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Hendricks & Co. GmbHD&O Insurance Brokers

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Betriebsschließung in der D&O-Versicherung?

Die Corona-Krise verstärkt den Druck auf die D&O-Versicherung. Zuvor haben die Versicherer aber selbst kräftig die Basis für die Probleme gelegt. Manche Versicherer schließen gerade das Neugeschäft in der Sparte. Dabei hätten Kunden viel mehr Verständnis für höhere Prämien, als die Branche denkt, kommentiert D&O-Pionier Michael Hendricks die Lage in der Sparte.

Eine Flut von Manager-Haftungsverfahren im Zusammenhang mit der Dotcom-Pandemie (Neuer Markt) hat vor vielen Jahren zu einer existenziellen Bedrohung des D&O-­Versicherungsmarktes geführt. Die Marktverhärtung war im Jahre 2003 auf der Kundenseite angelangt mit der Folge von Prämienanhebungen und zahlreichen Versicherungsausschlüs­sen, die insbesondere auf die sogenannte Innenverhältnis­deckung zielten, also Inanspruchnahmen von Geschäfts­leitern durch Aufsichtsgremien oder Gesellschafter. Betriebsschließungen hat es in der D&O-Sparte seinerzeit nicht gegeben. Die Versicherer haben den Geschäftsbetrieb aufrechterhalten und sich flugs schon im Jahre 2004, also ein Jahr später, in einen weichen Markt begeben, der immerhin für einen Zeitraum von 17 Jahren bis zum jüngsten Renewal der Versicherungsverträge die D&O-Produktentwicklung zu Schleuderpreisen beflügelt hat.

Auf Corona folgt eine D&O-Schadenpandemie

Damit ist es jetzt vorbei. Der Versicherer StarStone hat den Betrieb geschlossen aufgrund einer D&O-Schadenpandemie, die für den Versicherer StarStone noch nicht einmal den deutschen Markt erreicht hat. Das Schadeninfektionsgeschehen hierzulande ist für StarStone harmlos, der Ausblick jedoch ist für die kommenden Jahre düster.

AXA XL hat den D&O-Betrieb (noch) nicht geschlossen. Underwriter und Schadenmitarbeiter sind weiter fleißig aktiv. Dies allerdings mit einer Einschränkung: D&O-Neugeschäftsabschlüsse kommen bis auf Weiteres nicht mehr in Betracht. Der Bestand wird gepflegt, gehegt und saniert und es soll abgewartet werden, wie sich die D&O-Schadeninfektionsraten weiterhin entwickeln. So sieht es jetzt aus im deutschen Markt. Kunden und Makler warten gespannt auf die Verhandlungen zu den Vertragsverlängerungen in das Jahr 2021.

Was jetzt schon feststeht

Die Versicherungsprämien werden bis auf wenige Ausnahmen bestandsübergreifend um mindestens 15% steigen, was überwiegend kleine und mittelständische Unternehmen betrifft. Größere Unternehmen müssen gar mit einem noch höheren Anstieg rechnen. Unterjährige Vertragsverlängerungen im Jahr 2020 haben gezeigt, dass sich die Versicherungsprämien auch verdoppeln oder gar verdreifachen können. Stark betroffen sind börsennotierte Unternehmen und auch solche, deren Umsätze coronabedingt geschrumpft sind. Hier gibt es Einzeluntersuchungen im Underwriting, Prognoseberichte der Unternehmen in Sachen Zukunft, den Nachweis von Staatshilfen und so weiter und so weiter. Bei großen Dax-Unternehmen schrumpfen die Kapazitäten auf teilweise weniger als 50% der Deckungssummen, mit denen sich Vorstände und Aufsichtsräte in vergangenen Jahren wohlgefühlt hatten. Ein Drama für die Betroffenen, da die tiefen Einschnitte in den Versicherungsschutz nahezu durchweg mit Rückwirkung gelten.

Hatten sich Unternehmensleiter bei waghalsigen Entscheidungen in der Vergangenheit auf den D&O-Versicherungsschutz verlassen, so war dies ein Trugschluss. Es gilt ja schließlich das Claims-made-Prinzip und damit derjenige Deckungsschutz, der zum Zeitpunkt des Claims, also der Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen vereinbart ist. Dieser Schutz ist nun eingeschränkt, mit weniger Deckungssumme und vielleicht auch noch zahlreichen Deckungsausschlüssen bis hin zu mangelndem Versicherungsschutz in denkbaren Fällen von Insolvenz.

