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ALTE LEIPZIGER Lebensversicherung a.G.

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Alte Leipziger treibt Digitalisierung im Gewerbegeschäft voran

Die Alte Leipziger treibt die Digitalisierung im Gewerbegeschäft für kleine Unternehmen voran. Dafür bündelt der Versicherer dunkelverarbeitbare Lösungen in mehreren Sparten unter dem Label #digitAL. Im Fokus steht ein hoher Automatisierungsgrad für Vertriebspartner und Unternehmen.

Die Alte Leipziger Versicherung will mit einer neuen Produktreihe die Digitalisierung im Gewerbegeschäft vorangetrieben. Unter dem Label #digitAL bündelt das Unternehmen dunkelverarbeitbare Lösungen in den Bereichen Sachinhalt, Betriebshaftpflicht, Werkverkehr und Elektronik. Zielgruppe sind kleine und insbesondere Kleinstunternehmen mit klar definierten Grenzwerten, so die Alte Leipziger.

Im Fokus stehen ein hoher Automatisierungsgrad für Vertriebspartner und Gesellschaften. Anträge werden ohne Risikoerfassung verarbeitet und Policen schnell ausgestellt. Der Abschluss erfolgt digital über die Vergleichsplattform Thinksurance oder dem firmeneigenen Rechner EasyWeb-Sach.

Neben der hohen Prozessautomatisierung führen feststehende Leistungen dazu, dass der Versicherer die Produkte zu günstigeren Preisen anbieten können. Unternehmen können das Standardprodukt bis zu definierten Grenzwerten wählen.

In der Haftpflichtversicherung dient der Jahresumsatz bis 2 Mio. Euro als Berechnungsgrundlage. Angaben zu Mitarbeiterzahl oder Lohnsummen entfallen. In der Sach- und Inhaltsversicherungen wurden ebenfalls Leistungen gebündelt und in einer Deklaration zusammengeführt. Die maximale Versicherungssumme beträgt 1,5 Mio. Euro. Elektronische Anlagen und Geräte sind bis zu 500.000 Euro versicherbar, der Werkverkehr mit bis zu 200.000 Euro uns bis zu 50 Fahrzeugen. (js)

News zu weiteren neuen Produkten und Services finden Sie in unserer Rubrik Assekuranz.
 

Christian Pape übernimmt als Vertriebsvorstand bei der ALH

Christian Pape hat zum 01.02.2026 die Verantwortung für das Ressort Vertrieb und Marketing bei der ALH Gruppe übernommen. Pape ist bereits im Oktober 2025 in den Vorstand eingetreten und übernimmt nun die Nachfolge von Frank Kettnaker, der nach über 40 Jahren in der Branche in den Ruhestand gegangen ist.

Christian Pape hat zum 01.02.2026 die Verantwortung für das Ressort Vertrieb und Marketing der Alte Leipziger Lebensversicherung a.G., der Hallesche Krankenversicherung sowie der Alte Leipziger Holding AG übernommen.

Pape tritt damit die Nachfolge von Frank Kettnaker an, der nach 19 Jahren im Vorstand der ALH Gruppe in den Ruhestand getreten ist. In den Vorstand eingetreten ist Pape bereits im Oktober 2025 und hat seitdem die Ressortübernahme eng begleitet. Nun ist der Staffelstab endgültig übergeben.

Papes beruflicher Werdegang

Vor der ALH Gruppe sammelte Pape Erfahrung bei der der Continentale und Gothaer sowie bei der AXA – wo er seit 2022 auch zusätzlich Vorstandsmitglied für den Digitalversicherer der AXA war.

Seine Erfahrung vereine klassische Vertriebskompetenz mit moderner Digitalexpertise – eine Kombination, die für die strategische Weiterentwicklung der ALH Gruppe von zentraler Bedeutung sei, heißt es vonseiten des Unternehmens.

Maklergeschäft soll weiter ausgebaut werden

Für Pape stehe das Maklergeschäft weiterhin im Zentrum der strategischen Ausrichtung. Diese Rolle solle auch in Zukunft noch stärker ausgebaut werden. Gleichzeitig solle das bestehende Vertriebsmodell weiterentwickelt und an die zunehmende Vielfalt von Kundenbedürfnissen und Kontaktpunkten angepasst werden.

