kostenintensiv. Im Bereich der Mitarbeitergewinnung ist das erklärte Ziel gegenüber den Mitbewerbern, positiv zu überzeugen und wertvolle Arbeitskräfte zu gewinnen. Noch wichtiger ist allerdings die Mitarbeiterbindung. Die einmal gewonnenen Mitarbeiter zu halten und dauerhaft an sich zu binden, ist in der Regel mit viel Aufwand verbunden. Durch höhere Fluktuation verliert das Unternehmen wichtiges Know-how für die täglichen Arbeitsabläufe, wodurch zusätzliche Kosten entstehen.

Welche Kosten stehen für Unternehmen im Raum?
  • Austrittskosten – z. B. Abfindungen, Anwalts-/Gerichtskosten, Austrittsgespräche etc.
  • Nachbesetzungskosten – z. B. Anzeigen, Interimspersonal, Bewerberauswahl etc.
  • Eintrittskosten – z. B. höheres Gehalt, Onboarding, Betreuung durch Mitarbeiter etc.
  • Fehlbesetzungskosten – z. B. Fehlbesetzung (fachlich oder persönlich) etc.
  • Opportunitätskosten – z. B. Leistungsabnahme des ausscheidenden Mitarbeiters, unvollendete Projekte und Aufgaben, Ansteckungseffekte, Irritationen etc.

Viele Unternehmer werfen daher den Blick über den Tellerrand hinaus, um mit finanziell kalkulierbaren Ressourcen Möglichkeiten zu finden, ihren Mitarbeitern einen Mehrwert anzubieten. Dabei ist die Betriebsrente (bAV) sowohl aus Arbeitnehmer- als auch aus Arbeitgebersicht einer der attraktivsten Bausteine.

bAV zur Bindung und Gewinnung von Mitarbeitern

Altersvorsorge ist gerade für die jüngeren Jahrgänge ein wesentliches Thema. Die Leistungen aus der gesetzlichen Rente werden weiter abgesenkt. Die meisten der jungen Arbeitnehmer erwarten, dass der gesicherte Lebensstandard im Alter zur Chefsache wird. Firmen, die eine attraktive Betriebsrente offerieren, können Mitarbeiter halten, motivieren und neue Arbeitskräfte hinzugewinnen. Da Arbeitgeber ohnehin verpflichtet sind, eine bAV-Lösung anzubieten, kann hier die Pflicht mit der Kür verbunden werden.

Durch Steuer- und Sozialversicherungsvorteile in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) müssen Arbeitnehmer für eine vergleichbare Leistung einer privaten Altersvorsorge einen wesentlich niedrigeren Beitrag investieren. Zusätzlich profitieren Mitarbeiter vom gesetzlich verpflichtenden Zuschuss des Arbeitgebers. Dieser beträgt bis zu 15% der Entgeltumwandlung – die meisten Arbeitgeber gewähren sogar einen höheren Zuschuss.

Die Kriterien für die erfolgreiche Einrichtung einer bAV

Die Vorteile einer Betriebsrente sind damit klar umrissen. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollten bei der praktischen Ausgestaltung die Themenfelder Haftungssicherheit, schlanke Verwaltungsprozesse sowie Renditechancen und planbare Rentenleistungen beachten:

Das Thema Haftungssicherheit ist für Firmenkunden eine zentrale Voraussetzung für die Einrichtung einer betrieblichen Vorsorgelösung. Kein Betrieb möchte bei der Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern Risiken durch die Ansprüche im Rahmen der Betriebsrente auf sich nehmen. Da seit dem Jahresbeginn 2023 die Direktversicherung nur noch in Form einer beitragsorientierten Leistungszusage angeboten wird, sollte der Arbeitgeber auf fünf wesentliche Bausteine achten:

  • Jederzeitige Beitragsfreistellung möglich – keine Mindestwerte oder -laufzeiten
  • Garantierte Todesfallleistung vor und nach Rentenbeginn
  • Garantierte Verlaufswerte während der Vertragslaufzeit – rein endfällige Garantien reichen nicht aus
  • Klar definierte – idealerweise garantierte – Rentenfaktoren
  • Beibehaltung der (vereinbarten) Tarifstufe auch bei Dienstaustritt

Schlanke Prozesse sind für Firmenkunden unersetzlich und gleichzeitig für Arbeitnehmer interessant. Die bAV-Verwaltung kann mittlerweile sehr gut über digitale Plattformen dargestellt werden. Hier können mehrere Beteiligte eingebunden werden, sowie Standardvorgänge direkt ohne Unterschrift angestoßen werden. Bei Rückfragen, Störfällen oder Problemen wünscht sich die Mehrheit der Kunden wiederum einen persönlichen Ansprechpartner – wahlweise vor Ort oder online.

Das zentrale Anliegen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen sind sichere und planbare Rentenleistungen. Die Leistung durch eingezahlte Beiträge und erzielte Rendite muss eine auskömmliche Rente ergeben. Dabei spielen gerade in der deutschen Bevölkerung Garantien und Sicherheiten eine wesentliche Rolle. Anhand der jährlichen Rentenmitteilung des Versicherers sollte der Arbeitnehmer zuverlässig seine Rentenplanung vornehmen können.

Hohe Renditechancen sind eine wesentliche Anforderung an ein modernes und innovatives Versicherungsprodukt. Dies setzt eine Investition an den internationalen Börsen voraus. Darüber hinaus sollte bereits in den ersten Vertragsjahren eine hohe Investitionsquote erreicht werden, um bereits frühzeitig Renditen auf das eingezahlte Kapital zu erwirtschaften.

Die Einrichtung einer betrieblichen Altersvorsorge ist also keine triviale Aufgabe. Viele wichtige verschiedene Kriterien müssen beachtet und miteinander abgewogen werden. Dabei ist eine professionelle Beratung durch einen zertifizierten bAV-Experten empfehlenswert. Gut ausgebildete Versicherungsvermittler können zudem dabei helfen, die Interessen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern passend zu vereinen und dadurch Synergieeffekte erreichen.

Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Für Unternehmer besteht also dringender Handlungsbedarf. Viele Unternehmen befinden sich aktuell durch unterschiedliche Gründe in Umstrukturierungsprozessen bei z. B. Lieferketten, Preisfindung, Digitalisierung, aber auch Gehaltsstrukturen. Dies bietet auch die optimalen Chancen, die bAV in den Unternehmen neu zu justieren.

AssCompact Forum betriebliche Versorgung 2023

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des AssCompact Wissen Forums betriebliche Versorgung, das am 20.06.2023 in Neuss stattfindet. Die WWK Lebensversicherung a. G. ist dort mit einem Messestand vertreten. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie unter asscompact.de/forum-betriebliche-versorgung.

Bild: © Midnight Studio – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Thomas Merkl
Jan-Marius Kaiser

Zukunft der bAV – nachhaltig und digital

Geht es um die Verbreitung von Betriebsrenten, herrscht gerade in kleinen und mittleren Unternehmen nach wie vor großer Nachholbedarf. Warum Nachhaltigkeit und Digitalisierung zu den wesentlichen Schlüsselfaktoren für den Erfolg der bAV von morgen zählen, erklärt die SIGNAL IDUNA.