Mehrjahresverträge gibt es überhaupt nicht mehr. Vorzeitige Vertragsverlängerungen vor Ablauf von Kündigungsfristen sind eine Seltenheit im Segment der großen Unternehmen. Hier wird abgewartet bis zum Datum der Vertragsverlängerung, damit auch der Gesundheitszustand der Unternehmen bis zum letzten Tage vor Vertragsablauf noch einmal durchleuchtet werden kann.

Dagegen geht es im Mittelstand geradezu gemütlich zu. Jetzt schon erklären viele Versicherer die Bereitschaft zum Renewal in das nächste Jahr, und da sind die mittlerweile üblichen 15% zum Prämienanstieg eine Kleinigkeit.

Tragödie des D&O-Versicherungsmarktes

Was sagen denn die Kunden zu alledem? Sie haben Verständnis für die Tragödie des D&O-Versicherungsmarktes. Ein beinharter Wettbewerb, gezeichnet durch geradezu verrückte Versicherungsklauseln zulasten der Risikoträger, Prämien-Dumping bis hin zum Unzumutbaren sind schuld an der aktuellen Lage. Dann noch die vielen frischen Schlagzeilen um Wirecard. Wieder mal die Deckungssumme eines großen Versicherungsprogrammes futsch. Diesmal 125 Mio. Euro, schon gebucht als Totalverlust, wie Insider beschämt berichten. Und was wird Covid-19 noch alles bringen? Garantiert ganz viele Insolvenzen. Und da mag den D&O-Versicherern auch das neue Gesetz nicht helfen, das Insolvenzantragsaussetzungsgesetz. Ein fürchterliches Wort in fürchterlichen Zeiten. Die Haftung jedenfalls wird durch das Gesetz nicht ausgeschlossen, wie so mancher Manager das vermuten mag.

Makler sind jetzt in der Pflicht und Preisanpassungen derzeit unumgänglich

So ist es doch für jeden nachvollziehbar, dass sich etwas ändern muss. Gleichwohl sind viele Versicherungsmakler ängstlich, ihren Kunden mit neuen Prämienforderungen zu begegnen. Diese Ängstlichkeit sollte unbedingt der Überzeugung weichen, dass eine Anpassung der Marktverhältnisse und damit vor allem der Preise unumgänglich ist. Ein Zitat eines CEO der Pharma-Branche, konfrontiert mit einer Verdopplung der D&O-Versicherungsprämie: „Ich habe mich schon immer gewundert, dass die D&O-Versicherung so preiswert ist. Da konnte ja tatsächlich irgendetwas nicht stimmen!“

Also wird das alles nicht so schlimm wie befürchtet und es bleibt noch die Hoffnung, dass die Infektionsraten im Bereich der Mangerhaftung irgendwann im Gleichschritt mit Covid-19 gegen null tendieren werden.

Bild: © Fiore26 – stock.adobe.com

Den Artikel lesen Sie auch in AssCompact 08/2020 und in unserem ePaper.

 
Ein Artikel von
Michael Hendricks

Führungswechsel bei D&O-Spezialberatung hendricks

Am 20.04.2020 ist der Unternehmensgründer Michael Hendricks wieder an die Spitze der D&O-Spezialberatung hendricks zurückgekehrt. Die Rückkehr erfolgt wegen der derzeit außergewöhnlich schwierigen Marktsituation, die seine besondere Vernetzung und Erfahrung erfordert.

Der Unternehmensgründer und Pionier für Managerhaftung (D&O), Michael Hendricks, ist am 20.04.2020 an die Spitze von hendricks zurückgekehrt. Zuletzt stand der Rechtsanwalt dem Unternehmen beratend und als Generalbevollmächtigter zur Seite, nachdem er es von 1994 an bis 2016 aufgebaut und geleitet hatte. Unter seiner Führung wurde die Spezialberatung vor gut zehn Jahren in die internationale Howden Broking Group aus London integriert.

