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„Frauen mit Finanzwissen investieren sehr professionell und entspannt“

Frauen fühlen sich bei der Geldanlage oft noch immer unsicherer als Männer. FinMarie will das ändern und Frauen ein besseres finanzielles Selbstbewusstsein verschaffen. Dabei setzt das FinTech auf mehr als nur Finanzberatung. Ein Interview mit Karolina Decker, CEO & Founder der FinMarie GmbH.

Frau Decker, Frauen gelten in Finanzfragen als vorsichtiger. Können Sie das aus Ihrer Beratungspraxis bestätigen?

Wenn es um die Einschätzung allgemeiner Finanzfragen geht, fehlt es den Frauen in Deutschland an Selbstbewusstsein. Sobald Frauen Finanzwissen und Klarheit haben, dann investieren sie das Geld sehr professionell und entspannt.

Gibt es unterschiedliche Anlageschwerpunkte zwischen Frauen und Männern?

Auch was Geld und Finanzen angeht, bestehen zwischen Frauen und Männern Unterschiede. Das Verhalten beim Anlegen der eigenen Ersparnisse unterscheidet sich häufig signifikant. Männer haben eine größere Risikoneigung und ein größeres Selbstbewusstsein. Dies hat Folgen für die Wahl der Anlageinstrumente. Frauen geben sich mit niedrigeren Renditen zufrieden und investieren darum in Produkte wie Fonds oder Anleihen oder in nachhaltige Geldanlage. Männer trauen sich mehr zu und kaufen risikoreichere Anlagen wie Aktien. Welche Strategie erfolgreicher ist, hängt auch vom Börsenumfeld ab. Wenn sich die Aktienkurse überdurchschnittlich entwickeln, zahlt sich das risikoreichere Verhalten der Männer aus, im umgekehrten Fall stehen die Frauen oft besser da.

Woran liegt es Ihrer Ansicht nach, dass Frauen das Thema Finanzen anders angehen?

Wenn es um Geld und Geschlechter geht, darf der Gender Pay Gap nicht fehlen. Die Problematik: Das Einkommen der Frauen ist im Durchschnitt 21% tiefer. Je höher die Funktion, desto größer die Unterschiede. Männer wählen lukrativere Branchen, arbeiten weniger Teilzeit und haben mehr Geld zu investieren als Frauen. Männer setzen bei der Kapitalanlage auf künstliche Intelligenz, Frauen auf erneuerbare Energien.

Haben sich Frauen auch in Finanzfragen in den vergangenen Jahren emanzipiert?

Für die meisten Frauen in Deutschland hat die Corona-Krise Auswirkungen auf die eigenen Finanzen. Es wurde weniger Geld ausgegeben und mehr angespart. Die Verunsicherung sorgt für Rede­bedarf, der – vor allem bei den Jüngeren – bei Familie und Freunden gestillt wird. Auffallend ist, dass sich viele Frauen Gedanken um ihre finanzielle Zukunft machen und mit der Finanzberaterin oder dem Finanzcoach darüber sprechen möchten. Es ist also Zeit, über Geld zu reden.

Sie haben sich mit FinMarie auf die Finanzberatung von Frauen spezialisiert. Was macht FinMarie anders als herkömmliche Anlageberatungen?

Dank den sozialen Engagements, der Vermittlung von Finanzwissen, einer individuellen Finanzberatung sowie den verschiedenen Netzwerken steht das FinMarie-Team mit der My.FinMarie-Community Frauen zur Seite. Und dank der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnerschaften und Finanzdienstleistern können Frauen als FinMarie-Kundin an zahlreichen Veranstaltungen teilnehmen und von diversen Finanzangeboten profitieren. Der persönliche Kontakt – auch per zoom oder Skype – mit unseren Kunden ist uns wie auch schon vorher sehr wichtig.

Können Frauen weibliche Kunden besser beraten als Männer?

FinMarie ist von Frauen für Frauen gegründet. Wir unterstützen und verstehen, was Frauen brauchen, um ihr Zögern zu überwinden und die Kontrolle über ihre eigene finanzielle Unabhängigkeit zu übernehmen. Mit der Vor­sorgeanalyse und den Online-Finanztools von FinMarie zeigen wir Frauen, wie sie ihre Alters- und Familienvorsorge ihren Bedürfnissen entsprechend gestalten können – insbesondere dann, wenn sich ihre Familiensituation verändert.

Auf welche Schwerpunkte setzen Sie in der Finanzberatung auf der Anlageseite?

