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Nordea legt globalen Social Bond-Fonds auf

Nordea Asset Management erweitert die eigene Palette an ESG-Investmentlösungen mit einem Impact-Fonds. Der Artikel-9-Fonds investiert in Sozialanleihen und Schuldtitel von Unternehmen, die einen Beitrag zur Erreichung sozialer und ökologischer Ziele leisten.

<p>Nordea Asset Management (NAM) hat einen neuen ESG-Fonds mit Fokus auf soziale Herausforderungen aufgelegt. Der Nordea 1 – Global Social Bond Fund ist gemäß Artikel 9 der SFDR als Impact Fonds eingestuft. Er investiert in Sozialanleihen und Schuldtitel von Unternehmen, die einen Beitrag zur Erreichung sozialer und ökologischer Ziele leisten, um eine positive Wirkung zu erzielen und nachhaltigen Wert für die Stakeholder zu generieren. Der Fonds wird von Thede Rüst und Anton Nykvist verwaltet, die auch den Nordea 1 – Global Green Bond Fund verantworten.</p><h5>Regierungsnahe und supranationale Einrichtungen im Fokus</h5><p>Der neue Fonds ist die fünfte ESG-Lösung mit Fokus auf soziale Herausforderungen aus dem Hause Nordea und investiert sein Vermögen insbesondere in Schuldtitel, die von regierungsnahen und supranationalen Einrichtungen begeben werden, aber auch in Schuldtitel von Finanzinstituten und Unternehmen. Nordea bezeichnet den Fonds als attraktive Alternative für alle, die die soziale Wirkung ihrer Kernbestände an festverzinslichen Wertpapieren erhöhen möchten. (bh)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © doidam10 – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/E14EADB0-17E3-4470-A179-18FBA07384E8"></div>

 

PROJECT Immobilien schreibt hohe Umsatzverluste für 2022

Der deutsche Immobilienmarkt ist schwer gebeutelt. Die Inflation, die Anstiege für Bauzinsen und Baupreise, Lieferverzögerungen und die mangelnde Nachfrage hinterlassen allesamt ihre Spuren. Die Umsätze von PROJECT Immobilien gingen 2022 um mehrere 100 Mio. Euro zurück.

Der seit rund elf Monaten andauernde Krieg in der Ukraine hat erhebliche Auswirkungen auf die Weltwirtschaft, die auch die deutsche Immobilienbranche betreffen, wie es vom Asset-Manager PROJECT Immobilien heißt. Inflation, Bauzins- und Baupreisanstiege, Lieferverzögerungen und der Nachfragerückgang beim Wohnungskauf tragen alle zur schwierigen Lage am deutschen Immobilienmarkt bei.

Auch PROJECT Immobilien konnte 2022 im Vergleich zum Vorjahr gehörig geringere Umsätze verbuchen. Mit seiner „langjährigen Eigenkapitalstrategie“ versucht das Unternehmen, sich in dem herausfordernden Branchenklima zu behaupten.

2022 über 250 Mio. Euro weniger Umsatz

Mit rund 4% seien die Bauzinsen, so PROJECT Immobilien, so hoch wie zuletzt im Jahr 2011 und erschweren vielen Menschen den Erwerb eines Eigenheims. Die Kaufzurückhaltung spiegelt sich in den Verkaufszahlen wider. So konnte der Immobilienentwickler 2022 mit 239 Wohnungen rund 27% der im Vorjahr verkauften Wohneinheiten veräußern. 2021 waren es 880 Wohnungen. Der mit Wohnungsverkäufen im Jahr 2022 erzielte Umsatz belief sich auf 115,1 Mio. Euro. Weitere 49,5 Mio. Euro kamen über den gewerblichen Globalverkauf hinzu – insgesamt landete PROJECT Immobilien also bei 164,6 Mio. Euro, oder rund 38% des Vorjahresumsatzvolumens von 436,4 Mio. Euro.

