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Corona-Nachbeben: Zinshoffnungen auf Eis gelegt

Die Citigroup hat die aktuelle Ausgabe des Citi-Investmentbarometers veröffentlicht. Während die Zuversicht der Befragten für Gold deutlich zugenommen hat, sind vor allem die Zinserwartungen jäh ausgebremst worden und sogar in den negativen Bereich gefallen.

Das Gesamtsentiment des Citi-Investmentbarometers für das zweite Quartal 2020 zeigt sich nach der ersten auf den Corona-Crash folgenden Erholungswelle leicht eingetrübt. Nachdem das Gesamt-Sentiment im ersten Quartal 2020 noch bei 19 Punkten lag, hat es im zweiten Quartal 2020 einen Punkt auf nunmehr 18 Punkte verloren. Auf die Gesamtstimmung hat sich die Corona-Pandemie somit überraschend wenig ausgewirkt.

Zinserwartungen deutlich gesunken

In den einzelnen Teilsentimenten hat sich die Lage hingegen zum Teil deutlich verschoben. Besonders das um 20 Punkte von +9 auf –11 gefallene Zins-Sentiment zieht das Gesamtbarometer nach unten. Damit ist die vom Allzeittief im dritten Quartal 2019 ausgehende Erholung bei den Zinserwartungen jäh gebrochen. Nur noch 11% glauben an steigende Zinsen. Im Vorquartal waren es 29%. Von einer Seitwärtsbewegung bei den Zinsen gehen nun ganze 65 statt 44% aus.

Auch mittelfristig herrscht Zinsskepsis

Für die mittlere Frist ergibt sich ein ähnliches Bild: Auch hier sind die Befragten nicht davon überzeugt, dass die Zinsen in der Eurozone steigen werden. Nur knapp 12% halten ein solches Szenario noch für wahrscheinlich. Im Vorquartal glaubte daran noch fast jeder Dritte. Mit einem Anteil von zwei Dritteln geht auch hier die Mehrheit der Anleger (66%) von einem anhaltenden Seitwärtstrend der historisch niedrigen Zinsen für das kommende Jahr aus.

Positive Aussichten für Gold

In Bezug auf physisches Gold sind die Experten dagegen deutlich zuversichtlicher geworden. Das Gold-Sentiment des Citi-Investmentbarometers ist von 24 Punkten im Vorquartal auf 37 Punkte geklettert. Das macht sich auch in den Kurserwartungen bemerkbar. So gehen 54% und damit mehr als doppelt so viele Befragte wie im ersten Quartal 2020 davon aus, dass der Preis der Feinunze kurzfristig steigen wird. Auch mittelfristig erwartet nun über die Hälfte der Befragten steigende Preise für das Edelmetall (51%).

Gemischtes Bild bei Aktien

Bei Aktien hingegen ist das Bild uneinheitlich. Kurzfristig, also auf Sicht von drei Monaten, sind Bullen und Bären bei den europäischen Aktien fast gleichauf. Die Bullenquote der Befragten liegt bei ungefähr 30% (Q1 2020: 31%). Mit 28% der Anleger ist das Bärenlager ähnlich groß. Auf Sicht der kommenden zwölf Monate sind die Bullen hingegen deutlich in der Mehrheit. Mittelfristig rechnen 50% mit steigenden und nur 22% mit fallenden Aktienkursen. Im Vergleich zum Vorquartal hat sich das Übergewicht der Optimisten sogar weiter erhöht.

