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Wirecard-Skandal: BaFin und Anwälte machen ernst

Wirecard ist der Finanzskandal des Jahres. Im Zuge der Betrugsvorwürfe und -ermittlungen hat die TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH eine Schadenersatzklage gegen die BaFin eingereicht. Die Finanzaufsicht hat nun wiederum Wirecard Zwangsgelder angedroht.

Die Tübinger TILP Rechtsanwaltsgesellschaft mbH (TILP) hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor dem allein zuständigen Landgericht (LG) Frankfurt am Main auf Schadenersatz verklagt. Der Klagvorwurf lautet auf jahrelangen Amtsmissbrauch der BaFin im Fall Wirecard. Begründet wird der Amtsmissbrauch damit, dass die BaFin zumindest leichtfertig ihre gesetzlichen Pflichten zur Aufklärung, Verhinderung und Anzeige von Marktmanipulationen und zur richtigen, vollständigen und nicht irreführenden Information der Öffentlichkeit und des Kapitalmarktes verletzt habe.

Grobe Missachtung ihrer Aufgaben und Befugnisse

„Nach unserer festen Überzeugung haftet die BaFin zumindest für alle Erwerbe von Wirecard-Aktien und der Wirecard-Anleihe sowie Derivaten auf die Wirecard-Aktie, die ab dem 18.02.2019 erfolgten, auf Schadenersatz“, erklärt Rechtsanwalt Andreas W. Tilp. „Die BaFin hat sich unseres Erachtens jahrelang unter grober Missachtung ihrer gesetzlichen Aufgaben und Befugnisse eigener Ermittlungen gegenüber der Wirecard AG wegen Marktmanipulation verweigert und einseitig gegen Journalisten und Leerverkäufer agiert, obwohl sie die öffentliche Berichterstattung über massive Unregelmäßigkeiten der Wirecard AG genau kannte.“

Bilanzbetrug hätte längst bekannt sein können

Hätte die BaFin ordnungsgemäß ermittelt, wäre der Bilanzbetrug laut Tilp am Freitag, dem 15.02.2019, längst öffentlich bekannt gewesen. „Stattdessen hat die BaFin an diesem Tag erstmals die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung, DPR, zur Prüfung etwaiger Verstöße der Wirecard AG gegen Bilanzrecht im Halbjahresfinanzbericht 2018 veranlasst“, erläutert Tilp. Das Prüfungsverlangen der BaFin an die DPR setze nach § 342b Absatz 2 Satz 3 Nr. 2 des Handelsgesetzbuches (HGB) voraus, dass der BaFin konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen Rechnungslegungsvorschriften vorliegen.

Leerverkaufsverbot statt Information der Öffentlichkeit

„Obwohl der BaFin also konkrete Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen Rechnungslegungsvorschriften durch die Wirecard AG vorgelegen haben mussten, hat sie die Öffentlichkeit darüber nicht informiert“, betont TILP-Anwalt Maximilian Weiss. Vielmehr hat die BaFin mit Allgemeinverfügung vom 18.02.2019 ein Leerverkaufsverbot in Wirecard-Aktien angeordnet und in deren Sachverhaltsdarstellung die ihr bekannten Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen das Bilanzrecht verschwiegen. Ebenso habe die BaFin der Öffentlichkeit verschwiegen, dass sie schon am 14.02.2019 dem Bundesfinanzministerium mitgeteilt hatte, nicht nur die DPR zu beauftragen, sondern auch, dass sie wegen Marktmanipulationen in alle Richtungen untersucht. „Damit hat die BaFin den Markt öffentlich einseitig, unvollständig und irreführend informiert, was nach unserer festen Überzeugung ebenfalls eine Amtshaftung nach § 839 BGB begründet“, resümiert Weiss.

BaFin droht Zwangsgeld gegen Wirecard an

Ungeachtet der Vorwürfe hat die BaFin am Mittwoch darüber informiert, dass sie am 22.07.2020 gegen die Wirecard AG die Erfüllung der Finanzberichterstattungspflichten nach §§ 114 ff. des Wertpapierhandelsgesetzes (WpHG) angeordnet und Zwangsgelder in Höhe von 330.000 Euro angedroht hat. Der Zahlungsdienstleister hat nach Ansicht der Finanzaufsicht gegen die Pflichten aus § 114 Absatz 1 Sätze 2 und 3 WpHG (fehlende Hinweisbekanntmachung) in Bezug auf die Jahresfinanzinformationen für das Geschäftsjahr 2019 verstoßen. Der Bescheid ist sofort vollziehbar, aber noch nicht bestandskräftig. (mh)

Bild: © laplateresca – stock.adobe.com

 

Stuttgarter schaltet FONDSPiLOT auch für die BasisRente frei

Der FONDSPiLOT ist nun auch für die BasisRente der Stuttgarter erhältlich. Das digitale Beratungstool soll Vermittler bei der Ermittlung eines individuellen Anlegerprofils und eines dazu passenden Portfolios unterstützen.

