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DWS will 20 Mrd. Euro zur Transformation Europas einwerben

Die Fondstochter der Deutschen Bank hat eine ganze Familie von neuen Investmentlösungen angekündigt. Dienen soll sie der Transformation der europäischen Volkswirtschaften. Gleichzeitig finanziert der Vermögensverwalter auch eine passende Forschungsstelle.

Die DWS hat eine ganze Familie von Investmentlösungen angekündigt, bei der es um die Transformation der europäischen Volkswirtschaften geht. Die Fondstochter der Deutschen Bank sieht sich gut dafür aufgestellt, eine wichtige Rolle bei diesem Umbau zu spielen und Finanzierungslücken in strategisch wichtigen Transformationsbereichen zu überbrücken.

Nachhaltigkeit und technologischer Wandel

„Europa muss seine Volkswirtschaften umgestalten – das gilt sowohl angesichts der geopolitischen Unsicherheiten als auch mit Blick auf die Notwendigkeit, den technologischen Wandel voranzutreiben und nachhaltiger zu werden“, sagte Karl von Rohr, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank und Aufsichtsratsvorsitzender der DWS. „Privates Kapital wird der Schlüssel für Investitionen in großem Umfang sein; deshalb werden Banken und Vermögensverwalter eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung der europäischen Transformation spielen.“

Zugang zu den Kapitalmärkten sicherstellen

Diese Transformation werde laut DWS zu einem großen Teil von kleinen und mittleren Unternehmen vorangetrieben, die keinen direkten Zugang zu den Kapitalmärkten oder anderen Finanzierungsquellen hätten und dementsprechend auf Kredite angewiesen seien. Der Deutsche-Bank-Konzern könne über etablierte Kundenbeziehungen in der Unternehmensbank und der Investmentbank Projekte finanzieren, direkten Zugang zu den Kapitalmärkten bieten oder diese Finanzierungen mithilfe der DWS für private und institutionelle Kunden investierbar machen.

20 Mrd. sollen bis 2027 mobilisiert werden

Die von der DWS in Aussicht gestellte Familie von neuen Investmentlösungen werde bereits identifizierte Transformationsbereiche wie Green Transition, Energie, Infrastruktur sowie gewerbliche und private Immobilien abdecken, Anlegern aber auch die Möglichkeit bieten, gezielt in verschiedene Anlageklassen zu investieren. Die DWS teilte mit, bis zum Jahr 2027 bis zu 20 Mrd. Euro an Kapital über bestehende und neue Investmentlösungen hierfür einzuwerben.

Erste Investmentprodukte schon 2023

Neben der Nutzung der Partnerschaft mit der Privatkundenbank, der Unternehmensbank und der Investmentbank der Deutschen Bank strebe die DWS auch die Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen und anderen Interessengruppen in Transformationsprojekten an, um in strategische Bereiche, Branchen und Firmen zu investieren und dabei eine breite Palette von Finanzierungsprodukten einzusetzen. Diese werden laut DWS von Eigenkapitalbeteiligungen über Mezzanine-Finanzierungen bis hin zu Risikokapital reichen. Der Start der ersten dieser zusätzlichen Investmentlösungen ist bereits für 2023 geplant; weitere sollen in den kommenden Jahren folgen.

Neues Forschungszentrum finanziert

Darüber hinaus haben die DWS und die Frankfurt School of Finance & Management die Gründung des Forschungszentrums „Centre for European Transformation“ bekannt gegeben. Die DWS hat sich verpflichtet, das Forschungszentrum bis mindestens 2028 mit insgesamt ca. 2,6 Mio. Euro zu finanzieren. Es wird seine Arbeit im Jahr 2023 aufnehmen, aus zwei Lehrstühlen bestehen, interdisziplinäre Forschung ermöglichen und regelmäßig internationale Konferenzen und Tagungen ausrichten. (tku)

Bild: © rudi1976 – stock.adobe.com

 

PATRIZIA übernimmt ADVANTAGE Investment Partners

Die Augsburger PATRIZIA SE übernimmt den in Dänemark ansässigen Multi Manager ADVANTAGE Investment Partners. Mit dem Zukauf möchte die PATRIZIA insbesondere ihren Zugang zu skandinavischen institutionellen Kunden und Vertriebspartnern stärken.

