Interview mit Tom Rothe Abteilungsleiter, Firmenkunden Haftpflicht & Cyber bei Helvetia in Deutschland
Herr Rothe, Helvetia hat 2026 die Spitzenposition bei den Maklerfavoriten in der Betriebs- und Berufshaftpflicht erobert. Wie nutzen Sie über die Jahre hinweg das Marktfeedback, um Ihre Produkte kontinuierlich zu schärfen?
Die Spitzenposition im Bereich Maklerfavoriten ist für uns eine große Auszeichnung und Bestätigung, aber auch ein klarer Auftrag für die Zukunft. Marktfeedback ist für uns kontinuierlicher Dialog mit den Vertriebspartnern. Die Anliegen und Erfahrungen unserer Makler und Kunden stehen für uns im Mittelpunkt. Indem wir genau zuhören, schaffen wir die Grundlage, Prozesse, Bedingungen und Services kontinuierlich zu verbessern.
Gerade in der Haftpflichtversicherung zeigt sich die Qualität eines Produkts nicht nur in den Bedingungen, sondern in der Praxis. Funktioniert die Lösung im Kundengespräch? Ist sie verständlich? Werden Risiken schnell und nachvollziehbar bewertet? Deshalb fließen Marktimpulse konsequent in unsere Produktentwicklung ein. Unser Ziel ist es, fachlich starke, praxistaugliche und verständliche Produkte anzubieten, die Sicherheit geben.
Welche Methoden haben sich als besonders effektiv erwiesen, um Rückmeldungen von Maklern und Kunden strukturiert in Produktverbesserungen einfließen zu lassen?
Extrem erfolgreich ist die Kombination aus Marktnähe und klaren Prozessen. Wir nutzen regelmäßige Gespräche mit Maklern und Kunden, analysieren Erfahrungen aus dem Angebots- und Zeichnungsprozess sowie Erkenntnisse aus Schadenfällen. Gleichzeitig bewerten wir Marktstudien und externe Informationen, um ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.
Entscheidend dabei ist, Feedback nicht isoliert zu betrachten. Wir bündeln Rückmeldungen, identifizieren Themen und priorisieren nach Relevanz und Kundennutzen. So stellen wir sicher, dass Produktverbesserungen nicht auf Einzelmeinungen beruhen, sondern einen echten Mehrwert für den Markt schaffen.
Welche Rolle spielen Teamführung, interne Abstimmung und Priorisierung bei der Entwicklung marktstarker Produkte?
Eine entscheidende. Marktstarke Produkte entstehen nie in nur einer Abteilung, sondern immer durch das Zusammenspiel vieler Kolleginnen, Kollegen und Kompetenzen. Führungsaufgabe dabei ist, eine gemeinsame Richtung vorzugeben, Prioritäten zu setzen und die Expertise der Mitarbeitenden bestmöglich zu nutzen.
In der Haftpflichtversicherung stehen wir im Zuge der Globalisierung vor immer komplexeren Risiken und Marktanforderungen. Deshalb ist es wichtig, die richtigen Themen zur richtigen Zeit in den Fokus zu stellen. Wir fragen uns konsequent: Wo schaffen wir den größten Mehrwert? Welche Anpassungen erhöhen den Versicherungsumfang? Wo verbessern wir Prozesse und schaffen mehr Verständlichkeit? Ein gutes Produkt ist am Ende immer das Ergebnis eines starken Teams, das gemeinsam Verantwortung übernimmt.
Wie stellen Sie sicher, dass Fachwissen aus verschiedenen Abteilungen – Schaden, Underwriting, Vertrieb – sinnvoll kombiniert wird, um ein kohärentes Produkt zu schaffen?
Wir betrachten Produktentwicklung bewusst als ganzheitlichen Prozess. Der Vertrieb kennt die Marktanforderungen und Wünsche der Makler. Das Underwriting bringt die Risikoperspektive ein. Der Schadenbereich liefert wertvolle Erfahrungen aus der Praxis und zeigt, welche Regelungen sich im Ernstfall bewähren.
Diese Erkenntnisse werden bereits früh zusammengeführt. Dadurch entstehen Produkte, die nicht nur fachlich überzeugen, sondern auch vertrieblich funktionieren und im Schadenfall zuverlässig greifen. Für Makler ist genau diese Konsistenz wichtig. Wenn Produkt, Risikoprüfung und Schadenbearbeitung perfekt zusammenspielen, entsteht Vertrauen – und Vertrauen ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren.