Ein Artikel von René Wördemann, Tribe Lead Belegschaftsgeschäft Großkunden und Branchenlösungen

Klimawandel und Umweltschutz sind längst keine Nischenthemen mehr. Vielmehr gilt Nachhaltigkeit als einer der wichtigsten Megatrends unserer Zeit – und wird so zum entscheidenden Treiber wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen. Immer mehr Unternehmen erkennen diesen Wandel und wollen im Sinne ihrer eigenen Nachhaltigkeitsstrategie auch bei der Umsetzung der betrieblichen Altersvorsorge (bAV) auf nachhaltige Aspekte setzen.

Nachhaltigkeit immer wichtiger – auch in der bAV

Auch für Mitarbeitende spielt das Thema eine immer entscheidendere Rolle. Sie achten zum Beispiel vermehrt darauf, wie nachhaltig ihr Arbeitgeber agiert. Das trifft auch auf den eigenen Alltag zu. Nachhaltigkeitsaspekte werden zunehmend für wichtig erachtet – das gilt auch mehr und mehr für die eigene Altersvorsorge. So sind gerade junge Beschäftigte offen für mehr Nachhaltigkeit in der bAV, wie eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge zeigt.

Ein Grund mehr für Versicherer und Vermittelnde, verstärkt auf das Thema Nachhaltigkeit zu setzen. Die neue SIGNAL IDUNA Lebensversicherung AG unterstützt Arbeitgeber und Vermittler mit nachhaltigen und digitalen Lösungen für die betriebliche Altersvorsorge. Dabei verfolgt das junge Unternehmen eine nachhaltige und auf Stabilität ausgerichtete Unternehmensphilosophie – mit dem Rückhalt der SIGNAL IDUNA Gruppe.

Digitale und smarte Verwaltung

Ein weiterer, wesentlicher Megatrend ist die Digitalisierung. In Zeiten wie diesen sind Unternehmen mehr denn je gefordert, sich auf ihre strategischen Kernaufgaben zu konzentrieren. Doch die bAV-Verwaltung kann zum Zeitfresser werden. Vor diesem Hintergrund gelten digitale und somit effizientere Prozesse als entscheidender Erfolgsfaktor für Arbeitgeber.

Ein wichtiges Tool für verbesserte und vereinfachte Abläufe sind digitale Arbeitgeberportale. Mit dem SIGNAL IDUNA bAVnet können Arbeitgeber alle gängigen Verwaltungsaufgaben online abwickeln – von Adressänderungen über Mitteilung von Elternzeiten und Krankmeldungen bis zu Beitragsänderungen. Dadurch haben Arbeitgeber 24/7 Zugriff auf alle relevanten Infos, völlig papierlos. Ein weiterer, wichtiger Schritt in Richtung Nachhaltigkeit. So bleibt mehr Zeit für das Wesentliche: die Firma und die Mitarbeitenden. Zudem werden Vermittler per E-Mail über neue Geschäftsvorfälle der betreuten Arbeitgeber informiert und können über die Online-Plattform aktiv werden.

Mitarbeitende gezielt ansprechen und motivieren

Doch das allein reicht nicht aus. Wer seine Mitarbeitenden motivieren will, sich aktiv um die eigene Versorgung zu kümmern, muss diese auch erreichen. Dabei sollte die Kommunikation einfach, verständlich und transparent sein. Auch hier können digitale Lösungen Prozesse wesentlich vereinfachen und unterstützen.

Digitale bAV umfasst mehr als „nur“ eine digitale Verwaltung. Es braucht vielmehr eine digitale Plattform, die alle Vorgänge digital und nahtlos bündelt – von der Beratung über den Abschluss bis zur Verwaltung. Das motiviert Vermittler, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, sich mit der betrieblichen Altersvorsorge zu beschäftigen. Nur so kann die notwendige Akzeptanz geschaffen werden, um die Verbreitung der bAV weiter voranzutreiben.

Digitale bAV-Arbeitgeberportale

Ein Beispiel hierfür ist hogarenteplus. In Deutschland arbeiten derzeit rund 1 Million Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe. Charakteristisch für die Branche ist beispielsweise eine hohe Fluktuation, die zu einem entsprechenden Verwaltungsaufwand rund um die bAV führt. Die SIGNAL IDUNA unterstützt Arbeitgeber und Vermittler mit der ersten voll digitalen Branchenlösung in einem Flächentarifvertrag. Das Portal vernetzt alle Akteure miteinander – digital und persönlich – und beinhaltet ein Arbeitnehmer-Infoportal.

Zusammenarbeit der SIGNAL IDUNA

Mit mehr als 12 Millionen Kunden gehört die SIGNAL IDUNA zu den bundesweit zehn größten Finanzdienstleistungsunternehmen. Seit rund 40 Jahren ist der Versicherer starker Partner in der betrieblichen Altersversorgung. In über 60 Tarifverträgen arbeitet die SIGNAL IDUNA eng mit den Tarifvertragsparteien zusammen. Dazu gehört auch die Zusammenarbeit mit ca. 250 Versorgungswerken.

AssCompact Forum betriebliche Versorgung 2023

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des AssCompact Wissen Forums betriebliche Versorgung, das am 20.06.2023 in Neuss stattfindet. Die SIGNAL IDUNA ist dort mit einem Messestand vertreten. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie unter asscompact.de/forum-betriebliche-versorgung.

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Ein Artikel von
René Wördemann

bAV: das bessere Bonusprogramm für Spitzenkräfte?

Die Liechtenstein Life ist letztes Jahr mit einer neuen bAV-Lösung an den Markt gegangen. Das Angebot gibt es auch mit einer Null-Prozent-Garantie und ist in dieser Form besonders für Führungskräfte interessant. Wie entfalten bAV-Lösungen neue Bindekraft an das Unternehmen?