Im Lauf des Lebens verändern sich die Bedürfnisse: FinMarie bietet Frauen deshalb eine individuelle Finanzberatung und Finanzcoaching, die sich ihrem Leben anpasst. Unterschiedliche Lebensphasen wie Berufseinstieg, Partnerschaft, Familienplanung, Pensionierung oder Nachlassplanung erfordern schließlich unterschiedliche Finanzkonzepte. Lebensplanung ist immer auch Finanzplanung.

Was genau bieten Sie den Frauen an?

FinMarie bietet eine Online-Finanzplattform an, die eine Kombination aus Finanzbildung, Online-Community und Finanzcoaching darstellt. Um den verschiedenen Bedürfnissen im Leben einer Frau gerecht zu werden, stellen wir unterschiedliche Finanzanlagelösungen bereit. Hierfür kooperieren wir mit verschiedenen Unternehmen und Tools. Eine Übersicht über die Kooperationen von FinMarie ist unter anderem zu finden unter finmarie.com/investieren.

Worauf haben Sie bei der Auswahl der Investment-Tools geachtet?

Beim Auswählen der Investment-Tools haben wir darauf geachtet, dass die Nebenkosten möglichst gering sind, dass die Wahlmöglichkeiten dem entsprechen, was unsere Kundinnen realistisch brauchen, und dass die Tools sehr transparent, flexibel und Mobile-freundlich sind.

Wie geht eine Geldanlage mit FinMarie in der Praxis vonstatten?

Je nach Risikoprofil, ökonomischer Situation und persönlicher Risikopräferenz gestalten wir für jede Frau ein individuelles Anlageportfolio und bieten unsere Expertise auch für individuelles Re­balancing an, um das Investment an veränderte Lebenssituationen unserer Kundinnen anpassen zu können. Wer kein oder nicht nur individuelles Coaching nutzen will, der findet übrigens in My.FinMarie zusätzlich eine hilfreiche Community und spezielles Know-how.

Spielen aktive Anlageprodukte generell eine untergeordnete Rolle oder gibt es auch hier Ausnahmen?

Nicht beim Thema Nachhaltigkeit. In der Nachhaltigkeit gibt es eine zweite, ebenso wichtige, wenn nicht sogar wichtigere Dimension als die finanzielle Dimension: die Verfolgung von Werten und immer öfter das Erzielen einer positiven Wir­kung, auch Impact-ESG und SRI genannt. Immer mehr Nachhaltigkeitsfonds kommen auf den Markt und eine steigende Zahl an Investoren – gerade im privaten Anlegerbereich – steigt mit ihrem Kapital in diesen Markt ein.

Neben Community und individueller Beratung setzen Sie auch auf Events und Seminare. Warum sind solche Veranstaltungen wichtig?

Finanzevents und Online-Finanzseminare, die von Frauen für Frauen erstellt werden, sind zu einer wichtigen Informationsquelle geworden. FinMarie informiert über aktuelle Finanzthemen und neben den Themenblöcken Sparen, Investieren und Grüne Geldanlage findet man auch die Rubrik Erbschaft und Scheidung. Die Online-­Seminare und Workshops bieten wertvolles Hintergrundwissen und können so zu mehr Selbstbewusstsein in Finanzangelegenheiten beitragen.

Haben Sie die Seminare infolge von Corona digital statt als Präsenzveranstaltung durchführen müssen?

Ja, wir bieten Seminare und Workshops momentan nur online an. Wir können die Online-Veranstaltungen mit bis zu 300 Teilnehmern umsetzen. FinMarie bietet auch Videokonferenzlösungen als Alternative zu analogen Events an.

Funktioniert so etwas tatsächlich auch digital?

Definitiv. Gerade in Pandemie-Zeiten liegen die Vorteile von Home-Office und Meetings auf der Hand.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 11/2020, Seite 64f., und in unserem ePaper.

Bild: © metamorworks – stock.adobe.com

 
Ein Artikel von
Karolina Decker

Pictet präsentiert neuen Themenfonds

Pictet Asset Management (Pictet AM) hat den Pictet-Human aufgelegt. Der Themenfonds investiert in Aktien von Unternehmen, deren Dienstleistungen das Wohlergehen von Einzelpersonen und Gemeinschaften fördern. Das Anlageuniversum konzentriert sich auf drei Hauptsegmente.

Pictet AM hat die Auflage des Themenfonds Pictet-Human bekannt gegeben. Der Aktienfonds hat zum Ziel, vom Wachstumspotenzial konsumentenbezogener Dienstleistungen, die das Wohlergehen von Einzelpersonen und Gemeinschaften fördern, zu profitieren. Er stellt Dienstleistungen in den Mittelpunkt, die dabei helfen, die Menschheit an den demografischen und technologischen Wandel anzupassen, da dieser das Leben so grundlegend verändert, wie zum Beispiel in Bezug auf befristetes Arbeiten, eine immer spätere Familiengründung und eine höhere Lebenserwartung. Auch Online-Services in den Bereichen Unterhaltung, Sport oder Dating würden davon beeinflusst.