Die gestiegenen Bauzinsen und die damit einhergehende Unsicherheit, ob die Finanzierung gelingt, ist laut Michael Weniger, Vorstandsvorsitzender der PROJECT Real Estate AG, nur ein Grund für die Kaufzurückhaltung der Wohnungsinteressenten: „Zudem agieren Kaufinteressenten angesichts der vagen wirtschaftlichen Aussichten vorsichtig in Bezug auf die Bindung ihres Kapitals. Dazu kommen Bedenken, ob Bauträger mit Fremdfinanzierung die Immobilie wirklich zu Ende bauen.“

Auch Investoren zurückhaltend

Im AIF-Bereich (Alternate Investment Fonds) geben sich auch die Investoren aktuell eher abwartend, meldet PROJECT. Die Immobilienentwicklungsfonds PROJECT Metropolen 20, 21 und 22, die schwerpunktmäßig in den Wohnungsneubau in deutschen Metropolregionen investieren, erreichten im Geschäftsjahr 2022 zusammen ein Eigenkapitalvolumen von 46,11 Mio. Euro ohne Berücksichtigung des Ausgabeaufschlags (2021: 86,27 Mio. Euro). Der Fonds Metropolen 20 akquirierte 2022 ein Eigenkapital von 31,37 Mio. Euro und wurde zum 30.06.2022 geschlossen. Die Fonds Metropolen 21 und 22 akquirierten Eigenkapital von 5,30 Mio. bzw. 9,44 Mio. Euro und hatten zum Jahresende ein Eigenkapitalvolumen von 8,42 Mio. bzw. 9,44 Mio. Euro.

Dass bei den vorherrschenden unklaren wirtschaftlichen Aussichten eine längerfristige Kapitalbindung, die für die Immobilien-AIF von PROJECT notwendig ist, hinterfragt und „im Zweifel aufgeschoben“ wird, sei aus Kapitalanlegersicht jedoch verständlich, sagt Alexander Schichting, Vorstandsvorsitzender der PROJECT Beteiligungen AG. Denn aktuell könne niemand seriös vorhersagen, wie lange der Krieg in der Ukraine noch andauert und welche Auswirkungen dies auf die Finanz- und Immobilienmärkte haben wird. (mki)

Bild: © adragan – stock.adobe.com

 

So will Flossbach von Storch das Jahr 2023 angehen

Was ändert sich 2023 im Investment? Welche Herausforderungen warten auf Asset-Manager und Anleger? Und was kommt auf den Vertrieb zu? AssCompact hat nachgefragt – heute bei Bert Flossbach, Gründer und Vorstand der Flossbach von Storch AG.

Herr Flossbach, welche Herausforderungen sehen Sie für sich als Asset-Manager für 2023?

Unsere Aufgabenstellung ist grundsätzlich losgelöst von Kalenderjahren: Wir wollen einen guten Job machen, langfristig auskömmliche Renditen für unsere Anlegerinnen und Anleger erwirtschaften. Deren Erwartungen an uns zu erfüllen, sie besser noch zu übertreffen – auch wenn das Umfeld derzeit rau ist.

Worauf müssen sich Anleger einstellen?

Die verschiedenen Krisen und Risikofaktoren werden höchstwahrscheinlich nicht über Nacht verschwinden. Insofern braucht es weiterhin eine ordentliche Portion Schwankungstoleranz – und Durchhaltevermögen.

Was kommt auf die Vermittler bzw. den Vertrieb zu?

Der Informationsbedarf ist groß. Deshalb geht es vor allem darum, zu erklären – das Weltbild, die Anlagestrategie. Dafür zu werben, langfristig zu denken und geduldig zu sein. Die Anleger daran zu erinnern, dass Kursschwankungen vorübergehend sind und ein hochwertiges Portfolio der beste Schutz ist, langfristig die Kaufkraft eines Vermögens zu erhalten. Und nicht zuletzt sie davor zu bewahren, in unruhigen Marktphasen die Anlagestrategie und damit die eigenen Überzeugungen über Bord zu werfen.

Bild: © Flossbach von Storch AG

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EZB und Börse 2023: Auf der Suche nach Orientierung

Nach dem geldpolitischen Kurswechsel der Zinspolitik ist die EZB gut beraten, diesen restriktiven Kurs vorerst beizubehalten, meint Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup mit Blick auf 2023. Denn: „Inflation herrscht, wenn die Menschen glauben, dass Inflation herrscht.“ Und wie steht es an der Börse?