Die Rückkehr von Michael Hendricks erfolgt wegen der derzeit außergewöhnlich schwierigen Marktsituation. Diese erfordert seine besondere Vernetzung und Erfahrung, damit hendricks Kunden weiterhin Versicherungsverträge mit den gewünschten Deckungssummen und bestmöglichen Versicherungsbedingungen erhalten, um ihr Unternehmen und ihre Top-Manager zu schützen. Denn erste Versicherer geben das D&O-Versicherungsgeschäft in Deutschland auf oder reduzieren die Deckungssummen. Etliche große Unternehmen sind von dieser Entwicklung bereits betroffen.

Marcel Armon, der die Funktion als CEO noch keine zwei Jahre innehatte, ist gleichzeitig von der Spitze bei hendricks als Geschäftsführer zurückgetreten und nicht mehr im operativen Geschäft tätig. (ad)

Bild: © hendricks

Lesen Sie auch: Aon erweitert seine Geschäftsführung

 

hendricks und ROLAND bieten Strafrechtsschutz für Manager

Gemeinsam haben hendricks und ROLAND eine Strafrechtsschutzversicherung für Manager entwickelt. „HPST“ lässt sich vollständig digital bis zur Ausstellung der Police und ohne Schnittstellenanbindung über das Maklerportal „hendricks digital“ abwickeln.

Über das Makler-Portal für Managerschutz „hendricks digital“ ist es nun möglich, eine Strafrechtsschutzversicherung für Manager vollständig digital bis zur Ausstellung der Police und ohne Schnittstellenanbindung abzuwickeln. Den speziellen Strafrechtsschutz „HPST“ haben hendricks und ROLAND Rechtsschutz gemeinsam konzipiert. Die Absicherung richtet sich an Organmitglieder und Mitarbeiter von Wirtschaftsunternehmen.

Strafrechtsschutz als wichtige Absicherung für Manager

Staatsanwaltschaften und andere Behörden hätten immer häufiger Unternehmenslenker und Manager im Visier, wie hendricks unterstreicht. Ermittelt werde wegen des Vorwurfs der Korruption ebenso wie beim Verdacht der Insolvenzverschleppung, vermeintlichen Verstößen gegen das Umweltrecht und anderen Delikten. „Die Verteidigung gegen solche Vorwürfe verursacht oft hohe Kosten, die möglicherweise sogar eine Existenz gefährden können“, erklärt Marcel Armon, Geschäftsführer bei hendricks. „Der Strafrechtsschutz ist daher neben der Managerhaftpflicht (D&O) eine der wesentlichen Versicherungen für Manager.“

Freie Honorarvereinbarung mit gewählten Rechtsanwalt

In der Police ist eine unbegrenzte Rückwärtsversicherung ohne Nachmeldefristen enthalten: Es besteht auch nach dem Ende des Vertrags Versicherungsschutz für alle während des versicherten Zeitraums eingetretenen Rechtsschutzfälle. Zudem bietet die HPST-Versicherung die Möglichkeit der freien Vereinbarung von Anwaltshonoraren. Sobald ein Rechtsanwalt im hendricks-Anwaltsnetzwerk gelistet ist, gelten alle vereinbarten Stundensätze grundsätzlich als angemessen.

Komplett digitale Vertragsführung

Mit der neuen HPST-Police treibt hendricks die Digitalisierung voran. „Was bisher ein menschlicher Underwriter beim Strafrechtsschutz erledigt, geht bei hendricks digital künftig in Dunkelverarbeitung“, betont Armon. Das Makler-Portal bietet nun die Möglichkeit einer vollständig digitalen Vertragsführung vom Abschluss bis zur Verlängerung. Vollautomatisch werde auch die Versicherungssteuer in verschiedene Länder abgeführt, was besondere bei multinational aufgestellten Unternehmen bislang enorm aufwendig gewesen sei, so Armon weiter. „Dies ist unsere erste Industriepartnerschaft mit abschließender Fallbearbeitung, die sowohl Abschluss als auch Policen-Erstellung umfasst“, so Dr. Ulrich Eberhardt, Vorstand der ROLAND Rechtsschutz-Versicherungs-AG. Man sei damit einen wesentlichen Schritt in Richtung Digitalisierung vorangekommen. (tk)

Bild: © Sikov – stock.adobe.com

 

Hans John und hendricks bündeln Kräfte in der D&O-Versicherung

Künftig kooperieren die Hans John Versicherungsmakler GmbH und der Spezialmakler hendricks GmbH im Bereich der D&O-Versicherung. Durch die Zusammenarbeit wollen beide Maklerhäuser Synergien nutzen und Versicherten somit einen Mehrwert bieten.