Drei Hauptsegmente

Wirkungsstarke Trends im Zuge des technologischen Fortschritts und der zunehmenden Kommerzialisierung haben laut Pictet AM zu einer Neuausrichtung beim Beziehen spezifischer Dienstleistungen wie Privatunterricht oder Content-Streaming geführt. Auch weitere wesentliche Dienstleistungen seien davon betroffen. Das Anlageuniversum des Pictet-Human zählt drei Hauptsegmente:

  • Lernen: Firmen, die lebenslanges Lernen unterstützen, angefangen bei der Erziehung von Kindern bis hin zu Karriereentwicklung sowie Technologien für E-Learning
  • Pflege: Firmen, die Unterstützung für Familien, Pflegepersonen, Haustiere und Gemeinden anbieten
  • Freizeit: Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Unterhaltung, Reisen, Gastronomie und Kultur
Dienstleistungen für ein erfüllteres Leben

„Wir Menschen des 21. Jahrhunderts können ein gesünderes und längeres Leben führen und uns durch Lernen, Pflege und entsprechender Freizeitgestaltung geistig und körperlich fit halten. Dienstleistungen, die uns hierbei unterstützen, dürften Anlegern dank ihrer Geschäftsmodelle, die durch periodisch wiederkehrende und vorhersehbare Einnahmen gekennzeichnet sind, langfristig Chancen bieten. Letztendlich können sie uns dabei helfen, ein erfüllteres Leben zu führen“, meint Alice de Lamaze, die für die Strategie verantwortliche Fondsmanagerin. (mh)

Bild: © Stockwerk-Fotodesign – stock.adobe.com

 

So wichtig ist die Fondswirtschaft für die deutsche Altersvorsorge

Die Fondswirtschaft verwaltet 1,6 Bio. Euro für die Altersvorsorge in Deutschland. Darauf verweist der deutsche Fondsverband BVI in einer aktuellen Mitteilung. Knapp die Hälfte des gesamten Vermögens der Branche sei damit für die Altersvorsorge der Bundesbürger vorgesehen.

Die Fondswirtschaft ist nach eigener Aussage der größte Verwalter von Altersvorsorgekapital in Deutschland. „Die Menschen haben zwar oft über Versicherungen, Versorgungswerke oder Arbeitgeber einen anderen Zugang, aber verwaltet wird letztlich ein großer Teil des Sozialkapitals in Fonds“, sagt BVI-Hauptgeschäftsführer im Rahmen einer aktuellen Information des deutschen Fondsverbands.

Anteil der Altersvorsorge deutlich gestiegen

Laut einer Umfrage verwalteten die Mitglieder zur Jahresmitte rund 1,6 Bio. Euro für Altersvorsorgezwecke. Das ist knapp die Hälfte des Gesamtvermögens der Fondsbranche. Zum Vergleich: Vor drei Jahren lag der Anteil bei 40%. In diesem Zeitraum ist das Vermögen für Altersvorsorgezwecke um 430 Mrd. Euro gestiegen. Von dem Altersvorsorgevermögen entfallen 1,11 Bio. Euro auf offene Spezialfonds, 240 Mrd. Euro auf offene Publikumsfonds, 230 Mrd. Euro auf Mandate und 10 Mrd. Euro auf geschlossene Fonds.

So wichtig ist die Fondswirtschaft für die deutsche Altersvorsorge
Lebensversicherungen und bAV dominieren

Hinter dem für die Altersvorsorge verwalteten Vermögen stehen insbesondere kapitalbildende Versicherungen mit 600 Mrd. Euro und die betriebliche Altersvorsorge mit 450 Mrd. Euro. Weitere 340 Mrd. Euro stammen von berufsständischen Versorgungswerken. Die übrigen 200 Mrd. Euro verteilen sich auf die Zusatzversorgung des öffentlichen Dienstes sowie geförderte und ungeförderte Fondssparpläne. (mh)

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ETFs erobern jetzt auch das VL-Sparen

Während ETFs die Geldanlage schon seit vielen Jahren erobern, spielten sie bei Vermögenswirksamen Leistungen (VL) lange Zeit gar keine Rolle. Das ändert sich laut einer Studie der European Bank for Financial Services GmbH (ebase) gerade. Zwar sind sie bei VL noch immer eine Nische, bei Neuabschlüssen gibt es aber einen Wandel.