Ein Artikel von Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, Präsident des Handelsblatt Research Institute

Die zurückliegende Dekade war durch außergewöhnliche Ereignisse geprägt. So gab es einen nahezu zehn Jahre anhaltenden konjunkturellen Aufschwung. Gleichzeitig hat die EZB mit einer bislang einmaligen Niedrigzinspolitik versucht, eine Deflation zu bekämpfen, für die es nie handfeste Indizien gab. Trotz der ultraleichten Geldpolitik lag die Inflationsrate im Euroraum durchweg in der Nähe des 2%-Ziels der EZB. Der als Folge von markanten Lieferengpässen im Frühjahr 2021 einsetzende Anstieg der Verbraucherpreise gewann durch den Angriff Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 massiv an Dynamik und erzwang den überfälligen Kurswechsel der EZB. So notwendig dieser Kurswechsel war, so wenig ist er geeignet, dem Anstieg der Verbraucherpreise in den Euroländern nachhaltig zu begegnen.

Der Grund: Anders als das Anziehen der Inflation in den USA waren die starken Preiserhöhungen im Euroraum weniger das Resultat einer markanten Nachfragesteigerung, sondern die Folge gestörter Lieferketten und explodierender Energiepreise. Aber: Nur weil die EZB die Zinsen anhebt, wird angesichts einer durchweg preisunelastischen Nachfrage kaum weniger Öl und Gas nachgefragt oder mehr angeboten. Dennoch ist die EZB gut beraten, ihren restriktiven Kurs vorerst beizubehalten. Anderenfalls würde sie ihre Reputation verlieren, zumal es zu den Zielen der Geldpolitik gehört, Zweitrundeneffekte zu verhindern. Denn unverändert gilt die alte Erkenntnis, dass Inflation dann herrscht, wenn die Menschen glauben, dass Inflation herrscht.

Folgen für die Volkswirtschaft

Dieser geldpolitische Kurswechsel im Zusammenwirken mit den geopolitischen Verwerfungen der jüngsten Vergangenheit dürfte 2023 dazu führen, dass die deutsche Volkswirtschaft im ersten Halbjahr eher leicht schrumpft als nur stagniert.

Durch die Zinssteigerungen wird die Finanzierung dringend benötigter Investitionen wie in den Klimaschutz oder die Infrastruktur erschwert.

Auch wenn die Steigerungen der Verbraucherpreise perspektivisch geringer ausfallen werden, dürfte es der EZB nicht gelingen, die Inflationsrate in absehbarer Zeit wieder in die Nähe ihres Ziels von 2% zu drücken. Daher wird die Geldpolitik nur wenig Spielraum haben, um die Wirtschaft zu stimulieren.

Blick auf das Börsenjahr

Ähnliches gilt für die Aktienmärkte, die lange Zeit durch die Niedrigzinspolitik der Zentralbanken stimuliert wurden. Im Rückblick dürfte 2022 für Anleger einfacher gewesen sein, als es 2023 werden wird. 2022 wussten die Marktteilnehmer, dass es zu einer Phase von Leitzinsanhebungen kommen wird. Ein Bärenmarkt war daher mehr oder weniger erwartet worden. 2023 wird es darum gehen, neue Orientierung zu finden.

Rohstoffe sind insbesondere bei höheren Zinsen und nachlassender Preissteigerungsdynamik weniger gefragt. Gleiches gilt für Investments in Immobilien oder Anlagen in Schwellenländern, die stark in US-Dollar verschuldet sind und aufgrund erheblich höherer US-Dollar-Zinsen mittelfristig in Schwierigkeiten geraten könnten.

Am Aktienmarkt kann mit einer Sektorrotation gerechnet werden, also eine sich temporär abwechselnde Bevorzugung von Aktien bestimmter Branchen. Gewinnrevisionen der Unternehmen werden noch einige Zeit die Regel sein. Damit lassen sich die Erfahrungen der zurückliegenden Dekade, die durch Kursgewinne gekennzeichnet war, nicht in die Zukunft fortschreiben. Diese Richtungsfindung ohne klaren Trend könnte bei vielen Anlegern das Börseninteresse ein Stück weit untergraben. Aber genau diese Tatsache dürfte die Ausbildung eines tragbaren Bodens befördern und anschließend wieder zu steigenden Kursen führen.

Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 01/2023, S. 76, und in unserem ePaper.

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Bild: © Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, Handelsblatt Research Institute

 
Ein Artikel von
Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup

Was steht 2023 bei Fidelity International auf dem Programm?