Ein wesentlicher Schwerpunkt von Papes künftiger Arbeit liege auf Digitalisierung, Automatisierung, KI und datengetriebenen Prozessen. Die Digitalisierung biete eine große Chance Prozesse zu beschleunigen, Effizienz zu steigern und die Servicequalität für Kunden und Vertriebspartner weiter zu erhöhen. Neben den etablierten Vertriebswegen des persönlichen Vertriebs möchte die ALH Gruppe künftig auch digital sichtbarer werden. (js)

Lesen Sie auch: Frank Kettnaker im Interview: „Wir machen den Preiswettbewerb bewusst nicht mit“
 

Alte Leipziger startet fondsgebundene Kindervorsorge

Die Alte Leipziger hat eine fondsgebundene Kindervorsorge auf den Markt gebracht. Mit ALfondsyoung will der Versicherer die Vorteile des frühzeitigen Sparens mit den Chancen des Kapitalmarkts vereinen. Der Tarif bietet eine Beitragsgarantie bis zu 80% und Flexibilität in der Ansparphase.

Die Alte Leipziger Lebensversicherung hat eine fondsgebundene Kindervorsorge gestartet, die frühzeitiges Sparen mit den Chancen des Kapitalmarktes verbindet und später eine lebenslange Rente ermöglicht. Das neue Produkt ALfondsyoung ist als flexible Fondsrente für Kinder konzipiert, erklärt der Versicherer. Die versicherte Person ist das Kind, Versicherungsnehmer und Beitragszahler können Eltern, Großeltern oder andere Bezugspersonen sein. Später kann der Vertrag auf das Kind übertragen werden.

„Je früher mit dem Sparen beginnen wird, desto größer ist der Effekt des Zinseszinses und desto geringer ist der notwendige finanzielle Aufwand“, sagt Dr. Jürgen Bierbaum, Vorstand der Alte Leipziger Lebensversicherung.

Flexibilität in der Anspar- und Rentenphase

Aktuell stehen Kunden 84 ETFs sowie 19 Dimensional-Fonds zur Auswahl. „Für eine tragfähige Altersvorsorge mit guter Rendite gibt es neben individuell wählbaren Laufzeiten eine zweite Stellschraube, nämliche kostengünstige und breit gestreute Investments“, so Bierbaum. „ETFs erfüllen genau diese Anforderungen und sind deshalb ein zentraler Baustein unserer fondsgebundenen Kindervorsorge.“

ALfondsyoung bietet eine optionale flexible Beitragsgarantie bis 80%. Während der Ansparphase können Beitrage angepasst, pausiert oder durch Zuzahlungen ergänzt werden. Fondswechsel sind kosten- und steuerfrei möglich. Zu Rentenbeginn besteht die Wahl zwischen einer Kapitalauszahlung, lebenslangen Rente oder Kombination aus beiden. Die lebenslange Rente wird dabei steuerlich begünstigt mit dem Ertragsanteil besteuert.

Altersvorsorge sollte lebenslanges Einkommen bieten

Aus Sicht des Versicherers gehe es bei Altersvorsorge im Kern um ein planbares, lebenslanges Einkommen. „Ein Auszahlplan, der mit 85 Jahren endet, ist also keine echte Altersvorsorge, denn schon heute sind 3 Millionen Menschen in Deutschland 85 und älter“, so Bierbaum. (js)

News zu weiteren neuen Produkten und Anpassungen finden Sie in unserer Rubrik Assekuranz.
 

Alte Leipziger BU-Update löst Branchendiskussion aus

Zu Jahresbeginn hat die Alte Leipziger ein befristetes Anerkenntnis in ihrer BU eingeführt – und damit eine Diskussion in der Branche über die Vor- und Nachteile der Klausel ausgelöst. AssCompact hat bei dem Versicherer sowie bei der infinma nachgefragt, was es mit der Änderung auf sich hat und wie sie einzuordnen ist.

Eine Änderung in den Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) der Alte Leipziger hat gleich zu Jahresbeginn eine Diskussion in der Branche ausgelöst. Konkret geht es darum, dass der Versicherer in Neuverträgen eine Regelung zur befristeten Anerkennung eingeführt hat. Sollte ein „sachlicher Grund“ vorliegen, kann der Versicherer die BU-Leistung einmalig auf maximal zwölf Monate befristen.

