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Investmentbasierte Altersvorsorge – Das Modell funktioniert

Die Altersvorsorge vieler Deutscher steht auf wackeligen Füßen. Betriebliche Altersversorgung und private Vorsorge werden künftig eine größere Last zu tragen haben, sind darauf allerdings nicht optimal ausgerichtet. Wie man diesem Zustand abhelfen könnte, erklärt Altersvorsorgeexperte Charles Neus.

<h5>Ein Artikel von Charles Neus, Head of Retirement Solutions bei Schroder Investment Management</h5><p>Die Aussage des ehemaligen Arbeitsministers Norbert Blüm „Die Rente ist sicher“ ist richtig. Noch heute gehört die gesetzliche Rentenversicherung zur tragenden Säule der Altersvorsorge in Deutschland und sorgt für beständige Einkommen im Ruhestand. Der Haken ist nur: Die Renteneinkommen reichen bei Weitem nicht aus, um im Alter vernünftig über die Runden zu kommen. So viel ist sicher: Ohne private Zusatzvorsorge wird es nicht funktionieren. Und noch etwas ist gewiss: Angesichts historisch niedriger Zinsen haben Sparbuch und Co. ausgedient. Damit lassen sich die erforderlichen Renditen nicht mehr erwirtschaften. An einer investmentbasierten Altersvorsorge führt also kein Weg vorbei.</p><h5>Diversifikation</h5><p>Und obwohl dies den Deutschen bewusst ist, verhalten sie sich zurückhaltend und zögerlich, wenn es um das Thema private Geldan­lage geht. Zu groß ist die Sorge, das Angesparte auch wieder verlieren zu können. Natürlich sind Anlagen an den Finanz- und Kapitalmärkten mit Risiko verbunden. Zu dieser Wahrheit gehört aber ebenso die Erkenntnis, dass es in der Finanzwirtschaft langjährig erprobte Methoden gibt, um mit diesem Risiko verantwortlich umgehen zu können. Das vielleicht wichtigste Konzept heißt Diversifikation, also die Streuung des Investmentvermögens auf eine Vielzahl unterschiedlicher Anlageklassen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bestätigt, dass mit dieser Methode das Verlust­risiko eines Portfolios signifikant eingeschränkt werden kann. </p><p>Und noch eine gute Botschaft. Für die Streuung der Geldanlage stehen heute Investmentstrategien zur Verfügung, die den Grundsatz der Diversifikation – nämlich nicht alle Eier in nur einen Korb zu legen – in verschiedenster Art umsetzen. Zu Beginn waren dies klassische Mischfonds, in denen die Anlageklassen Aktien und Renten miteinander kombiniert wurden. Unter dem Begriff Multi Asset erfolgte dann die Weiterentwicklung dieser Strategie. Moderne Multi-Asset-Fonds sind heute in der Lage, eine Vielzahl unterschiedlicher Asset-Klassen zu berücksichtigen, um so einen Gleichlauf der Renditen im Portfolio nach Möglichkeit zu vermeiden. Je nach gewünschtem Risiko-Renditeprofil können die Anlageklassen dabei unterschiedlich gewichtet werden. Entsprechend der Risikoneigung eines Anlegers kann dieser zwischen konservativen, ausgewogenen oder auch offensiveren Konzepten auswählen.</p><h5>Praxistest Niederlande</h5><p>Dennoch: Viele Anleger:innen bleiben hierzulande skeptisch. Ein Blick über die Landesgrenzen hinweg könnte helfen, die Dinge in einem anderen Licht zu betrachten. Die Niederlande haben ein System installiert, das zeigt, dass die Altersvorsorge auch mithilfe der Kapitalmärkte durchaus sicher und attraktiv sein kann. Aus diesem Grund genießt es international hohes Ansehen. Im Melbourne Mercer Global Rentenindex zum Beispiel sind die Niederlande stets unter den drei Top-Ländern gelistet. Dieser Index vergleicht die Altersvorsorge von zwanzig Ländern, auf die fast 60% der Weltbevölkerung entfallen.</p><!--text-long-pagebreak--><!