Die Einführung des Altersvorsorgedepots stößt bereits vor dem geplanten Marktstart auf spürbares Interesse und könnte dem Vertrieb ab 2027 einen Schub verleihen. Darauf deutet eine aktuelle Marktuntersuchung von Sirius Campus in Zusammenarbeit mit Aeiforia hin. Bereits zuvor hatten beide Häuser Umfragedaten zu den Wechselabsichten von Riester-Sparern veröffentlicht.
Das Potenzial für die neue geförderte Vorsorgeform scheint demnach erheblich: 58% der 44 Mio. Förderberechtigten hat bereits vom Altersvorsorgedepot gehört. Die Aufmerksamkeit speist sich dabei vor allem aus der medialen Berichterstattung rund um die Gesetzgebung. Besonders im Fokus stehen aus Kundensicht die staatlichen Förderzulagen sowie die Aussicht auf höhere Renditen durch Investments in Aktien oder Fonds.
4,5 Millionen Abschlüsse zum Start möglich
Entscheidend für den Markterfolg ist jedoch die konkrete Abschlussbereitschaft. Unter denjenigen, die das Produkt kennen, kann sich laut Untersuchung rund ein Drittel einen Abschluss vorstellen. Unter Berücksichtigung einer Intentions-Umsetzungs-Lücke, wonach nur etwa ein Drittel der Absichten tatsächlich umgesetzt wird, ergebe sich für die erste Angebotswelle im Jahr 2027 ein Potenzial von etwa 4,5 Millionen Verträgen. Die Studienherausgeber rechnen vor: Bei durchschnittlich rund 1.100 Euro Sparbeitrag plus Förderzulagen werde ein Sparvolumen von jährlich 7 Mrd. Euro mit dem Start des Altersvorsorgedepots auf die Anbieter verteilt.
Progressive Prognose kommt sogar auf 10 Mio. Abschlüsse
Die Studie zeigt zudem: Mit zunehmender Information steigt auch die Abschlussbereitschaft. Bei intensiver Auseinandersetzung mit dem Altersvorsorgedepot liegt sie bei rund 54%. Sowohl eigenständige Recherche als auch die Ansprache durch Finanzdienstleister wirken sich positiv aus. Bei entsprechend aktiver Marktbearbeitung bereits in diesem Jahr könnten daher deutlich höhere Abschlusszahlen erreicht werden, so die Marktbegleiter von Sirius Campus und Aeiforia. In einem optimistischen Szenario halten die Studienautoren sogar bis zu 10 Mio. Abschlüsse für möglich.
„Viele Indikatoren in unserer Untersuchung zeigen ein gewisses Begeisterungspotenzial für das Altersvorsorgedepot“, erklärt Dr. Oliver Gaedeke, Geschäftsführer von Sirius Campus. Entscheidend sei nun, bestehende Kunden gezielt zu informieren und zu beraten, da das Vertrauen in etablierte Anbieter besonders hoch sei.
Sicherheitsbedürfnis bremst Renditeansprüche
Trotz der grundsätzlich positiven Wahrnehmung bleibt die Skepsis gegenüber Kapitalmarktrisiken ein zentraler Faktor. Bei der Wahl zwischen den vorgesehenen Garantievarianten bevorzugen 44% der Studienteilnehmer eine 80%-Garantie mit mittleren Renditechancen. 32% entscheiden sich für eine vollständige Garantie, während lediglich 9% eine komplett garantiefreie Anlage wählen. 15% sind noch unentschlossen. Die Präferenz für das Standardprodukt fällt zudem trotz niedriger Gebühren gering aus.
Hoher Beratungsbedarf als Vertriebschance
Aus Sicht der Studienautoren wird das Altersvorsorgedepot damit klar zum Beratungsprodukt. „Das Altersvorsorgedepot ist für viele Kunden ein Beratungsprodukt. Dies ist eine große Chance für die Vertriebspartner“, betont Martin Gattung, Gründer und Geschäftsführer von Aeiforia.
Entscheidend sei nun, schnell entsprechende Kompetenzen im Finanz- und Versicherungsvertrieb aufzubauen. Denn bereits nach der Sommerpause könnten erste Kunden aktiv Empfehlungen einfordern. (bh)
Zur Studie
Die genannten Ergebnisse stammen aus der Sirius Campus Marktuntersuchung „Altersvorsorge im Aufbruch“, die von dem Vorsorgespezialisten Aeiforia unterstützt wird. Die Online-Erhebung unter 1.013 repräsentativ befragten Förderberechtigten fand im April 2026 statt.
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