Nachhall des Corona-Crashs

„Das aktuelle Citi-Investmentbarometer wurde unmittelbar nach bzw. in der Erholungswelle vom Corona-Crash erhoben. Auch wenn die Märkte sich seitdem beispiellos erholt haben, hallt dieses Beben doch in den Umfragewerten nach. Das sieht man auch nicht zuletzt an den Erwartungen der Marktteilnehmer hinsichtlich des Zinsniveaus und der Krisenwährung Gold“, kommentiert Dirk Heß, Co-Head EMEA Public Listed Products Sales & Distribution bei Citigroup Global Markets Europe AG, die aktuellen Zahlen. Ob die Marktteilnehmer mit ihrer Vorsicht richtig liegen, werde am Ende wohl auch vom Auftreten einer möglichen zweiten Pandemie-Welle abhängen. (mh)

Bild: © twinsterphoto – stock.adobe.com

 

Mit Unterstützung durch Versicherer: Amundi lanciert grünen ETF

Amundi hat einen neuen ETF im deutschen Börsenhandel gelistet. Der Amundi MSCI Emerging ESG Leaders UCITS ETF setzt auf nachhaltige Investments in Schwellenländern. Starthilfe kommt von einem großen europäischen Versicherer.

Amundi hat auf Xetra den Amundi MSCI Emerging ESG Leaders UCITS ETF gelistet und damit das Angebot an nachhaltigen Investments ausgebaut. Der neue ETF ist ein weiterer Baustein in der ESG-Produktpalette des größten Asset-Managers in Europa. Er ebnet Anlegern den Zugang zu nachhaltigen Investments, unabhängig von den jeweiligen Anforderungen an den Grad der ESG-Integration, spezifische Kriterien sowie mögliche Abweichungen zu herkömmlichen Indizes.

Versicherer investiert 500 Mio. Euro

Starthilfe erhält der ETF von Ilmarinen, Finnlands größter Rentenversicherungsgesellschaft. Sie investiert mehr als 500 Mio. Euro Seed-Kapital in den Fonds. Ilmarinen ist als Rentenversicherer für etwa 1,2 Millionen Kunden verantwortlich und verfügt über ein Anlagevermögen von rund 50 Mrd. Euro, das nach Angaben der Gesellschaft vollständig verantwortungsbewusst verwaltet wird. „Wir legen Pensionskassengelder so an, dass ihre Rendite auch die Renten künftiger Generationen sichert“, erklärt Juha Venäläinen, Senior Portfolio Manager bei Ilmarinen.

Nachhaltige Aktien aus den Schwellenländern

Der Amundi MSCI Emerging ESG Leaders UCITS ETF bildet einen Index ab, der ein Engagement in Unternehmen mit einer hohen ESG-Performance im Vergleich zu Wettbewerbern ermöglicht und Groß- sowie Midcap-Unternehmen aus 26 Schwellenländern umfasst. Der Index verfolgt einen so genannten „Do no harm“-Ansatz und schließt Unternehmen aus, die in den Bereichen Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Kernkraft, Waffen und anderen kontroversen Geschäftsbereichen tätig sind. Zudem soll der Fonds von der aktiven Abstimmungspolitik von Amundi im Einklang mit ESG-Kriterien profitieren.

Bild: © Vadi Fuoco – stock.adobe.com

 

Grönemeyer startet eigenen Gesundheitsfonds

Prof. Dietrich Grönemeyer ist einer der bekanntesten Gesundheitsexperten in Deutschland. Der Bruder des Musikers und Schauspielers Herbert Grönemeyer bringt seine Expertise nun auch in einen eigenen Investmentfonds ein, der auf Unternehmen des Gesundheitssektors setzt.

Mit dem „Grönemeyer Gesundheitsfonds Nachhaltig“ können deutsche Anleger ab sofort einen neuen Investmentfonds zeichnen. Der Fonds wurde von Prof. Dietrich Grönemeyer initiiert und soll mehr als ein herkömmlicher Healthcare-Fonds sein. Der Gesundheitsexperte geht die Medizin mit einem 360-Grad-Blick an, der von der Selbstheilung und Naturheilmedizin bis hin zur klassischen Fremdheilung reicht.

Weiterer Grönemeyer an Bord

Beraten wird der Fonds von Eichkatz Asset Managers, einem langjährig erfahrenen Portfoliomanagerteam. In enger Abstimmung mit Prof. Grönemeyer werden die aussichtsreichsten Medizinthemen ins Portfolio übersetzt. Mit im Team ist auch sein Sohn Till Grönemeyer, der seit mehr als zehn Jahren das Medizinbeteiligungsgeschäft der Familie leitet und so einen tiefen Einblick in die Zukunftsthemen der Medizin einbringen soll.