<h5>Ein Artikel von Michael Schäfer, Leiter bAV für Liechtenstein Life</h5><p>Bis 2035 verliert Deutschland laut einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung bis zu sieben Millionen Arbeitskräfte, nicht wenige von ihnen Experten, leitende Angestellte, Manager und Geschäftsführer. Vor allem in der „Championsleague des Arbeitsmarktes“ entbrennt ein harter Konkurrenzkampf um Spitzenkräfte und Führungspersonal.</p><p>So haben sich die Vorzeichen am Arbeitsmarkt für Spitzenkräfte und Hochqualifizierte umgekehrt: Unternehmen bewerben sich bei interessanten Kandidaten, die wiederum aus einem Überangebot an Jobmöglichkeiten wählen können. Auf eine Führungskraft im Bereich Digitalisierung im Versicherungswesen kommen heute schon bis zu sechs offene Stellen. Gleichzeitig war der Wechsel des Arbeitgebers noch nie so einfach, die Bindung an das Unternehmen in Zeiten von Home-Office und virtueller Teamarbeit nie so volatil. Das demografische Beben erfasst alle Bereiche der deutschen Wirtschaft und erschüttert altbewährte Strukturen, im Unternehmen wie in der Vorsorge. Doch auch in Zeiten der demografischen Krise ergeben sich Chancen für die, die bereit sind, mit innovativen Ansätzen neue Wege zu gehen.</p><h5>Vom Standard zur individuellen Vorsorgelösung</h5><p>Die Stellenbörse StepStone befragt regelmäßig Beschäftigte nach ihren Präferenzen bei Zusatzleistungen ihrer Arbeitgeber. Die betriebliche Altersvorsorge besetzt dabei meist den Spitzenplatz, weit vor Dienstwagen oder sonstigen Incentivierungen. Wenn sie selbst wählen könnten, würden Angestellte quer durch alle Altersgruppen sich zuerst für eine bAV entscheiden – doch die Motive sind sehr unterschiedlich: Für niedrigere Einkommensgruppen bietet eine bAV eine sichere Altersvorsorge mit staatlicher Hebelwirkung und weitgehend garantiertem Einkommen im Alter. Für den beruflichen Mittelbau hingegen zählt die Mischung zwischen Sicherheit und Rendite, gerne auch fondsbasiert. Als Faustregel für Vermittler gilt: Je höher die Position und das Einkommen, desto höher auch die Motivation für niedrige Garantien und maximale Kapitalmarktorientierung. Diesem Wunsch können Berater Rechnung tragen.</p><h5>Ist Rendite die bessere Garantie?</h5><p>Viele jüngere Arbeitnehmer durchlaufen während ihres Berufslebens mehrere Phasen des Vorsorgebedarfs, vom niedriger entlohnten Berufseinsteiger bis hin zur möglichen Experten- oder Führungsposition. Laut einer repräsentativen Umfrage von Liechtenstein Life unter 2.000 Verbrauchern sind die Jüngeren heute deutlich aufgeschlossener für kapitalmarktorientierte Vorsorgelösungen. Für sie wird die Anpassungsfähigkeit ihrer Vorsorge und die Möglichkeit, ihre Renditeperspektive auszubauen, zum wichtigen Faktor für die Attraktivität einer bAV – und damit auch für ihren Arbeitgeber.</p><p>Wenn Unternehmen die Bindekraft für ihre Mitarbeitenden voll ausschöpfen wollen, benötigen sie eine Lösung, die auf die teils sehr verschiedenen Interessen der Arbeitnehmer zugeschnitten werden kann und das jeweils optimale Mischverhältnis zwischen Rendite und Absicherung bietet.</p><p>Gerade für die begehrten jüngeren Fachkräfte sollte eine bAV so flexibel sein, dass sie mit verschiedenen Karrierestufen mitwachsen kann. Ändert sich die persönliche Interessenlage im Laufe des Berufslebens, muss sich auch die bAV anpassen können, sonst wird sie mit der Zeit vom Bonus zum Ballast. Wenn man davon ausgeht, dass sich die Kapitalmärkte langfristig ähnlich entwickeln wie in den vergangenen 20 Jahren, erscheint die Sicherheit, die eine hohe Garantiesumme verspricht, ohnehin trügerisch: Wer sich auf maximale Garantien festgelegt hatte, verlor in Zeiten hoher Inflation effektiv an Kaufkraft. Viele fondsbasierte Policen hingegen konnten den Verlust mindestens teilweise ausgleichen, in manchen Fällen sogar überkompensieren. Hier setzen moderne bAV-Lösungen an.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Top-Management und Schlüsselpersonal: Die Leistungslücke in der bAV--><h5>Top-Management und Schlüsselpersonal: Die Leistungslücke in der bAV</h5><p>Fachkräfte, Spitzenpersonal und Management wären die idealen Kandidaten für eine Vorsorgelösung mit hoher Kapitalmarktorientierung und staatlicher Förderung – doch die Realität sieht häufig anders aus: Manager versuchen, mit staatlich geförderter Vorsorge und interessantem Vermögensaufbau ihre Angestellten ans Unternehmen zu binden, aber für sich selbst wählen sie vielfach immer noch den investmentorientierten Vermögensaufbau ohne staatliche Förderung. Ausgerechnet eine der interessantesten Zielgruppen für Unternehmen, Versicherungsträger und Vermittler wird mit vielen betrieblichen Vorsorgelösungen kaum erreicht. Der Grund ist eine Lücke in der Leistungsfähigkeit der meisten bAV-­Tarife, wie wir sie heute kennen: Für Top-Management und Spitzenpersonal ist eine bAV im persönlichen Vorsorgemix in der Regel uninteressant. Doch als steueroptimierte, kapitalmarktorientierte Alternative zu den üblichen Management-Boni könnte sie gerade für diese Zielgruppe zu einem Modell für die Zukunft werden.</p><h5>Die bAV als Bonusprogramm für Spitzenkräfte</h5><p>Die klassischen Bonusprogramme für Geschäftsführer, leitende Angestellte und Schlüsselpersonal sind Zuwendungen in Form von Geld oder Anteilen – mit einem entscheidenden Malus: An den Boni verdient der Fiskus mit. Strategisch denkende Personalabteilungen könnten in Absprache mit den Arbeitnehmern hohe Einmalgehaltszahlungen steuerfrei in eine Zusage auf Betriebsrente umwandeln. Auf diese Weise nutzen Unternehmen die betriebliche Altersversorgung (bAV) zur Personalbindung und Personalgewinnung und sichern gleichzeitig die Vorteile der staatlichen Förderung. Arbeitnehmer im Top-Management können zudem in vollem Umfang an den Entwicklungen der Kapitalmärkte partizipieren, wenn Unternehmen ergänzend auch eine Direktversicherung mit einer Null-Prozent-Garantie-Variante zulassen. Erfahrungen der Liechtenstein Life mit der neuen bAV zeigen: Die bAV als Incentive für Spitzenkräfte in Verbindung mit hohen steuerfreien Beiträgen überzeugt viele Unternehmen, wenn die Vorteile klar aufgezeigt werden. Ein Gesamtpaket mit den attraktiven Renditechancen einer investmentorientierten Direktversicherung und einer Null-Prozent-Garantie könnte für Vermittler zum innovativen Türöffner für die bAV im gesamten Unternehmen werden.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 05/2023, S. 46 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Formatoriginal – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/C46E8978-927B-4E89-8FAB-127619511534"></div>

 
Ein Artikel von
Michael Schäfer

Zeitwertkonten und betriebliche Gesundheitsvorsorge

Die Erkenntnis setzt sich langsam durch: Überall fehlen Fach- und Arbeitskräfte. Zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitenden können Unternehmen unterschiedlichste Möglichkeiten ausschöpfen. Die R+V vertraut neben der bAV auf zwei Zeitwertkontenlösungen und betriebliche Gesundheitsvorsorge.

Instrument des Personalmanagements: Zeitwertkontenlösungen
Ein Artikel von Kurt Wolfers, Vertriebsbeauftragter bAV, Makler- und Großkundenmanagement bAV bei der R+V Lebensversicherung AG

Zeitwertkonten dienen Unternehmen als wichtiges Instrument ihres Personalmanagements.

  • Lebensarbeitszeitkonten (LAZ)

LAZ-Konten sind ein wichtiges Instrument für die Mitarbeiterbindung und um neue Fachkräfte zu finden. Sie ermöglichen eine Flexibilisierung der Arbeitszeit, was von Mitarbeitern in der heutigen modernen Arbeitswelt zunehmend im Sinne einer Work-Life-Balance gefordert wird. Mit einem LAZ-Konto bieten Unternehmen ihren Mitarbeitern flexible und attraktive Arbeitsbedingungen und binden sie so an ihr Unternehmen.

Mit einem LAZ-Konto können Beschäftigte ein Guthaben für freie Zeit ansparen, beispielsweise für einen Ruhestand vor Eintritt in die gesetzliche Altersrente, eine Reduzierung der Arbeitszeit, Sabbaticals, Pflege- oder Elternzeiten. Sie sind in dieser Zeit von der Arbeit freigestellt, erhalten aber aus ihrem LAZ-Konto in Freistellungszeiten weiterhin ein sozialversicherungspflichtiges Gehalt – je nach Art der Freistellung vollständig oder ergänzend.