Die Stuttgarter Lebensversicherung a.G. hat Anfang des Jahres eine digitale Beratungslösung für die Vermittlung ihrer fondsgebundenen Altersvorsorgelösungen im Markt positioniert: den Stuttgarter FONDSPiLOT. Das Robo-Advice-Angebot unterstützt Vermittler bei der bedarfsgerechten Beratung zu reinen Fondspolicen und Hybridprodukten der Stuttgarter. Bisher war der FONDSPiLOT für die FlexRente-Tarife der Stuttgarter nutzbar.

Auch in der BasisRente nutzbar

Seit Anfang Juli können Vermittler und Kunden den FONDSPiLOT zusätzlich auch in der Stuttgarter BasisRente nutzen, um ein steuerlich gefördertes Produkt mit einer attraktiven Anlage zu kombinieren. „Wir haben den FONDSPiLOT für die BasisRente weiterentwickelt, um Vermittlern die Möglichkeit zu geben noch besser auf den Bedarf ihrer Kunden eingehen zu können“, betont Jens Göhner, Leiter Produkt- und Vertriebsmarketing Vorsorge und Investment.

Über den Stuttgarter FONDSPiLOT

Vermittler können das digitale Beratungstool des FONDSPiLOT für die systemgesteuerte Ermittlung eines Anlegerprofils seines Kunden nutzen. Im Zuge dessen erhält der Vermittler einen Vorschlag für ein passendes gemanagtes Portfolio. Zweitens steuert der FONDSPiLOT das gewählte Portfolio automatisch mit dem Algorithmus Stuttgarter Automatischen Management (SAM). Der FONDSPiLOT soll die Beratung erleichtern und zusätzliche Sicherheit verleihen. Das Robo-Advice-Angebot richtet sich einerseits an Vermittler, die bereits fondsgebundene Altersvorsorgeprodukte beraten und ihre Aufwände reduzieren wollen. Andererseits spricht der Versicherer auch Vermittler an, die bisher wenig Berührung mit Fondspolicen haben. (mh)

Bild: © sompong_tom – stock.adobe.com

 

Robo-Advisor Scalable Capital sammelt weitere 50 Mio. Euro ein

Das FinTech Scalable Capital hat eine weitere große Finanzierungsrunde abgeschlossen. Europas größter digitaler Vermögensverwalter sammelte dabei insgesamt 50 Mio. Euro ein. Mit dem Geld will das Münchener Unternehmen das weitere Wachstum finanzieren.

Europas größter digitaler Vermögensverwalter Scalable Capital hat in einer Serie D-Finanzierungsrunde weitere 50 Mio. Euro eingeworben. Mit dem Geld soll das Wachstum in der Vermögensverwaltung und im Brokerage sowie im B2B-Geschäft weiter beschleunigt werden. An der Finanzierungsrunde haben sich ein neuer und alle bestehenden Investoren beteiligt. Dementsprechend haben BlackRock, HV Holtzbrinck Ventures und Tengelmann Ventures wieder investiert.

Insgesamt 116 Mio. Euro eingesammelt

Insgesamt summiert sich das Finanzierungsvolumen seit der Gründung von Scalable Capital auf 116 Mio. Euro. „In Zeiten von Covid-19 ist diese Finanzierungsrunde ein starkes Zeichen. Es zeigt, dass unser fokussiertes, digitales Geschäftsmodell die Investoren überzeugt“, sagt Erik Podzuweit, Mitgründer und Geschäftsführer von Scalable Capital.