ETFs gewinnen bei der Anlage von Vermögenswirksamen Leistungen (VL) an Beliebtheit. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle ebase-Studie. „In diesem Jahr hat sich jeder zweite neue VL-Kunde unseres Hauses für einen ETF entschieden“, erläutert Kai Friedrich, Sprecher der Geschäftsführung von ebase. Zum Vergleich: 2014 hatte erst jeder vierte ebase-Kunde bei einem neuen VL-Vertrag auf ETFs gesetzt.

Vor allem Junge und Großstädter setzen auf ETFs

Unter denjenigen, die sich für VL-Sparen mit ETFs entschieden haben, sind prozentual mehr männliche Anleger (68%) und auch überproportional viele Jüngere im Alter zwischen 30 und 49 Jahren. Regional finden sich überdurchschnittlich viele ETF-VL-Sparer in den Großstädten Frankfurt, München und Düsseldorf. Auf Landesebene nutzen beispielsweise in Hamburg, Berlin, Hessen und dem Saarland bereits heute mehr als 30% der ebase-Kunden ETFs zur Anlage ihrer Vermögenswirksamen Leistungen.

MSCI World dominiert

Bei den beliebtesten Indizes zum VL-Sparen mit ETFs dominiert der weltweite Aktienindex MSCI World. Auf ihn setzen 55,6% der neuen ETF-VL-Sparpläne. Erst mit großem Abstand folgen Dow Jones Global Titans (8,0%), TecDax (6,3%), Nasdaq 100 (5,0%) und Dax (4,9%). „Das zeigt, dass die Anleger auch beim VL-Sparen bevorzugt auf bekannte Indizes zugreifen“, resümiert Friedrich. „Mehr als die Hälfte von ihnen setzen auf eine breit gestreute, globale Aktienanlage. Interessant ist, dass technologielastige Indizes deutlich an Beliebtheit zugelegt haben.“

Deutschlandweit noch in der Nische

Deutschlandweit hat sich der Trend von ETFs bei VL indes noch nicht niedergeschlagen, wie die aktuelle Untersuchung „VL-Sparen mit ETFs in Deutschland“ von ebase ebenfalls zeigt. Demnach liegt die ETF-Quote beim VL-Sparen insgesamt bei unter 1%.

Deutsche verschenken jährlich 1,6 Mrd. Euro

Auch unabhängig von ETFs gibt es laut ebase erhebliches Wachstumspotenzial bei VL-Verträgen. Jeder dritte Berechtigte lässt in Deutschland seine Ansprüche verfallen. „Insgesamt sind das Leistungen von etwa 1,6 Mrd. Euro jährlich, die für die Altersvorsorge genutzt werden könnten, aber leider nicht abgerufen werden“, sagt Friedrich. So haben mehr als 20 Millionen Bürger einen Anspruch auf VL-Leistungen, von denen rund 7 Millionen diese jedoch nicht nutzen. „Sie verschenken damit nicht nur die ihnen grundsätzlich zustehenden Leistungen, sondern auch die Erträge, die im Rahmen von ETF-Sparplänen anfallen können.“ (mh)

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BIT Capital startet Fonds für Zukunftsaktien

Mit dem BIT Global Leaders hat BIT Capital einen neuen Aktienfonds im Portfolio. Er setzt auf Unternehmen aus Zukunftsbranchen. Schon heute soll er die Gewinner von Morgen identifizieren und daraus ein Portfolio von 30 bis 50 Aktien abbilden.

Der aktive Fondsmanager BIT Capital aus Berlin hat ein neues Investmentprodukt vorgestellt. Ab sofort können Privatanleger wie auch institutionelle Anleger in den Aktienfonds BIT Global Leaders investieren. Schwerpunkt des neuen Fonds sind technologiegetriebene Zukunftsbranchen, die die Welt nachhaltig verändern.

Gewinner von Morgen identifizieren

Zum Start ist der BIT Global Leaders unter anderem in aufstrebenden Technologieunternehmen wie Tesla, NIO und Nvidia investiert. Der Fonds investiert aber auch in etablierte Unternehmen, sofern diese BIT Capital mit einer besonderen Technologiekompetenz überzeugen. Dazu zählen aktuell beispielsweise Ping An und die Silicon Valley Bank. Die Investmentstrategie basiert in beiden Fällen auf der These, dass in fast jedem Sektor mittelfristig wenige herausragende Unternehmen einen Großteil der Gewinne auf sich vereinen werden. Diese Gewinner von Morgen soll der BIT Global Leaders schon heute identifizieren.