Der Mensch im Mittelpunkt

„Ich sehe seit Jahrzehnten, dass nicht wirklich in Gesundheit, sondern nur in Medizin, IT, Hightech und sonstige technik-getriebene Werte investiert wird“, erläutert Prof. Grönemeyer seine Beweggründe. „Aber Gesundheit ist viel weiter zu fassen. Viele Bereiche müssen dabei berücksichtigt werden, wie etwa das Gesundbleiben oder die Gesundwerdung. Das fehlt mir und das stört mich schon lange.“ Der Mensch müsse immer im Mittelpunkt stehen. Der Fonds soll daher auch in Unternehmen aus den Bereichen Reha, altersgerechtes Wohnen, digitales Gesundheitswesen, Sport und Fitness, sowie Pflanzenheilkunde und Telemedizin investieren.

Breites Themenfeld

Der Gesundheitsmarkt zählt laut Eichkatz Asset Managers zu den wichtigsten Megatrends der kommenden Jahrzehnte. Die Corona-Krise macht diesen Trend noch sichtbarer und wirkt als Verstärker.“ Das Start-Portfolio enthält 35 Werte. Insgesamt umfasst das Anlageuniversum rund 2.000 Unternehmen. Ins Portfolio sollen jedoch nur Unternehmen kommen, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen. Hierfür arbeitet Eickatz Asset Managers mit der Münchner Nachhaltigkeits-Ratingagentur ISS ESG zusammen.

Ausgabepreis von 50 Euro

Der Fonds richtet sich an Privatanleger, wie auch an institutionelle und semiinstitutionelle Investoren. Er ist ab dem 6. Juli 2020 bei allen Banken und Online-Plattformen erhältlich. Der erste Ausgabepreis liegt bei 50 Euro. „Selbstverständlich werden meine Familie und ich auch selbst Anteile zeichnen“, betont Prof. Grönemeyer. „Wir glauben an unsere Anlagephilosophie und den Gesundheitsbereich als lukrative Investitionsmöglichkeit.“

Bild: © Dietrich Grönemeyer

 

PROJECT mit weiterem Immobilienentwicklungsfonds am Start

Die PROJECT Investment Gruppe gibt einen neuen AIF in die Platzierung. Der Fonds investiert in mindestens zehn verschiedene Immobilienentwicklungen in Metropolregionen. Der Zeichnungspreis liegt bei mindestens 10.000 Euro zuzüglich 5% Ausgabeaufschlag.

Die auf Kapitalanlagen in Immobilienentwicklungen spezialisierte PROJECT Investment Gruppe hat zum 01.07.2020 mit der Platzierung ihres neuen Einmalanlageangebotes begonnen. Die „Metropolen 20 geschlossene Investment GmbH & Co. KG“ ist wie das gerade geschlossene Vorgängerangebot „Metropolen 18“ (Metropolen 19 befindet sich noch in der Platzierung) ein nach Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) regulierter alternativer Investmentfonds (AIF) auf reiner Eigenkapitalbasis.

Breite Diversifizierung geplant

„Metropolen 20“ soll in mindestens zehn verschiedene Immobilienentwicklungen in wenigstens drei Metropolregionen investieren. Infrage kommen Investitionen in Berlin, Hamburg, München, Nürnberg, Rheinland, Rhein-Main und Wien. Fünf Immobilienentwicklungen sind bereits konkret identifiziert. Mit steigendem Eigenkapitalvolumen soll die Investmentpipeline sukzessive ausgebaut werden.

Mit dem von den Investoren eingebrachten Eigenkapital baut die PROJECT Immobilien Gruppe als exklusiver Asset-+Manager des Unternehmensverbunds überwiegend Neubauwohnungen mit Fokus auf den Verkauf an Eigennutzer. Die Beimischung von Gewerbeimmobilien ist vorgesehen.