Seit 2014 am Markt

Zur Gründung im Jahr 2014 hatte sich Scalable Capital zum Ziel gesetzt, die Vermögensverwaltung zu demokratisieren und die Geldanlage mittels Technologie einfacher und günstiger zu machen. Heute können Kunden ihr Geld über den Robo-Advisor anlegen lassen und mit dem Broker aktiv handeln. Der Broker, der im Juni gestartet ist, bietet laut Scalable Capital erstmals eine echte Trading-Flatrate. Mit ihr können Anleger für 2,99 Euro pro Monat ohne Zusatzkosten unbegrenzt Aktien, Fonds und ETFs handeln oder ETFs besparen. Neben den Services für Privatanleger setzt Scalable Capital auf das B2B-Geschäft. (mh)

Bild: © Mathias Rosenthal – stock.adobe.com

 

Amundi legt weitere Prime ETFs auf

Amundi hat seine ETF-Palette erweitert. Der Vermögensverwalter bietet ab sofort zwei neue Prime ETFs an, die durch äußerst niedrige Kosten überzeugen sollen. Anleger können damit in britische Small- und Mid-Caps sowie in US-Treasuries investieren.

Europas größter Vermögensverwalter Amundi hat mit zwei neuen Fonds die im März 2019 eingeführte Prime-ETF-Palette erweitert. Die Reihe soll das europaweit günstigste Angebot für Standard-Exposures darstellen. Anleger können sich mit Amundi Prime ETFs zu laufenden jährlichen Kosten von nur 0,05% in wichtigen Anlagesegmenten eines diversifizierten Portfolios engagieren. „Letztes Jahr haben wir das sehr kostengünstige und an den Anlegerbedürfnissen ausgerichtete ETF-Angebot lanciert. Die neuen ETFs erlauben es Anlegern, ihre Portfolios mit weiteren wichtigen Exposures zu ergänzen“, kommentiert Fannie Wurtz, Head of Amundi ETF, Indexing & Smart Beta, das neue Angebot.

Britische Small Caps

Neu dabei ist nun der Amundi Prime UK Mid and Small Cap UCITS ETF. Der an der London Stock Exchange gelistete sowie in Deutschland registrierte ETF soll Anlegern einen äußerst günstigen Zugang zu den 150 führenden britischen Small- und Mid-Caps bieten. Er bildet dafür den Solactive United Kingdom Mid and Small Cap ex Investment Trust Index ab.

US-Treasuries

Ebenfalls neu in der Prime-ETF-Palette von Amundi ist der Amundi Prime US Treasury Bond 0–1 Y UCITS ETF. Der auf Xetra gelistete ETF bietet Anlegern einen Zugang zu US-Dollar denominierten US-Treasuries mit einer Laufzeit zwischen einem und zwölf Monaten. Insgesamt umfassen die Amundi Prime ETFs damit nun je sechs Aktien- und Renten-ETFs. Alle Fonds sind physisch replizierend und bilden Indizes von Solactive ab. Zudem sind Unternehmen, die kontroverse Waffen produzieren oder handeln ausgeschlossen. (mh)

Bild: © zimmytws – stock.adobe.com

 

Universal-Investment übernimmt Investmentplattform CAPinside

Die Universal-Investment-Gruppe hat CAPinside übernommen. Die Investmentplattform bietet ein digitales, auf künstlicher Intelligenz basierendes B2B-Angebot für die Vernetzung von Intermediären wie IFAs mit Asset Managern und Fondsinitiatoren.

Die Universal-Investment-Gruppe hat als Mehrheitsgesellschafterin die CAPinside GmbH mit Wirkung zum 17.07.2020 übernommen. CAPinside wurde im Oktober 2018 gegründet und beschäftigt an ihrem Firmensitz in Hamburg etwa 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ist eine unabhängige B2B-Online-Investment-Plattform für den Investmentmarkt mit Fokus auf Fondsvermarktung und Vertriebsanbahnung.

Vernetzung von Intermediären und Asset-Managern

Die Plattform vernetzt Intermediäre, insbesondere IFAs, mit Asset-Managern und Fondsinitiatoren und bringt sie auf Basis von Algorithmen, die mittels künstlicher Intelligenz erzeugt werden, über Inhalte und Investmentanalysen sowie datenbasiertes individuelles Matching zusammen. Mit etwa 90.000 Nutzern pro Monat und knapp 20.000 Mitgliedern ist CAPinside nach eigenen Aussagen die am schnellsten wachsende professionelle Online-Investment-Plattform im deutschsprachigen Raum und Marktführer in Deutschland. Aktuell erweitert das FinTech sein Spektrum um zukunftsorientierte Investmentmanager, die blockchain-basierte Anlagen anbieten.