Was ändert sich 2023 im Investment? Welche Herausforderungen warten auf Asset-Manager und Anleger? Und was kommt auf den Vertrieb zu? AssCompact hat nachgefragt – heute bei Bettina Bosch und Ulrich Sponer, Wholesale-Vertriebschefs bei Fidelity International.

Frau Bosch, Herr Sponer, welche Herausforderungen sehen Sie für sich als Asset-Manager für 2023?

2023 wird weiterhin geprägt sein von einem schwierigen Makroumfeld. Als Asset-Manager müssen wir uns an dieses Umfeld anpassen und mit dem passenden Produkt- und Serviceangebot bereitstehen. Die Nachfrage nach Beratung, Einordnung der Märkte und dem Finden passender Produktlösungen wird im Fokus stehen. Außerdem darf das regulatorische Umfeld nicht vergessen werden. Die Klimakrise schreitet weiter voran, die Finanz-Regulatorik reagiert darauf und wir müssen unseren Kunden weiter Orientierung in einem nicht immer übersichtlichen Umfeld geben.

Worauf müssen sich Anleger einstellen?

Das Marktumfeld wird herausfordernd bleiben. Anleger sollten sich deswegen noch mehr als sonst die Frage stellen, ob ihr Portfolio, das vielleicht in den letzten Jahren gute Erträge geliefert hat, für die neue Phase noch richtig aufgestellt ist. Um nur ein Beispiel zu nennen: 2022 war bisher das schlechteste Jahr für Renteninvestoren seit mehreren Jahrzehnten und diese Asset-Klasse wurde verständlicherweise links liegen gelassen. Das könnte sich jetzt ändern. Auf dem aktuellen Renditeniveau könnten sich, vor allem bei Staats- und Investment Grade Unternehmensanleihen, wieder attraktive Chancen ergeben.

Was kommt auf die Vermittler bzw. den Vertrieb zu?

Was in der Pandemie seinen Anfang nahm, wird 2023 fortgeführt. Das heißt, digitale Angebote wie Web-Seminare, Expertengespräche und die individuelle Kundenberatung werden relevant bleiben. Die Nachfrage nach hybriden Events oder, ganz klassisch, dem persönlichen Austausch werden aber genauso wichtig bleiben. Als Anbieter wird man sein Serviceangebot noch individueller an den Kunden anpassen müssen.

Bild: © Fidelity International

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Gold- und Silber-Investorenindizes verzeichnen Rekordtiefs

BullionVault, der Online-Anbieter für Edelmetallanlagen, meldet für Dezember 2022 einen starken Rückgang der Gold- und Silber-Investorenindizes. Gerade Silber befand sich im vergangenen Monat in einem Rekordtief.