Auf welche Weise integrieren Sie systematisch die Perspektiven und Bedürfnisse der Makler in die Produktentwicklung?
Makler sind für uns weit mehr als Vertriebspartner. Sie sind essenzielle Sparringspartner und Impulsgeber. Durch ihre tägliche Arbeit kennen sie die Anforderungen der Unternehmen, die Erwartungen der Kunden und die Entwicklungen im Wettbewerb sehr genau.
Diese Perspektive berücksichtigen wir durch regelmäßige Gespräche, Maklerveranstaltungen und unsere Teilnahme an Ausschreibungen. Besonders wertvoll sind Rückmeldungen aus dem Underwriting, die konkrete Kundenbedürfnisse beschreiben. Denn häufig geht es nicht nur um zusätzliche Deckungsinhalte, sondern um einfachere Prozesse, klarere Formulierungen oder schnellere Entscheidungen.
Für uns ist dieser Austausch echte Partnerschaft. Gute Makler fordern uns heraus – und genau dadurch werden Produkte besser.
Gibt es konkrete Beispiele, in denen Makler-Feedback zu messbaren Verbesserungen geführt hat?
Ja, insbesondere bei der Verständlichkeit von Produkten und der Prozesseffizienz. Häufig zeigen uns Makler auf, an welchen Stellen zusätzliche Transparenz oder klarere Zeichnungsrichtlinien die Zusammenarbeit erleichtern.
Durch diese Impulse konnten wir uns immer weiter verbessern, Rückfragen reduzieren und klarer formulieren. Das verbessert nicht nur die gemeinsame Zusammenarbeit, sondern erhöht auch die Servicequalität. Oft sind es gerade diese praxisnahen Optimierungen, die im Markt spürbar positiv wahrgenommen werden.
Welche Faktoren sind entscheidend, um ein Produkt im Wettbewerbsumfeld sichtbar nach vorne zu bringen und Makler davon zu überzeugen?
Aus meiner Sicht sind unsere Werte hierfür entscheidend: Drive – schnelle Entscheidungen mit hoher fachlicher Substanz, Closeness – echte Verbindungen zu Kunden und Partnern und Trust – Versprechen einhalten und Verantwortung für die Ergebnisse übernehmen.
Das Produkt muss inhaltlich überzeugen und einen echten Mehrwert bieten. Gleichzeitig erwarten Makler schnelle Entscheidungen, nachvollziehbares Underwriting und eine verlässliche Schadenbearbeitung. Nur durch ein perfektes Zusammenspiel entsteht dauerhaftes Vertrauen.
Darüber hinaus ist eine klare Positionierung wichtig. Entscheidend für Makler ist, wofür ein Versicherer steht, welche Zielgruppen er besonders gut bedienen kann und welchen Nutzen er seinen Partnern bietet.
Welche Rolle spielen Kommunikationsstrategien, um die erlangte Marktführerschaft bei Maklern zu festigen und auszubauen?
Kommunikation ist ein zentraler Erfolgsfaktor. Dabei geht es in erster Linie um Glaubwürdigkeit. Eine starke Marktposition kann nur dann nachhaltig sein, wenn die kommunizierten Stärken auch im täglichen Miteinander erlebbar sind.
Deshalb beginnt gute Kommunikation intern. Unsere Mitarbeitenden müssen wissen, wofür wir stehen und welchen Mehrwert wir unseren Vertriebspartnern bieten. Nach außen setzen wir auf klare Botschaften und einen engen Dialog mit dem Markt.
Vertrauen entsteht nicht durch einzelne Kampagnen, sondern durch viele positive Erfahrungen: eine schnelle Rückmeldung, eine lösungsorientierte Underwriting-Entscheidung, eine faire Schadenregulierung oder ein konstruktives Gespräch. Genau diese Erfahrungen prägen das Bild eines Versicherers nachhaltig und bilden die Grundlage, um eine starke Position im Maklermarkt auch langfristig auszubauen.
Unsere Marktführerschaft wollen wir deshalb nicht nur kommunizieren, sondern jeden Tag mit Leben füllen. Denn unser Anspruch ist klar: Wir stehen an der Seite unserer Vertriebspartner und unserer Kunden, wenn es darauf ankommt – heute und morgen.
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