Die Hans John Versicherungsmakler GmbH und der Spezialmakler für die Absicherung im Bereich D&O-Risiken haben eine Kooperation vereinbart. Durch die Zusammenarbeit wollen beide Unternehmen ihre Kernkompetenzen bündeln und die zu erwartenden Synergien nutzen.

Marcel Armon, Geschäftsführer der hendricks GmbH, erklärt zur Kooperation mit den Haftpflichtexperten von Hans John, dass die Bündelung der Kernkompetenzen der beiden Maklerhäuser nicht nur den jeweils handelnden Personen große Freude bereite, sondern auch für die Versicherungsnehmer einen erheblichen Mehrwert bieten werde. Beide Maklerhäuser hätten viele Parallelen in der Unternehmenskultur und -philosophie.

Zur Bedeutung der D&O-Versicherung unterstreicht Franziska Geusen, Geschäftsführerin der Hans John Versicherungsmakler GmbH: „Als Geschäftsführer haften wir bereits bei einfachster Fahrlässigkeit mit unserem gesamten Privatvermögen. Ob die Fehlentscheidung durch uns getroffen wird oder uns lediglich ein Überwachungs- beziehungsweise Organisationsverschulden vorgeworfen werden kann, ist dabei unerheblich.“ Vor allem im Fall einer Insolvenz würden Entscheider oft zu hohen Schadensersatzleistungen verurteilt, weshalb die Absicherung dieses Risikos über eine D&O-Versicherung empfehlenswert sei.

Wie die Maklerhäuser weiter mitteilen, werden sie im Rahmen der bundesweiten John-Vermittlerfortbildung im Februar und März zu grundlegenden Haftungs- und Deckungsfragen referieren und ihre jeweiligen und auch gemeinsamen Versicherungslösungen an 12 bundesweiten Standorten vorstellen. (tk)

Weitere Informationen zur John-Vermittlerfortbildung finden sich unter https://www.vermittlerfortbildung.de/.

Bild: © Александра Голубцова – stock.adobe.com

 

 

Die Digitalisierung spaltet die D&O-Branche

Auch bei Managerversicherungen will der Kunde smarte und schnelle Lösungen. Doch weite Teile der Branche zögern die Digitalisierung hinaus. Dabei ist es höchste Zeit, sonst muss der Kunde die Rechnung dafür zahlen. Ein Gastbeitrag von Marcel Armon, Geschäftsführer des D&O-Spezialisten hendricks.

Viele Marktteilnehmer schieben die Digitalisierung von D&O-Versicherungen auf die lange Bank und zögern damit den digitalen Wandel in der Branche hinaus. Den Nachteil werden die Kunden haben. Denn durch die fehlende Digitalisierung sind schnelle und kostengünstige Prozesse unmöglich. Die händische Bearbeitung verursacht höhere Kosten, die früher oder später auf die Kunden abgewälzt werden müssen.

Die Versicherer liefern sich seit Jahren einen ungesunden Preiswettbewerb, sodass das D&O-Geschäft überwiegend defizitär ist. Ein Rechenbeispiel: Beträgt die Bruttobeitragssumme einer Police mit 3 Mio. Euro Deckungssumme im Durchschnitt 3.000 Euro, bleiben nach Abzug der Versicherungssteuer und der Vertriebskosten weniger als 1.700 Euro für den Versicherer übrig. Von dieser Summe muss er nicht nur das Risiko analysieren und bewerten sowie die Police ausstellen, sondern und vor allem auch die eintretenden Schäden bezahlen. Weil auch noch zehn Jahre nach Beendigung einer Police ein Schaden im Rahmen der Nachmeldefrist angezeigt werden kann, sind auch Rückstellungen für künftige Schadenmeldungen Pflicht.

Schadenbegleichung vermeiden

So verwundert es nicht, dass so manche Versicherungsunternehmen kein hohes Interesse daran haben, sich durch schnelle Schadenregulierung und eine hohe Auszahlungsquote am Markt zu etablieren. Im Grunde ist die D&O-Versicherung also eine Versicherung, die Schäden auch deswegen nicht schnell und unkompliziert für die Versicherungsnehmer regulieren kann, weil sie aufgrund des niedrigen Preises kaum in der Lage dazu ist. Die Versicherer haben schlicht nicht genug Geld, um alle gemeldeten Schäden auszugleichen.