Das Ansparen kann dabei flexibel gestaltet werden. Wann, wie oft und welche Gehaltsbestandteile in das Konto eingezahlt werden, entscheidet der Arbeitnehmer innerhalb der vom Unternehmen vorgegebenen Rahmenbedingungen. In der Regel sind dies Teile der laufenden Bezüge, Urlaubstage, Mehrarbeit oder Sonderzahlungen wie Urlaubsgeld. Die Wertguthaben sind dabei verpflichtend gegen eine Insolvenz des Unternehmens abzusichern.

  • Altersteilzeitvereinbarungen (ATZ)

Die Altersteilzeit ist eine Vorruhestandsregelung, die einen fließenden Übergang in die Rente ermöglicht. Mit der Altersteilzeit kann der Arbeitgeber die Altersstruktur im Unternehmen und personelle Anpassungen besser steuern. Die Altersteilzeit dient damit in erster Linie als Instrument des Personalmanagements.

Weit verbreitet ist das sogenannte Blockmodell mit zwei gleich langen Phasen. In einem Blockmodell arbeiten Arbeitnehmer in der ersten Hälfte der Altersteilzeit, der Aktivphase, voll und in der zweiten Hälfte, der Passivphase, gar nicht mehr.

Arbeitnehmer verzichten in der Aktivphase auf 50% des Bruttogehalts (Altersteilzeitgehalt) und sparen dadurch Wertguthaben an. Sie treten beim Blockmodell mit ihrer Arbeitszeit in Vorleistung. Daher ist für das Wertguthaben grundsätzlich eine Insolvenzsicherung vorgeschrieben. In der Passivphase arbeiten Arbeitnehmer nicht und erhalten aus dem angesparten Wertguthaben ein Altersteilzeitgehalt ausgezahlt.

Das Unternehmen stockt das halbierte Gehalt in beiden Phasen z. B mindestens um 20% auf. So verringert es die finanziellen Einbußen der Arbeitnehmer. Das Unternehmen entrichtet für die Arbeitnehmer zusätzlich Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für mindestens 80% des Regelarbeitsentgelts in der Altersteilzeit. Dadurch mindern sich zwar die Rentenansprüche. Die Minderung fällt jedoch nicht so hoch aus wie bei einer vorzeitigen Verrentung.

Das Altersteilzeitgesetz ermöglicht somit in Verbindung mit den Zuschüssen des Arbeitgebers ein vorzeitiges Ausscheiden, das finanziell sehr attraktiv sein kann.

Betriebliche Gesundheitsvorsorge ganzheitlich gedacht – der Gamechanger
Ein Artikel von Frank Girolstein, Abteilungsleiter Kompetenzcenter bei der R+V Krankenversicherung AG

In Zeiten von Fachkräftemangel und steigender Fluktuation liegt die wesentliche Herausforderung für Unternehmen in der Gewinnung und Bindung geeigneten Personals. Denn Mitarbeitende sind die wichtigste Ressource in Unternehmen – und eine stark umkämpfte dazu. Eine ausgezeichnete Antwort hierauf liegt in der Implementierung von ganzheitlichen betrieblichen Versorgungskonzepten. Neben Zeitwertkontenlösungen spielt insbesondere die betriebliche Krankenversicherung (bKV) eine sehr wichtige Rolle. Denn Mitarbeitende, die eine bKV erhalten, haben nachweislich weniger Fehltage, sind zufriedener und produktiver.

Budgettarife bieten dabei einen besonderen Vorteil: Mitarbeitende können selbst entscheiden, wofür sie das Geld, das ihnen ihr Arbeitgeber über den Tarif zur Verfügung stellt, verwenden. Das bietet Flexibilität für die Gesundheitsvorsorge und ergänzt Bausteintarife – beispielsweise im Bereich Zahnersatz. Das gilt sowohl für GKV- als auch für PKV-Versicherte.

Neben solchen Produktlösungen garantieren innovative Services und eine schnelle und faire Leistungsabwicklung den Erfolg der betrieblichen Gesundheitsvorsorge in Unternehmen. So unterstützt etwa ein digitales Arbeitgeberportal bei der Verwaltung der bKV und ermöglicht einen tagesaktuellen Einblick in die Vertragsdaten. Mitarbeitende erhalten als digitale Lösungen z. B. eine Scan-App, mit deren Hilfe Arztrechnungen, Rezepte und weitere Belege über Smartphones eingereicht werden können. Vermittler können Angehörige über Online-Antragsstrecken mitversichern und erhalten im Bedarfsfall direkte Unterstützung von bKV-Spezialisten der Versicherer.

Im Trend liegen auch digitale Gesundheitsservices, die Mitarbeitende in herausfordernden Zeiten kostenfrei nutzen können. Dazu gehören Services wie die Facharztvermittlung sowie Apps rund um das Thema „Familie werden“. Darüber hinaus gibt es noch auf die Bedürfnisse von Arbeitgebern zugeschnittene Services wie z. B. Präventionskurse und Beratungsangebote zur psychischen Gesundheit von Mitarbeitenden.

Für die Umsetzung ist zudem ein starker Partner unerlässlich. Dieser kennzeichnet sich durch solide Bilanzkennzahlen, Rating-Bestnoten und konstant niedrige BaFin-Beschwerdequoten.

Der bKV-Markt ist stark von Wachstum und Dynamik geprägt. Stetige Weiterentwicklungen auf Prozess-, Service- und Produktebene sind daher essenziell und ein Grund dafür, warum die R+V Krankenversicherung AG auch weiterhin in das Geschäftsfeld bKV investiert. Denn: Nur wenn die drei Bereiche ein Ganzes bilden, wird die bKV für alle Beteiligten zu einem Gamechanger.

AssCompact Forum betriebliche Versorgung 2023

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des AssCompact Wissen Forums betriebliche Versorgung, das am 20.06.2023 in Neuss stattfindet. Die R+V Lebensversicherung AG und die R+V Krankenversicherung AG sind dort mit einem Messestand vertreten. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie unter asscompact.de/forum-betriebliche-versorgung.

Bild: © Tartila – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Frank Girolstein
Kurt Wolfers

Stuttgarter verleiht Preise für Hochschularbeiten in bAV

Für hervorragende Hochschularbeiten in der betrieblichen Altersversorgung vergibt die Stuttgarter jährlich einen Preis. In diesem Jahr heißt die Preisträgerin Christina Robering. Der Sonderpreis für die hervorragende Abschlussarbeit zur Nachhaltigkeit in der bAV ging an Annegret Heinze.

Bereits seit einigen Jahren vergibt die Stuttgarter Preise für hervorragende Hochschularbeiten in der betrieblichen Altersversorgung. Zum zwölften Mal hat das Unternehmen kürzlich den mit 1.000 Euro dotierten Preis verliehen. Die Preisverleihung fand auf dem Alumnitreffen der Betriebswirte bAV (FH) statt.

