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7. September 2021
Allianz Global Investors: BaFin beschäftigt sich mit US-Klage

Allianz Global Investors: BaFin beschäftigt sich mit US-Klage

Die BaFin hat sich in den Streit um die „Structured Alpha“-Fonds eingeschaltet. Die Aufsichtsbehörde ermittelt aktuell, ob das Führungspersonal der Allianz in die Ereignisse verstrickt war, die zu einem Milliardenverlust von US-Investoren geführt haben. Und auch aus Australien droht dem Versicherer Ungemach.

Auch die BaFin schaltet sich in den Streit rund um die Vermögensverwaltungstochter Allianz Global Investors (AGI) ein. Das ist mehreren Aussagen von Insidern zu entnehmen, die an die Nachrichtenagentur Reuters herangetragen und in der Berichterstattung des Handelsblatts aufgegriffen wurden.

Streit mit US-Investoren schwelt weiter

Nachdem sich bereits die US-amerikanische Wertpapieraufsicht SEC und das US-Justizministerium mit dem Fall beschäftigen, stehen der Allianz nun auch Ermittlungen durch die BaFin ins Haus. Hintergrund ist der Streit zwischen AGI und mehreren US-amerikanischen Investoren. Die US-Anleger mehrerer Hedgefonds hatten in die sogenannten „Structured Alpha“-Fonds von AGI investiert und im Corona-Crash Milliardenverluste mit den hochspekulativen Produkten erlitten.

BaFin prüft Mitverantwortung der Führung

Den besagten Insider-Informationen zufolge prüften die BaFin-Mitarbeiter nun, ob Führungskräfte außerhalb des Fondsbereichs von den Ereignissen wussten, aus denen die Milliardenverluste resultierten, oder ob das Führungspersonal eventuell sogar an ihnen beteiligt war. Aktuell befänden sich die Ermittlungen aber noch in der Phase, in der lediglich Fakten zusammengetragen würden.

Allianz bildet Rückstellungen

Konzernchef Oliver Bäte hatte bereits Anfang August angekündigt, dass die Allianz wegen des Rechtsstreits Rückstellungen bilden wird. Die Klagen der institutionellen Investoren richten sich zwar gegen Produkte, die nur einen vergleichsweise kleinen Teil des durch die Allianz für Dritte verwalteten Vermögens ausmachen (weniger als 1%), aber auch beim Management sieht Bäte Probleme. „Es ist nicht alles perfekt gelaufen im Fondsmanagement“, sagte der Allianz-Chef damals bei einem Web-Call.

Ärger mit den australischen Behörden

Doch nicht nur in den USA und nun auch in Deutschland, hat die Allianz aktuell mit den Aufsichtsbehörden zu tun. Auch in Australien läuft bei dem Versicherer nicht alles rund. Allianz Australia und Allianz Worldwide Partners wurden vor Kurzem vom australischen Bundesgericht zu einer Geldstrafe von 1,5 Mio. australischen Dollar verurteilt. Ein Betrag, der – im Vergleich zu den Schadensersatzforderungen in Milliardenhöhe gegen AGI – zwergenhaft wirkt.

1,5 Mio. Dollar wegen irreführendem Verhalten

Die australische Allianztochter habe beim Verkauf von Reiseversicherungen ein „irrführendes und täuschendes Verhalten an den Tag gelegt“, wie das australische Bundesgericht nun entschied und sich damit auf die Seite der australischen Aufsichtsbehörde für Unternehmen (ASIC) schlug. Nach Überzeugung der australischen Bundesrichter habe Allianz Australia seinen Kunden die Prämienberechnung nicht ordnungsgemäß offengelegt und Versicherungen an nicht berechtigte Kunden verkauft. Gegenüber dem Handelsblatt, das basierend auf einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters über den Fall berichtete, kam die Allianz einer Bitte um Stellungnahme zunächst nicht nach. (tku)

Bild: © Arcansél – stock.adobe.com