Mehr als nur Internetfirmen

„Die Schnelligkeit des Wandels hin zu einer technologisch dominierten Welt nimmt konstant zu. Mit unserem ersten Fonds, dem europaweit führenden BIT Global Internet Leaders 30, haben wir gezeigt, dass wir mit unserer Expertise und unserer Investmentphilosophie eine herausragende Performance erzielen können“, meint Jan Beckers, Gründer und Chief Investment Officer bei BIT Capital. Im Investmentprozess des Internetfonds habe die Berliner Investmentgesellschaft immer wieder technologielastige Titel mit besonderem Potenzial identifiziert, die aber keine reinen Internetunternehmen sind. Diese sollen nun durch den BIT Global Leaders abgebildet werden können. Wie der BIT Global Internet Leaders 30 ist auch der Fonds bei HANSAINVEST aufgelegt und wird zwischen 30 und 50 Titel im Portfolio halten. (mh)

Bild: © Tierney – stock.adobe.com

 

Fix: Deutsche Börse stockt den Dax auf

Die Aufstockung des Dax wurde in letzter Zeit regelmäßig diskutiert. Nun ist sie beschlossene Sache. Die Deutsche Börse hat angekündigt, dass der deutsche Leitindex von 30 auf 40 Werte aufgestockt wird. Auch darüber hinaus gibt es einige Neuerungen beim wichtigsten deutschen Aktienindex.

Die Deutsche Börse hat die von Experten geforderte Dax-Aufstockung nun offiziell verkündet. Der bisher aus den 30 größten börsennotierten deutschen Unternehmen bestehende Dax wird ab September 2021 auf 40 Werte aufgestockt. Im Gegenzug wird der MDax von 60 auf 50 Werte reduziert. Das ist die größte Reform in der über 30-jährigen Historie des Dax, zumal die Deutsche Börse noch weitere Änderungen beschlossen hat.

Neue Kriterien für Dax-Mitglieder

Neben der Anzahl der Indexmitglieder, ändert die Deutsche Börse die Kriterien für die Zusammensetzung des Dax. Ab Dezember 2020 müssen alle künftigen Dax-Kandidaten in den zwei letzten Finanzberichten vor der Aufnahme ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf Sachanlagen und Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände (EBITDA) aufweisen. Bei der Indexgewichtung zählt künftig nur noch die Marktkapitalisierung. Die bisher mitentscheidenden Handelsumsätze entfallen hingegen.

Neue Pflichten für Indexmitglieder

Als Folge aus dem Wirecard-Skandal müssen ab März 2021 alle Unternehmen in den Dax-Auswahlindizes testierte Geschäftsberichte und vierteljährlich Quartalsmitteilungen veröffentlichen. Ein Verstoß gegen diese Veröffentlichungspflichten führt nach einer 30-tägigen Warnfrist unmittelbar zum Indexausschluss. Zusätzlich müssen ab März 2021 alle Neuzugänge zur Dax-Familie den Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex hinsichtlich eines Prüfungsausschusses im Aufsichtsrat entsprechen. Für bestehende Mitglieder gilt eine Übergangsfrist. Sie müssen die Vorgabe ab September 2022 erfüllen. Nicht übernommen wurde hingegen die teils geäußerte Forderung des Ausschlusses von Unternehmen mit Beteiligung an kontroversen Waffen.

Diese Unternehmen könnten in den Dax aufsteigen

Die neuen Maßnahmen sollen den Dax vielfältiger und moderner machen und die Qualität der Indizes erhöhen. Wer nächstes Jahr in den deutschen Leitindex aufsteigen wird, steht noch nicht fest. Als aussichtsreiche Kandidaten gelten aber zum Beispiel der Duftstoffhersteller Symrise, der Onlinehändler Zalando, der Labortechnikanbieter Sartorius, der Biotechkonzern Qiagen, der Immobilienkonzern LEG, der Chemiehändler Brenntag, die Siemens-Gesellschaften Siemens Energy und Siemens Healthineers sowie der Rückversicherer Hannover Rück. (mh)

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So stark sind die Dividenden weltweit eingebrochen

Die Corona-Krise hinterlässt in der Weltwirtschaft deutliche Spuren. Das zeigt sich auch an den Dividendenausschüttungen der Unternehmen. Wie stark diese infolge der Krise eingebrochen sind, zeigt die aktuelle Ausgabe des Janus Henderson Global Dividend Index (JHGDI).