Für den Versicherungsmakler Matthias Helberg kam diese Entwicklung laut eines Blogposts auf seiner eigenen Website „überraschend“. Seine Begeisterung für diese Klausel halte sich demnach in Grenzen, schreibt Helberg, weil ein rechtswirksam befristetes Anerkenntnis in der BU dem Versicherer „deutlich mehr Vorteile als dem Versicherten“ bringe. Gleichzeitig, räumt Helberg ein, sollte die Klausel nicht überbewertet werden. Die Vor- und Nachteile einer befristeten Anerkennung diskutiert Helberg in einem separaten Post. Darunter sind unter anderem die Notwendigkeit geringerer Rückstellungen, eine verbesserte Solvenzquote, die Vermeidung der Beweislastumkehr sowie ein geringerer Kosten- und Verwaltungsaufwand.

Ratinghaus bewertet Befristung als positiv

Laut Helberg dürfte die aktuelle Entwicklung bei der Alte Leipziger wohl vorwiegend damit zusammenhängen, dass „die Ratingagentur Franke und Bornberg eine Regelung der Befristung in den Versicherungsbedingungen als positiv einstuft, während die Konkurrenz von MORGEN & MORGEN sie ambivalent, also zwiespältig, sieht.“ Für einen BU-Anbieter sei es in Bezug auf diese beiden Ratinghäuser also unkritischer, die Befristung zu verwenden, als ausdrücklich auf sie zu verzichten.

infinma: Befristete Anerkennung ist Marktstandard

 

Alte Leipziger BU-Update löst Branchendiskussion aus

 

AssCompact hat bei der infinma Institut für Finanz-Markt-Analyse GmbH nach einer Einordnung gefragt. Das Analyse- und Beratungshaus untersucht anhand regelmäßiger Analysen die Marktstandards in der Versicherungslandschaft, darunter auch in der BU. Demnach sei es „üblich“, dass ein zeitlich befristetes Anerkenntnis in Ausnahmefällen möglich ist. Es ist also der derzeitige Marktstandard. Im Jahr 2025 nutzten 187 der 385 von der infinma untersuchten Tarife diese Klausel (siehe Grafik).

infinma bewertet sie derzeit als „neutral“ (Marktstandard erfüllt). „Der Verzicht auf ein befristetes Anerkenntnis wird hingegen bei infinma positiv bewertet“, erklärt Dr. Jörg Schulz, geschäftsführender Gesellschafter und Mitbegründer der infinma.

Die infinma sieht die Beweggründe des Versicherers ähnlich wie Helberg: „Wenn jetzt Versicherer dazu übergehen, ein befristetes Anerkenntnis einzuführen, dann ist es – zumindest derzeit – aus unserer Sicht schlicht und ergreifend die Reaktion darauf, dass es Ratingagenturen gibt, die ein befristetes Anerkenntnis positiv bewerten.“

Mit Blick auf die Argumente lasse sich die Diskussion daher relativ einfach zusammenfassen, erklärt Schulz: Auch die infinma sieht den Vorteil einer befristeten Anerkenntnis eindeutig auf der Seite des Versicherers. „Ein befristetes Anerkenntnis bietet dem Versicherer deutlich mehr Vorteile als dem Kunden: bis hin zu den bisher wenig thematisierten bilanziellen und finanziellen Implikationen für den Versicherer.“

Franke und Bornberg: Vertragliche Regelung schafft Transparenz

Sollten Ratinghäuser die positive Bewertung des befristeten Anerkenntnisses also überdenken? In einem eigenen Blogbeitrag hat Michael Franke, geschäftsführender Gesellschafter von Franke und Bornberg, die Haltung des Ratinghauses zu dem Thema eingeordnet: Ein Verzicht auf Befristung bedeute nicht automatisch, dass Versicherer solche Befristungen nicht mithilfe von Individualvereinbarungen trotzdem nutzen, was für Verbraucher intransparent ist. „Niemand kann vor Vertragsschluss erkennen, wie ein Versicherer im Leistungsfall mit Befristungen umgehen wird, wenn die Bedingungen dazu schweigen – oder sogar einen Verzicht suggerieren,“ schreibt Franke.