Meilenstein auf dem Weg zur „One-Stop-Vertriebsplattform“

Universal-Investment und CAPinside eine die Plattform-Idee, Anlegern und Fondsmanagern einen bedarfsgerechten und unkomplizierten Zugang zueinander zu ermöglichen. Sowohl die Fondsinitiatoren und Asset-Manager, die mit Universal-Investment zusammenarbeiten, als auch die Kunden und Mitglieder von CAPinside sollen von den durch die Übernahme entstehenden Möglichkeiten profitieren. Im Sinne der Plattform-Ökonomie gelte schließlich: Je breiter und vielfältiger das Angebot der Fondsinitiatoren auf der Plattform ist, desto attraktiver wird diese für IFAs und Anleger als Nutzer. Universal-Investment sieht in der Übernahme einen wichtigen digitalen Baustein, um Fondsinitiatoren über alle Asset-Klassen hinweg mit dem breitesten Vertriebsangebot zu unterstützen. Am Ende soll eine umfassende „One-Stop-Vertriebsplattform“ – analog und technologisch – für alle Zielgruppen und unter Nutzung aller Kanäle entstehen. (mh)

Bild: © Metamorworks – stock.adobe.com

 

Das sind die ETF-Trends professioneller Investoren

TrackInsight zeigt in einer aktuellen ETF-Studie auf welche Themen professionelle Fondsselektoren bei der ETF-Auswahl besonders Wert legen. Liquidität ist demnach ein Kernthema beim Einsatz von ETFs. Zudem befinden sich Anleihen und Nachhaltigkeit auf der Überholspur.

TrackInsight hat die Umfrageergebnisse der TrackInsight Global ETF Survey 2020 veröffentlicht – in Kooperation mit IHS Markit und iShares by BlackRock. Für die erste Ausgabe des künftig jährlich erscheinenden Berichts wurden mehr als 300 professionelle Investoren aus 17 Ländern befragt. Da die Befragung der Investoren in der ersten Maihälfte 2020 und damit wenige Wochen nach Beginn der unvorhersehbaren Marktturbulenzen infolge der Corona-Krise durchgeführt wurde, sind die diesjährigen Ergebnisse laut TrackInsight eine besonders interessante Momentaufnahme.

Vom Suchen und Finden der Volatilität

Für die professionellen Investoren spielt bei der Auswahl der ETFs die Liquidität des Fonds eine entscheidende Rolle. Mehr als 80% erachten die Liquidität als „sehr wichtig“ oder „wichtig“ bei der ETF-Auswahl. Nur 7% denken, dass eine Konzentration der Vermögenswerte in ETFs global ein systematisches Liquiditätsrisiko darstellt. 55% sind hingegen der Ansicht, dass ETFs in Zeiten volatiler Märkte zusätzliche Liquidität bieten.

Anleihen und Nachhaltigkeit auf der Überholspor

Deutlich an Bedeutung gewinnen ETFs auf Anleihen. Obwohl sie immer noch nur 18% des verwalteten Vermögens ausmachen, standen sie 2019 für 43% der Neuzuflüsse. Auch hier speilt die Liquidität eine Rolle. 62% der Investoren sind der Ansicht, dass Anleihen-ETFs in schwierigen Zeiten leichter zu handeln sind als Basisanleihen. Auch Nachhaltigkeit ist ein großer Trend bei professionellen Investoren. 73% der Befragten setzen auf ESG ETFs ein. Auch Smart-Beta- oder Faktor-ETFs spielen mit einer Nutzungsrate von 70% eine wichtige Rolle. Thematische ETFs haben sogar 81% der Investoren im Portfolio. (mh)

Bild: © Funtap – stock.adobe.com

 

Nach Corona-Crash: Fondsnachfrage legt massiv zu

Investmentfonds haben sich von der Corona-Krise überraschend schnell erholt – zumindest in Bezug auf die Nachfrage. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der European Bank for Financial Services (ebase). Vor allem Aktien- und Mischfonds waren im zweiten Quartal 2020 gefragt.

Im Zuge der deutlichen Erholung an den Märkten ab Ende März hat auch die Fondsnachfrage der ebase-Kunden neue Höchststände erreicht. Auch das Handelsvolumen war im zweiten Quartal weiterhin überdurchschnittlich hoch, wenngleich es sowohl bei aktiven Fonds als auch bei ETFs deutlich hinter den historischen Höchstständen vom März 2020 zurückgeblieben ist.