Am Markt ist festzustellen, dass dies auch tatsächlich so ist: Einige Versicherer agieren mit immer härteren Bandagen, um die Begleichung von steigenden Abwehr- und Schadenersatzansprüchen zu verzögern oder teilweise gar zu vermeiden. Die gesamte Managerhaftpflichtversicherung ist also – provokant formuliert – eine wunderbare Finanzierungsquelle für Rechtsanwälte, die alles daransetzen, die Versicherung aus der Haftung oder Deckung heraus zu argumentieren. Eine durchschnittliche Schadenabwicklung dauert heute 52 Monate. Da lässt sich leicht überschlagen, welch hohe Kosten für die Abwehr von Ansprüchen bei einem durchschnittlichen Anwaltshonorar von 330 Euro pro Stunde anfallen. Sechsstellige Verteidigungskosten sind keine Seltenheit. Wer bereits hohe Summen aufwenden musste, um die Ansprüche der Versicherungsnehmer abzuwehren, der ist auch nach vier Jahren Streit nicht mehr vergleichsbereit.

Frühe Vergleiche wären billiger

Rein rechnerisch wäre jedoch für den Versicherer eine frühere Vergleichsverhandlung von finanziellem Vorteil. Sinnvoll wäre es daher, diese Streitigkeiten aus der ordentlichen Gerichtsbarkeit herauszulösen und zuvor vor mit Top-Juristen besetzten Schiedsgerichten zu verhandeln. So wäre es möglich, den Großteil der D&O-Fälle innerhalb von sechs Monaten zu beenden und ein bindendes Urteil zu fällen.

Genau diesen Vorschlag, der die Branche hätte umkrempeln können, hatte hendricks, der führende Makler für Managerversicherungen in Deutschland, vor einem Jahr bereits vorgetragen – und hat damit in der Branche auf Granit gebissen. Theoretisch finden die meisten Versicherer diese Idee zwar gut, aber sie bedeutet auch, dass sie wohl häufig und kurzfristig zahlen müssten. Genau das ist aber vom Großteil der Versicherer nicht erwünscht. So ist weiterhin die gesamte D&O-Taktik auf Verteidigung ausgelegt.

Vergleichsrechner können Individualität nicht abbilden

Vielen Versicherern fehlt schlichtweg das Geld für Investitionen in die Digitalisierung. Der Digitalisierungstraum wäre ein einfacher Vergleichsrechner à la CHECK24. Doch dieser Ansatz funktioniert nur für Standardprodukte. Managerhaftpflichtversicherungen hingegen sind komplexe und immer aufs jeweilige Risiko zugeschnittene Produkte. Versicherer ebenso wie die allermeisten Makler meinen, diese ließen sich nicht ohne Qualitätsverluste digitalisieren, denn dann könne nicht auf individuelle Bedürfnisse eingegangen werden.

hendricks hat nun die Initiative ergriffen und mit hendricks digital ein Online-Maklerportal für maßgeschneiderten Managerschutz geschaffen. Zwölf einfach zu beantwortende Fragen lösen die komplexe Situation des jeweiligen Managers in Bausteine auf, die eine individuelle Risikoeinschätzung ermöglichen. Während andere Marktteilnehmer mit standardisierten Produkten den Eindruck vermitteln, die Angebote seien sowieso alle gleich, ist dies in Wirklichkeit nicht der Fall. Sie bleiben weiterhin individuell. Und deshalb setzt hendricks zukünftig auf eine hybride Beratung. Mit seinen 80 Fachexperten hat der Düsseldorfer Makler das größte Team im gesamten Markt, welches auch im Online-Prozess den Versicherungsmaklern beratend zur Seite steht.

Die Lösung ist nicht, Produkte zu standardisieren, sondern die einzelnen Prozesse. hendricks digital automatisiert zum Beispiel die Dokumentation von Policen und das Ausstellen von Rechnungen. Auch eine grobe Preisindikation lässt sich prima digital erstellen. Doch für das Detail braucht es weiterhin die persönliche Beratung.