<p>Bemerkenswerte Entwicklungen gibt es derzeit auf dem Markt der Edelmettallanlagen. Nach einem Preisanstieg verzeichnete insbesondere der Silber-Investorenindex in Deutschland im Dezember 2022 mit 49,7 einen starken Rückgang. Erst zum zweiten Mal seit 2012 liege der Wert hier unter 50,0. Der Online-Edelmetall-Händler BullionVault spricht dementsprechend von einem Rekordtief.</p><p>Aber auch der Gold-Investorindex ging stark zurück. Im Dezember kauften Privatanleger keine physischen Goldbarren mehr, der Index lag bei 55,8 – ein 3,5-Jahres-Tief. Laut BullionVault seien die hohen Goldpreise 2022 dafür verantwortlich.</p><h5>Gold- und Silberpreise steigen deutlich</h5><p>Der Euro-Goldpreis erreichte nach Angaben von BullionVault im letzten Jahr mit 1.709 Euro pro Feinunze einen neuen Rekordwert und stieg damit um 12,4% gegenüber dem Jahresdurchschnitt von 2021. Berichten von „tagesschau.de“ zufolge geht der Aufwärtstrend weiter: Am 09.01.2023 wurde die Feinunze für je 1.880 US-Dollar gehandelt. Experten sagen, dies sei im Rückgang des Dollars begründet. Dieser mache die in der US-Währung gehandelten Rohstoffe günstiger. Auch sei die Goldnachfrage aufgrund der gefallenen Renditen an den Anleihemärkten zum Jahresanfang wieder gestiegen.</p><p>Auch beim Silber geht es nach dem Zweijahrestief von Ende August 2022 wieder steil nach oben. Dort ist der Preis inzwischen um 30,1% gestiegen, meldet BullionVault. In der ersten Woche von 2023 habe er bereits die Marke von 23 Euro pro Unze überschritten, den höchsten Stand seit April letzten Jahres.</p><h5>2022 das „Händlerjahr für Silber“</h5><p>Laut Einschätzung von Adrian Ash, Director of Research bei BullionVault, war 2022 das Händlerjahr für Silber: „Es setzte die Handelsspanne des Edelmetalls seit Beginn der Covid-Krise 2020 fort und weitete sie noch aus. Das bot aktiven Anlegern die Chance, Gewinne mitzunehmen, billiger zurückzukaufen – und dann wieder Gewinne mitzunehmen, als sich Silber bis Weihnachten stark erholte.“</p><p>Die Inflation sei Prognostikern zufolge im kommenden Jahr das „heiße Eisen“. Das Wachstum gerate angesichts eines anhaltenden Krieges in der Ukraine und sich verschärfender Spannungen zwischen den USA und China ins Stocken. Bisher sähen allerdings nur Derivate Zuflüsse – physische Goldkäufer und börsengehandelte Bestände halten sich zu Beginn des neuen Jahres noch etwas zurück.</p><p>Beim Silber gab es 2022 eine „rekordverdächtige Nachfrage“ seitens der Verbraucher und der Industrie, sagt Ash. Dieser Rekord dürfte 2023 weiter ausgebaut werden, insbesondere dank grüner Energietechnologien. Noch liege der Silberpreis für Euro-Investoren allerdings mehr als ein Drittel unter seinem historischen Höchststand. „Jeder Rückgang des Goldpreises wird wahrscheinlich auch von Anlegern unterstützt werden, die nach dem schlechtesten Jahr seit Menschengedenken für Aktien- und Anleiheportfolios eine Risikostreuung anstreben.“ (mki)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © ravital – stock.adobe.com</i></p><p>Lesen Sie auch: <a href="https://www.asscompact.de/nachrichten/mischfonds-gegen-gef%C3%BChlschao…; target="_blank" >Mischfonds gegen Gefühlschaos im Auf und Ab der Börse</a></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/E47774E4-8A56-4BB0-AF8A-ACA1A18746B0"></div>

 

Womit rechnet DJE im Jahr 2023?

Was ändert sich 2023 im Investment? Welche Herausforderungen warten auf Asset-Manager und Anleger? Und was kommt auf den Vertrieb zu? AssCompact hat nachgefragt – heute bei Andrea Huber, Leiterin Wholesale and Retail Clients bei DJE.

Frau Huber, welche Herausforderungen sehen Sie für sich als Asset-Manager für 2023?

Im B2B-Vertrieb werden wir unsere Vertriebspartner mit noch individuelleren Serviceangeboten unterstützen. Dabei setzen wir neben dem klassischen Regionalvertrieb über alle Zielgruppen auf den Ausbau in Richtung Multi-Channel-Vertrieb, indem wir das Angebot an digitalen Formaten bzw. Produktstrecken weiter bedarfsgerecht zuschneiden. So bekommen unsere Vermittler genau das, was sie benötigen, um sich mit maßgeschneiderten DJE-Angeboten ganz auf ihre Kunden konzentrieren zu können.

Worauf müssen sich Anleger einstellen?

Inflation, Energiekrise und geopolitische Spannungen bedeuten an den Aktienmärkten weiterhin erhöhte Volatilität. Gleichzeitig gibt es Einstiegschancen, z. B. in eher konjunkturunabhängigen Branchen bei internationalisierten Unternehmen mit hoher Preissetzungsmacht. Risikoaversere finden Anleihen mit Renditen, die den realen Vermögensverlust in Zeiten hoher Inflation zumindest abmildern. Im Fokus stehen also flexible, aktiv gemanagte Investmentfonds und effiziente Multi-Asset-Lösungen.

Was kommt auf die Vermittler bzw. den Vertrieb zu?

Die wachsende Anzahl digitaler Finanzportale für Selbstentscheider plus kostensensitive Kunden stellen die Vermittler vor große Herausforderungen. Aber gerade in volatilen Zeiten kann der Vertrieb durch besonderen Service, Know-how und Beratungskompetenz punkten. Mehr denn je ist es wichtig, den Kunden passgenaue und an ihren Ertragszielen transparent ausgerichtete Gesamtportfolios zusammenzustellen – sodass die gesteckten Anlageziele kurz-, mittel- und langfristig erreicht werden.