Gutes Timing

„Zahlreiche Anleger haben in Folge der Corona-bedingten Kursrückgänge im ersten Quartal gutes Timing bewiesen und bereits zum Anfang des zweiten Quartals wieder investiert. So konnten sie von den günstigen Einstiegskursen profitieren und an der zwischenzeitlichen Rally an den Märkten partizipieren“, meint Kai Friedrich, Sprecher der ebase-Geschäftsführung. Wie zuvor bei den massiven Kursrückgängen im Februar und März hätten ebase-Kunden auch im Zuge der Erholung an den Märkten im zweiten Quartal bemerkenswert besonnen reagiert. Vielfach wurden die stark gesunkenen Kurse für einen Einstieg in den Markt genutzt“, so Friedrich weiter.

Aktien- und Mischfonds gefragt

Vor allem Aktien- und Mischfonds waren bei den ebase-Kunden gefragt. So lag der Fundflow-Faktor, der das Verhältnis zwischen Nettomittelzuflüssen und -abflüssen zeigt, bei den Aktienfonds im zweiten Quartal bei 1,72. Dabei standen insbesondere Aktienfonds mit einem globalen Anlageschwerpunkt sowie Fonds mit Fokus auf die USA im Fokus. Bei Mischfonds übertrafen die Käufe die Verkäufe mit einem Fundflow-Faktor von 1,85 sogar noch deutlicher. (mh)

Bild: © putilov_denis – stock.adobe.com

 

Amundi baut Angebot an Klima-ETFs aus

Der Vermögensverwalter Amundi hat ein neues ETF-Trio vorgestellt. Die Fonds sollen Anlegern ein kosten- und klimaeffizientes Aktienengagement ermöglichen und bilden die sogenannten „Paris-abgestimmten EU-Benchmarks“ ab.

Amundi hat sein Angebot nachhaltiger Investments mit der Lancierung drei neuer ETFs weiter ausgebaut, die die Paris-abgestimmten EU-Benchmarks (EU Paris-Aligned Benchmarks – PAB) abbilden. Die Benchmarks sollen helfen, das Ziel des Pariser Klimaabkommens einer Begrenzung der globalen Erwärmung auf 2°C gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu erreichen.

Reaktion auf die Klimakrise

Die „Paris Aligned Benchmark“-ETFs richten sich an Investoren, die auf die Klimakrise reagieren wollen. Diese Produkte umfassen eine 50%-ige Reduzierung der Kohlenstoffintensität sowie zusätzliche Ausschlüsse unerwünschter Aktivitäten. Sie ergänzen das bestehende Angebot von Amundi Klimawandel-ETFs, die auf die Kriterien des EU-Klimawandel-Benchmark-Labels (Climate Transaction Benchmark – CTB) ausgerichtet sind. Diese wenden sich an Investoren, die den Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft unter Beibehaltung einer marktbreiten Positionierung anstreben.

Ab jährlichen Gesamtkosten von 0,18%

Das Amundi ESG-ETF-Trio wurden entwickelt, um Anlegern nachhaltige Investments bedarfsgerecht zugänglich zu machen – je nach deren Anforderungen an den Grad der ESG-Integration und akzeptierte Abweichungen zu traditionellen Benchmarks. Sie werden zu laufenden Kosten ab 0,18% p.a. angeboten. (mh)

Bild: © Aliaksandr Marko – stock.adobe.com

 

Altersvorsorge auf dem Smartphone per ETF

Das FinTech Vantik versteht sich als erste mobile Altersvorsorge Europas. Abgeschlossen wird per Smartphone, gespart wird einmalig und/oder monatlich in beliebiger Höhe mit ETFs, nachhaltiges Investieren steht im Fokus. Nachgefragt bei Til Klein, Gründer und CEO der Vantik GmbH und Mitglied des „PEPP“-Expertenrats.

Herr Klein, Vantik (www.vantik.de) will die Altersvorsorge auf das Smartphone bringen. Wie darf man sich das vorstellen?