Zeichnung, Modelle, Bonus

Privatanleger können den neuen AIF ab 10.000 Euro zuzüglich 5% Ausgabeaufschlag zeichnen. Der Anleger hat die Wahl zwischen dem im Sinne der optimalen Renditeentwicklung von PROJECT empfohlenen Standardmodell der Ertragsthesaurierung und den beiden gewinnunabhängigen Entnahmevarianten von entweder 4 oder 6% gezeichneten Kommanditkapitals pro Jahr. Die Renditeerwartung liegt im Rahmen eines „Midcase“-Szenarios bei einem Gesamtmittelrückfluss von 152% auf das eingezahlte Kapital, teilt die PROJECT-Gruppe mit. Zudem verweist sie darauf, dass man in der aktuellen noch von der Corona-Pandemie gekennzeichneten Marktphase besonders vorsichtig agiere und kalkuliere.

Laufzeit und Platzierungsfrist

Das Laufzeitende des „Metropolen 20“ datiert auf den 30.06.2030. Die Platzierungsfrist endet vorerst nach einem Jahr am 30.06.2021. Für die Einwerbung des Mindestkapitals von 10 Mio. Euro gibt die PROJECT Vermittlungs GmbH eine Platzierungsgarantie ab. Frühzeichner erhalten zudem einen Bonus von 4%. (bh)

Bild: © sebastien – stock.adobe.com

 

Finanzmärkte: Crash-Angst unangebracht, Enttäuschungen möglich

Die Aktienmärkte gehen gespalten in die zweite Jahreshälfte, meint Kapitalmarktexperte Robert Halver. Manche Indikatoren als auch die Geld- und Fiskalpolitik deuten in Richtung einer Wirtschaftserholung. Die Frage ist aber: Zeigen die Maßnahmen tatsächlich Wirkung? Sorge macht zudem die Corona-Pandemie.

Robert Halver ist Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank und wagt in einem aktuellen Marktkommentar einen Ausblick auf das zweite Halbjahr 2020. Vieles wird dabei davon abhängen, welche Entwicklungen die Corona-Pandemie mit sich bringt und ob sich anbahnende Konjunkturerholungen durchsetzen können.

USA stemmt sich mit Konjunkturpaketen gegen die Corona-Krise

Generell tut die Politik alles, um die Wirtschaft anzukurbeln. In den USA wird es beispielsweise weitere Konjunkturpakete geben. Das fünfte Paket naht, und Halver sieht darin viel Positives zu den Themen verbesserte Standortbedingungen, Infrastruktur und Digitalisierung. Die Stimmung in den USA steigt zudem. Es wird aktuell auf langfristig verbesserte Industrieaufträge gewartet. Die Beschäftigungskrise scheint zudem schon jetzt ihren Höhepunkt überschritten zu haben. Der US-Konsum funktioniere, auch dank derzeitiger staatlicher Zuwendungen an viele Betroffene, hat die Halver-Analyse ergeben. Die steigenden Corona-Neuinfektionen könnten der Konjunkturerholung jedoch einen Strich durch die Rechnung machen, wobei die US-Politik mehr auf regionale Eindämmungen der Virusinfektionen setze. Grundsätzlich sei der US-Aktienmarkt fundamental optimistisch: Der Markt gehe vom Aufgehen der Konjunktur-Saat aus, so Halver.

Trump oder Biden?

Im Blickpunkt steht in den USA natürlich auch die Präsidentschaftswahl. Halver geht davon aus, dass Trump diesbezüglich der Handelskrieg mit China im eigenen Land nutzen könnte; Trump – und auch China – dürften aber wohl kein allzu großes Interesse an einer Eskalation haben. Sollte Joe Biden gewinnen, wäre er nach Einschätzung des Kapitalmarktanalysten für die Wall Street wohl ebenso akzeptabel.