Bild: © DJE Kapital AG

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Das erwartet Asset-Manager Carmignac im Jahr 2023

Was tut sich im Jahr 2023 im Investmentbereich? Welche Herausforderungen warten auf Asset-Manager und Anleger? Und was kommt auf den Vertrieb zu? AssCompact hat nachgefragt – heute bei Nils Hemmer, Head of Country Germany & Austria bei Carmignac.

Herr Hemmer, welche Herausforderungen sehen Sie für sich als Asset-Manager für 2023?

Angesichts der jüngsten Marktkorrekturen und der gemischten Nachrichtenlage sind viele Kunden verunsichert und sie stellen sich die Frage, ob die Erfolgsrezepte der Vergangenheit auch morgen noch erfolgreich sein werden. Um ihnen bei der Bewältigung dieser Unsicherheit zu helfen, werden wir uns darauf konzentrieren, unseren Partnern unsere anerkannt starke Makroexpertise zur Verfügung zu stellen. Im Jahr 2023 stehen auch regulatorische Änderungen ganz oben auf der Agenda, wie die PRIPS KID, die Aktualisierung der CEPT und die Anpassungen des VAG-Reportings.

Worauf müssen sich Anleger einstellen?

Zur Jahreswende droht eine „Mauer der Sorge“. Das Hauptaugenmerk der Anleger liegt nach wie vor auf der Inflation und dem Rezessionsrisiko, welches die drei großen Wirtschaftsräume wohl nicht in gleicher Weise und zum gleichen Zeitpunkt treffen wird. Doch mit der Desynchronisierung gehen auch Diversifikationsvorteile einher. Und die Volatilität der Finanzmärkte eröffnet Chancen, die sich nur dann ergreifen lassen, wenn man selektiv und äußerst geschickt vorgeht – die eigentliche Aufgabe eines aktiven Managers.

Was kommt auf die Vermittler bzw. den Vertrieb zu?

Als familiengeführtes Unternehmen haben wir immer unsere engen Beziehungen zu unabhängigen Beratern geschätzt. Daher ist die Rückkehr zu persönlichen Treffen sehr willkommen. Dies wird wahrscheinlich auch 2023 ein wichtiges Merkmal sein, aber wir werden auch weiterhin in unsere digitale Vertriebsunterstützung, Webinare und Verkaufshelfer investieren und diese unseren Vermittlern anbieten.

Für die Kunden bieten sich trotz des düsteren makroökonomischen Umfelds Anlagechancen: Festverzinsliche Anlagen scheinen wieder attraktiv zu sein – sie gewinnen ihren „defensiven Status“ zurück, und alternative Anlagen wie unsere Long-Short-Aktienstrategie werden weiterhin attraktiv sein.

Bild: © Carmignac

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So blickt Amundi Deutschland auf das Jahr 2023

Was hat das Jahr 2023 für den Investmentbereich auf Lager? Welchen Herausforderungen werden sich Asset-Manager und Anleger stellen müssen? AssCompact hat nachgefragt – heute bei Alexander Koch, Head of 3rd Party Distributors bei der Amundi Deutschland GmbH.

Herr Koch, welche Herausforderungen sehen Sie für sich als Asset-Manager für 2023?

Es geht meiner Ansicht nach nicht um die eine Herausforderung, der die Branche sich gegenübersieht. Es ist vielmehr die Komplexität einer neuen Art von Polykrise, mit der wir umgehen müssen. Fokussiertes Arbeiten und ein enger Austausch mit den Kunden ist daher extrem wichtig. Insbesondere die Unterstützung bei regulatorischen Fragestellungen und deren Umsetzung im Vertrieb stehen im Vordergrund.

Worauf müssen sich Anleger einstellen?

Kursbewegungen, wie wir sie 2022 gesehen haben, werden uns auch 2023 weiter begleiten. Anlegerinnen und Anleger werden sich aufgrund der deutlich höheren Kosten ernsthafte Sorgen um die Zukunft machen. In einer von der allgemeinen Kursentwicklung her enorm gedrückten Situation an den Finanzmärkten können Berater ihren Kunden mit Multi-Asset-Produkten die langfristig ohne Zweifel vorhandenen Chancen im Markt durch eine sinnvolle Kombination von aktiven und passiven Investmentbausteinen erschließen.