Christina Robering über das „Spannungsverhältnis zwischen Arbeitsrecht und Versicherungsvertragsgesetz“

Die Preisträgerin heißt Christina Robering und hat den Abschluss bAV-Betriebswirt (FH) an der Hochschule Koblenz gemacht. Mit ihrer Abschlussarbeit „Das Spannungsverhältnis zwischen Arbeitsrecht und Versicherungsvertragsgesetz – Die Anwendung des § 3 BetrAVG bei Direktversicherungen“ habe Robering ein wichtiges Thema der täglichen Praxis in der bAV-Beratung und -Abwicklung vorbildlich und in allen Facetten aufgearbeitet, so die Stuttgarter. Drei Kriterien muss eine Abschlussarbeit für den Stuttgarter bAV-Preis erfüllen: Hohes Niveau der theoretischen Fachkenntnisse in Verbindung mit einem gelungenen Praxistransfer und einem Thema, das den Versicherungsbereich mit umfasst.

Transfer in die Praxis gelungen

In ihrer Laudatio sagte Dr. Henriette Meissner, Geschäftsführerin der Stuttgarter Vorsorge-Management GmbH, dass die Preisträgerin in überzeugender Weise nicht nur theoretisch das komplexe Fachgebiet durchdrungen hat, sondern auch den Transfer in die Praxis leisten konnte. Ebenfalls erwähnt wurde die Abschlussarbeit von Judith Kerschbaumer mit dem Thema „Die reine Beitragszusage im Sozialpartnermodell – Die Umsetzung in der Praxis“.

Annegret Heinze schreibt zu Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie gemäß TVO aus Maklersicht

Zum zweiten Mal hat die Stuttgarter nun den Preis für eine hervorragende Hochschularbeit zur Nachhaltigkeit in der betrieblichen Altersvorsorge vergeben, der auf derselben Veranstaltung vergeben wurde. Den Sonderpreis erhielt dieses Jahr Annegret Heinze, Betriebswirtin bAV (FH). Ihre Abschlussarbeit an der Hochschule Koblenz behandelt das Thema „Die Maklersicht: Implementierung einer Nachhaltigkeitsstrategie gemäß TVO“.

Anspruchsvolle Umsetzung der europäischen und deutschen Vorgaben zur Nachhaltigkeit

Laut Meissner zeige diese Arbeit, wie anspruchsvoll die Umsetzung der immer umfangreicheren europäischen und deutschen Vorgaben zur Nachhaltigkeit in der Praxis eines Maklervertriebs ist. „Annegret Heinze hat die schwierige Sachlage souverän aufbereitet und fundierte Handlungsempfehlungen für Maklerbetriebe gegeben“, so Meissner.

Bildungsgutschein und Jahresabo

Beide Preisträgerinnen erhielten von Nils Keller, Vertreter des CAMPUS INSTITUT, einen Bildungsgutschein. Die Ausbildung zum bAV-Betriebswirt an der Hochschule Koblenz wird seit mittlerweile fast 20 Jahren vom CAMPUS INSTITUT begleitet. Der Verlag Versicherungswirtschaft (VVW) stellte für Christina Robering ein Jahresabo für den Kompass für die Beratungspraxis und einen Buchpreis zur Verfügung und für Annegret Heinze ein digitales Jahresabonnement auf sein „bAV- und Vorsorge-Kompass“-Modul. (lg)

Bild: © Arthon – stock.adobe.com

 

Aktuare beleuchten Auswirkungen des Zinsanstiegs auf Versicherer

Die Deutsche Aktuarvereinigung hat während eines Pressegesprächs die Auswirkungen des veränderten Zinsumfelds auf Lebens- und Schadensversicherer beleuchtet. Dringenden Handlungsbedarf sehen die Aktuare auch bei der Altersversorgung sowie in der Pflege.

Die drastisch gestiegene Inflation des letzten Jahres und das darauf reagierende Zinsumfeld hat sich erstmals seit ihrer Einführung im Jahr 2011 reduzierend auf die Zinszusatzreserve (ZZR) der Versicherer ausgewirkt. Eine marktweite und signifikante Überschussbeteiligung sei durch deren Abschmelzen aber kurzfristig noch nicht erwartbar. Dies hat Dr. Maximilian Happacher, neuer Vorsitzender des Deutschen Aktuarvereinigung e. V. (DAV) während eines digitalen Pressegesprächs am Donnerstag erklärt.

Im Jahr 2021 sank der Referenzzins noch um 16 Basispunkte. Damit verbunden war eine Zuführung zur ZZR von 10 Mrd. Euro. Im Jahr 2022 jedoch stagnierte der Referenzzins bei 1,57% und führte damit zu einem Rückfluss aus der ZZR von etwa 4 Mrd. Euro. Ende 2022 hatte die ZZR damit ein Volumen von etwa 92 Mrd. Euro. Aufgrund der derzeitigen Entwicklungen gehe man davon aus, das der Referenzzins auch dieses Jahr stabil bleibt. Damit erwartet die DAV auch für das laufende Jahr Rückflüsse aus der ZZR in Höhe von 4 bis 5 Mrd. Euro.

Stille Lasten für Lebensversicherer derzeit nicht bedrohlich

Die veränderte Zinssituation habe sich unterschiedlich auf verschiedene Versicherer ausgewirkt, so Happacher. Verglichen mit der Personenversicherung hat die Schadenversicherung wesentlich kürzere Verbindlichkeiten gegenüber ihren Kunden. Hier werden Schäden oft innerhalb kurzer Zeit, etwa Tagen oder Wochen, reguliert. Aufgrund dessen halten Schadenversicherer oft kurzfristige Kapitalanlagen und profitieren deshalb schneller von steigenden Zinsen als Personenversicherer.

Bei den Lebensversicherungsunternehmen dagegen haben sich durch lang laufende festverzinsliche Wertpapiere und das sich veränderte Zinsumfeld mittlerweile vermehrt stille Lasten gebildet, so Happacher. Diese beliefen sich laut Zahlen des Analysehauses Assekurata Assekuranz Rating-Agentur GmbH Ende 2022 auf knapp 100 Mrd. Euro. „Das gleicht die vergleichsweise langsam frei werdende ZZR kurzfristig nicht aus“, sagt Happacher.

Stille Lasten lösen sich jedoch auf, wenn das Papier bis zur Endfälligkeit gehalten wird. Demnach werden diese für Lebensversicherer lediglich im Falle eines unerwarteten, übermäßigen Liquiditätsbedarf ein Problem. Das sei allerdings nicht zu erwarten, da sich die Stornoquote der Lebensversicherer die letzten Jahre auf solidem Niveau bewegt hat. „Für die Lebensversicherer sind die stillen Lasten Stand heute nicht bedrohlich“, so Happacher während des Pressegesprächs.

So stieg die durchschnittliche Solvenzquote der deutschen Lebensversicherer von 283,81% im Jahr 2021 auf 345,77% im Jahr 2022.

Weniger Bürokratie und abgesenkte Garantien bei Altersversorgung

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Aktuare im Bereich der staatlich geförderten privaten Altersversorgung. Derzeit besteht das Problem, dass die Inflation deutlich über dem Zinsniveau liegt – daraus ergibt sich eine negative Realverzinsung, so die neue stellvertretende DAV-Vorsitzende Susanna Adelhardt. „Der finanzielle Aufwand der Menschen für eine kapitalgedeckte Vorsorge, die auch den negativen Realzins ausgleicht, steigt dadurch. Dabei ist die staatlich geförderte Altersvorsorge im Kollektiv wichtiger denn je, da sie mit der lebenslang zusätzlichen Rentenzahlung im Alter dazu beiträgt, die Folgen der demografischen Entwicklung auf den Einzelnen abzudämpfen“, so Adelhardt.