Eine vertragliche Regelung schaffe dagegen Transparenz, erklärt Franke weiter, und schütze damit Verbraucher vor undurchsichtigen Sonderlösungen. „Ein bloßer Verzicht auf die Befristungsklausel – bei gleichzeitiger Möglichkeit von Individualvereinbarungen – wäre aus Verbrauchersicht kein Fortschritt. Im Gegenteil: Er würde die Praxis lediglich in einen unregulierten Bereich verschieben.“

Auch hält Franke es nicht für zielführend auf beides zu verzichten, also auf die Befristungsklausel und auf die Individualvereinbarungen, wie Helberg es vorschlägt. Individualvereinbarungen können auch zugunsten des Versicherten wirken – beispielsweise wenn ein Versicherer bei unsicherer Prognose eine befristete Lösung anbietet statt abzulehnen. „Ein pauschaler Verzicht auf Individualvereinbarungen könnte solche pragmatischen Lösungen verhindern und im Zweifel zu Ablehnungen führen“, so Franke.

Optimale Lösung noch nicht gefunden

Die Frage, wie eine optimale Regelung aussehen könne, bleibe weiterhin offen, betont das Analysehaus Franke und Bornberg.

Laut der infinma könnte es aus Sicht der Versicherten eine günstige Regelung sein, wenn sie selbst entscheiden können, ob sie eine befristete Anerkenntnis in Anspruch nehmen möchten oder eben nicht. Auch sollten Versicherte nach Ablauf der Befristung nicht wieder einen vollständig neuen BU-Antrag stellen müssen. „Zudem wäre es natürlich wünschenswert, wenn die Versicherer den Zeitraum verkürzen könnten, der für die Leistungsprüfung in Anspruch genommen wird. Je geringer diese Zeitspanne wird, umso weniger notwendig ist aus Kundensicht das befristete Anerkenntnis“, erklärt Schulz.

Die Ansichten bezüglich der Befristung sind am Markt also durchaus unterschiedlich, das gibt auch die Alte Leipziger zu. Und resümiert gleichzeitig: „Unser Anspruch, berechtigte Leistungsanmeldungen unbefristet anzuerkennen, bleibt selbstverständlich bestehen.“

Unabhängig des Bedingungsupdates hat die Assekurata Solutions GmbH der Alte Leipziger Lebensversicherung gerade zum sechsten Mal in Folge das Fairness-Siegel für ihre „kundenorientierte, transparente und kompetente Leistungsregulierung in der Berufsunfähigkeit“ verliehen. (js)

Lesen Sie auch: Wenn der Antrag auf BU-Rente abgelehnt wird – was dann?
„Wir machen den Preiswettbewerb bewusst nicht mit“
 

„Wir machen den Preiswettbewerb bewusst nicht mit“

Für BU-Versicherer stellen Anfragen von Kunden mit psychischen Vorerkrankungen eine Herausforderung dar. Wie die Alte Leipziger diese meistert und welche Auswahlkriterien abseits vom Preis wichtig sind, erläutert ALH-Vertriebsvorstand Frank Kettnaker. Außerdem blickt er auf seine langjährige Karriere zurück.

Interview mit Frank Kettnaker, Vertriebsvorstand der ALH Gruppe
Herr Kettnaker, zum Ende des Jahres werden Sie nach über 40 Jahren in der Branche in den Ruhestand gehen. Blicken Sie kurz auf Ihre lange Karriere zurück. Was empfinden Sie als Highlights?

Im November 2007 bin ich mit Anfang 40 Vertriebs- und Marketingvorstand von Alte Leipziger und Hallesche geworden. Das heißt, ich habe mit der Finanzkrise gestartet und weitere Krisen und Marktumbrüche folgten, zuletzt mit Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und Inflation. Rückblickend haben wir diese herausfordernden Zeiten für das Unternehmen sehr gut gemeistert. Mehr als das: Im Ranking der Lebensversicherungen hat sich die Alte Leipziger auf Rang 5 weit nach vorne gearbeitet. In der Krankenversicherung haben wir mit den Budgettarifen den Markt geprägt und eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Diese Dinge machen mich stolz. Vor fünf Jahren haben wir den Schritt gewagt und Alte Leipziger und Hallesche unter der Dachmarke „ALH Gruppe“ zusammengefasst. Auch das war ein Meilenstein für das Unternehmen.

Was waren Ihrer Meinung nach die bedeutendsten Veränderungen in der Branche in den letzten Jahrzehnten, im positiven wie als auch im negativen Sinne?