Die in Augsburg ansässige PATRIZIA SE hat ADVANTAGE Investment Partners mit Sitz in Kopenhagen übernommen. Bei dem in Dänemark beheimateten Unternehmen handelt es sich um einen diversifizierten Multi Manager mit Zugang zu institutionellen Kunden und Vertriebspartnern insbesondere in Skandinavien.

Dänen peilen mehr als Verdoppelung der AuM an

ADVANTAGE Investment Partners wurde 2018 gegründet, weist ein 15-köpfiges Team auf und verwaltete zum 30.06.2022 1,2 Mrd. US-Dollar an Vermögen. Bis Ende 2022 sollen die Assets under Management (AuM) auf über 2 Mrd. US-Dollar ansteigen – bis Ende 2024 sogar auf über 3 Mrd. US-Dollar.

Das Angebot von ADVANTAGE

Die Multi-Manager-Produktpalette von ADVANTAGE Investment Partners umfasst einen Club Deal, der in globales Infrastruktur Equity investiert und eine gemischte diskretionäre Fondsserie, die in nordamerikanisches Private Equity investiert. Das Unternehmen befindet sich außerdem in fortgeschrittenen Gesprächen über die Einführung weiterer Produkte.

Ergänzung im Bereich Real Assets und Alternatives

„Unsere neuen Kolleginnen und Kollegen in Kopenhagen werden den Wachstumsplänen von PATRIZIA in den Bereichen Real Assets und Alternatives einen kräftigen Schub verleihen“, zeigt sich Wolfgang Egger, Gründer und CEO der PATRIZIA SE, überzeugt. „Gleichzeitig profitieren unsere institutionellen Kunden und Vertriebspartner von einem noch breiteren Zugang zu globaler Infrastruktur und Private Equity, sowie einer weiteren etablierten Multi-Manager-Anlagestrategie.“ (tku)

Bild: © Sawitre – stock.adobe.com

 

Nachhaltigkeitsfonds müssen liefern

Wo Nachhaltigkeit draufsteht, muss auch Nachhaltigkeit drin sein. Das möchte die EU-Aufsichtsbehörde ESMA in Zukunft verstärkt gewährleisten. Zahlreiche Fondsgesellschaften haben auf den wachsenden regulatorischen Druck bereits reagiert und ihre Produkte herabgestuft.

Die EU-Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA (European Securities and Markets Authority) wird künftig bei der Verwendung von nachhaltigkeitsbezogenen Begriffen wie ESG, SRI oder Sustainability in Fondsnamen genauer hinsehen. Am 18.11.2022 hat die Behörde um Feedback für die Ausarbeitung von Leitlinien gebeten, die die Thematik regeln sollen.

Fondsbenennung wird zu Marketingzwecken eingesetzt

Nach Ansicht der ESMA handelt es sich bei der Benennung von Fonds um ein mächtiges Marketinginstrument. Um die Anleger bei der Fondsauswahl nicht in die Irre zu führen, sei es deshalb nötig, ESG- und nachhaltigkeitsbezogene Begriffe in den Namen von Fonds durch Belege für Nachhaltigkeitsmerkmale oder -ziele zu untermauern, die sich in den Anlagezielen und der Anlagepolitik des Fonds angemessen und konsequent widerspiegeln.

Insbesondere Schwellenwerte für die ESMA von Interesse

Die ESMA blickt insbesondere auf die Meinung der Interessensgruppen hinsichtlich der Einführung von Schwellenwerten. Fraglich ist in diesem Zusammenhang zum Beispiel, wie hoch der Anteil von nachhaltigkeitsorientierten Investitionen sein muss, um den Einsatz von ESG- oder nachhaltigkeitsbezogenen Begriffen in den Fondsnamen zu rechtfertigen.

ESMA hat Greenwashing auf dem Schirm

Der Druck der ESMA im Kampf gegen Greenwashing steigt. So beweist nicht erst die Einleitung des Konsultationsverfahrens, dass die Behörde gegen den Missbrauch von Nachhaltigkeitsbegriffen vorgehen möchte. Die ESMA hatte den Kampf gegen Greenwashing und die Einführung von klaren messbaren Kriterien zur Bewertung von Fondsnamen bereits zu einem zentralen Thema in ihrer Sustainable Finance Roadmap 2022 – 2024 erklärt.

41 Herabstufungen im dritten Quartal

Nach einer Auswertung des Analysehauses Morningstar reagieren Fondsgesellschaften auf den behördlichen Druck zunehmend mit Herabstufungen ihrer Nachhaltigkeitsprodukte. Für das dritte Quartal 2022 zählt Hortense Bioy, Global Director of Sustainability Research bei Morningstar, 41 Umklassifizierungen von Artikel-9- auf Artikel-8-Fonds.