--sub-title||Drei Säulen mit bAV-Booster--><h5>Drei Säulen mit bAV-Booster</h5><p>Im Grundsatz beruht das Altersvorsorgesystem der Niederländer wie in Deutschland auch auf drei Säulen. Dazu zählen die gesetz­liche Rentenversicherung, die betriebliche Altersvorsorge (bAV) und die private Vorsorge. Ein wesentlicher Unterschied zeigt sich allerdings mit Blick auf die zweite Säule. Während die bAV in Deutschland keine Pflichtveranstaltung ist und noch stark vom Streben nach Sicherheit und Garantien geprägt ist, kennt das niederländische System hier zwei bedeutsame Unterschiede. Zum einen ist die bAV bei unseren Nachbarn für alle Arbeitnehmer:innen faktisch verpflichtend. Und zum anderen werden die Beiträge von Anfang an in die Kapitalmärkte investiert. Konkret bedeutet dies, dass vom ersten Gehalt an ein Teil ihres Einkommens an den Märkten investiert wird. Der Prozess ist also langfristig angelegt. Die bAV-Beiträge werden dabei in der Regel zu einem Drittel von den Arbeitnehmer:innen und zu zwei Dritteln von den Unternehmen bedient. Je nach Branchenzugehörigkeit des Arbeitnehmenden fließt das Geld dann in eine entsprechende Pensionskasse, die es in Multi-Asset-Portfolios anlegt. </p><p>Die niederländische Pensionskasse für Beamte (ABP) etwa wies im Jahr 2020 folgende Allokation auf: 60% des Anlagevermögens steckten in Aktien, Immobilien und Private-Equity-Investments, 40% in einem breit gefächerten Portfolio von festverzinslichen Wertpapieren. Mit dieser Art von strategischer Allokation konnte die ABP in den letzten 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von 7% p. a. erwirtschaften. Nimmt man die Alterseinkommen aus der dritten Säule noch hinzu, so erreicht der durchschnittliche niederländische Bürger bei Renteneintritt ein Einkommens­niveau, das lediglich rund 30% unterhalb seines früheren Arbeitseinkommens liegt. Ein im internationalen Vergleich guter Wert. </p><h5>Demografischer Wandel</h5><p>Das Beispiel der Niederlande macht Mut. Es zeigt, dass ein langfristig ausgerichteter Einsatz investmentbasierter Konzepte einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung der Altersvorsorge leisten kann. Denn er verbreitert die Basis für den Erfolg. Dabei stellt sich nicht die Frage von Entweder/Oder. Vielmehr geht es darum, unterschiedlich ausgerichtete Ansätze zu kombinieren, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Sicher scheint, dass die erste Säule zunehmend an Tragkraft verliert. Das hat damit zu tun, dass sich unsere Gesellschaft in den vergangenen Jahren stark verändert hat. Die Menschen werden älter, während die von ihnen gezahlten Prämien dafür keine ausreichende Absicherung bieten. Es gibt viel weniger Erwerbstätige als Rentner:innen, sodass selbst eine Anhebung der Prämie nicht wirklich funktionieren würde. Eine weitere Veränderung stellen gebrochene Arbeitsbiografien dar. Dass Menschen ihr ganzes Leben durchgehend an ein und demselben Arbeitsplatz verbringen, ist selten geworden. Stattdessen wechseln sie häufiger ihre Arbeitsstelle oder sind für einige Zeit gar nicht beschäftigt. Manche hingegen machen sich selbstständig. </p><h5>Neue Wege gehen</h5><p>Vor diesem Hintergrund erlangt insbesondere die dritte Säule der eigenständigen privaten Vorsorge eine größere Bedeutung. Allerdings gilt es umzudenken. Die Zeiten, in denen über Sparprodukte und den Zinseszinseffekt erfolgreich Rück­lagen gebildet werden konnten, sind vorbei. Es ist daher erforderlich, den Mut aufzubringen, neue Wege zu beschreiten. Investment­basierte Anlagen können hier eine sinnvolle Option sein. Das Beispiel der Niederlande jedenfalls zeigt: Langfristige Anlagen in breit gestreute Investmentportfolios mit einem aktiven Ablaufmanagement können im Alter für ein ausreichendes finanzielles Polster sorgen.</p><p>Diesen Artikel lesen Sie auch in AssCompact 04/2022, S. 44 f., und in unserem <a href="https://epaper.asscompact.de/asscompact-04-2022/66630072&quot; target="_blank" >ePaper</a>.</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © eyegelb – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/89D39F16-6991-4D9E-91DD-0B5302D48DC1"></div>