Unternehmen haben infolge der Corona-Krise im dritten Quartal 2020 weltweit 14% weniger Dividenden ausgeschüttet als ein Jahr zuvor. In absoluten Zahlen bedeutete das einen Einbruch um 55 auf 330 Mrd. Dollar. Damit fielen die globalen Dividendenausschüttungen zudem den niedrigsten Stand seit 2016. Selbst auf bereinigter Basis lag das Minus immer noch bei mehr als 11%. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich die Lage aber zumindest etwas entspannt. Im zweiten Quartal hatte das bereinigte Minus noch bei 18% gelegen.

Das Schlimmste könnte vorüber sein

Die geringeren Auswirkungen der Corona-Krise auf die globalen Dividendenausschüttungen waren laut Janus Henderson in erster Linie Folge der geografischen Zusammensetzung der globalen Dividenden im dritten Quartal, die im Wesentlichen aus Regionen mit beständigeren Dividenden kamen, insbesondere aus Nordamerika und den Schwellenländer. Allerdings lasse die Entwicklung auch darauf schließen, dass das Schlimmste inzwischen vorüber sein dürfte.

Dividenden in China bereits wieder auf Wachstumskurs

Alles in allem erhöhten im dritten Quartal mehr als zwei Drittel der Unternehmen ihre Dividenden bzw. hielten sie stabil, während der Rest die Ausschüttungen kürzte oder ganz strich. Vor allem in China, wo das dritte Quartal die wichtigste Dividendensaison ist, hat sich die Lage bereits deutlich verbessert. Dort lagen die Auszahlungen gut 3% über dem Vorjahresniveau. Zudem haben drei Viertel der chinesischen Unternehmen ihre Ausschüttungen angehoben oder zumindest konstant gehalten. Die schwächsten Ergebnisse wurden in Großbritannien sowie in Australien und den Niederlanden verbucht.

Dividendenwachstum der letzten drei Jahre ausgelöscht

Mit Fortschreiten des Kalenderjahres wird auch das Bild für das Gesamtjahr allmählich klarer. Im April hatte Janus Henderson noch berechnet, dass die globalen Dividenden 2020 um 15 bis 35% sinken könnten. Im Juli verengte das Team diese Spanne bereits auf 19 bis 25%. Inzwischen ist Janus Henderson zuversichtlich, dass der Wert letztendlich eher am positiveren Ende der Erwartungen liegen wird. Das Best-Case-Szenario geht nun von einem bereinigten Rückgang um 17,5% auf 1,2 Bio. Dollar aus, was einem Gesamtrückgang von 15,7% entspricht. Das Worst-Case-Szenario sieht einen bereinigten Dividendenrückgang um 20,2% auf 1,16 Bio. Dollar vor. Doch selbst im Best-Case-Szenario würde das Dividendenwachstum der letzten drei Jahre ausgelöscht. Für Anleger würde das in diesem Jahr entgangene Erträge in Höhe von 224 Mrd. Dollar bedeuten. (mh)

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blau direkt startet Kooperation mit FONDSNET

Die Maklerpools blau direkt und FONDSNET machen ab sofort gemeinsame Sache im Investmentbereich. Partner von blau direkt steht dadurch eine neue Softwarelösung zur Verfügung. Zudem sollen eigene Vermögensverwaltungsmodelle über die FONDSNET-Schwester Reuss Private Deutschland aufgelegt werden.

FONDSNET und blau direkt haben eine Kooperation im Bereich der Investmentfondsberatung und der Auflage von Vermögensverwaltungsmodellen eingegangen. Durch die Zusammenarbeit mit FONDSNET steht den Partnern von blau direkt künftig eine Softwarelösung zur Verfügung, von der insbesondere auch die Maklerkunden selbst profitieren sollen.

Direkter Zugriff auf Depots

Dank einer Schnittstelle zum Maklerverwaltungsprogramm können Kunden ihre Depots ab sofort direkt über den Zugriff auf die personal information-manager-Systeme von blau direkt einsehen und verwalten. „Diese Art des Kundenservices etablieren wir erstmalig und bisher einzigartig im Markt”, meint Oliver Lang, CIO bei blau direkt. Gleichzeitig verbinde man erstmals die Investmentdepots der Partner mit dem System zum vollautomatisierten Bestandsausbau.

„Den Markt durcheinanderwirbeln“

„Mit FONDSNET als etabliertem Infrastrukturdienstleister können wir noch schneller auf die Bedürfnisse unserer Partner eingehen und wichtige Synergieeffekte nutzen, um unsere Marktposition weiter zu stärken”, ist Oliver Lang überzeugt. Darüber hinaus umfasst die Kooperation auch die Auflage von Vermögensverwaltungsmodellen über die FONDSNET Schwestergesellschaft Reuss Private Deutschland AG. „Wir haben gesagt: Wenn wir in Investment einsteigen, dann mit einem Knall, der den Markt durcheinanderwirbelt”, kommentiert blau direkt Gründer Oliver Pradetto den Deal.