Nachhaltigkeitsziele bei Artikel-9-Fonds

Bei Artikel-9-Fonds gemäß EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) muss ein konkretes Nachhaltigkeitsziel verfolgt werden. Diese vergleichsweise hohe Anforderung hat den Artikel-9-Produkten auch den Beinamen „dunkelgrüne Fonds“ verschafft. Artikel-8-Fonds hingegen müssen lediglich ESG-Kriterien berücksichtigen.

Auch große Fondsprodukte betroffen

Die Herabstufungen betreffen auch nicht nur kleine Fondsgesellschaften oder Produkte, so die Morningstar-Auswertung. Allein im zweiten und dritten Quartal wurden vier Produkte mit einem Volumen von über 2 Mrd. Euro herabgestuft.

Deka stuft sieben Fonds herab

Unter den deutschen Fondsanbietern ist besonders die Deka von den Herabstufungen betroffen. Allein im dritten Quartal 2022 stufte das Fondshaus der Sparkassengruppe sieben Klima-ETFs herab – einen davon sogar mit einem Volumen von knapp unter 1 Mrd. Euro (Deka MSCI USA Climate Change ESG UCITS ETF).

Bild: © Skórzewiak – stock.adobe.com

 

Weniger Beschwerden bei Investmentfonds

Die Verbraucherschlichtungsstelle des Fondsverbands BVI hat ihre Zahlen für das dritte Quartal 2022 vorgelegt. Die Beschwerden und Anfragen sind demnach in den Sommermonaten wieder rückläufig gewesen. Auf das Gesamtjahr bezogen sieht es nicht ganz so gut aus.

<p>Die Ombudsstelle für Investmentfonds hat bekanntgegeben, dass die Verbraucherbeschwerden im dritten Quartal 2022 wieder rückläufig waren. Insgesamt übersteigen die Verbraucherkontakte der ersten drei Quartale 2022 die des Vorjahres aber. </p><h5>Im dritten Quartal nur wenig Beschwerden</h5><p>Im dritten Quartal 2022 verzeichnete die Ombudsstelle 16 Eingänge, während es im zweiten Quartal noch 26 und im ersten sogar 42 waren. Von Januar bis September 2022 sind damit insgesamt 84 Verbraucheranfragen bzw. -beschwerden bei der Ombudsstelle eingegangen. Zum Vergleich: In den ersten neun Monaten 2021 waren es lediglich 59.</p><h5>Keine Probleme bei offenen Publikumsfonds</h5><p>Im Vordergrund stehen 2022 Verbraucherbeschwerden um einen geschlossenen Immobilienfonds sowie über fondsbasierte Altersvorsorgeverträge. Offene Publikumsfonds bereiten derweil unverändert kaum Probleme.</p><h5>Neustes Mitglied: MorgenFund</h5><p>Im Rahmen des Quartalsberichts hat die Ombudsstelle auch über die Aufnahme eines neues Mitglieds informiert. Dabei handelt es sich um die MorgenFund GmbH. Die Gesellschaft ist zum 18.10.2022 dem Ombudsverfahren der Verbraucherschlichtungsstelle des BVI beigetreten. <a href="https://www.asscompact.de/nachrichten/neue-fondsplattform-geht-den-star…; target="_blank" >Wie AssCompact bereits berichtete</a>, übernimmt MorgenFund seit dem 01.12.2022 das Depotgeschäft der DWS Investment GmbH. (tku)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Vadym – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/928AB221-DAD7-4C09-986D-F9236EEA56A5"></div>

 

Neue Fondsplattform geht an den Start

Die neue Fondsplattform MorgenFund ist aus Teilen der ehemaligen Investmentplattform der DWS entstanden. Das Unternehmen, hinter dem das Privat-Equity-Unternehmen BlackFin sowie weiterhin die DWS stehen, wartet mit Prominenz in der Geschäftsführung auf.

Im vergangenen Jahr hatte die DWS ihre Investmentplattform IKS veräußert. Das Unternehmen wurde damals in ein Joint-Venture zwischen dem Private-Equity-Haus BlackFin Capital Partners und der DWS überführt.