 
Charles Neus

Zweiter Staat erklärt Bitcoin zum offiziellen Zahlungsmittel

Die Zentralafrikanische Republik führt als weltweit zweites Land den Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel ein. Damit folgt der Staat dem Pionier El Salvador bei der Einführung der Kryptowährung. Panama unternimmt derweil Schritte, um gleich sämtliche Kryptowährungen verkehrsfähig zu machen.

Seitdem Elon Musk seine Aufmerksamkeit vorübergehend wieder anderen Aufgaben widmet wie beispielsweise das Social Network Twitter zu kaufen, ist es tendenziell ruhiger um den Bitcoin und andere Kryptowährungen geworden. Nun zieht der Strom an Nachrichten über Kryptowerte jedoch wieder an. Eine klare Tendenz, wohin es mit dem Kryptomarkt in naher Zukunft geht, lässt sich daraus aber nicht ableiten.

Zentralafrikanische Republik lässt Bitcoin offiziell zu

Der größte Coup der Woche für die Kryptowelt war die Nachricht, dass die Zentralafrikanische Republik als zweites Land weltweit den Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel eingeführt hat. Das teilte der Stabschef des Präsidenten Faustin Archange Touadéra am 27.04.2022 mit, wie basierend auf Informationen der Nachrichtenagentur AFP berichtet wurde. Welche Bedeutung dieser Schritt jedoch für die Akzeptanz der ältesten Kryptowährung haben wird, ist aktuell unklar.

Auswirkungen unklar

Einerseits kann die Maßnahme als ein Ritterschlag für den Bitcoin angesehen werden. Andererseits bleibt augenfällig, dass bisher nur wenig entwickelte Staaten Interesse an der dezentralen Kryptowährung zeigen. Die Zentralafrikanische Republik ist zwar reich an Bodenschätzen, jedoch mit knapp fünf Millionen Einwohnern kein bevölkerungsreiches Land und außerdem einer der ärmsten Staaten der Welt.

Panama mit breiter Akzeptanz für Kryptowährungen

Mit Panama dürfte demnächst jedoch ein weiteres und deutlich weiter entwickeltes Land Kryptowährungen einen Aufschwung verpassen. Das Parlament des lateinamerikanischen Staates hat ein Gesetz verabschiedet, durch das es ermöglicht werden soll, problemlos mit Kryptowährungen zu bezahlen. Auch Steuern könnten künftig mit Bitcoin und Co. entrichtet werden. Panama will sich jedoch im Gegensatz zur Zentralafrikanischen Republik nicht exklusiv auf den Bitcoin oder eine andere Kryptowährung einlassen.

Bedeutung des US-Dollars wird geschwächt

Im September 2021 hatte mit El Salvador ein anderes lateinamerikanisches Land den Bitcoin als offizielles Zahlungsmittel eingeführt. El Salvador war damit der erste Staat weltweit, der einer Kryptowährung diese Bedeutung zuteil werden ließ. Sowohl in El Salvador als auch in Panama ist bisher der US-Dollar die gängige Währung.

El Salvador profitiert hauptsächlich von Tourismus-Boom

Die Bilanz in El Salvador ein halbes Jahr nach der Einführung des Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel fällt jedoch gemischt aus, wie das Handelsblatt berichtet. Im Aufschwung sei hauptsächlich der Tourismus, der in den letzten sechs Monaten um 30% zugenommen habe. An Bitcoin interessierte Touristen blieben außerdem länger und gäben mehr Geld in dem Land aus. Auch ein großes Interesse an Investitionen aus dem Ausland vermeldet El Salvador. Mit der für März geplanten Ausgabe einer Bitcoin-Anleihe in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar ging es bisher jedoch nicht voran. (tku)

Bild: © aacy – stock.adobe.com

 

Das sind die nachhaltigsten Aktienmärkte

Morningstar hat analysiert, welche Aktienmärkte am nachhaltigsten aufgestellt sind. Die Spitzenplätze werden von europäischen Märkten beherrscht. Nur ein asiatischer Staat kann die europäische Phalanx durchbrechen. Um welche Nation es sich dabei handelt und alles Weitere in einer AssCompact-Bildergalerie.

 
von
 

Vermögensverwaltung: Breiteres Angebot für Kreditinstitute

Dericon und investify TECH wollen Sparkassen und Genossenschaftsbanken die Möglichkeit eröffnen, mehr Lösungen zur Vermögensverwaltung bereitzustellen. Ziel ist, einen digitalen Marktplatz zu entwickeln und in die Systeme von Sparkassen und Genobanken zu integrieren.