Die rückläufige Zahl der Riesterverträge zeige die Notwendigkeit politischer Reform. Die DAV fordere daher neben einfacherer Förderung und dem Abbau bürokratischer Hürden auch die Erhöhung der Ertragsaussichten. „Abgesenkte Garantien würden das bewirken. Denn hierdurch wären auch mehr Investitionen in etwas risikoreichere, aber eben auch ertragreichere Sachwerte wie zum Beispiel Aktien möglich.“

Betriebliche Altersversorgung muss generationengerechter werden

Auch in der betrieblichen Altersversorgung seien Änderungen notwendig, insbesondere ums Thema Generationengerechtigkeit. Das begrenzte Budget vieler Arbeitgeber wird bereits für die aktuelle Rentengeneration in großen Teilen aufgewendet – zur Benachteiligung jüngerer Arbeitnehmer, warnt die DAV. Ein Beispiel für Reform könne hier Änderungen am Aufsichtsrecht bedeuten. Dieses schreibt derzeit vor, dass Pensionskassen ständige Deckung auch während der Ansparphase gewährleisten müssen, obwohl eine vorzeitige Auszahlung nur eine absolute Ausnahme darstellt. Damit würde den Pensionskassen die Möglichkeit genommen, attraktiver anzulegen, so Adelhardt. „Mit anderen Vorschriften ließe sich der Faktor Zeit als zusätzlicher Risikopuffer im Sinne aktueller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nutzen, um ihre Rentenaussichten zu verbessern.“

Demographische Probleme in der Pflege erst am Anfang

Beim Thema Pflege sprachen sich die Versicherungsmathematiker für die Einführung einer kapitalgedeckten privaten Pflegeversicherung aus. Die umlagefinanzierte Pflegeversicherung sei in einem „erschreckend negativen Trend“, so Past-President Dr. Herbert Schneidemann am Donnerstag. Außerdem verstoße sie in einer alternden Gesellschaft gegen das Prinzip der Nachhaltigkeit auf Kosten der folgenden Generation. Das Risiko einer Pflegebedürftigkeit steigt erst ab einem Alter von etwa 80 Jahren stark an. Damit stehe man in der Pflegeversicherung erst ganz am Anfang der demographischen Probleme.

Eine kapitalgedeckte Pflegezusatzversicherung – entweder in Form eines Obligatoriums, wie es aktuell diskutiert wird, oder über freiwillige, steuerlich geförderte Pflegezusatzversicherungen – könne diesen entgegentreten. Bei freiwilligen Lösungen, die jedoch mit einem gesetzlich vorgeschriebenen Kontrahierungszwang einhergehen, seien jedoch Selektionseffekte und folglich höher zu kalkulierende Prämien zu erwarten, so Schneidemann.

Präventionsmaßnahmen gegen Risiken des Klimawandels unumgänglich

Zuletzt bekräftigte der DAV seine Position, dass eine verpflichtende Elementarschadenversicherung keine Universallösung sein kann. Vielmehr müsse man sich auf die zunehmenden Risiken des Klimawandels vorbereiten, etwa durch stärkere Vorgaben beim Bau und anderen Präventionsmaßnahmen. Diese seien auch im Falle der Einführung einer Pflichtversicherung unumgänglich.

Denkbar als alternative Vorschläge zu einer Pflichtversicherung wären auch höhere Selbstbehalte, um Prämien geringer zu halten. „Der Versicherungsschutz dient dann vor allem der grundlegenden Existenzsicherung, nicht dem 100%-igen Schutz vor allen Verlusten“, so Happacher. (js)

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VOLKSWOHL BUND etabliert neue bAV-Hauptabteilung

Der VOLKSWOHL BUND hat mithilfe interner Umstrukturierungen eine neue Hauptabteilung für betriebliche Altersversorgung (bAV) eingerichtet. Damit will der Dortmunder Maklerversicherer laut eigenen Angaben das Firmengeschäft in diesem Bereich stärken und das Vertriebspotenzial für Vertriebspartner ausbauen.

Die VOLKSWOHL BUND Lebensversicherung a.G. hat durch interne Umstrukturierungen eine neue Hauptabteilung für betriebliche Altersversorgung (bAV) etabliert. Die Hauptabteilung bAV/Firmenkunden Leben soll sämtliche Aufgaben in diesem Segment übernehmen, vom Erstkontakt, über Vertragsverwaltung bis hin zur Auszahlung der Renten. Außerdem soll die neue Abteilung Rechtsfragen klären, Vertriebsunterstützung bieten und die Einführung und Weiterentwicklung von bAV-Produkten begleiten. Bisher waren diese Aufgaben auf unterschiedliche Abteilungen verteilt.

Neue Abteilung besteht aus 40 Mitarbeitern

Verantwortet wird das neue Ressort von VOLKSWOHL BUND-Vorstand Celine Carstensen-Opitz. Wie der VOLKSWOHL BUND meldet, arbeiten 40 Mitarbeiter mit Expertenwissen zum Thema bAV in der neuen Abteilung, darunter auch neu dazugewonnene Kollegen. Unter anderem sei mit Patrick Polowy ein ausgewiesener Fachmann als Leiter der Hauptabteilung zum VOLKSWOHL BUND gekommen.

Mit der neuen Hauptabteilung soll das Firmengeschäft im Bereich der geförderten Betriebsrenten gestärkt werden und zugleich das Vertriebspotenzial für Vertriebspartner gestärkt werden, heißt es vonseiten des Versicherers. „Arbeitgeber können mit einer attraktiven betrieblichen Altersversorgung Mitarbeiter gewinnen und an sich binden. Wir helfen, indem wir ihnen moderne Versicherungslösungen bieten und sie jederzeit professionell begleiten“, so Carstensen-Opitz. (js)

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Versicherer als Gesundheitspartner – Chancen für Vermittler

Der Altersdurchschnitt steigt, die Menschen bleiben immer länger im Job. Deshalb gewinnt das betriebliche Gesundheitsmanagement zunehmend an Bedeutung. Versicherer wie die NÜRNBERGER etwa bieten ihren Kunden im Rahmen von bAV, bEKS und bKV spezielle Gesundheitsservices.

Ein Artikel von Michael Bertl, Referent Marktmanagement betrieblicher Einkommensschutz/Marktmanagement Firmen bei der NÜRNBERGER

Vermittler, die Firmenkunden beraten, wissen längst: Ein betriebliches Gesundheitsmanagement hat gleich mehrere Vorteile. Es kann nämlich dabei helfen, Fehlzeiten im Unternehmen zu reduzieren oder Krankheiten erst gar nicht entstehen zu lassen. Und der Firmenkunde bekommt durch solche zusätzlichen Angebote die Möglichkeit, sich am Arbeitsmarkt als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Doch auch für Vermittler selbst bieten Gesundheitsservices eines Versicherers einen nachhaltigen Ansatz, um Firmenkunden ganzheitlich beraten zu können. Oder aus einer anderen Perspektive betrachtet: Bereits ab dem ersten Tag des Vertragsabschlusses soll für den Kunden ein positiver Nutzen gestiftet werden. Das wiederum bedeutet, dass der Versicherer bzw. der Vermittler frühzeitig und positiv mit dem Kunden in Interaktion tritt.