Sehr prägend war sicherlich die Ausweitung der Regulatorik in allen Bereichen. Ich sage nur: Reform des Versicherungsvertragsgesetzes, Insurance Distribution Directive, Offenlegungs- und Transparenzvorgaben bezüglich Nachhaltigkeitsrisiken oder DORA zur Bewältigung von IT-Risiken. Die Branche ächzt unter den Anforderungen. Wir müssen wieder ein vernünftiges Maß finden und den „Value of Regulation“ stärker hinterfragen. Kommen sehen haben wir die Konsolidierung am Maklermarkt. Doch die Wucht und Geschwindigkeit, mit der sie kam, das hat mich schon sehr überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass der deutsche Versicherungsvertrieb zum Wagniskapital für ausländische Investoren wird.

Worauf freuen Sie sich besonders im neuen Lebensabschnitt?

Ich bin vierfacher Vater und seit Kurzem zweifacher Großvater, ab Ende Januar sogar dreifacher. Ich freue mich auf Zeit mit der Familie, auf Reisen und auf eine selbstbestimmte Tagesplanung. Als Vertriebsvorstand hat man einen sehr durchgetakteten Kalender. Das habe ich zwar auch geliebt, aber nur mit dem Wissen, dass es nicht immer so bleibt. Jetzt kommt die Zeit für mehr Freiraum. Ich sage immer: Ich muss nicht in den Ruhestand gehen, sondern ich darf.

Einige Branchenkollegen haben sich ja zu einer Beratertätigkeit bei Konsolidierern entschieden. Ist das auch für Sie eine Möglichkeit?

Sag niemals nie. Aber ich bin von Natur aus ein Typ Mensch, der das, was er tut, zu 100% macht. Im Moment bin ich noch zu 100% Vertriebs- und Marketingvorstand der ALH Gruppe. Meine Energie fließt derzeit voll und ganz in den erfolgreichen Abschluss des Vertriebsjahres 2025, die Vorbereitungen für 2026 und in den Übergang von mir zu Christian Pape. Er ist als mein Nachfolger bereits an Bord und es ist großartig, dass wir einen nahtlosen Übergang gestalten können.

Kommen wir zum Fachlichen. Psychische Erkrankungen sind die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Trotzdem haben Menschen mit Vorerkrankungen es häufig noch schwer, eine BU abzuschließen. Warum tut sich die Versicherungsbranche mit psychischen Erkrankungen immer noch so schwer?

Bei einem gebrochenen Bein lässt sich der Heilungsverlauf zuverlässig voraussagen. Bei psychischen Erkrankungen ist das nicht der Fall. Das macht es für uns als Versicherer schwieriger, risikoadäquate Prämien zu kalkulieren, und deshalb arbeiten Lebensversicherer mit Ausschlüssen oder Ablehnungen bei psychischen Vorerkrankungen. Verschärft wird das Kalkulations- und Prognoseproblem dadurch, dass bei psychischen Erkrankungen oft auch nach einer Therapie ein erhöhtes Rückfallri­siko besteht.

Bei der Alte Leipziger werden Menschen mit psychischen Vorerkrankungen nicht pauschal abgelehnt. Wie läuft die Prüfung bei Ihnen ab? Und wie lässt sich dabei ein fairer Ausgleich zwischen Kundeninteresse und versicherungstechnischer Verantwortung herstellen?

Wir betrachten den Gesundheitszustand und die Gesundheitshistorie unserer Antragsteller individuell; Berichte behandelnder Ärzte und Psychologen beziehen wir mit ein. Wenn z. B. eine leichtgradige Depression drei Jahre zurückliegt, ist unter bestimmten Umständen auch eine normale BU-Annahme ohne Einschränkungen oder Zuschläge möglich. 2024 haben wir eine Psyche-Ausschlussklausel eingeführt, mit der wir auch Menschen mit bestimmten psychischen Vorerkrankungen einen BU-Schutz ermöglichen. Je nach Art der Erkran­­­kung kann die Klausel zwölf bis 36 Monate nach Abschluss entfallen. Darüber hinaus unterstützen wir die mentale Gesundheit unserer Kunden mit kostenfreien Gesundheitsservices, die sowohl präventiv als auch therapiebegleitend genutzt werden können.

Wie häufig sind Anfragen für eine BU von Menschen mit einer psychischen Vorerkrankung? Und wie viele davon werden angenommen, auch mit Zuschlägen oder Ausschlussklauseln?

Wir werten Anfragen und Anträge mit Bezug auf psychische Vorerkrankungen nicht gesondert aus und haben deshalb keine belastbaren Zahlen. Aus datenschutzrechtlichen Gründen werden die Angaben aus Risikovoranfragen nach drei Monaten gelöscht. Wenn der BU-Antrag aufgrund einer psychischen Vorerkrankung abgelehnt wurde, kann die Grundfähigkeitsversicherung übrigens eine sinnvolle Alternative sein.