<p>Das Frankfurter B2B-FinTech Dericon hat sich mit der Luxemburger Softwareschmiede investify TECH zusammengetan. Gemeinsam wollen die Unternehmen einen digitalen Marktplatz für Vermögensverwaltungslösungen entwickeln und in die Systeme der Sparkassen und Genobanken integrieren. </p><h5>Plattform für Vermögensverwaltungslösungen</h5><p>Im Ergebnis sollen die genannten Finanzinstitute ihren Kunden nicht nur die hauseigene Vermögensverwaltung anbieten können, sondern eine ganze Auswahl verschiedener namhafter Asset Manager auf einer Plattform bzw. einem Marktplatz. Man verfolge damit das Ziel der Plattformökonomisierung der Vermögensverwaltung, wie sie bereits in vielen anderen Bereichen der Finanzbranche, wie beispielsweise der Baufinanzierung oder der Einlagenverwaltung, praktiziert wird. </p><h5>Verschieden Anbieter auf einer Plattform</h5><p>„Bei der Vermögensverwaltung greifen Sparkassen und Volksbanken in der Regel jedoch nach wie vor nur auf eine mögliche Kundenlösung mit nur einem Asset Manager zurück“, sagt Andreas Krause, Gründer und Geschäftsführer der Dericon GmbH. „Viel attraktiver wäre es jedoch, dem Kunden Vermögensverwaltungslösungen verschiedener renommierter Anbieter anbieten zu können, aus einer Hand, auf einer Plattform.“ </p><h5>Schneller Wechsel zwischen verschiedenen Anbietern</h5><p>„So kann ein Finanzinstitut auch im Vermögensverwaltungsgeschäft sicherstellen, dem Kunden langfristig die besten Lösungen anzubieten, eine echte USP im Markt“, stellt Dr. Harald Brock, Geschäftsführer der investify S.A., fest. „Der Kunde kann zwischen verschiedenen Anbietern auswählen oder diese kombinieren, mit nur einer Bankverbindung. Die Kundenbetreuung kann persönlich, digital oder hybrid stattfinden, und alle regulatorischen Prozesse werden effizient und compliant durch die Plattform durchgeführt. Auch ein Wechsel der Asset Manager im Falle der Unzufriedenheit ist unkompliziert und praktisch per Mausklick möglich, durch eine einheitliche IT- und Prozessstruktur. Der Aufwand in den Instituten für eine solche Lösung ist nahezu null.“</p><h5>Über die Dericon GmbH</h5><p>Dericon ist ein unabhängiges FinTech mit Sitz in Frankfurt am Main. Dericon unterstützt mittlerweile eigenen Angaben zufolge mehr als 130 Banken und Sparkassen in Europa im Wertpapiergeschäft, mittels der cloudbasierten SAAS-Applikation DERIFIN WMS. (tku)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © photon_photo – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/48F91CF0-0CBE-4E68-B1B8-60C16181F4E3"></div>

 

Fondsanalyse: Immobilienaktien waren im März unschlagbar

Scope hat ausgewertet, wie die verschiedenen Fonds-Peergroups im März abgeschnitten haben. Die beste Performance konnten demnach Immobilien- und Gesundheitsaktien verbuchen. Unter den Regionen überzeugte Nordamerika. Die schlechteste Performance zeigten Fonds auf chinesische Titel.

Im Rahmen seines monatlichen Fondsrating-Updates veröffentlicht das Analysehaus Scope stets auch die Performance der verschiedenen Fonds-Peergroups für den jeweils vorhergehenden Monat. Nun hat das Institut die März-Zahlen für die Peergroups veröffentlicht.

Immobilien- und Gesundheitsaktien überzeugen

Insgesamt war der Monat laut Scope von einer Erholung an den Aktienmärkten gekennzeichnet. Hierdurch lagen viele der untersuchten Peergroups im Plus. Eine Peergroup konnte jedoch besonders überzeugen: „Immobilienaktien Welt“. Sie verzeichnete ein Plus von 5,4% auf Monatsbasis. Ebenfalls stark konnten Fonds abschneiden, die auf globale Gesundheitsaktien setzen. Sie schlossen den März durchschnittlich mit einem Zuwachs von 4,4% ab.

Region Nordamerika schneidet gut ab
Fondsanalyse: Immobilienaktien waren im März unschlagbar

Bei den Peergroups nach Regionen konnte erneut der nordamerikanische Markt überzeugen. Doch auch globale Aktienfonds und Fonds, die in nachhaltige Unternehmen investieren, gehörten im März zu den Gewinnern. Einen Überblick über die Peergroups mit dem höchsten durchschnittlichen Monatsgewinn liefert die nebenstehende Tabelle.

China floppt

Auf der Verliererseite führten chinesische Aktien mit –8,1% das Feld an. Ebenso enttäuschten die Fonds-Peergroups, die in Anleihen investieren. Insbesondere Euro-Staatsanleihen waren nicht in der Lage zu überzeugen.

Rentenfonds waren keine gute Wahl
Fondsanalyse: Immobilienaktien waren im März unschlagbar

Am deutlichsten im Minus schnitt hierbei die Peergroup „Renten Euroland Staatsanleihen“ ab. Sie verzeichnete Verluste von –2,5%. Es folgt die Peergroup „Renten Global Corp. Inv. Grade EUR-Hedged“ mit Verlusten von –1,8%. Einen Überblick über die zehn Peergroups, die im März am schlechtesten abgeschnitten haben, bietet die nebenstehende Tabelle.