In Europa fallen die Stabilitätsbedenken

Spätestens mit der Corona-Krise seien die Notenbanken zu den Erfüllungsgehilfen des staatlichen Wiederaufbaus geworden, heißt es im Halver-Outlook. Sie würden den Schuldendeckel bezahlen und Staatsfinanzierung betreiben. Das wäre in den USA ähnlich wie in Europa. Die EZB verhindere eine neue Staatsschuldenkrise. „Der Stabilitätsgeist der Bundesbank ist endgültig durch die offenen Fenster im Sitzungssaal des EZB-Direktoriums entfleucht“, beschreibt dies Halver. Der Zusammenhalt Europas habe Vorrang, deshalb werde es auch großzügige Geldgeschenke an die wirtschaftlich angeschlagenen Euro-Südstaaten geben. Halver: „Die Finanzmärkte betrachten Stabilität als Luxus, den man sich nicht mehr leisten kann. Sie laben sich daran, dass eine neue Euro-Krise vorerst vom Tisch ist.“

Aktien bleiben bei den Niedrigzinsen Anlagealternative

Crash-Angst sei unangebracht, meint Halver weiter. Umfangreiche Konjunkturprogramme und wirtschaftliche Nachholeffekte würden auf niedrigste Zinsen bei üppigster Geldausstattung treffen. Er erklärt: „Insbesondere die Liquiditätshausse mit der Konsequenz unattraktiver Zinsen hält einen Anlagenotstand aufrecht, der für eine stabile Basis bei Aktien als Anlagealternative sorgt.“ Die Quartalsberichte werden die Börsen wohl vor Herausforderungen stellen, umso wichtiger seien positive Frühindikatoren, die auf ein Comeback der Unternehmensgewinne 2021 deuten würden.

Wachstum in Deutschland

Das ifo Institut sagt für Deutschland in der zweiten Jahreshälfte schrittweises kräftiges Wachstum voraus: Geschätzt wird ein Plus zum jeweiligen Vorquartal von 6,9% im dritten und 3,8% im vierten Quartal. Halver warnt dennoch vor der schwer einschätzbaren Corona-Krise, die auch weltweit viel Raum für Enttäuschungen biete. Immerhin hauche der Konjunkturoptimismus dem Gewinnwachstum deutscher Unternehmen jedoch neues Leben ein.

Mehr Informationen zu den Entwicklungen im zweiten Halbjahr finden sich im KapitalmarktMonitor von Robert Halver. In AssCompact 08/2020 ist ein Interview mit dem Kapitalmarktexperten eingeplant. (bh)

Bild: © denisismagilov – stock.adobe.com

 

Augsburger Aktienbank gibt Wertpapiergeschäft an ebase ab

Die Augsburger Aktienbank (AAB) steht vor einer Neuordnung. Das Wertpapiergeschäft der AAB wechselt zu ebase, andere Geschäftsfelder werden neu strukturiert. Die LVM Versicherung, Mutter der AAB, konzentriert sich auf ihr Kerngeschäft und kooperiert künftig mit ebase.

Die Augsburger Aktienbank (AAB), eine Tochter der LVM Versicherung, steht vor einer Neuordnung. Das Wertpapiergeschäft der AAB wechselt zur Münchener European Bank for Financial Services GmbH, kurz: ebase. Das teilte die LVM am Mittwoch nach früheren Spekulationen nun offiziell mit.

Das Wertpapiergeschäft der AAB, das Depotvolumina von rund 180.000 Kunden in Höhe von etwa 17 Mrd. Euro umfasst, soll bis Mitte 2021 an die ebase übertragen werden, heißt es in einer Pressemitteilung. Mit dem Kaufvertrag schließen der Versicherer und die ebase zugleich eine langfristige Kooperationsvereinbarung.

Demnach wird sich die LVM stärker auf ihr Kerngeschäft als Versicherer konzentrieren und das Wertpapiergeschäft in Zukunft nicht mehr über eine eigene Tochterbank fortführen. Bankprodukte, auch im Wertpapiergeschäft, werden jedoch weiterhin mit zum Produktportfolio gehören. Diesem Zweck dient die neue Kooperation zwischen LVM und ebase.