Der Wettbewerb in der BU definiert sich neben der Qualität seit einigen Jahren auch zusätzlich über den Preis. Das kann für Anbieter und Versicherte gleichermaßen zum Problem werden, wenn Überschüsse unter Druck geraten. Wie handhabt die Alte Leipziger diesen Balanceakt?

Wir machen den Preiswettbewerb bewusst nicht mit. BU-Tarife sind langfristige Verträge mit hohem Leistungsversprechen. Eine gute BU definiert sich über mehr als den Preis. Weil wir großen Wert auf stabile Beiträge legen, unterziehen wir uns dem zukunftsgerichteten Beitragsstabilität-Rating von Assekurata. Dort werden Tarifkalkulation, Ertragsstärke und BU-Bestand unter die Lupe genommen. Mit einem Gesamtergebnis von 89% schneiden wir sehr gut ab. In der gesamten Branche gibt es nur einen Anbieter, der sich dieser Nagelprobe unterzieht – und das sind wir.

Auf welche Auswahlkriterien abseits des Preises sollten potenzielle Versicherungsnehmer achten?

Neben einem hochwertigen Bedingungswerk ist Flexibilität ein wichtiger Faktor: Den BU-Vertrag schließen Kunden meist über Jahrzehnte ab. In dieser Zeit kann sich die finanzielle Lage ändern. Daher sind z. B. umfangreiche Ausbau- und Nachversicherungsgarantien ebenso wichtig wie Freiheiten bei der Dynamisierung der Beiträge. Wir bieten zudem eine Beitragspause für bis zu 24 Monate an, z. B. für Elternzeit oder Sabbatical.

Die richtige BU auszuwählen, ist nicht einfach. Welche Rolle kommt Vermittlern hier zu?

Vermittler sollten neben den genannten Auswahlkriterien insbesondere auf die Finanzstärke des BU-Anbieters sowie auf eine transparente, faire Leistungspraxis achten. Ratings unabhängiger Analysehäuser bieten Orientierung. Die Vermittler unterstützen aber nicht nur beim Anbietervergleich, sondern auch bei den Gesundheitsangaben und Leistungsanträgen. Gerade bei psychischen Vorerkrankungen müssen sie den Markt kennen, um das beste Ergebnis herauszuholen und Alternativen aufzeigen zu können. Im Leistungsfall sind sie im wahrsten Sinne des Wortes Vermittler zwischen Kunde und Versicherer. Ihre Rolle ist ungemein wichtig und sie sind unverzichtbar.

Lesen Sie auch: Besserungsnachweis: Wann darf BU-Rente nicht gestoppt werden?

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Alte Leipziger, AXA & Co. deklarieren Überschussbeteiligung

Nun geht es Schlag auf Schlag. Weitere Versicherer haben ihre Überschussbeteiligung für das nächste Jahr deklariert. Während die Alte Leipziger, ERGO und die Viridium Gruppe nach oben gehen, halten die AXA und die VPV am Wert des laufenden Jahres fest.

Die Alte Leipziger Lebensversicherung hebt ihre Überschussbeteiligung für das Jahr 2026 an. Zum Jahreswechsel erhöht der Versicherer die laufende Verzinsung um 15 Basispunkte. Bestehende Verträge mit einem Rechnungszins von mindestens 2,75% erhalten weiterhin die höhere garantierte Verzinsung.

Für die modernen Rentenversicherungen AL_RENTE-Flex und AL_RENTE-KlassikPur gilt ab 2026 somit eine laufende Verzinsung von 2,50%. Zusammen mit dem unveränderten Schlussüberschussanteil von 0,25% ergibt sich daraus eine Gesamtverzinsung von 2,75%. Kunden mit klassischen Rentenversicherungen erhalten nächstes Jahr eine laufende Verzinsung von 2,40%, die Gesamtverzinsung liegt dann bei 2,60%.

ERGO erhöht ebenfalls

Auch die ERGO Vorsorge Lebensversicherung AG sowie die für das Neugeschäft geschlossene ERGO Lebensversicherung AG erhöhen ihre Verzinsung für das nächste Jahr.