Anleihen sind kein sicherer Hafen mehr

Auf Jahressicht betrachtet hätten die klassischen Renten-Peergroups mit herben Verlusten von teilweise mehr als –5% ihren Status als sicherer Hafen für Anleger erst einmal verloren, konstatieren die Scope-Analysten. (tku)

Bild: © peterschreiber.media – stock.adobe.com

 

DWS mit gutem Jahresauftakt

Die DWS kann im ersten Quartal 2022 den zweithöchsten Quartalsgewinn ihrer Geschichte verbuchen. Lediglich das Vorquartal Ende 2021 verlief noch besser für das Fondshaus. Die Assets under Management hingegen sanken aufgrund des negativen Marktumfelds um 26 Mrd. Euro auf 902 Mrd. Euro.

Die Fondsgesellschaft DWS hat für das erste Quartal 2022 trotz negativen Marktumfelds überraschend gute Zahlen vorgelegt. Demnach konnte das Tochterunternehmen der Deutschen Bank in den ersten drei Monaten des Jahres einen bereinigten Vorsteuergewinn von 279 Mio. Euro verbuchen. Das ist das zweitbeste jemals erzielte Quartalsergebnis für die DWS. Bei dem besten Ergebnis handelt es sich um das vorherige vierte Quartal 2021. Hier hatte die Fondsgesellschaft einen Gewinn von 373 Mio. Euro erzielt.

Inflation und kriegerische Konflikte

Das Nettomittelaufkommen wurde im ersten Quartal des Jahres durch das widrige geopolitische Umfeld und die steigende Inflation belastet. Während im Vorquartal noch ein Plus von 15 Mrd. Euro verbucht werden konnte, floss im ersten Quartal sogar 1 Mrd. Euro ab. ESG-Fonds konnten sich aber gegen den Trend stemmen. Sie wiesen Nettomittelzuflüsse von 1,1 Mrd. Euro auf.

Assets under Management sinken leicht

Das von der DWS verwaltete Vermögen (AuM) sank im ersten Quartal aufgrund des negativen Marktumfelds auf 902 Mrd. Euro. Im Rekordquartal, dem vierten Quartal 2021, waren es noch 928 Mrd. Euro.

Erträge im Jahresvergleich erfreulich

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Erträgen. Sie beliefen sich im ersten Quartal auf 689 Mio. Euro. Im Vorquartal waren es noch 797 Mio. Euro. Im Vergleich zum Vorjahresquartal sehen die Zahlen jedoch erfreulich aus. Im ersten Quartal 2021 beliefen sich die erzielten Erträge nur auf 634 Mio. Demnach kann die DWS im Jahresvergleich ein Plus von 9% vermelden. (tku)

Bild: © Max Diesel – stock.adobe.com

 

Altersvorsorge mit ETFs und ohne Indexpolicen

Nicht erst seit seinem Sieg beim Jungmakler Award floriert das Unternehmen des Honorarberaters Ingo Schröder. Ingo ist auch Podcaster. Mittlerweile ist er mit seiner eigenen Sendung „How I met my money“ am Start. Wie er das Thema Altersvorsorge für seine Kunden anpackt, verrät er im Interview.

Interview mit Ingo Schröder, Geschäftsführer bei maiwerk Finanzpartner
Hi, Ingo. Was ist deiner Ansicht nach der Unterschied zwischen Vermögensaufbau und Altersvorsorge?

An sich gibt es keinen. Altersvorsorge ist auch eine Form von Vermögensaufbau. Das heißt, ich brauche Geld, damit ich meine Altersvorsorge, meinen Ruhestand oder wie auch immer man es nennen möchte, bestreiten kann. Klassischerweise unterscheiden wir bei maiwerk, dass Vermögensaufbau eben nicht an eine Altersvorsorge gebunden ist, sondern auch für andere Dinge verwendet werden kann. Das kann die Tilgung eines Immobiliendarlehens sein, das kann genereller Vermögensaufbau sein, dabei kann es sich aber auch um Aufbau und Verwaltung von Vermögen handeln mit dem Ziel, es später zu vererben. Altersvorsorge hingegen ist sehr konkret.

Dann würdest du also der These zustimmen, dass man klassischen Vermögensaufbau auch nutzen kann, um die eigene Altersvorsorge zu bestreiten – zumindest wenn der Investitionshorizont lange genug ist?