Viele Optionen für eine langfristige Zusammenarbeit

„Wir arbeiten fortlaufend daran, alle Prozesse noch anwenderfreundlicher zu gestalten und neue, innovative Funktionen zu integrieren”, sagt Georg Kornmayer, Geschäftsführer von FONDSNET. Kornmayer ist überzeugt mit blau direkt einen nicht nur einen sehr erfolgreichen Kunden gewonnen, sondern einen strategischen Partner gewonnen zu haben, der viele Optionen für eine langfristige Zusammenarbeit bietet. (mh)

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Keine Spur von Krise: Fonds sind 2020 ein Absatzschlager

Die Corona-Krise hat die Märkte im Frühjahr kräftig durchgewirbelt und sorgt in Teilen noch immer für Verunsicherung. Der Absatz von Investmentfonds hat sich davon allerdings wenig beeindrucken lassen. Das zeigen die aktuellsten Zahlen des Fondsverbands BVI. Demnach verzeichnete die Branche zuletzt ein starkes Neugeschäft. Einige Teilbereiche verbuchten sogar rasante Zuwächse.

Investmentfonds flossen in diesem Jahr bis Ende September rund 71 Mrd. Euro zu. Das ist in etwa so viel wie im Vorjahreszeitraum – und das trotz eines turbulenten Börsenjahres. Die Treiber bei den Zuflüssen sind offene Spezialfonds mit 47,6 Mrd. Euro neuen Geldern und offene Publikumsfonds mit 20,5 Mrd. Euro. Doch auch geschlossene Fonds erzielten einen Nettozufluss von 2,8 Mrd. Euro. Einzig aus Mandaten zogen Anleger 3,6 Mrd. Euro ab.

Neue Rekordmarke beim Gesamtvermögen

Positiv war auch die Entwicklung im Jahresverlauf. Das 3. Quartal war mit insgesamt 28,9 Mrd. Euro der absatzstärkste Dreimonatszeitraum in diesem Jahr. Beim verwalteten Vermögen hat die Fondsbranche mit 3,68 Bio. Euro eine neue Rekordmarke erreicht. Das ist ein Zuwachs von 345 Mrd. Euro gegenüber Ende Juni 2020.

 Fonds sind 2020 ein Absatzschlager
Trio für Privatanleger

Bei Privatanlegern sind vor allem drei Fondsarten beliebt: Mischfonds, Immobilienfonds und Aktienfonds. Die Absatzliste der offenen Publikumsfonds führten in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres Mischfonds mit 7,8 Mrd. Euro an. Innerhalb der Mischfonds waren vor allem aktienbetonte Produkte (5 Mrd. Euro) beliebt. In Immobilienfonds flossen immerhin 6,9 Mrd. Euro. Damit erzielten sie sogar ihr bestes Neugeschäft für den Zeitraum von Anfang Januar bis Ende September seit Einführung der Kündigungsfrist im Jahr 2013. Knapp dahinter rangieren Aktienfonds mit einem Neunmonatsabsatz von 6,2 Mrd. Euro. Dabei verzeichneten sie im ersten Halbjahr noch Abflüsse von 2,5 Mrd. Euro. Diese wurden durch Zuflüsse von 8,7 Mrd. Euro im 3. Quartal aber mehr als kompensiert.

Nachhaltige Fonds wachsen rasant

Rasant wächst vor allem der Bereich der nachhaltigen Fonds, auch ESG-Fonds genannt. Sie verwalten inzwischen 129 Mrd. Euro. Damit sind sie zwar noch klar in der Minderheit. Allein seit Ende Juni 2020 ist ihr Vermögen aber um 27% gestiegen. Das lag nicht zuletzt an einem rasant gestiegenen Neugeschäft. Bis Ende September 2020 verzeichneten nachhaltige Fonds Zuflüsse von 10,8 Mrd. Euro. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht das einer Steigerung um 110%.

Auch Immobilienfonds wachsen kräftig

Neben Nachhaltigkeit sind Immobilien die großen Gewinner am deutschen Fondsmarkt. Das verwaltete Nettovermögen der Immobilienfonds ist in den letzten zwölf Monaten von 213 auf 238 Mrd. Euro gestiegen. Besonders beliebt sind offene Immobilienfonds. Auf offene Publikumsfonds entfallen 116 Mrd. Euro, auf offene Spezialfonds weitere 112 Mrd. Euro. KAGB-konforme geschlossene Fonds verwalten hingegen nur 10 Mrd. Euro.