MorgenFund übernimmt 100 Mrd. Euro Fondsvolumen

Diese Transaktion ist nun abgeschlossen, wie die mittlerweile unter dem Namen MorgenFund GmbH firmierende ehemalige IKS mitteilt. Durch den Übergang des Fondsvolumens der DWS-Fondsplattform ist MorgenFund aus dem Stand mit einem administrierten Fondsvolumen von ca. 100 Mrd. Euro eine der führenden Fondsplattformen am Markt.

Europäisch geprägte Fondsplattform

MorgenFund startet dabei als deutsches Wertpapierinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main, unterhält aber auch eine Zweigniederlassung in Luxemburg. Diese Struktur ergibt sich aus der Historie der DWS-Depotverwaltung IKS, deren Kern am Anfang einer neuen unabhängigen Fondsplattform mit europäischer Prägung stehen soll.

Angebot richtet sich an private und institutionelle Kunden

Das Geschäftsmodell der MorgenFund fokussiert sich auf die Depotführung und den Handel von Fonds und ETFs einer breiten Anzahl von Emittenten für private und institutionelle Kunden. Ergänzend wird eine Online-Vermögensverwaltung angeboten.

Das Führungsteam

Als Geschäftsführer der MorgenFund GmbH wurden das Branchenurgestein Rudolf Geyer und Bernd Geilen bestellt. Die Geschäftsleitung wird ergänzt durch Michael Thissen als Generalbevollmächtigten, der die Zweigniederlassung in Luxemburg und Marktfolgebereiche leitet.

Eigentumsverhältnisse des Joint-Ventures

Mehrheitsgesellschafter der MorgenFund GmbH ist ein Fonds von BlackFin Capital Partners. Die DWS wird künftig eine Minderheitenbeteiligung von 30% halten.

Plattformgeschäft maßgeblich mitprägen

„Nach einer Phase der Konsolidierung in diesem Marktsegment sehen wir einen optimalen Zeitpunkt, jetzt zu starten und die Entwicklung des Plattformgeschäfts in den nächsten Jahren mit zu prägen“, sagt Dr. Kai Wilhelm Franzmeyer, designierter Aufsichtsratsvorsitzender der MorgenFund GmbH. (tku)

Bild: © Maridav – stock.adobe.com

 

Private Altersvorsorge per Fondsspardepot

Das Bundeskabinett hat die „Fokusgruppe private Altersvorsorge“ unter Vorsitz des Finanzstaatssekretärs Florian Toncar eingesetzt. Das Gremium soll mögliche Reformen der privaten Altersvorsorge prüfen. Der BVI begrüßt den Schritt und fordert eine gesetzliche Anerkennung von Fondssparplänen zur Altersvorsorge.

Die Ampelkoalition hatte sich im Koalitionsvertrag bereits darauf geeinigt, eine Reform der privaten Altersvorsorge anzugehen. In einem ersten Schritt hat das Bundeskabinett nun die sogenannte „Fokusgruppe private Altersvorsorge“ eingesetzt. Die Fokusgruppe unter dem Vorsitz von Finanzstaatssekretär Florian Toncar soll mögliche Reformen der privaten Altersvorsorge prüfen und hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit bewerten.

Weiterentwicklung der privaten Altersvorsorge geboten

Dieser Schritt wird vom deutschen Fondsverband BVI begrüßt. „Es ist dringend erforderlich, die private Altersvorsorge weiterzuentwickeln“, sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des BVI.

Fondssparpläne zur Altersvorsorge geeignet

Unter anderem soll die Fokusgruppe eruieren, inwiefern private Anlageprodukte gesetzlich anerkannt werden können. Fondssparpläne seien dafür ein geeignetes Instrument, so Richter.

Das Fondsspardepot

Anknüpfend an den Koalitionsvertrag hat der BVI das Konzept des Fondsspardepots entwickelt. Dessen Kernelement ist ein besonderes Depot für Fondssparpläne, die ausschließlich zum Zweck der Altersvorsorge abgeschlossen werden und daher eine Mindestlaufzeit bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres aufweisen.

Steuerliche Förderung durch gesonderten Freibetrag

Die Förderung im BVI-Vorschlag würde über einen gesonderten Freibetrag für die erzielten Gewinne erfolgen, der mit der Anspardauer kontinuierlich wächst. „Damit kann die Politik einen starken Anreiz zum Sparen für die Altersvorsorge setzen“, sagt Richter.