Die Frage ist dann, was man unter klassischem Vermögensaufbau versteht. Aber man kann Altersvorsorge und Vermögensaufbau durchaus in einem Zug nennen und das Gleiche meinen.

Welches Altersvorsorgeprodukt empfiehlst du deinen Kunden in der Regel?

Wir bei maiwerk sind ja ausgebildete Finanz-Coaches. Das heißt, wir betrachten eben nicht nur die rationalen und die produkttechnischen Möglichkeiten, sondern eben auch die emotionalen, psychologischen Seiten. Und wenn man diese Aspekte mitberücksichtigt und das Beratungsgespräch ergebnisoffen führt, gibt es da viele mögliche Lösungen, die wir unseren Kunden anbieten können. Das ist auch ein Vorteil der Honorarberatung: Wir können bei Produkten, Lösungen und möglichen Wegen, die der Kunde beschreitet, aus dem Vollen schöpfen. Bis hin zu der Möglichkeit, dass der Kunde vielleicht auch gar nichts macht. Wir machen an diesem Punkt zunächst eine Strategieberatung.

Was versteht ihr darunter?

Strategieberatung heißt bei uns: Wir bereiten den Kunden vor, indem wir ihm die Vor- und Nachteile der verschiedenen Versicherungsformen wie Riester, Rürup, private Rentenversicherung und auch von einem Depot erläutern. Und wir machen deutlich, dass auch Immobilien eine Form der Altersvorsorge sein können.

Um aber auf deine Frage zu antworten, welches Produkt ich empfehle: Auch wenn ich Experte für das Thema Geldanlage und ETFs bin, empfehle ich nicht nur Depots, sondern eben auch Versicherungen – je nachdem, was zum Kunden passt. Ich finde dieses Bashing von Versicherungsmaklern durch manche Blogger oder vermeintliche Experten auch falsch. Die sagen nämlich immer nur, dass sich Versicherungen nicht lohnen. Wir hingegen erklären dem Kunden alle Möglichkeiten, die er hat. Und eine Versicherungslösung kann sich durchaus lohnen – vor allem, wenn sie provisionsfrei und ETF-basiert ist.

Und wofür entscheiden sich dann die meisten nach eurer Beratung?

Ich würde sagen, mindestens 80% unserer Kunden entscheiden sich schließlich für eine Mischung.

Was meinst du denn mit den angesprochenen ETF-basierten Produkten? Indexpolicen?

Nein, keine Indexpolicen. Bei Indexpolicen ist ja klassischerweise gemeint, dass der Versicherer in ETFs anlegt. Dabei entsteht aber häufig ein verworrenes Konstrukt, in dem sich Kosten gut verstecken lassen und das Produkt hintenraus nicht hält, was es verspricht. Mit ETF-basierten Produkten meine ich, dass man sich bei der freien Fondsauswahl für ETFs entscheiden kann – beispielsweise für Produkte auf den klassischen MSCI World oder Emerging Markets, aber natürlich auf Wunsch auch nachhaltige oder sogar faktorbasierte ETFs.

Du hast vorher gesagt, dass manche Kunden aus der Beratung gehen und erst einmal gar nichts machen. Wie häufig kommt das vor?

In der Altersvorsorgeberatung, gerade wenn die Kunden noch keine passenden Produkte haben, passiert das selten bis gar nicht. Man hört auch häufig dieses Ammenmärchen: „Dann bezahle ich für etwas und habe nachher gar nichts davon.“ So etwas passiert nur in den allerwenigsten Fällen – vielleicht bei einem von Hundert.

Und bei welcher Beratung kommt so etwas vor?

In der Beratung rund um Vermögensaufbau und Geldanlage kann das schon mal passieren. Konkretes Beispiel: Zu mir kam neulich eine 70 Jahre alte Dame, der ein Strukturvertriebler am Flipchart aufgezeichnet hatte, wie sie ihr Geld anlegen könnte. Die Frau wollte ihr Geld aber nur für ein bis zwei Jahre parken, um den Minuszinsen zu entgehen. Ich habe ihr gesagt: Die einzig sinnvolle Lösung ist, dass sie ein Festgeldkonto eröffnet. Ich habe ihr gezeigt, wo sie das online machen kann, und das wars. Sie hat mir 200 Euro auf den Tisch gelegt, obwohl ich ihr gesagt habe, dass das ein kostenfreies Erstgespräch war. Sie wollte dennoch dafür bezahlen. Obwohl ich ihr nur einen offenen und ehrlichen Tipp gegeben habe. Es hätte einfach keinen Sinn ergeben, sie zu beraten, da alles, was irgendwie für sie Rendite abwerfen hätte können, einen längeren Anlagezeitraum erfordert. Das ist eines der wenigen Beispiele, wo es ausnahmsweise passiert, dass jemand nach der Beratung so gut wie nichts macht oder machen muss.