Eine Erklärung für den Verkauf liefert Dr. Rainer Wilmink, LVM-Vorstand und AAB-Aufsichtsratsvorsitzender: „Als Nischenanbieter war es für die Augsburger Aktienbank zunehmend schwer, sich in einem konsolidierten Marktumfeld zu behaupten. Mit der ebase übernimmt nun eine der führenden B2B-Direktbanken das Wertpapiergeschäft der AAB. Sie wird das grundsätzlich erfolgreiche Geschäft ausbauen und bietet auch für die Mitarbeiter eine sichere Perspektive.“ Im Zuge des Verkaufs des AAB-Wertpapiergeschäfts wechselt rund die Hälfte der AAB-Mitarbeiter zur ebase und führt das Wertpapiergeschäft am bisherigen Standort in Augsburg fort.

Neustrukturierung der AAB-Geschäftsfelder

Die AAB-Geschäftsfelder werden zudem neu strukturiert. Die weitere Ausgestaltung der Neuordnung erfolgt derzeit in Abstimmung zwischen der LVM und der AAB, ist von den Unternehmen zu erfahren. Davon ausgenommen ist die AAB Leasing, welche unabhängig von der Neuordnung der AAB ihr erfolgreiches und stabiles Geschäftsmodell weiter ausbauen soll. (bh)

Bild: © Gajus – stock.adobe.com

 

Credit Suisse Asset Management weitet ETF-Angebot aus

Credit Suisse Asset Management lanciert zwei neue Exchange Traded Funds (ETFs). Beide werden unter anderem an der Deutschen Börse gehandelt und erfüllen strenge Kriterien für Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG).

Credit Suisse Asset Management hat bereits im März 2020 eine neue Reihe von ETFs aufgelegt, deren verwaltete Vermögen bereits 2 Mrd. US-Dollar überschritten haben. Zwei weitere ETFs von Credit Suisse Asset Management wurden nun am Dienstag an der Schweizer Börse SIX, der Deutschen Börse und der Borsa Italiana in den Handel aufgenommen.

Es handelt sich dabei um den CSIF (IE) MSCI USA Small Cap ESG Leaders Blue UCITS ETF und den CSIF (IE) FTSE EPRA Nareit Developed Green Blue UCITS ETF. Wie die bestehenden ETFs von Credit Suisse Asset Management werden die neuen Produkte unter der Umbrella-Struktur des Credit Suisse Index Fund (IE) ETF ICAV lanciert. Die Fonds bieten Zugang zu zwei Segmenten: US-amerikanischen Small Caps und globalen Immobilien. Die neuen ETFs fügen sich in den strengen ESG-Rahmen der Credit Suisse ein und tragen beide das Label „Blue“. Dieses kennzeichnet Credit Suisse Index Funds, die keine Wertpapiere ausleihen dürfen.

Der CSIF (IE) MSCI USA Small Cap ESG Leaders Blue UCITS ETF ermöglicht Anlagen in ein breit diversifiziertes Portfolio von US-amerikanischen Small Caps, deren Marktkapitalisierung weniger als 10 Mrd. US-Dollar beträgt. Der namengebende Referenzindex durchsucht das Anlageuniversum nach Titeln von Unternehmen, die in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance gut abschneiden. Damit bildet er rund 50% der Anlagechancen unter den US-amerikanischen Small Caps ab.

Der CSIF (IE) FTSE EPRA Nareit Developed Green Blue UCITS ETF investiert in ein globales Portfolio von umweltfreundlichen Immobilienaktien und Real Estate Investment Trusts (REITS). In einem Niedrigzinsumfeld vereinen börsennotierte Immobilien stabile Mieterträge mit einem langfristigen Schutz gegen die Inflation, so die Emittenten. (bh)

Bild: © Aksana Kavaleuskaya - stock.adobe.com

 

Universal-Investment und Scope gehen Exlusiv-Kooperation ein

Zwei Branchengrößen tun sich zusammen: Die Ratingagentur Scope und Universal-Investment vereinbaren eine Kooperation, die unabhängigen Vermögensverwaltern, Asset Managern und Investmentboutiquen einen exklusiven Zugang zum Service-Angebot von Scope verschafft.

