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7. April 2026
„Mein Rat für die Karriere: Arbeitet aktiv an eurer Sichtbarkeit“

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„Mein Rat für die Karriere: Arbeitet aktiv an eurer Sichtbarkeit“

„Mein Rat für die Karriere: Arbeitet aktiv an eurer Sichtbarkeit“

Sie haben in Ihrem Unternehmen einen Female Round Table gestartet. Was hat es damit auf sich?

Mit dem Female Round Table haben wir ein Format geschaffen, das weit über klassisches Networking hinausgeht. Es ist ein geschützter Raum, in dem wir über Hierarchien hinweg voneinander lernen – und zwar ganzheitlich.

Uns ist wichtig, dass wir Themen besetzen, die im Berufsalltag oft zu kurz kommen. Das Spektrum ist dabei bewusst breit: Wir hatten beispielsweise eine sehr spannende Session zum Thema ‚Wechseljahre, Hormone und Haferflocken‘, weil Gesundheit und Leistungsfähigkeit eng zusammenhängen. Ein anderes Mal ging es um die ‚Kraft der Stimme‘ mit einem inspirierenden Vortrag von Annegret Oster, was gerade für die Präsenz in Meetings entscheidend ist.

Gleichzeitig nutzen wir die Termine, um die Sichtbarkeit unserer internen Vorbilder zu erhöhen. Wenn Führungskräfte ihre persönlichen Erfahrungen teilen, entsteht ein wertvoller Wissenstransfer an die nächste Generation.

2025 war der Equal Pay Day am 07.03., dieses Jahr am 27.02. Ist die Lohnlücke also bald passé?

Dass das Datum nach vorne wandert, ist erst einmal ein positives Signal – es zeigt, dass die Richtung stimmt. Aber wir dürfen uns nicht von der Statistik täuschen lassen: Bei diesem Tempo würde es rechnerisch immer noch Jahrzehnte dauern, bis die Lücke komplett geschlossen ist. Die Ursachen für die Lohnlücke sind komplex. Es geht nicht nur um den gleichen Lohn für exakt dieselbe Arbeit, sondern vor allem um die Struktur: Frauen arbeiten häufiger in Teilzeit oder sind in den obers­ten Führungsebenen noch unter­repräsentiert.

Bei der DWS sehen wir das als klaren Auftrag. Wir setzen auf gezielte Maßnahmen – insbesondere auf die Förderung von Führungs­kräften in Teilzeit. Die Erfahrungen damit sind durchweg positiv: Eine Kollegin, die ich seit Jahren begleite und die heute auf Augenhöhe mit mir arbeitet, führt nach ihrer Elternzeit erfolgreich in Teilzeit – ohne Job-Sharing, allein durch hervorragende Organisation und Struktur.

Inwiefern muss finanzielle Bildung eine größere Rolle spielen?

Finanzielle Bildung ist die absolute Basis für Unabhängigkeit. Wenn wir über die Lohnlücke und den Equal Pay Day sprechen, müssen wir auch über die Vorsorgelücke sprechen. Wer weniger verdient oder in Teilzeit arbeitet, muss umso klüger investieren. Deshalb gehört Finanz­bildung deutlich früher und systema­tischer verankert. In Schulen benö­tigen wir ein eigenes Fach, das grundlegendes Wissen vermittelt.

Aber auch im Erwachsenenalter besteht großer Bedarf. Unternehmen können hier einen wesentlichen Beitrag leisten, ebenso wie niedrigschwellige Formate. In unseren Round Tables erleben wir immer wieder, wie wichtig es ist, eine offene Gesprächskultur zu schaffen. Sobald Menschen Hemmschwellen verlieren, fällt auch der Zugang zu Themen wie Altersvorsorge leichter. Und wer seine Finanzen versteht, kann diese Entscheidungen treffen, ohne die eigene Zukunft zu gefährden.

Welche Botschaft haben Sie für Frauen, die sich für eine Karriere in der Finanzbranche interessieren?

Mein eigener Weg zeigt eigentlich ganz gut, dass Karriere oft eine Mischung aus Planung, Mut und den richtigen Unterstützern ist. Ich komme ursprünglich aus Lörrach im Süden Deutschlands. Eine ältere Freundin arbeitete damals bei der Deutschen Bank, und die Art des Kundenzugangs hat mich sofort fasziniert. Für mich war klar: Das ist mein Weg.

Nach der Ausbildung wollte ich raus aus der Kleinstadt. Mein Plan war, für ein bis zwei Jahre nach Frankfurt zu gehen – daraus ist ein ganzes Berufsleben geworden. Manches treibt man aktiv voran, manches ergibt sich. Man braucht manchmal Glück, aber vor allem einen Vorgesetzten oder Sponsor, der an einen glaubt und einen unterstützt.

Dabei habe ich eines gelernt: Ich rate jungen Frauen, so früh wie möglich durch Praktika oder Graduate-Programme reinzuschnuppern. Formate wie der Girls’ Day sind ideal, um erste Einblicke zu gewinnen und herauszufinden, ob die Finanzwelt wirklich zu einem passt.

Mein wichtigster Rat für die Karriere: Arbeitet aktiv an eurer Sichtbarkeit. Benennt eure Stärken klar und setzt sie strategisch ein. Oft verschwenden wir zu viel Energie darauf, an unseren Schwächen zu feilen. Viel effektiver ist, die eigenen Stärken konsequent auszubauen und als Profil zu nutzen. Finanzielle Bildung bedeutet am Ende eben auch, den eigenen Marktwert zu kennen und sich mutig zu positionieren.

Über FemSurance

FemSurance ist die Community für Frauen (und Verbündete) in der Versicherungsbranche. Wofür wir stehen: Visibility. Network. Impact. Wir machen weibliche Expertise, Stimmen und Storys sichtbar, wir verbinden Menschen gezielt – nicht nur „Kontakte“, sondern echte Verbindungen. Und wir schaffen Formate, die Karrieren und die Branche messbar voranbringen. Mehr Infos unter asscompact.de/nachrichten/femsurance-veraenderung-durch-community.

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