Was kommt auf die Vermittler bzw. den Vertrieb zu?

In stark volatilen Zeiten wird der persönliche Kontakt wieder viel wichtiger. Viele Kunden sehen sich neuen, bisher noch nicht erlebten Herausforderungen wie zum Beispiel hohen Inflationszahlen oder sich korrigierenden Märkten gegenüber. Im Jahr 2023 geht es daher um ein gutes Beziehungsmanagement und darum, sich in die individuelle Anlegersituation hineinzuversetzen, um gemeinsam mit den Anlegerinnen und Anlegern Lösungen zu finden.

Bild: © Amundi Deutschland GmbH

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Ups and Downs im Dezember-Fondsrating von Scope

Die Ratingagentur Scope hat auch im Dezember wieder mehr als 6.600 Fonds durchleuchtet. 268 Fonds wurden von den Analysten hoch- und 428 Fonds herabgestuft. Der beliebte Flossbach von Storch – Multiple Opportunities musste das Spitzenrating abgeben.

Auch im Dezember 2022 bewertete die Ratingagentur Scope wieder die Qualität der rund 6.600 in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds. Das Rating reflektiert unter anderem die langfristige Ertragskraft und die Stabilität der Fondsperformance sowie das Timing- und das Verlustrisiko und umfasst fünf Ratingstufen – von (A) bis (E). Betrachtet wird immer die Entwicklung in der jeweiligen Vergleichsgruppe.

Herabstufungen in der Gruppe der Fondsschwergewichte

268 Fonds wurden im Fondsrating Dezember hochgestuft, 428 Fonds wurden herabgestuft. So musste etwa der Flossbach von Storch – Multiple Opportunities nach mehr als einem Jahr aufgrund der schwächeren kurzfristigen Performance sein Spitzenrating (A) abgeben. Dennoch überzeuge die mittel- und langfristige Performance des Mischfonds gegenüber seiner Peergroup, stellen die Scope-Analysten klar. Während der Fonds über drei und fünf Jahre noch vor seiner Vergleichsgruppe liegt, fällt die Performance auf Einjahressicht mit -9,73% leicht schwächer im Vergleich zum Durchschnitt von -8,91% aus.

Auch in anderen Segmenten gab es im Vergleich zum Vormonat Downgrades von (A) nach (B). Betroffen waren beispielsweise der Fundsmith SICAV-Fundsmith Equity, der Nordea 1 – European Covered Bond BP und der Amundi Funds Global Aggregate Bond. 

Upgrades in der Gruppe der größten Fonds

Im Vergleich zum Vormonat hat Scope aber auch wieder einige Fonds im Rating hochgestuft. Der Candriam Equities L Global Demography beispielsweise rückt von einem B-Rating im November nun in das Spitzenrating (A).

Der Amundi Funds Global Eq Sustainable Income wiederum wird erstmals mit einem Top-Rating von (B) ausgezeichnet. Der Aktienfonds legt den Schwerpunkt auf regelmäßige Erträge bei gleichzeitig attraktivem Rendite-Risikoprofil, zusätzlich werden Nachhaltigkeitskriterien integriert. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzprodukten falle das mit 18,7% relativ hohe Gewicht in Technologieaktien ins Auge, so die Scope-Analysten. Die Performance des Fonds über drei und fünf Jahre liegt mit 9,16% und 7,88% p. a. über der Peergroup mit 5,3% und 5,92% p. a. Zusätzlich punktet der Fonds mit leicht besseren Risikokennzahlen.

Ein weiteres Schlaglicht wirft Scope auf den UBS (Lux) Equity Fund – Biotech. Nach mehr als einem halben Jahr im mittleren Ratingbereich erhält der Fonds sein (B)-Rating zurück. Der bereits 1996 aufgelegte Fonds investiert in Unternehmen aus dem Biotechnologiesektor, die in den Bereichen Forschung, Produktentwicklung, Herstellung oder Vertrieb tätig sind. Bei der Rendite liegt der Fonds sowohl auf Jahressicht mit 9,78% als auch über fünf Jahre mit 8,17% p. a. deutlich vor dem Durchschnitt der Peergroup-Aktien Biotechnologie von -8,6% und 4,39% p. a.

Mehr zum Scope Fondsrating Dezember findet sich hier.

Bild: © feeling lucky – stock.adobe.com