Deutsche und amerikanische Immobilien auf der Überholspur

Innerhalb der offenen Immobilienfonds verschiebt sich der Fokus auf heimische Immobilien. Eine Auswertung zeigt: Bei Publikumsfonds ist der der Anteil von deutschen Immobilien gemessen an den Verkehrswerten von 33 auf 36% gestiegen. Bei Spezialfonds legten sie sogar von 61 auf 71% zu. Besonders stark ist daneben auch der Anteil von US-Immobilien in Publikumsfonds gewachsen. Er hat sich von 5 auf 9% nahezu verdoppelt. Im Gegenzug haben die Manager offener Immobilienfonds den Anteil französischer Immobilien reduziert. (mh)

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DWS ruft Beirat für Nachhaltigkeit ins Leben

Die DWS hat einen Beirat für Nachhaltigkeit gegründet. Er berät die Fondsgesellschaft in der weiteren Umsetzung ihrer ESG-Strategie. Die Mitglieder des Beirats sind erfahrene Persönlichkeiten führender globaler Unternehmen sowie bekannter akademischer und öffentlicher Institutionen.

Die DWS hat einen Beirat berufen, um ihre ganzheitliche ESG-Strategie weiter voranzutreiben. Das Gremium besteht aus sechs internationalen Nachhaltigkeitsexperten verschiedener Disziplinen, die den DWS-CEO Asoka Wöhrmann sowie den gesamten Vorstand aktiv bei ihrer ESG-Strategie beraten werden.

Das sind die Mitglieder des DWS ESG Beirats:
  • Peter Damgaard-Jensen ist Vorsitzender der Institutional Investor Group on Climate Change (IIGCC), des wichtigsten europäischen Investorengremiums, das sich auf den Klimawandel konzentriert. Er vertritt den in der Nachhaltigkeitsarena sehr relevanten Pensionsfondssektor, nämlich als ehemaliger CEO des dänischen Pensionsfonds PKA, einem der größten Pensionsfonds Dänemarks.
  • Marie Haga ist stellvertretende Vizepräsidentin des Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD). In ihrer früheren Funktion als Direktorin des Global Crop Diversity Trust hat sich Marie Haga internationales Ansehen im Bereich der Biodiversität und Ernährungssicherheit erworben. Sie war auch Mitglied des norwegischen Parlaments und hatte drei Ministerposten inne.
  • Ioannis Ioannou ist Professor für Strategie und Unternehmertum an der London Business School. Er ist ein oft zitierter und einflussreicher Akademiker in den Bereichen Corporate Sustainability, ESG-Integration und Responsible Business. Er ist Mitglied des Beirats von Ethical Corporation – Reuters Events und ist Mitglied des Expertennetzwerks des Weltwirtschaftsforums.
  • Lisa P. Jackson ist Vizepräsidentin für Umwelt, Politik und soziale Initiativen bei Apple Inc. Sie leitet bei Apple die Strategie für Umwelt, Bildungspolitik und Produktzugänglichkeit und kann auf eine lange Erfolgsgeschichte aktiven Engagements in allen Bereichen von ESG zurückblicken, nachdem sie zuvor als Leiterin der US-Umweltschutzbehörde tätig war, ernannt vom ehemaligen Präsidenten Barack Obama.
  • Georg Kell, Co-Vorsitzender des Beirats. Als Gründungs-Direktor des UN Global Compact, der weltweit grössten und wichtigsten Initiative für nachhaltiges Wirtschaften, ist Georg Kell auch Vorsitzender von Arabesque, der Muttergesellschaft der beiden DWS-Partner Arabesque AI und Arabesque S-Ray, an denen die DWS Minderheitsbeteiligungen hält.
  • Roelfien Kuijpers, Co-Vorsitzende. In ihrer Funktion als Global ESG Client Officer der DWS ist Roelfien zusammen mit Georg Kell Vorsitzende des neuen ESG-Beirats. Roelfien ist auch Vorstandsmitglied der Institutional Investor Group on Climate Change.
ESG soll zum Kern des Handelns werden

„Wir wollen eine führende Rolle im Bereich Nachhaltigkeit in der Vermögensverwaltungsbranche einnehmen und machen ESG bereits jetzt zum Kern unseres Handelns. Es ist großartig, von nun an mit einer international so renommierten Expertengruppe gemeinsam unsere ESG-Strategie voranzutreiben“, kommentiert DWS-CEO Asoka Wöhrmann. Der DWS-CEOV freue sich auf die Empfehlungen und Diskussionen in diesem Kreis und erwarte viele konstruktive sowie wenn nötig auch kritische Anregungen von dem neuen ESG-Beirat. (mh)

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