Eine neue Kooperation zwischen der größten unabhängigen Investmentgesellschaft im deutschsprachigen Raum und der größten europäischen Ratingagentur ermöglicht den Kunden - Vermögensverwaltern, Asset Managern und Investmentboutiquen - der Universal-Investment nun einen exklusiven Zugang zum Service-Angebot von Scope. Dazu gehören sowohl individuelle Beratungsleistungen bei der Fondsauflage als auch standardisierte Analysen zur Beurteilung von Investmentkonzepten.

Lloyd Fonds erster Kunde

Wie die beiden Kooperationspartner mitteilen, greift mit dem Vermögensverwalter Lloyd Fonds bereits ein erster Kunde auf das neue Kooperationsangebot zu: Für deren Flaggschiff-Aktienfonds „Lloyd Fonds – European Hidden Champions“ hat Scope zunächst eine Wettbewerbsanalyse durchgeführt. Anschließend wurde der Fonds einem Fondsrating unterzogen und erreichte mit einem „B“ ein Top-Rating.

Sicherheit bei Fondsauflegung und Turbo für den Vertrieb

Damit deutet sich auch das Prinzip der Zusammenarbeit an. Kunden von Universal-Investment, die rund 1.500 Publikums- und Spezialfondsmandaten betreut, sollen die Qualität der Fondskonzepte bereits im Auflageprozess testen können. Das Analystenergebnis von Scope wiederum unterstützt sie dann beim Vertrieb. Gerade in den anhaltend volatilen Märkten würden Anleger nach Transparenz mittels unabhängiger Bewertung suchen, erklärt Mathias Wilhelm, der als Head of Securities das Produktangebot von Universal-Investment im Bereich Wertpapierfonds verantwortet, einen der Gründe für das neue Angebot. (bh)

Bild: © NicoElNino – stock.adobe.com

 

Kann eine Finanztransaktionssteuer zur Bewältigung der Corona-Krise beitragen?

Die viel diskutierte Finanztransaktionssteuer sollte zunächst dafür herhalten, die geplante Grundrente zu finanzieren. Nun soll sie zur Bewältigung der Corona-Pandemie beitragen. Die Frage ist auch: Wird Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft zur Einführung oder zum Begräbnis der „Börsensteuer“ nutzen?

Eine Finanztransaktionssteuer ist noch nicht verabschiedet. Im Bundesfinanzministerium wird aber anscheinend schon daran gedacht, ein gesondertes Referat dafür einzurichten. Das geht zumindest aus einer Fraktionsanfrage der FDP hervor. Nun wird Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft übernehmen und es wird spekuliert, ob die Bundesregierung diese nutzen wird, auch eine europäische Einigung in Sachen Finanztransaktionssteuer zu erzielen. Dabei heißt es, dass die in Frankreich seit 2012 bestehende Finanztransaktionsteuer, die vornehmlich auf die Besteuerung von Transaktionen mit im Inland emittierten Aktien abzielt, als Vorbild dienen könnte.

„Erhebliche zusätzliche Finanzmittel“

Die Corona-Pandemie könnte hier Vorschub leisten. Anscheinend gibt es ein Bündnis aus Gewerkschaften und NGOs, das anlässlich der am 01.07.2020 beginnenden deutschen Ratspräsidentschaft von der Bundesregierung gefordert hat, eine umfassende Finanztransaktionssteuer auf die Tagesordnung zu setzen. Diese soll das Einnahmenproblem zur Bewältigung der Corona-Pandemie lösen und „erhebliche zusätzliche Finanzmittel“ zur Verfügung stellen.