Nachfrage nach Fondssparplänen reißt nicht ab

Die deutlich gestiegene Nachfrage nach Fondssparplänen sei ein Beleg für ihre Akzeptanz als Altersvorsorgeinstrument in breiten Bevölkerungsgruppen, so der BVI. Zudem würden Fondssparpläne bereits als Altersvorsorgeprodukte im Rahmen der Digitalen Rentenübersicht berücksichtigt.

Koalition stellt öffentlich verwalteten Fonds in Aussicht

Des Weiteren solle die Fokusgruppe – entsprechend dem Koalitionsvertrag – in der privaten Vorsorge das Angebot eines öffentlich verantworteten Fonds mit einem effektiven und kostengünstigen Angebot mit Abwahlmöglichkeit prüfen.

BVI lehnt Staatsfonds ab

Dazu Richter: „Die Prüfung der umstrittenen Idee ist dringend geboten, um sicherzustellen, dass kein wettbewerbsverzerrender Eingriff in den privaten Altersvorsorgemarkt stattfindet. Einen Staatsfonds in der privaten Vorsorge lehnen wir ab.“

DAI fordert Anlagesparkonten

Das Fondsspardepot des BVI ist ein weiterer Vorschlag, der zum Ziel hat, die private Altersvorsorge der Deutschen steuerlich zu fördern. Erst kürzlich hatte sich das Deutsche Aktieninstitut (DAI) für die Einführung von sogenannten Anlagesparkonten stark gemacht. Bei diesem Vorschlag würden Erträge aus Wertpapieren (insbesondere Aktien) auf Anlegerebene für einen bestimmten Ansparbetrag von der Steuer freigestellt bzw. steuerlich gefördert. (tku)

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Anlegervertrauen: Gold top, Immobilien flop

Privatanleger vertrauen auf keine Anlageform so sehr wie auf Gold. Das geht aus dem diesjährigen Anlage-Barometer hervor, das die Deutsche Börse Commodities vom Marktforschungsinstitut Kantar erstellen hat lassen. Unter die Räder beim Verbrauchervertrauen kamen derweil Immobilien.

Auch in diesem Jahr hat das Marktforschungsinstitut Kantar Public wieder im Auftrag der Deutsche Börse Commodities GmbH das sogenannte Anlage-Barometer erstellt. Im Rahmen dieser Studie wird unter anderem untersucht, wie besorgt die Deutschen um ihr Privatvermögen sind und welche Anlageklassen bei ihnen besonderes Vertrauen genießen.

Sorge der Anleger nimmt deutlich zu

Eine Erkenntnis des Anlage-Barometers: Die hohen Inflationsraten haben die Angst der Deutschen um ihr privates Vermögen massiv gesteigert. Waren im letzten Jahr 45% besorgt um ihr Privatvermögen, sind es 2022 fast zwei Drittel und somit ganze 20 Prozentpunkte mehr.

Gold steht bei Anlegern hoch im Kurs

Gefragt nach der Anlageform, die den größten Schutz vor der Inflation bietet, gibt es in diesem Jahr einen eindeutigen Sieger: Gold. 42% der Befragten halten das Edelmetall für die inflationssicherste Anlageform. Gleichzeitig ist es nahezu unerheblich, welche Einkommensschicht betrachtet wird – Gold ist bei allen hoch im Kurs. Fast die Hälfte der Befragten gab darüber hinaus an, sich vorstellen zu können, in der aktuellen Situation in Gold zu investieren.

Vertrauen in Immobilien als Anlage lässt nach

Das Vertrauen in Immobilien musste 2022 ordentlich Federn lassen. 2021 gaben noch 26% der Befragten an, der Anlageform am meisten zu vertrauen. In diesem Jahr liegt die Quote nur noch bei 18%.

Digitales Gold für nahezu niemanden eine Alternative

ETFs halten laut Anlage-Barometer 10% der Befragten für inflationssicher. Bei Einzelaktien sind es immerhin noch 9%, gefolgt von Antiquitäten, Kunstgegenständen und Sammlerstücken (5%). Das Schlusslicht stellen Kryptowährungen dar (2%). Das krisengeschüttelte „digitale Gold“ hat in diesem Jahr viel Vertrauen verspielt.

Gold und Sichteinlagen sind gefragt

Im Rahmen der Studie wurde ebenfalls die Frage aufgeworfen, wie Anleger heute 25.000 Euro anlegen würden. Auch hier spiegelt sich der Vertrauensverlust gegenüber Immobilien wider. Im letzten Jahr noch Spitzenreiter, rangiert ein Investment in Immobilien 2022 deutlich abgeschlagen. Vorbeigezogen sind zum einen Fonds, in die 24% der Befragten investieren würden. Auf Platz 1 landen in diesem Jahr jedoch Tages- und Festgeldkonten bzw. Gold mit je 27%.