Vielzahl an Klauseln erschwert sauberen Policentransfer

Für den versicherten Manager geht es im Fall des Falles um seine Existenz: Im Haftungsfall ist sein gesamtes Privatvermögen in Gefahr, alles, was er sich in seinem Leben erarbeitet hat. Genau deshalb haben die meisten Manager auch bereits eine D&O-Versicherung. Für Makler geht es daher vor allem darum, die Bedingungen von bestehender Police und auf dem Markt angebotenen Alternativen zu vergleichen. Es geht um die Feinheiten der juristischen Klauseln. Die Versicherungsjuristen waren dabei in der Vergangenheit sehr individuell unterwegs, was eine schier unüberschaubare Vielfalt an Bedingungen und Klauseln zur Folge hatte. Bei hendricks kümmert sich ein eigenes Team um nichts anderes als um die Vergleiche dieser Formulierungen. Ziel ist es, eine Datenbank aufzubauen, in der mittels semantischer Suche oder gar künstlicher Intelligenz die juristischen Feinheiten erkannt und vergleichbar werden. Im Grunde ist es eine ethische Frage: Hat ein Manager eines mittelständischen Unternehmens weniger Anspruch auf einen sauberen Policentransfer als ein Konzernmanager, nur weil er weniger Beitrag für seine D&O-Police zahlt?

Verschaukelt die D&O-Branche ihre Kunden?

Aktuell nimmt die D&O-Branche ihre Kunden wenig ernst. Sie gaukelt eine Vollkaskoversicherung im Schadenfall vor, die es tatsächlich nicht gibt. Sie kümmert sich nicht um saubere Vergleiche von einzelnen Klauseln und erklärt diese nicht den Maklern und Kunden. Insgesamt ist eine Managerhaftpflichtversicherung für viele Vermittler, Versicherungsnehmer und versicherte Personen eine Blackbox.

Bisher ist die D&O-Branche damit durchgekommen. Sie setzt auf den Peinlichkeitsfaktor, der eine Markttransparenz verhindert. Denn kein Manager gibt freiwillig zu, dass er a) seine Versicherung in Anspruch nehmen musste und b) dann mit seinem Schadenfall abgeblitzt ist. Würden Manager untereinander offen über ihre eigenen Fehler reden und sich darüber austauschen, ob ihre Versicherung dafür eingetreten ist oder nicht, dann wäre auch dem letzten Versicherungskunden klar, wie wichtig die richtige Auswahl des Versicherungsanbieters letztendlich ist. Man stelle sich einen Online-Erfahrungsaustausch mit Feedback oder Bewertungen wie bei Hotelportalen vor, der transparent aufzeigen würde, wie gut oder schlecht ein Versicherer reguliert.

Die Erkenntnis, dass die Branche ihren Kunden nicht bei Vertragsabschluss verdeutlicht, dass 90% der Haftungsfälle strittig sind, trägt nicht zu einem besseren Ruf der D&O-Versicherer bei. Leider ist häufig festzustellen, dass sowohl Versicherungsnehmer als auch versicherte Personen eine andere Erwartungshaltung im Schadenfall haben und dadurch ihr Enttäuschungspotenzial groß ist.

Den Artikel lesen Sie auch in AssCompact 11/2019 auf Seite 44 f. und in unserem ePaper.

Bild oben: © peshkova – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Marcel Amon

Cyber-Versicherungen: hendricks und COGITANDA vereinbaren Kooperation

Der Spezialmakler hendricks kooperiert im Bereich Cyber künftig mit der COGITANDA Dataprotect AG. Damit erhalten auch mittelständische und kleinere Industrie- und Gewerbekunden von hendricks die Möglichkeit, Cyber-Versicherungen voll digital abzuschließen. Das Angebot ist über eine Schnittstelle in das Online-Portal von hendricks eingebunden. 

Der Spezialmakler für D&O-Versicherungen hendricks und der Anbieter für Cyber-Versicherungen COGITANDA Dataprotect AG haben eine strategische Zusammenarbeit vereinbart. Damit erhalten auch mittelständische und kleinere Industrie- und Gewerbekunden von hendricks eine voll digitale Abschlussmöglichkeit für Cyber-Versicherungen. Das neue Angebot ist über eine Schnittstelle in das Online-Portal von hendricks integriert. 