„ad acta legen“

Genau das Gegenteil will dagegen das Deutsche Aktieninstitut. Das Verbandsorgan deutscher Aktiengesellschaften fordert die Bundesregierung auf, von der Einführung der Steuer Abstand zu nehmen. Deutschland müsse die EU-Ratspräsidentschaft nutzen und die Finanztransaktionssteuer endlich auch auf europäischer Ebene ad acta legen.

„Die Finanztransaktionssteuer produziert nur Verlierer. Sie verschlechtert in der Corona-Krise die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen. Millionen von Kleinanlegern, die für ihr Alter vorsorgen wollen, werden belastet“, kritisiert Dr. Christine Bortenlänger, Geschäftsführende Vorständin des Deutschen Aktieninstituts. „Die Finanztransaktionssteuer ist keine Antwort auf die Finanzprobleme der Staaten nach Corona. Sie muss deshalb von der Agenda der deutschen EU-Ratspräsidentschaft gestrichen werden“, fordert Bortenlänger.

Jahrelange Diskussion

Die Diskussion um die Einführung einer Finanztransaktionssteuer dauert bereits mehrere Jahre. Während Frankreich und Italien eine solche Steuer eingeführt haben, ist der deutsche Bundesfinanzminister Olaf Scholz mit seinen Vorschlägen bei anderen EU-Ländern abgeblitzt. Zuletzt wurde über einen Kompromiss verhandelt mit dem Ziel, noch 2020 eine Einigung zu erzielen. (bh)

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DJE: Solidvest will Anleger*innen über Finanz- und Lifestyle-Medien erreichen

Solidvest kooperiert mit Convertorial by Burda und bietet auf verschiedenen Online-Medien zielgruppengerechte Inhalte zur Geldanlage, inklusive Finanztipps für Frauen, an. Nutzer erhalten bei Bedarf weitere Solidvest-Services, etwa zu bedarfsorientiertem Vermögensaufbau.

Solidvest, die Online-Vermögensverwaltung der DJE Kapital AG, arbeitet als erster Partner im Bereich Finanzen mit Convertorial by Burda zusammen. Convertorial verbindet zielgruppenspezifische Online-Inhalte mit den von Nutzern vertrauten Marken des Burda-Portfolios. Mit Solidvest bieten Focus Online, Finanzen100 und InStyle Content zur digitalen Geldanlage an: als zielgruppengerecht aufbereitete Angebote, unter anderem mit Marktkommentaren und Experten-Interviews, etwa per Video und Podcast. So finden sich auf Finanzen100 fachlich fundierte Inhalte, auf Focus Online verbrauchernahe Informationen mit breiter Relevanz – und eine spezielle Ansprache und Aufbereitung von Finanzthemen für Frauen bietet Solidvest über InStyle.

Zudem erhalten Nutzer bei Bedarf Zugang zu weiteren Services von Solidvest, wie der eigenen Online-Vermögensverwaltung mit aktiv gemanagten Depots – passend zum persönlichen Chance-Risiko-Profil, bestehend aus ausgewählten Aktien und Anleihen.

Sebastian Hasenack, Leiter Solidvest, sagt: „Von Nutzern geschätzte und häufig frequentierte Online-Marken wie die der Burda Gruppe ermöglichen uns einen gezielten Austausch mit für uns relevanten Zielgruppen. Diese Kooperation steht auch für direkten Dialog und weitere Aufklärung in immer wichtiger werdenden Finanzfragen, etwa in Krisenzeiten an den Finanzmärkten und zur ergänzenden Altersvorsorge. Wir freuen uns, dass Solidvest-Netzwerk mit einem starken Medienpartner erweitern zu können.“

Die konto- und depotführende Bank ist die Baader Bank. „Als langjähriger Partner von DJE unterstützen wir Solidvest seit Start der innovativen Online-Vermögensverwaltung mit Investments in Aktien und Anleihen“, sagt Oliver Riedel, Vorstandsmitglied bei der Baader Bank. „Wir freuen uns über den bisherigen gemeinsamen Erfolg sowie auf die zukunftsweisende neue Kooperation.“ (bh)

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