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Kommentar: Arbeiterlosigkeit

Deutschland schlittert in die Rezession. Eine wirtschaftliche Krise, die auch Chancen birgt. Denn in einer Gesellschaft, der die Arbeiter ausgehen, müssen Produktionsfaktoren umverteilt werden – und zwar schleunigst. Ein Kommentar über schöpferische Zerstörung in Zeiten des demografischen Wandels.

<h5>Ein Kommentar von Tom Kufner, AssCompact</h5><p>Deutschland schlittert in die Rezession. Wie tief wird sie ausfallen? Das ist aktuell noch umstritten und von vielen Faktoren abhängig: Wie geht es im Ukraine-Krieg weiter? Wie kalt wird dieser Winter? Wie geht es mit Corona und den Lieferketten in Ostasien weiter? Die Antworten auf diese und unzählige weitere Fragen bestimmen die Konjunkturaussichten der deutschen Wirtschaft. Eine derartige Zeit der Unsicherheit sehen die meisten Unternehmer in der Regel nicht als passenden Moment an, um umfangreiche Neueinstellungen anzugehen. Aber vielleicht sollten sie. </p><h5>Schöpferische Zerstörung</h5><p>Der 1883 geborene Ökonom Joseph Alois Schumpeter prägte den Begriff der schöpferischen Zerstörung. Der Kerngedanke: Wirtschaftliche Zerstörung überkommener Strukturen ist nötig, um im Anschluss eine ökonomische Neuordnung zu ermöglichen. Schließlich stehen die Produktionsfaktoren des gescheiterten Unternehmens nach dessen Niedergang aussichtsreicheren Unternehmungen wieder zur Verfügung. Der Fall Galeria Karstadt Kaufhof lässt grüßen. </p><h5>Arbeiterlosigkeit ist gravierenderes Problem</h5><p>Die demografische Struktur Deutschlands macht die Arbeitsleistung von Fachkräften derweil zu einem der gefragtesten Produktionsfaktoren überhaupt. Zum diesjährigen Jungmakler Award – dem Nachwuchswettbewerb der Branche – traten denn auch mehrere Kandidaten mit Konzepten an, bei denen es in erster Linie um die Gewinnung und Bindung von Fachkräften geht. Die soliden und die zukunftsweisenden Unternehmen können sich derartige Konzepte leisten – sie müssen es sogar, wenn sie nicht das Opfer von Schumpeters schöpferischer Zerstörung werden wollen. Deutschland schlittert also in die Rezession. Diesmal starrt jedoch kaum jemand – wie in früheren Krisen – auf die Zahl der Arbeitslosen. Die Arbeiterlosigkeit ist mittlerweile das viel gravierendere Problem.</p><p>Diesen Kommentar lesen Sie auch in AssCompact 11/2022, S. 64, und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © BGStock72 – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/CDD34BDD-0AA4-49D3-A69D-3465AD616171"></div>

 

Thematisches Investieren in den Megatrend Cybersecurity

Das Wort „Megatrend“ ist aktuell in aller Munde. Doch was hat es damit auf sich und weshalb könnte es sich gerade für langfristig orientierte Anleger lohnen, den Megatrend Cybersecurity bei der eigenen Investitionsentscheidung mitzudenken?