Millennials, also Menschen von Mitte zwanzig bis Ende dreißig, organisieren ihr Leben quasi komplett mit dem Smartphone. Dank Vantik wird das Smartphone nun zum Cockpit, mit dem junge Menschen ihre finanzielle Zukunft planen und managen können. Damit befriedigen wir zwei Bedürfnisse: Erstens, wir befähigen sie, ihre Altersvorsorge selbst in den Hand zu nehmen. Sie brauchen dann keinen Versicherungsverkäufer oder -verkäuferin mehr. Zweitens, wir geben unseren Kunden volle Transparenz und Kontrolle. Mit unserer Vantik-App können sie jederzeit ihren Status checken und müssen nicht auf die Jahresmitteilung warten. Dazu kommt, dass unsere Kunden und Kundinnen ihre Altersvorsorge flexibel nach ihren aktuellen Lebensumständen anpassen können und sich nicht heute für die nächste zwanzig Jahre festlegen müssen.

Um welche Art Altersvorsorge handelt es sich?

Bei Vantik handelt es sich um eine ganz neue Art der Altersvorsorge. Die bisher beliebteste Altersvorsorge der Deutschen, die Lebensversicherung, hat angesichts von Niedrigzinsen und einer veränderten Arbeitswelt – in der Lebensläufe nicht mehr linear verlaufen – ausgedient.

Bei der Altersvorsorge sind vor allem eine vernünftige Rendite und geringe Kosten entscheidend. Um eine attraktive Rendite zu erzielen, investieren wir das Geld in kostengünstige ETFs. Statt teurer Garantien nutzen wir genauso wirksame, aber deutlich kostengünstigere Mechanismen zur Risikoreduktion. Außerdem nutzen wir digitale Technologie, um unternehmensseitig die Vertriebs- und Verwaltungskosten so gering wie möglich zu halten.

Wie wird gespart? Welche Möglichkeiten gibt es? Was ist mit der Beratung?

Vantik bietet eine einfach verständliche Wertpapieranlage auch für Menschen, die keine Finanzexperten sind. Das Geld wird über verschiedene Assetklassen und Regionen breit gestreut in kostengünstige ETFs angelegt. Dabei berücksichtigen wir Nachhaltigkeitskriterien, d. h. das Geld wird nicht in Klimasünder, Rüstungskonzerne oder Atomkraft investiert. Laut einer repräsentativen Umfrage ist für 48% der Deutschen auch bei der Altersvorsorge die Berücksichtigung von ökologischen, ethischen und sozialen Kriterien wichtig (Hier geht es zur entsprechenden Vantik-Studie). Das verstehen wir als Auftrag.

Derzeit vermitteln wir nur, aber für die Zukunft ist eine digitale Beratung geplant, die ohne klassische Versicherungsverkäufer und -verkäuferinnen auskommt. Ich bin überzeugt: Wir werden durch die Digitalisierung eine Emanzipation der Versicherungskunden erleben.

Wie gliedert sich ein solches Angebot in die gesamte Vorsorgestrategie eines Kunden ein?

Heute braucht es eine Altersvorsorge, die sich ans Leben anpasst und nicht umgekehrt. Bei Vantik kann die Altersvorsorge jederzeit an die Lebensumständen angepasst werden, zum Beispiel indem die Sparrate erhöht oder gesenkt, mal pausiert oder sich bei Bedarf Geld ausgezahlt wird.

Altersvorsorge ist nur durch den Aufbau von Gewohnheiten zu erreichen. So helfen wir Kunden, nachhaltige Spargewohnheiten aufzubauen. Was Freeletics für Sport oder Babbel für das Erlernen von Sprachen ist, ist Vantik für Altersvorsorge.

Wir wollen jungen Menschen helfen, mit dem Vorsorgen anzufangen und dabei zu bleiben. Wir wollen das erste, aber nicht das einzige Altersvorsorgeprodukt sein. Bei den Meisten setzt sich die Altersvorsorge aus verschiedenen Bausteinen zusammen. Unsere Ziel ist es, langfristig die Plattform bzw. das Cockpit zu sein, über die alle Altersvorsorgeprodukte verwaltet werden können.

Wie ist die langfristige Strategie für Vantik?

Unser Ziel ist, die modernste Altersvorsorge Europas anzubieten. Ende nächsten Jahres kommt mit der sogenannten „Europarente”, dem Pan-European Personal Pension Product (PEPP), endlich der europäische Binnenmarkt für private Altersvorsorge. Damit hat die EU die Grundlage für eine zeitgemäße Altersvorsorge geschaffen. Das ist übrigens auch für den deutschen Markt ein riesige Chance, endlich die Grundlage für eine moderne private Altersvorsorge zu schaffen. Und für uns ist es die Chance, Vantik europaweit anzubieten. Damit eröffnet sich ein Markt mit über 100 Millionen Menschen in der relevanten Altersgruppe.

