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Kommentar: Steilvorlage der Sparkassen
18. Oktober 2019

Kommentar: Steilvorlage der Sparkassen

Die Sparkassen kündigen derzeit massenhaft Sparverträge. Mit der Kündigungswelle ruinieren sie endgültig ihren über Jahrhunderte aufgebauten Ruf als Bank des kleinen Mannes. Das ist nicht nur für Verbraucherschützer, sondern auch für Vermittler eine Steilvorlage – meint AssCompact-Redakteur Michael Herrmann.


Die Sparkassen kündigen derzeit massenhaft Sparverträge. Mit der Kündigungswelle ruinieren sie endgültig ihren über Jahrhunderte aufgebauten Ruf als Bank des kleinen Mannes. Das ist nicht nur für Verbraucherschützer, sondern auch für Vermittler eine Steilvorlage – meint AssCompact-Redakteur Michael Herrmann.


Kommentar: Steilvorlage der Sparkassen
Kommentar von Michael Herrmann, AssCompact

7.500, 21.000 oder gar 28.000. Derzeit vergeht kaum eine Woche, in der nicht eine weitere deutsche Sparkasse massenhaft Sparverträge ihrer Kunden kündigt. Mittlerweile haben Schätzungen zufolge mehr als 40 Sparkassen mehr als 100.000 solcher Sparverträge bereits gekündigt oder wollen das zumindest bald tun. Bei den Verbrauchern löst das großen Frust aus – zumal Sparkassen im Gegensatz zu Privatbanken keine Gewinne maximieren sollen, sondern als öffentlich-rechtliche Einrichtungen dem Gemeinwohl verpflichtet sind.

Die Kündigungswelle gut verzinster Altverträge ist eine Steilvorlage für Verbraucherschützer. Die Sparkassen fühlen sich dagegen im Recht. Schließlich hat der Bundesgerichtshof im Mai entschieden, dass Sparkassen Prämiensparverträge kündigen dürfen, wenn die höchste Prämienstufe erreicht ist. Rechtlich stehen die Sparkassen damit wohl auf der sicheren Seite. Doch was rechtens ist, ist noch lange nicht richtig. Und so ist die Kündigungswelle der Sparkassen auch eine Steilvorlage für Vermittler.

Die Sparkassen ruinieren mit der Kündigungswelle endgültig ihren über Jahrhunderte aufgebauten Ruf als Bank des kleinen Mannes. 100.000 zutiefst frustrierte Kunden werden die Folge sein. 100.000 Menschen, die sich nach Alternativen umsehen. Das Geld auf Nullzins-Girokonten zu bunkern, kann nicht die Alternative zu den gekündigten Sparverträgen sein. Investment- und Versicherungslösungen dagegen schon – wenn sie zum Kunden passen. Das ist immenses Potenzial für all diejenigen, die Kunden noch ordentlich beraten und die ganze Vielfalt der Vermögensanlagen anbieten können: moderne Makler und Vermittler. Nur ein Bruchteil der Kunden wird sich schließlich mit Online­-Banken oder Robo Advisory zufriedengeben, denn die persönliche Beratung ist gerade für diese konservativen Sparer unverzichtbar.

Bild: © Björn Wylezich – stock-adobe.com


Michael Herrmann Michael Herrmann



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