<h5>Ein Artikel von Christopher Gannatti, Globaler Research-Leiter bei WisdomTree</h5><p>Die Geschichte zeigt: Gesellschaftlicher Fortschritt ist in der Regel durch massive Veränderungen und Entwicklungen gekennzeichnet, die sich jeweils im Abstand weniger Jahrzehnte vollziehen. Dazu einige Beispiele:</p><ul><li>Verkehr: Laufen → Pferd → Dampfmaschine → Verbrennungsmotor → Elektromobilität</li><li>Rechnen: Bleistift und Papier → Abakus → Mainframe-Computer → Taschenrechner → PC</li><li>Kommunikation: persönlicher Kontakt → Brief → Telefon → frühes Internet und Mobiltelefone → heutiges Internet und Smartphones → soziale Medien</li></ul><h5>Von gesellschaftlichen Megatrends profitieren</h5><p>Aus dieser vereinfachten Darstellung wird klar, dass sich die Welt permanent und deutlich wandelt – und dass dieser Wandel Chancen für wirtschaftliche Wertschöpfung bietet. Vor diesem Hintergrund beschreibt der Begriff „Megatrends“ breiter angelegte gesellschaftliche Veränderungen. Dabei kann es innerhalb eines breiteren Megatrends mitunter zahlreiche Themen geben – und Unternehmen, die von der zunehmenden Popularität eines Themas in der Gesellschaft mit Bezug zu Megatrends profitieren. </p><h5>Deutlich steigendes Interesse</h5><p>Anleger versuchen seit jeher, in Unternehmen zu investieren, die durch ihre Ausrichtung unsere Lebensweise prägen. Aus dieser Perspektive betrachtet gibt es das Konzept des thematischen Investierens schon seit Jahrzehnten. Nur wurde das früher möglicherweise anders benannt und beispielsweise unter dem Anlagestil „Wachstum“ gefasst. In den vergangenen Jahren hat die zunehmende Verbreitung von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und Massenkommunikationsmitteln zu einer steigenden Popularität thematischer Anlagen geführt. Vor 2020 wären in einem für thematische Anlagen in Europa guten – doch noch immer normalen – Jahr Mittel in Höhe von etwa 20 Mrd. US-Dollar in diese Kategorie geflossen. 2020 waren es dagegen netto bereits mehr als 60 Mrd. US-Dollar, und 2021 haben sich die Zuflüsse fast verdoppelt – auf netto knapp 120 Mrd. US-Dollar. </p><h5>Auswahl beständiger Themen entscheidend</h5><p>Nicht in jedem Fall führt der Einsatz von disruptiven Technologien aber zu profitablen Unternehmen, die entsprechende Renditen generieren. Viele Unternehmen erreichen möglicherweise nie die Gewinnschwelle. Andere Themen können sich wiederum als so beständig erweisen, dass sie sich über einen längeren Zeitraum mit einem höheren Maß an Resilienz entwickeln. Daher ist bei der Themenauswahl im Hinblick auf Megatrends besondere Sorgfalt geboten. Ein gutes Beispiel dafür ist das Thema Cloud Computing innerhalb des Megatrends Digitalisierung. Hier gibt es für die Anleger nicht nur eine einzige, sondern möglicherweise fünf oder mehr Optionen, die sich auf verschiedene Teilbereiche des Cloud-Sektors fokussieren. </p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Das Thema Cybersecurity ist langfristig angelegt--><h5>Das Thema Cybersecurity ist langfristig angelegt</h5><p>Anbei ein paar Fakten, die dafür sprechen, dass das Thema für Anleger langfristig interessant ist:</p><ul><li>Die Cloud-Plattform von Microsoft (Azure) sowie jene von Amazon (Amazon Web Services) generieren hohe Umsatzerlöse in der Größenordnung von 20 Mrd. US-Dollar pro Quartal. Diese sind in den vergangenen Jahren im Jahresvergleich nachhaltig um 30% bis 40% gestiegen.</li><li>Statt des Kaufs von Software entscheiden sich Endverbraucher und Unternehmen immer häufiger für Abonnements. Das vereinfacht Updates sowie die Fehlerbehebung. Zudem zahlen Abo-Kunden nur für das, was sie wirklich brauchen, statt für Komplettpakete mit Funktionen, die für sie entbehrlich sind. </li><li>Zu den weiteren Vorteilen gehört die Cybersicherheit. Zugegeben: Bis heute existiert kein System, das zu jeder Zeit vollkommen geschützt ist. Doch wenn es um Cybersicherheit geht, existiert zwischen kleineren Unternehmen bzw. Einzelpersonen, die sich selbst darum kümmern, und der Auslagerung dieser wichtigen Aufgabe an größere Plattformen, wie sie Amazon oder Microsoft betreiben, ein signifikanter Unterschied.</li></ul><h5>Viele interessante Anbieter am Markt</h5><p>Die großen Cybersecurity-Anbieter haben Unternehmen erfolgreich gezeigt, wie der Einsatz von Software zu Effizienzsteigerungen und Arbeitserleichterungen führen kann. Dabei ist grundsätzlich entscheidend, zunächst das Problem oder die Chance zu um­reißen. Im nächsten Schritt gilt es dann, Unternehmen zu identifizieren, welche die für die Lösung des Problems erforderliche Software entwickeln. Dazu ebenfalls drei Beispiele:</p><ul><li>Spätestens seit der Corona-Pandemie benötigen Unternehmen einen Schutz, der Cybersicherheit über viele verschiedene Zugangspunkte hinweg gewährleistet. Der Anbieter CrowdStrike ist Marktführer beim Schutz der Nutzer in einem Umfeld, in dem Mitarbeiter über unterschiedlichste Wege auf die Cloud zugreifen. </li><li>Unternehmen verfügen über enorme Datenmengen und benötigen effektivere Möglichkeiten, diese so zu strukturieren und zu verarbeiten, dass sie daraus Erkenntnisse für ihre Geschäftstätigkeit ableiten können. Snowflake bietet eine Lösung, mit der sich Daten, die an vielen verschiedenen Orten und bei zahlreichen Cloud-Anbietern gespeichert sein können, besser visualisieren lassen.</li><li>Unternehmen müssen die globale Zusammenarbeit ihrer Mitarbeiter erleichtern, die über viele Standorte hinweg an Projekten arbeiten. Atlassian hat eine Reihe von Tools entwickelt, mit denen Teams bei vielen Arten von Aufgaben stets gut organisiert und auf dem neuesten Stand bleiben können.</li></ul><h5>Zugang über ETFs</h5><p>Die genannten Unternehmen sind Beispiele für eine Vielzahl von Firmen im Bereich Cybersecurity, die einen Blick wert sind. Um die damit verbundenen Chancen möglichst umfassend zu nutzen und gleichzeitig Risiken zu streuen, ist ein breiter gefasster Investmentansatz besonders geeignet. ETFs ermöglichen Anlegern, sich im Rahmen einer diversifizierten Strategie auf bestimmte Themen im Zusammenhang mit Megatrends zu konzentrieren. Zudem sind sie tagesaktuell transparent, was die Strukturierung der jeweiligen Strategie und die Positionen im Portfolio betrifft. Sollten sich Anleger für das Thema Cloud-Computing interessieren und das damit verbundene Potenzial nutzen wollen, können sie zwischen verschiedenen entsprechenden ETFs wählen. Und auch für andere langfristig interessante Themen steht ein vielfältiges ETF-Angebot zur Verfügung.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 11/2022, S. 68 f, und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/de/profiles/53e4066999da-asscompact/editio…; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Sergey Nivens – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/1B787919-9148-499A-B460-D4FD74E2DFC1"></div>