Zusammenarbeit mit Spezialisten

Mittlerweile gibt es am Markt mehrere Anbieter, die sich das Thema Gesundheitsmanagement auf die Fahnen geschrieben haben. Dabei handelt es sich um Gesundheitsplattformen, die z. B. mit Versicherungsunternehmen zusammenarbeiten, um für Endkunden praktische Mehrwerte bieten zu können. Der Versicherer wiederum greift auf diese Angebote zurück, um sein Portfolio zu erweitern. Somit können eigene Produkte mit Gesundheitsfeatures kombiniert werden. Für den (Firmen-)Kunden hat das den Vorteil, dass er alles aus einer Hand bekommt. Und Vermittler wiederum zeigen somit den Firmenkunden auf, welche modernen Lösungen es gibt, um Gesundheitsmanagement und Vorsorgeprodukte wie z. B. die Berufsunfähigkeitsversicherung miteinander zu verquicken. Denn die Zahl ist in der Branche hinlänglich bekannt: Lediglich etwa ein Drittel der erwerbstätigen Bevölkerung in Deutschland besitzt eine Absicherung gegen den Verlust der Arbeitskraft. Dieser Anteil stagniert laut Einschätzung der Experten seit vielen Jahren. Für Vermittler also ein wichtiger Ansatz, um auch im Firmenkundengeschäft aktiv zu werden.

Gesundheitspartner für den Alltag

Doch wie konkret sieht ein solcher Gesundheitsservice aus? Die NÜRNBERGER etwa bietet ihren Kunden eine Gesundheitsplattform, die vom Dienstleister HUMANOO entwickelt wurde. Dabei handelt es sich um eine App. Diese lädt sich der Kunde auf sein Smartphone oder Tablet herunter. Die Zugangsdaten erhält er von seinem Arbeitgeber. Besteht ein firmeneigener Gruppenvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge, zum betrieblichen Einkommensschutz oder der betrieblichen Krankenversicherung über die NÜRNBERGER, erhält der Arbeitgeber Sonderkonditionen. Mehr als 3.000 digitale Gesundheitskurse zu den Themen Bewegung, Achtsamkeit, Abnehmen, Stressreduktion und Ernährung sorgen für ein breites Spektrum an Trainingsmöglichkeiten. Zudem besteht die Möglichkeit, eine Erstattung von bis zu 100 Euro im Jahr durch das Absolvieren verschiedener Kurse und Trainingseinheiten zu erhalten. Ein möglicher positiver Nebeneffekt auch für Vermittler: Richtig in der Beratung eingesetzt, kann mit der Gesundheitsplattform das Neufirmenkundengeschäft und die Kundenbindung gesteigert werden. Schließlich weist der Vermittler die potenziellen Vertragspartner auf ein Angebot hin, das hilft, gesund zu bleiben. Die Kunden nutzen die App übrigens ohne Werbung und versteckte Kosten. Durch die Möglichkeit einer vollständig anonymen Registrierung und die zufällige Verteilung der Zugangscodes ist kein Rückschluss auf persönliche Daten möglich. Darüber hinaus bietet diese Gesundheitsplattform dem Vermittler einen Cross-Selling-Ansatz für das betriebliche Versicherungsgeschäft – bestehend aus bAV, bEKS und bKV.

Hilfe bei der Arztsuche

Kurse und Tipps zur Gesundheitsvorsorge sind wichtig, um als Versicherer den Kunden Mehrwerte im Alltag bieten zu können. Doch trotz aller Präventivmaßnahmen ist niemand davor gefeit, zu erkranken. Genau hier setzt die Idee eines Beratungsservices an: Wenn nämlich der Kunde wegen einer komplexen Erkrankung behandelt werden muss oder eine ärztliche Zweitmeinung benötigt, stellt sich oftmals die Frage, welche Spezialisten bzw. Einrichtungen hier zielgerichtet weiterhelfen können. Die NÜRNBERGER arbeitet auch auf diesem Gebiet mit einem Kooperationspartner zusammen. Um den eigenen Kunden die gewünschte Expertise bieten zu können, wird diese – wo es notwendig ist – mithilfe von externen Dienstleistern ins Portfolio aufgenommen. In diesem Fall findet BetterDoc den passenden Arzt für die jeweilige Erkrankung. Und das unabhängig von einem Leistungsfall. Also auch schon bei einer „normalen“ Erkrankung wie beispielsweise Kniebeschwerden. Dieser Service kann unbegrenzt während der Vertragslaufzeit genutzt werden. Und der Arbeitgeber hat die Möglichkeit, BetterDoc sogar unabhängig vom Produkt für seine Mitarbeitenden zu buchen. Darüber hinaus erhalten Firmenkunden in Kombination mit einem firmeneigenen Gruppenvertrag Sonderkonditionen. Doch der Vermittler erhält mit diesem Beratungsservice noch einen weiteren wichtigen Verkaufsansatz: Denn dieser Service ist auch für Familienangehörige, die im Haushalt der Mitarbeitenden leben, sofort nutzbar.

Fazit für Vermittler: Gesundheitsservices eignen sich gut, um Firmenkunden für verschiedene Themen zu sensibilisieren und anschließend Lösungen aus dem Produktportfolio gemeinsam mit ihnen zu erarbeiten.

AssCompact Forum betriebliche Versorgung 2023

Dieser Beitrag erscheint im Rahmen des AssCompact Wissen Forums betriebliche Versorgung, das am 20.06.2023 in Neuss stattfindet. Die NÜRNBERGER ist dort mit einem Messestand vertreten. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie unter asscompact.de/forum-betriebliche-versorgung.

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Ein Artikel von
Michael Bertl

„Das Thema Pflege muss auf den Tisch“

Ohne private Pflegevorsorge geht es nicht – Vermittler und Versicherer sind in der Pflicht, über die Kosten im Pflegefall zu beraten, so der künftige Vorstandsvorsitzende der IDEAL, die als Spezialist für biometrische Alters­risiken im Markt bekannt ist.

Interview mit Maximilian Beck, Vorstand Operations/IT und Marketing/Vertrieb bei der IDEAL Versicherungsgruppe
Herr Beck, die Pflege in Deutschland ist teuer – im Grunde für alle Beteiligten. Es scheint kein Land in Sicht. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Die Situation für die Pflege in Deutschland ist katastrophal, wir stehen vor einem Kollaps des Systems. Es mangelt an allem – an fachkundigem Personal, an Pflegekapazitäten und an der Finanzierung der explodierenden Kosten. Die sozialen Sicherungssysteme sind überfordert. Schon heute muss ein pflegebedürftiger Mensch im Schnitt etwa 2.440 Euro Eigenanteil im Monat für die Pflege aufbringen, Tendenz steigend. In der Pflege erwarten wir einen Inflationstsunami: Lohnsteigerungen, gestiegene Kosten für Gewerke, Dienstleister, Lebensmittel, Energie … Noch dazu leben wir in einer alternden Gesellschaft, sprich die Anzahl derjenigen, die heute und künftig Pflege benötigen, wächst stetig an.

Ein großes neues Pflegegesetz ­soll es richten, so die Ankündigung aus dem Bundesgesundheits­ministerium. Erwarten Sie einen großen Wurf?