Vantik ist als Finanzanlagenvermittler registriert. Was bedeuten die neuen Richtlinien und die geplante BaFin-Aufsicht für Ihr Unternehmen?

Für uns spielt das keine Rolle, da wir mittelfristig eine Lizenz nach §32 KWG anstreben. Aber wir begrüßen grundsätzlich eine Regulierung auch der Finanzanlagevermittler durch die BaFin, da dies mehr fachliche Kompetenz auf Seiten der Aufsicht bedeutet. Denn wichtiger als die Frage, wer die Regelungen überwacht, ist die Frage nach deren Inhalt. Leider verfehlt die Regulierung oftmals ihr Ziel: Statt die Verbraucher zu schützen, werden die Banken und Versicherungen vor den Verbrauchern geschützt. Hier brauchen wir einen Paradigmenwechsel in der Regulierung: Weniger juristenorientiert, mehr kundenorientiert.

Und wer steckt hinter dem Start-up Vantik?

Hinter Vantik als Produkt stehen vor allem unsere existierenden und potenziellen Kunden und Kundinnen – und natürlich das Produktteam. Wir binden unsere Kunden eng in die Produktentwicklung ein. Dazu führen wir regelmäßig Gespräche, um die Bedürfnisse und Probleme unsere Kund*innen besser zu verstehen und unser Produkt kontinuierlich zu verbessern.

Hinter Vantik als Unternehmen steht eine erfahrenes Management- und Investoren-Team. Ich selbst bringe über 20 Jahre Erfahrung in der Finanzbranche mit, u. a. bei der Dresdner Bank, als Leiter der Vertriebsentwicklung für Privat- und Geschäftskunden bei der Schweizer UBS sowie als Leiter des Retail- und Private-Banking-Segments bei der Unternehmensberatung BCG. Neben den VC-Fonds Atlantic Labs und Seedcamp sind zudem bekannte Gesichter der Branche – wie zum Beispiel Onvista-Gründer Stephan Schubert, N26-Gründer Max Tayenthal oder FinTech-Vordenker André Bajorat – bei Vantik investiert.

Bild: © Vantik

 

Dr. Gerd Kommer startet eigenen Robo Advisor

Der Honorarberater und Bestsellerautor Dr. Gerd Kommer hat mit dem „Gerd Kommer Capital“ einen eigenen Robo Advisor gestartet. Bei der digitalen Vermögensverwaltung setzt der Experte auf die Dienste von Scalable Capital.

Scalable Capital und der Vermögensverwalter Dr. Gerd Kommer haben eine B2B-Partnerschaft geschlossen. Für die neue digitale Vermögensverwaltung mit dem Namen „Gerd Kommer Capital“ (GKC) wird Scalable Capital im Rahmen einer Whitelabel-Lösung die Vermögensverwaltungsplattform liefern. Als depotführende Bank fungiert die Baader Bank.

Beratung und Vermarktung bei Dr. Gerd Kommer

Dr. Gerd Kommer und sein Team beraten bei der Erstellung der Portfolios sowie der Auswahl der ETFs und sind für die Vermarktung zuständig. Der Honorarberater ist als Bestsellerautor von Ratgeberbüchern zu ETFs und anderen Finanzthemen bekannt. Der Robo Advisor wird ab Oktober für Kunden in Deutschland verfügbar sein.

Deutlich reduzierte Mindestanlage

„Mit dem neuen Robo Advisor reduzieren wir die Mindestanlagesumme für unser Weltportfolio-Konzept von 1 Mio. Euro auf 10.000 Euro“, erläutert Dr. Gerd Kommer einen der Gründe für den Start des neuen Produkts der Gerd Kommer Invest GmbH. „Die schlanke technologische Infrastruktur von Scalable Capital eröffnet unseren bewährten Investmentansatz also einem ganz neuen Kundenkreis.“

Reihe der Kooperationen fortgesetzt

Scalable Capital setzt derweil mit der Partnerschaft seine Reihe an Kooperationen mit renommierten Partnern fort. Neben Gerd Kommer Capital nutzen unter anderem auch die Raiffeisen Bankengruppe Österreich, die Targobank und die Openbank die technische Plattform von Scalable Capital. Hinzu kommen Partnerschaften mit ING Deutschland oder Siemens Private Finance. (mh)

Bild: © wsf-f – stock.adobe.com