Das Analysehaus Morningstar hat sich die Entwicklung bei offenen Immobilienfonds näher angesehen. Demnach ziehen Anleger weiter Kapital aus in Deutschland domizilierten Fonds ab. Laut aktuellen Daten bis Ende Juli mussten neun der zehn größten Fonds seit Jahresbeginn Nettoabflüsse verbuchen. Insgesamt sind von Januar bis Juli 2026 netto rund 3,7 Mrd. Euro aus offenen Immobilienfonds abgeflossen. Besonders hoch fielen die Abflüsse im Februar und März aus.
Nachdem sich die Dynamik im Juni abschwächte, legten die Rücknahmen im Juli wieder deutlich zu auf 591 Mio. Euro. Ende Juli verwaltete die Anlageklasse noch rund 105 Mrd. Euro.
UniImmo: Europa am stärksten von Nettoabflüssen betroffen
Besonders hoch fielen die Rücknahmen der Analyse von Morningstar zufolge beim UniImmo: Europa aus, der seit Jahresbeginn Nettoabflüsse von 949 Mio. Euro verzeichnete. Beim hausInvest waren es rund 663 Mio. Euro, beim grundbesitz europa RC etwa 575 Mio. Euro und beim UniImmo: Deutschland rund 455 Mio. Euro.
Lediglich der WestInvest InterSelect bildet unter den zehn größten Immobilienfonds Der einzige Fonds mit Nettozuflüssen unter den zehn größten war der WestInvest InterSelect.
„Die Nachteile von offenen Immobilienfonds wurden in den letzten Jahren nur allzu deutlich. Sie sind keineswegs ein Produkt ohne Verlustrisiken und bieten in Folge der längeren Kündigungsfristen und der potenziellen Rücknahmeaussetzungen nur eine eingeschränkte Liquidität”, so Wolfstetter weiter.
Offene Immobilienfonds setzen Rücknahmen aus
Vier offene Immobilienfonds haben 2026 bereits die Rücknahme der Anteile gestoppt. Der Leading Cities Invest von KanAm Grund wird zudem geordnet abgewickelt, wie AssCompact berichtete. Jede weitere Aussetzung belaste laut Wolfstetter das Vertrauen der Anleger weiter und könne die ohnehin hohen Nettomittelabflüsse verstärken.
„Was vielen nicht bewusst ist: Die Liquiditätsbeschränkungen bei semiliquiden Fonds wie Immobilienfonds oder ELTIFs machen sich stärker bemerkbar, je schlechter die Marktstimmung wird,” erläutert Shannon Kirwin, Principal bei Morningstar. „In der Praxis bedeutet das: Je eher ein verunsicherter Anleger sein Geld abziehen möchte, desto schwieriger wird es tendenziell. Das ist kein Fehler im System, sondern das System funktioniert genau so, wie es soll – um zu verhindern, dass Fondsmanager Vermögenswerte zu Notverkaufspreisen liquidieren müssen, und um das Kapital der Fondsanleger zu schützen.” (tik)
Weitere aktuelle Meldungen rund um Immobilien und Baufinanzierung finden Sie in unserer Rubrik „Immobilien“.
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