Module online kombinieren

Das digitale Portal ermöglicht einen schnellen und unkomplizierten Abschluss. Makler können innerhalb weniger Minuten Anträge zu Cyber-Versicherungen erstellen und per Klick die für das jeweilige Unternehmen relevanten Komponenten hinzufügen oder entfernen. Somit erhalten Vermittler für ihre Kunden eine Cyber-Versicherungsdeckung, die auf die individuellen Anforderungen abgestimmt ist. Auf der Plattform haben Makler zudem jederzeit alle wichtigen Informationen zu ihrem Cyber-Versicherungsbestand im Überblick. 

Cyber-Versicherung mit Deckungsumfang nach deutschen Standards

Mit „HPCY 2020 © COGITANDA“ bietet COGITANDA eine Cyber-Versicherung mit passgenauem Deckungsumfang und geringerem Restriktionen. „Das versicherte Unternehmen erhält eine Beweiserleichterung, denn es wird überwiegend von der unbefugten Nutzung der IT-Systeme ausgegangen“, erläutert Theodoros Bitis, Director der hendricks Cyber & Crime Unit. „Der Deckungsumfang in BU entspricht deutschen Standards und nicht denen des angelsächsischen Raumes, wie dies bisher im Markt meist der Fall ist.“ Das Policenlimit steht zweifach pro Jahr zur Verfügung, was im Ernstfall von entscheidender Bedeutung sein könne, wie Bitis betont. Versicherungsschutz besteht auch bei vorsorglicher Systemabschaltung im Schadenfall. Außerdem bekommen Kunden Zugang zum Cyber-Anwaltsnetzwerk von hendricks. Die spezialisierten Rechtsanwälte sind ausschließlich für hendricks-Kunden tätig. (tk)

Bild: © alphaspirit – stock.adobe.com

 

hendricks bietet Online-Plattform für Managerschutz

Mit „hendricks digital“ ist ein Portal für passgenauen Managerschutz online, das digitale und analoge Beratung in einem durchgängigen Prozess vereint. Per Eingabe von fünf Parametern können Makler eine Preisindikation der Versicherer inklusive Synopsen erhalten und Kunden eine Police überreichen.

In der Financial-Lines-Branche galt maßgeschneiderter Managerschutz bislang als komplex und deshalb nicht digitalisierbar. Nun hat der Spezialmakler hendricks ein Portal gestartet, das digitale und analoge Beratung in einem durchgängigen Prozess bietet. „Es wird Zeit, dass wir den digitalen Prozess als eine echte Alternative zum klassischen Underwriting begreifen. Richtig ist, dass auch in Zukunft in der Financial-Lines-Versicherung nicht nur Maschinen mit Maschinen kommunizieren könne“, erklärt Marcel Armon, Geschäftsführer bei hendricks. Dafür seien viele Verträge zu individuell.

Bearbeitungszeit beschleunigt

Durch die selbstständige Bedienung des Portals „hendricks digital“ verkürzt sich die Bearbeitung. Mit dem zentralen digitalen Portal können Makler ihren Kunden die Police innerhalb weniger Minuten überreichen. Denn aufgrund der automatisierten Prozesse, die über die digitalen Schnittstellen ablaufen, können Makler per Eingabe von fünf Parametern eine Preisindikation der sieben Versicherer inklusive Synopsen erhalten. Die digitale Plattform beschleunigt die Durchlaufzeiten und der Makler hat nach wie vor die Möglichkeit einer persönlichen Beratung.

Schon seit Anfang April arbeiten die ersten Kooperationsmakler mit dem Portal. Bislang waren aber nur Anfragen und Abschluss möglich. Das Feedback der Makler ist in den Entwicklungsprozess eingeflossen. Nun kann sich jeder Makler für die Plattform freischalten lassen. Beata Drenker, Director Legal & Operations bei hendricks, unterstreicht: „Auch wenn es vielen heute schwerfällt, sich von den gewohnten Prozessen zu verabschieden – dem digitalen Portal gehört die Zukunft und früher oder später werden alle Makler ebenso wie alle Versicherer darauf zu finden sein.“

Anschluss der Versicherer als Herausforderung

Gerade der Anschluss der Versicherer sei laut hendricks eine größere Herausforderung. Denn diese würden sich bei der Digitalisierung zunächst auf umsatzstärkere Produkte, die D&O-Versicherung müsse oft noch warten. Langfristig sollen auch andere Produkte des Spezialmaklers wie Rechtsschutz- und Spezialversicherungen in der Online-Plattform abgebildet werden. (tk)

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hendricks: Neues Konzept zur Absicherung von Vertrauensschäden

Das neue Konzept HPVSV 2019© des Managerversicherers hendricks sichert Vertrauensschäden für Unternehmen ab. Eingeschlossen sind hier nicht nur Angriffe auf die eigene EDV, sondern auch Angriffe auf Dienstleister, wie beispielsweise Cloud-Services.