Es gab ja schon einige Reformen in der Pflege, doch bisher haben alle das Ziel verfehlt, Pflege würdig und finanzierbar zu gestalten. Geradezu fatal waren die Botschaften der Politik, die eine „Vollkasko in der Pflege“ suggerierten. Und auch die neuen Pläne aus dem Bundesgesundheitsministe­rium ändern nichts an der riesigen Finanzierungslücke. Die geplanten Maßnahmen wie eine Dämpfung der Eigenanteile für Pflegeheimbewohner oder eine Erhöhung von Pflegegeldern sind nur Tropfen auf den berühmten heißen Stein, sorgen aber für keine Entlastung des Systems.

Die Pflegekassen erwarten aufgrund gestiegener Kosten Defizite in Milliardenhöhe und fordern Bundeszuschüsse, was wiederum zulasten der Steuerzahler gehen würde. Wir müssen uns in Deutschland der Wahrheit stellen, dass die gesetzliche Pflegepflichtversicherung immer nur einen Teil der Pflegekosten tragen wird und jeder Einzelne es in der Hand hat, sich zusätzlich für das Pflegekostenrisiko abzusichern.

Versicherer und Makler klären nun schon seit Jahren über mögliche finanzielle Nöte bei Pflegebedürftigkeit auf und verweisen auf eine notwendige Eigenvorsorge. Hören mittlerweile mehr Menschen zu?

Pflege ist in der öffentlichen Wahrnehmung angekommen, gerade auch in den beiden letzten Jahren, die von stetiger Krisenstimmung geprägt waren. Doch genau wie die Renten­lücke in der Altersvorsorge wird auch das Pflegerisiko ignoriert und die meisten Menschen verfallen in eine Vogel-Strauß-Manier. Doch ewig verdrängen ändert nichts am Problem. Das Thema muss auf den Tisch und wir sind in der Pflicht, zur Absicherung der Kosten im Pflegefall zu beraten. Im Grunde müssen die 190.000 Vermittlerinnen und Vermittler in Deutschland das Potenzial erkennen, das im demografischen Wandel steckt. Mit unserer neuen Beratungsinitiative „Baby Boomer – boomt es auch bei Ihnen?“ haben wir genau das vor, um speziell die Generation Babyboomer zum Zuhören und Handeln zu aktivieren.

Und wollen oder können sich die Menschen – auch im aktuellen Umfeld – eine Pflegevorsorge leisten?

Sicher – eine Pflegeversicherung gibt es nicht umsonst. Aber das Pflegerisiko als ungelöstes Problem aufzuschieben, macht es nicht besser und kostet früher oder später das eigene Vermögen, das zur Begleichung von Pflegekosten aufgezehrt wird. Wir haben festgestellt, dass insbesondere in den beiden vergangenen Jahren tatsächlich die Bereitschaft, für die eigene Pflege vorzusorgen, geringer geworden ist. In der Pflegerente mussten wir einen Rückgang bei den Neuabschlüssen hinnehmen. Bei Pflegetagegeldern gab es keinen Rückgang im Neugeschäft. Doch das Problem nicht anzugehen, wäre ein fataler Fehler.

Wenn wir uns insbesondere die große demografische Kohorte der Babyboomer für die kommenden Jahre anschauen, sprechen wir hier, laut Statista, von etwa 13 Millionen Menschen, die einen riesigen Einfluss haben: auf unser Gesundheitssystem und auf unsere Pflege. Damit ist diese Generation „Problem“ und Lösung zugleich. Denn auch ca. 50% der Baby­boomer werden statistisch gesehen pflegebedürftig. Auf der anderen Seite hat genau diese Generation es aufgrund ihrer gefestigten finanziellen Situation und gebildeter Rücklagen in der Hand, privat für das eigene Pflegerisiko vorzusorgen.

Die IDEAL bietet seit 2021 auch ein Pflegetagegeld an. Das hat viele überrascht, kannte man die IDEAL doch als Pionier und Verfechter der Pflegerente. Wie kommt das Tagegeld an?

Pflegetagegeld und Pflegerente ergänzen sich unserer Meinung nach perfekt und ermöglichen jedem Kundenkreis, die für ihn passende Pflegeabsicherung zu finden. Vertrieblich ergeben sich große Potenziale, denn die Marktdurchdringung mit Pflegezusatzversicherungen ist nach wie vor sehr gering. So können Vermittler, die ein Pflegeprodukt vom Marktführer IDEAL anbieten möchten, auch Kunden mit geringerem finanziellen Spielraum bedienen. In Richtung unserer Vertriebspartner müssen wir hier in der Tat noch Überzeugungsarbeit leisten, denn manche von ihnen haben die Einführung des Pflege­tagegelds wohl eher als Kurs­wechsel und nicht als zusätzliche Option für die Pflegeabsicherung wahrgenommen.

Wird die Pflegerente mit steigenden Zinsen wieder interessanter?

Ja klar. Mit einem höheren Rechnungszins werden Beiträge auch wieder günstiger. Wir rechnen allerdings frühestens zum Jahreswechsel 2024/25 mit einer Erhöhung des Rechnungszinses. Unabhängig davon sehen wir in der Pflegerente nach wie vor unser Premiumprodukt mit dem großen Vorteil der stabilen Beiträge über die gesamte Laufzeit und darüber hinaus mit flexiblen Möglichkeiten wie Todesfallleistung, Rentengarantiezeit, Plus-Rente etc.

Die IDEAL hatte sich lange als Seniorenversicherer und Pflegespezialist positioniert. Dann kamen weitere Angebote hinzu. Wo steht die IDEAL jetzt?

Wir haben uns als IDEAL die Absicherung von biometrischen Altersrisiken wie Pflege, Langlebigkeit und Tod auf die Fahnen geschrieben und richten unser Produktportfolio konsequent danach aus. An unserem Fokus hat sich also nichts geändert. Lediglich den etwas in die Jahre gekommenen Begriff „Seniorenversicherer“ nutzen wir in der Form nicht mehr. Wir sind nach wie vor Marktführer in der privaten Pflegerente und haben vor, diese Position auch weiterhin zu halten bzw. auszubauen.

Darf man Sie noch als Makler­versicherer sehen? Sie gehen als Versicherungsfabrik ja auch andere Wege. Wie läuft zudem in dem Zusammenhang das Geschäft?

Das eine schließt das andere nicht aus. Wir vertreiben unsere Produkte weiterhin zu einem großen Teil über Makler und unabhängige Vermittler. Ein anderer – und für die IDEAL sehr wichtiger – Vertriebskanal ist das White Labeling bzw. der Vertrieb unserer Produkte oder auch etwas modifizierter Versicherungslösungen über andere Erstversicherer, aber auch Banken und Sparkassen. Das Geschäft läuft über alle Vertriebswege innerhalb unserer Erwartungen.

Im Sommer lösen Sie Rainer M. Jacobus als Vorstandsvorsitzender ab. Bleibt es dann beim eingeschlagenen Weg?

Es wäre nicht gerade klug, den eingeschlagenen erfolgreichen Weg zu verlassen, zumal wir mit unserer Fokussierung ein riesiges Know-how angehäuft und uns so im Markt einen Namen gemacht haben. Wir werden den eingeschlagenen Kurs beibehalten und auf dem Weg Prozesse optimieren und unsere digitalen Angebote weiter ausbauen.

Dieses Interview lesen Sie auch in 04/2023, S. 26 f., und in unserem ePaper.

Bild: © Sandra Kühnapfel

 
Ein Interview mit
Maximilian Beck