Weißt du, wie diese 70-jährige Frau auf dich aufmerksam geworden ist?

Sie hat tatsächlich einfach gegoogelt. Für maiwerk hat sie sich entschieden, weil sie jemanden gesucht hat, der unabhängig ist. Die Sache kam ihr einfach ein bisschen spanisch vor. Der Strukturvertrieb hatte ihr suggeriert, dass das angebotene Produkt keine Provisionen enthalten würde. Totaler Quatsch.

Von Verbraucherschützern wird häufig der ETF-Sparplan zur Altersvorsorge propagiert. Wenn jemand mit einem gut laufenden ETF- oder Fondssparplan zu dir kommt und sonst kein Produkt zur Altersvorsorge aufweist, wie berätst du so jemanden?

Die erste Aussage, mit der ich so einen Kunden typischerweise konfrontiere, ist: Du hast dir vorgenommen, einen Marathon zu laufen. Du weißt aber gar nicht, wie lang die Strecke ist. Du läufst einfach jeden Tag zehn Kilometer. Du weißt auch gar nicht, wo der Marathon stattfindet. Aber du denkst dir, dass du viel laufen und weit laufen musst. Daher kann es doch kein Fehler sein, mit dem Sparen zu beginnen. Aber eigentlich hast du gar keine Rahmendaten. Langer Rede kurzer Sinn: Dieser Kunde braucht eine Status-quo-Analyse.

Was ist damit gemeint?

Der Kunde muss sich ein paar Fragen stellen: Wo stehe ich aktuell? Wo will ich hin? Wann will ich in Rente gehen? Kann ich mit Erbschaften rechnen? Und so weiter. Danach kann der Kunde selbst entscheiden, was er will, und wir landen wieder bei der Strategieberatung mit den Vor- und Nachteilen einzelner Versicherungs- oder Anlagelösungen. Wir als Honorarberater haben keinen Grund, ihm künstlich etwas zu verkaufen. Wir haben da keinen Interessenkonflikt. Ich will aber ausdrücklich nicht sagen, dass die provisionsbasierte Beratung pauschal immer schlechter wäre. Aber bei den Kunden, die zu uns kommen, bemerken wir schon ein latentes Misstrauen gegenüber Provisionsberatern.

Dieses Interview lesen Sie auch in AssCompact 04/2022, S. 46 f., und in unserem ePaper.

Bild: © beeboys – stock.adobe.com

 
Ein Interview mit
Ingo Schröder

Umweltbank bringt zwei neue Fonds auf den Markt

Die Umweltbank aus Nürnberg hat zwei neue Impact-Fonds aufgelegt. Bei den beiden nach Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung klassifizierten Aktienfonds handelt es sich um den „Umweltspektrum Natur“ und den „Umweltspektrum Mensch“.

Die Umweltbank bietet seit dem 22.04.2022 zwei neue global investierende Aktienfonds an. Mit dem „Umweltspektrum Natur“ sowie dem „Umweltspektrum Mensch“, die beide nach Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung als sogenannte Impact-Fonds klassifiziert sind, können Anleger in ausgewählte Nachhaltigkeitsthemen investieren, teilt der Finanzdienstleister mit.

Umweltspektrum Natur

Der „Umweltspektrum Natur“ (WKN: A3CWKJ) investiert bevorzugt in Unternehmen, die aktiv dazu beitragen, die Umwelt zu schützen. Themen wie „Bezahlbare und saubere Energien“, „Maßnahmen zum Klimaschutz“ sowie „Sauberes Wasser“ stehen dabei im Fokus der Anlagestrategie. Die Umweltbank ist für die Einhaltung ökologischer und sozialer Standards verantwortlich, setzt beim Fondsmanagement aber auf die Expertise von Aguja Capital.

Der thesaurierende Aktienfonds ermöglicht eine Erstanlage ab 2.500 Euro bzw. per Sparplan ab 25 Euro pro Monat. Der Ausgabeaufschlag beträgt 5%, ist bis Ende Juni aber auf 2,5% gesenkt. Die laufenden Kosten betragen 1,74% p. a.

Umweltspektrum Mensch

Beim „Umweltspektrum Mensch“ (WKN: A3CWKF) steht der namensgebende Mensch im Mittelpunkt. Der Anlageschwerpunkt des Fonds liegt auf den Themen „Gesundheit und Wohlergehen“, „Keine Armut“ sowie „Kein Hunger“. Das Fondsmanagement übernimmt der Asset-Manager EB-SIM.