Die ERGO Vorsorge Lebensversicherung hat die Überschussbeteiligung für 2026 von 2,8% auf 2,9% erhöht. Damit beträgt die Gesamtüberschussbeteiligung genau wie im Vorjahr bis zu 4,2%.

Die für die Bestandsverwaltung des traditionellen klassischen Lebensversicherungsgeschäfts zuständige ERGO Lebensversicherung hat ihre laufende Verzinsung für das kommende Jahr auf 3,0% (Vorjahr: 2,7%) festgesetzt. Damit ergibt sich eine Gesamtüberschussbeteiligung von 3,25% (Vorjahr: 2,95%). Das Unternehmen weist in diesem Zuge noch einmal darauf hin, dass die Victoria Lebensversicherung AG im laufenden Jahr auf die ERGO Lebensversicherung AG verschmolzen wurde.

Dritte Erhöhung bei der Viridium Gruppe

Bei der Viridium Gruppe steigt die laufende Mindestverzinsung für die traditionellen Lebensversicherungsverträge der Proxalto Lebensversicherung zum Jahreswechsel um 0,1 Prozentpunkte auf 2,7%. Bei der Entis Lebensversicherung klettert die laufende Mindestverzinsung für 2026 von 3,35% im laufenden Jahr – damit liegt Entis für 2025 an der Spitze des deutschen Marktes, so der Run-off-Spezialist – auf dann 3,4%. Damit erhöhen sich die Verzinsungen bei Proxalto und Entis zum dritten Mal in Folge. Für die hauptsächlich fondsgebundenen Lebensversicherungen Heidelberger Lebensversicherung und Skandia Lebensversicherung bleibt der Wert stabil.

Die Viridium Gruppe wurde dieses Jahr von einem Konsortium rund um den Münchener Branchenprimus Allianz übernommen, bleibt aber als Plattform weiterhin unabhängig.

AXA hält Verzinsung stabil

Bei der AXA Lebensversicherung AG sowie ihrer Zweigniederlassung DBV Deutsche Beamtenversicherung Lebensversicherung bleibt die Überschussbeteiligung für 2026 auf stabilem Niveau bei 3,0%. Dabei liege man weiterhin im oberen Marktdurchschnitt, erklärt das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Je nach Vertrag seien zudem weitere Zuteilungen in Form von Risiko- und Kostenüberschüssen, Schlussüberschüssen sowie einer Sockelbeteiligung an den Bewertungsreserven möglich.

So deklariert die VPV

Auch die VPV Versicherungen halten ihre Gesamtverzinsung für das kommende Jahr stabil bei 3,75%. Sie setzt sich zusammen aus einer laufenden Verzinsung von 3,0% und einem Schlussüberschussanteil von 0,75%.

Für das seit Oktober erhältliche Produkt Flex Garant Invest liegt die Gesamtverzinsung bei 4,0% – dabei liegt die laufende Verzinsung bei 3,25% und der Schlussüberschussanteil bei 0,75%. Wie im Markt üblich werde bei diesem modernen klassischen Produkt ein Zuschlag auf die laufende Verzinsung als Ausgleich für reduzierte Garantien während der Vertragslaufzeit gewährt, so der Versicherer. Auch für Kunden der dynamischen Hybridprodukte bleibt die Verzinsung stabil, die laufende Verzinsung auf den Anteil des Guthabens im Sicherungsvermögen liegt weiterhin bei 3,65%. (js)

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Alte Leipziger startet Altersvorsorge-Rechner

Die Alte Leipziger bietet ein digitales Tool für den Vergleich realistischer Ablaufleistungen von Fondspolicen mit Garantien. Der „Altersvorsorge-Rechner“ des Versicherers nutzt stochastische Hochrechnungsmethodik des Analysehauses MORGEN & MORGEN.

Die Alte Leipziger hat ein neues digitales Tool, das Vermittler im Beratungsgespräch anwenden können. Mit dem „Altersvorsorge-Rechner“ lassen sich realistische Ablaufleistungen von Fondspolicen mit Garantien (Hybridrenten) auf Basis stochastischer Methodik berechnen und dabei verschiedene Anbieter vergleichen. Die Ablaufleistungen können als einmalige Kapitalauszahlung oder lebenslange monatliche Rente berechnet werden.

