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So stehen die Deutschen zu InsurTechs
17. Juni 2019

So stehen die Deutschen zu InsurTechs

InsurTechs sind inzwischen vom Markt nicht mehr wegzudenken und haben sich aus Sicht der Versicherer zu ernstzunehmenden Konkurrenten gemausert. Was die Deutschen eigentlich von InsurTechs halten und womit die Unternehmen bei ihren Kunden punkten, zeigt eine Umfrage von hepster.


InsurTechs sind inzwischen vom Markt nicht mehr wegzudenken und haben sich aus Sicht der Versicherer zu ernstzunehmenden Konkurrenten gemausert. Was die Deutschen eigentlich von InsurTechs halten und womit die Unternehmen bei ihren Kunden punkten, zeigt eine Umfrage von hepster.


So stehen die Deutschen zu InsurTechs

Sie wollen den digitalen Wandel in der Assekuranz vorantreiben und fordern traditionelle Versicherer heraus: die InsurTechs. Sie wenden sich mit neuen Technologien und Produkten dabei vor allem an die jüngeren Kunden und haben sich vielfach auf die Fahne geschrieben, Versicherungsdienstleistungen einfacher und kundenfreundlicher zu gestalten. Die neuen Player setzen darauf, ihre Lösungen an die Bedürfnisse der Kunden im digitalen Zeitalter anzupassen. Inwieweit die InsurTechs gekommen sind, um zu bleiben, beleuchtet das Rostocker InsurTech hepster. Der InsurTech Report 2019 bietet einen Überblick über die aktuelle Struktur des Marktes. In einer Kundenumfrage wollte hepster außerdem wissen, wie die Deutschen zum Thema InsurTechs stehen.

InsurTechs als ernstzunehmende Wettbewerber für Versicherer

In den vergangenen anderthalb Jahren hat sich die Zahl der InsurTechs hierzulande mehr als verdoppelt. Auch das Interesse von Geldgebern unterstreicht, dass InsurTechs für die traditionellen Versicherer ernstzunehmende Wettbewerber darstellen: So wurden laut hepster im Jahr 2018 etwa 300 Mio. Euro in InsurTechs in Deutschland investiert – fünfmal so viel wie im Vorjahr. Die herkömmlichen Gesellschaften sind durch die neuen Player herausgefordert und stehen vor der Aufgabe, ihre Geschäftsprozesse und -modelle anzupassen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn laut InsurTech Report würden viele der Versicherungsprodukte den Anforderungen der zunehmend digitalisierten Gesellschaft nicht mehr gerecht.

Versicherer ziehen nach

Auch wenn sie den Markt nicht komplett revolutioniert haben, wie einige InsurTechs es sich auf die Fahne geschrieben haben: Die neuen Player hätten doch eine wichtige und sehr nachhaltige Veränderung in der gesamten Versicherungsbranche bewirkt, wie der Bericht von hepster hervorhebt. Die großen Gesellschaften würden spätestens seit 2015 unter Hochdruck an der Digitalisierung eigener Produkte und Prozesse basteln, um mit den Start-ups mitziehen zu können. Inzwischen stehen die Zeichen bei etablierten Gesellschaften auf Kooperation mit InsurTechs. Daher sind die Versicherungskonzerne von vermeintlich angestaubten Dinosauriern der Branche ihrerseits zu ernstzunehmende Konkurrenten der InsurTechs geworden, die mit professionellen Strukturen, diversifizierten Teams und Branchenexpertise eine enorme Geschwindigkeit in ihrer Weiterentwicklung fahren.

Kampf um das Vertrauen der Kunden

Lässt sich Vertrauen digitalisieren? Unter diesem Motto fasst der Bericht zudem die Ergebnisse der Kundenumfrage zusammen. Denn flächendeckend konnten sich die InsurTechs bislang bei den Endkunden noch nicht durchsetzen. Schließlich handelt es sich bei den jungen Marktteilnehmern nicht um etablierte Marken mit oftmals geringem Marketingbudget. So kennen die meisten Kunden entweder keine InsurTechs oder haben noch kein Vertrauen in die Unternehmen – und das gerade im Bereich Versicherungen.- Von den Umfrageteilnehmern, die noch keine InsurTech-Kunden sind, haben 75% bislang noch nicht von InsurTechs gehört.

Kunden kommen über Google-Werbung und Social Media

Laut hepster-Umfrage hat fast ein Drittel der Befragten bereits eine Versicherung bei einem InsurTech gebucht. Die meisten Kunden werden dabei über Google-Anzeigen auf die neuen Marktteilnehmer aufmerksam (24%), gefolgt von Social Media (22%) und Vergleichsportalen (18%). Immerhin schon 12% der Buchungen gingen auf eine persönliche Empfehlung zurück. 5% der Befragten haben ihre Versicherung als Zusatzleistung zu einem Online-Angebot abgeschlossen. Abgeschlossen werden vor allem Sachversicherungen wie beispielsweise eine Laptop-, Handy- oder Fahrradversicherung. Am zweithäufigsten werden Haftpflichtversicherungen gebucht, gefolgt von Reiseversicherungen.

Der Service der InsurTechs kommt an

Der Umfrage zufolge nehmen mehr als 90% der InsurTech-Kunden den Service der Unternehmen als positiv wahr. Die InsurTechs punkten insbesondere durch die Preise (81%), die Leistungen (76%) sowie der Möglichkeit einer schnellen und einfachen Buchung (62%). Doch im Kampf um die Gunst der Kunden sind Hürden zu nehmen: So hatten vor der Buchung die Kunden Zweifel, ob sie dem InsurTech vertrauen können (93%), dass der Service nicht reibungslos funktioniert (76%) oder es aufgrund der mangelnden Erfahrung der InsurTechs Probleme gibt (69%).

Bislang seien Kunden viel zu wenig über die Vorteile der InsurTechs im Bilde. Hier führt hepster etwa die günstigeren Angebote an, flexible Laufzeiten, keine langen Kündigungsfristen. Kunden müssten durch Medien also viel mehr informiert werden. (tk)

Bild: © pathdoc – stock.adobe.com




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