Dieser Fonds thesauriert die Erträge ebenfalls und auch hier ist eine Erstanlage ab 2.500 Euro bzw. per Sparplan ab 25 Euro pro Monat möglich. Die laufenden Kosten des Fonds sind mit 1,66% p. a. jedoch minimal niedriger. Auch hier ist der Ausgabeaufschlag von 5% aktuell auf die Hälfte rabattiert.

Strenger Auswahlprozess

Wie die Umweltbank weiter mitteilt, eint alle Fonds der Marke „Umweltspektrum“ ein strenger, dreistufiger Auswahlprozess, bei dem Ausschlusskriterien sowie die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, SDGs) als Positivkriterien berücksichtigt werden. Gemäß der EU-Offenlegungsverordnung qualifizieren sie sich als sogenannte „dunkelgrüne“ Impact-Fonds (Artikel-9-Fonds). (tku)

Bild: © manfredxy – stock.adobe.com

 

Trade Republic holt Deutsche Bank und Citigroup an Bord

Der Neobroker Trade Republic hat zwei Banken als Partner gewonnen. Zukünftig werden Deutsche Bank und Citigroup die Verrechnungskonten für die Kunden von Trade Republic führen. Wie und ob die Zusammenarbeit mit der Solarisbank, dem bisherigen Kooperationspartner, weitergeht, ist aktuell unklar.

Trade Republic, der größte Neobroker Deutschlands, hat zwei neue Partner, die künftig die Verrechnungskonten seiner Kunden treuhänderisch führen werden. Bei diesen Partnern handelt es sich nach bestätigten Informationen des Branchendienstes finanz-szene.de um die Deutsche Bank und die US-Großbank Citigroup.

Zusätzliche Partner oder Ersatz?

Bisher wurden die Verrechnungskonten von der Berliner Solarisbank geführt. Zunächst betonte Trade Republic, dass die beiden Banken den Partnerkreis lediglich erweitern würden und die Solarisbank somit an Bord bleibe.

Verrechnungskonten werden wohl bereits migriert

Vereinzelt wurden Kunden von Trade Republic jedoch bereits über die Migration ihres Kontos von der Solarisbank hin zur Deutschen Bank informiert, wie finanz-szene.de erfahren hat. Dementsprechend ist aktuell noch unklar, ob die Solarisbank durch Deutsche Bank und Citi ersetzt wird oder ob lediglich das Kontingent an Verrechnungskonten schrumpft, das von dem Berliner FinTech verwaltet wird.

Restliche Finanzinfrastruktur unverändert

Als Depotbank für Trade Republic wird weiterhin HSBC Deutschland fungieren. Über sie werden die Wertpapiere der Trade-Republic-Kunden in den entsprechenden Lagerstellen im In- und Ausland gelagert. In der Regel handelt es sich bei dieser Lagerstelle um Clearstream in Frankfurt. Die Wertpapierdepots der Kunden selbst führt Trade Republic ebenfalls unverändert über seine hauseigene Bank weiter. (tku)

Bild: © manfredxy – stock.adobe.com

 

Schroders setzt Multi-Private-Assets-Portfolio für Barmenia auf

Schroders baut für die Barmenia ein 100 Mio. Euro schweres Multi-Private-Assets-Portfolio auf. Das Portfolio soll als Impact-Mandat gemäß Artikel 9 der EU-Offenlegungsverordnung klassifiziert sein und sich aus Private Equity- und Infrastrukturinvestitionen zusammensetzen.

<p>Die Barmenia Versicherungen haben Schroders Capital mit dem Aufbau und der Verwaltung eines fokussierten Multi-Private-Assets-Portfolios mandatiert. Das Portfolio ist als globales Impact-Mandat nach Artikel 9 gemäß EU-Offenlegungsverordnung klassifiziert und zielt auf die Erfüllung der Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen (SDGs) ab. Es soll sich sowohl aus Private Equity- und Infrastrukturinvestitionen zusammensetzen.</p><h5>100 Mio. Euro über drei Jahre</h5><p>Unter anderem gehören dazu auch Investitionen in zwei Fonds des Impact-Investment-Pioniers BlueOrchard, der ebenfalls Teil der Schroders Gruppe ist. Das Portfolio soll in den kommenden 36 Monaten aufgebaut werden. Die Barmenia Versicherungen investieren insgesamt 100 Mio. Euro in das Multi-Private-Assets-Portfolio. (tku)</p><p><i class="font-twelve-italic" >Bild: © Olivier Le Moal – stock.adobe.com</i></p><div id="bbgreadlog-getimage"><img src="/bbgreadlog/getimage/D532181D-CD66-4455-A736-BBC83183FBC9"></div>