Die Cyber & Crime Unit des Managerversicherers hendricks GmbH hat ein neues Konzept zur Absicherung von Vertrauensschäden für Unternehmen entwickelt: HPVSV 2019© sichert neben den traditionellen Formen der Wirtschaftskriminalität auch Cybercrimerisiken (Fake-CEO-Fraud, Telefon- und WLAN-Router-Hacking) und die damit verbundenen Vermögensschäden ab.

Die neue Versicherung unterscheidet nicht zwischen internen und externen Vertrauenspersonen, ersetzt auch Schäden durch Dritte und deckt Fälle ab, in denen der Täter nicht sicher ermittelt werden kann. Bei herkömmlichen Vertrauensschadenversicherungen blieben Unternehmen meist auf Schäden sitzen, die durch nicht-zielgerichtete Angriffe (Hacker- und Ransomware-Angriffe) entstanden sind. In der Regel sind zudem nur Angriffe auf die eigenen IT-Systeme, nicht aber solche auf Dienstleister, beispielsweise Cloud-Provider, abgedeckt. All diese Ausschlüsse gibt es bei der HPVSV nicht. Versichert sind hier nicht nur Angriffe auf die eigene EDV, sondern auch Angriffe auf Dienstleister – besonders wichtig bei der zunehmenden Nutzung von Cloud-Services. Die HPVSV übernimmt die Kosten für die Schadensermittlung und Rechtsverfolgung genauso wie für Vermögensschäden, die direkt mit dem schadenauslösenden Vorfall zusammenhängen, und Vertragsstrafen. (ad)

 

Hendricks und Howden initiieren D&O-Schiedsgericht

Gemeinsam mit der Rechtsexpertin Beata Drenker von Howden Germany hat der Düsseldorfer Rechtsanwalt Michael Hendricks Mitstreiter für das Vorhaben auf den Plan gerufen, dass Manager und Unternehmen ihren D&O-Streitfall künftig von einem spezialisierten Schiedsgericht klären lassen können.

Als Alternative zu den staatlichen Gerichten sollen Manager und Unternehmen ihren D&O-Streitfall künftig schneller, kostengünstiger und reputationsschonend von einem spezialisierten Schiedsgericht rechtskräftig klären lassen. Gemeinsam mit der Rechtsexpertin Beata Drenker von Howden Germany hat der Düsseldorfer Rechtsanwalt Michael Hendricks Mitstreiter für dieses Vorhaben auf den Plan gerufen, darunter mehr als ein Dutzend Ex-Richter, Hochschullehrer und Spitzenanwälte aus den Feldern Managerhaftung und D&O-Versicherungsrecht sowie die Schiedsgerichtsinstitution ARIAS Deutschland e.V. Sie ist bisher schon für Schiedsverfahren in der Erst- und Rückversicherung zuständig.

Schnellere Prozesse könnten unter anderem dazu beitragen, das Defizit in der D&O-Versicherung insgesamt zu lindern. Die Branche hat wegen der wachsenden Flut an Mangerhaftungsfällen im Mittelstand und milliardenschweren Haftungsszenarien à la VW zu kämpfen. (ad)

 

Manager haften länger – Riesenlöcher im Versicherungsschutz

Als Experte eingeladen ist Micheal Hendricks, D & O – Versicherung – der Airbag für Entscheider. Thema der Sendung: Manager haften länger – Riesenlöcher im Versicherungsschutz.

<p>Als Experte eingeladen ist Micheal Hendricks, D &amp; O – Versicherung – der Airbag für Entscheider. Thema der Sendung: Manager haften länger – Riesenlöcher im Versicherungsschutz.</p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/181B5BEC-27A8-4AA8-9C21-5B1A2505F333"></div>