Stochastische Hochrechnungsmethode von MORGEN&MORGEN

Dabei kommt der digitale Rendite-Simulationsservice „Rendite-Piloten“ aus dem Hause MORGEN & MORGEN zum Einsatz. Der „Rendite-Pilot“ greift auf das Volatium-Modell zu, das sich auf realistische Kapitalmarktsimulationen stützt. Es ermöglicht laut MORGEN & MORGEN im Gegensatz zu gängigen „deterministischen“ Berechnungsmethoden eine deutlich präzisere Einschätzung der zu erwartenden Ablaufleistungen von Fondspolicen mit Garantien.

Drei Szenarien

Im „Altersvorsorge-Rechner“ werden die Tarife für 10.000 mögliche Kapitalmarktszenarien simuliert, statistisch analysiert und deren Renditen als Häufigkeitsverteilung dargestellt. Das Ergebnis zeigt drei durchschnittliche Ablaufleistungen, die als pessimistisches, durchschnittliches und optimistisches Szenario dargestellt werden. In den Ergebnissen sind bereits alle Kosten abgezogen. Wie die Alte Leipziger mitteilt, werde damit auch die viel diskutierte Effektivkostenquote obsolet: „Sie wird oft als Preisschild eines Produkts interpretiert. Tatsächlich kann sie die zu erwartende Kostenbelastung aber nur unter Laborbedingungen angeben, insbesondere ohne Beachtung realistischer Kapitalmarkt- und Vertragsverläufe. Wir sind froh, dass wir uns mit Hilfe stochastischer Modelle beim Vergleich von Altersvorsorgeprodukten von dieser Schwäche lösen können“, erklärt Christian Häsch, Vertriebsleiter der Alte Leipziger Leben.

„Wir freuen uns, dass die Alte Leipziger als einer der ersten Versicherer die stochastische Methodik aktiv in den Vertrieb bringt“, betont Christian Jaffke, Geschäftsführer von MORGEN & MORGEN. „Damit wird ein objektiver, marktübergreifender Vergleich von Altersvorsorgeprodukten möglich, der sich an realen Kapitalmarktbedingungen orientiert – nicht an pauschalen Beispielrechnungen.“

Auf bAV-Tarife ausgerichtet

Das Vergleichstool ist aktuell auf Tarife der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ausgerichtet. „Wir sehen, dass die Kombination aus Garantie und Ertragschancen, die Hybridrenten bieten, in der bAV besonders relevant ist“, so Häsch weiter. (tik)

Weitere Meldungen zu neuen Services und Tools finden Sie in unserer Rubrik „Management & Vertrieb“.
 

ALH und Feather bieten digitale Versicherungslösung

Die ALH Gruppe und der Berliner Assekuradeur Feather arbeiten für eine digitale Versicherungslösung zusammen. Sowohl die PKV als auch die bAV der Alte Leipziger Lebens- und Hallesche Krankenversicherung sind damit über die digitale HR-Plattform Feather abschließbar.

Für international tätige Unternehmen gibt es nun eine neue digitale Versicherungslösung von der ALH Gruppe und dem Berliner Assekuradeur Feather. Die private Krankenversicherung (PKV) und die betriebliche Altersversorgung (bAV) von Alte Leipziger Lebens- und Hallesche Krankenversicherung sind über die digitale HR-Plattform von Feather abschließbar, heißt es in einer Mitteilung.

Die beiden Unternehmen bieten bereits seit fünf Jahren einen gemeinsamen PKV-Rechner für die Zielgruppe der Expats, also Fachkräfte, die aus dem Ausland nach Deutschland kommen, an. Darauf aufbauend führen sie nun ein neues Vertriebsmodell ein, das auch die bAV umfasst. Es richtet sich an international tätige Unternehmen mit hohem Expat-Anteil.

Die Plattform ermöglicht eine digitale Vertragsverwaltung und Anbindung neuer Mitarbeiter. Die Beschäftigten erhalten eine individuelle Ansicht ihrer Altersvorsorge und werden bei Entscheidungen der finanziellen Absicherung und Gesundheitsversorgung unterstützt. Das Angebot kann in bestehende HR-Prozesse integriert werden. (mki)

 

Regulierung als Risiko für KMU-Beratung

Der Aufwand für Regulatorik gefährdet die Qualität der KMU-Beratung. AssCompact sprach im vierten Teil der BFV-Gesprächsserie mit Martin Gräfer, Vorstandsmitglied bei der Bayerischen, Frank Kettnaker, Vertriebsvorstand bei der ALH Gruppe, und Lukas Thiem, stellvertretender Geschäftsführer von CuP Versicherungsmakler.

 
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