 
Ein Artikel von
Christopher Gannatti

Über 300 Bewerbungen für FNG-Siegel

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen hat in diesem Jahr 310 Bewerbungen für das von ihm vergebene Gütesiegel erhalten. Verliehen wurde das Siegel schließlich 291 Mal. Viele der Ausgezeichneten konnten sich in einzelnen Kategorien noch weiter hervorheben.

Das Forum Nachhaltige Geldanlagen e.V. (FNG) hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Qualitätsstandard für nachhaltig ausgerichtete Geldanlagen im deutschsprachigen Raum zu bieten. Der Verein bezeichnet das von ihm verliehene Siegel als den SRI-Qualitätsstandard für den deutschsprachigen Finanzmarkt.

291 Siegel vergeben

Auf der Vergabefeier am 24.11.2022 in Berlin konnte das FNG das Erreichen eines neuen Meilensteins verkünden. In diesem Jahr gab es mehr als 300 Bewerbungen für das Gütesiegel. Von den 310 Fonds, ETFs und Vermögensverwaltungen, die sich für das FNG-Siegel beworben haben, konnten nur 19 die Mindestanforderungen nicht erfüllen. Das Siegel wurde schließlich 291 Mal verliehen.

Bis zu drei Sterne zusätzlich möglich

Die Träger des FNG-Siegels können sich in einzelnen Kategorien jedoch noch weiter von ihren Wettbewerbern abgrenzen: Für besondere Leistungen in den Bereichen „institutionelle Glaubwürdigkeit“, „Produktstandards“ und „Portfolio-Fokus“ wurde zusätzlich zum Gütesiegel je ein Stern vergeben. 28 Anbieter konnten mindestens mit einem Produkt eine Drei-Sterne-Bewertung einheimsen.

Jährliche Zertifizierung ist Pflicht

Die 291 ausgezeichneten Produkte verwalten insgesamt ein Vermögen von 110 Mrd. Euro. Die externe und unabhängige Nachhaltigkeitszertifizierung durch die FNG muss jährlich erneuert werden. (tku)

Bild: © Eigens – stock.adobe.com